Aufhellungen

Nach einigen Tage nochmaliger Pause heute wieder ein Versuch. Die erkältungsbedingte Zurückhaltung kratzt irgendwie auch an meiner Motivation. Schon lange jedenfalls hat mein innerer Schweinehund nicht mehr so laut aufgeheult. Aber da ich mir sicher bin, dass mir der Lauf gut tun wird, verordne ich ihm Ruhe und mache mich – nicht zu leicht bekleidet – auf in den Nebel. 7,5 Kilometer im Tiergartental. Die Eindrücke zeigen es: Laufen lohnt sich!

Vom Ende der Dunkelläufe

Vielleicht war es am Montag doch noch etwas zu früh, wieder eine Laufrunde zu wagen. Fit bin ich noch immer nicht. Aber das deckt sich mit den Schilderungen vieler Freunde und Bekannten, die davon berichten, dass sie auch mehrere Wochen gebraucht haben, bis sie wieder beschwerdefrei waren. Geduld also – und Klamotten sortieren.

Und Laufkolumne schreiben …

Vom Ende der Dunkelläufe

 

Lichtblicke! Die Tage werden länger. Das Ende der dunklen Jahreszeit kündigt sich an. Wer früh am Morgen oder nach der Arbeit seine Laufschuhe schnürt, kann nun die Stirnlampe ebenso zuhause lassen wie die hochreflektierende Spezialkleidung. Gut so, denn solche Reflektorjacken bergen bei stirnbeleuchteten Gruppenläufen ein hohes Erblindungsrisiko für alle, die hinter dem sicherheitsbewussten Träger eines solchen Teils laufen.
Da ich Dunkelläufe eh nicht mag, bin ich im Winter meist dann unterwegs, wenn sich der Himmel am Morgen aufhellt. Nach leidlich überstandener Erkältung nun der Wiedereinstieg in die gelaufene Morgenmeditation. Es war ein einsamer Lauf auf meiner Lieblingstalrunde. Kein Mensch unterwegs. Sogar die Gassigeher scheinen sich in diesen Tagen rarzumachen. Sind etwa auch die Hunde verschnupft?
Die Erkältungszeit fordert Opfer. Daran ändert auch der schönste Sonnenaufgang nichts. Was hilft, ist die Hoffnung auf bessere Zeiten im Frühjahr. Da tut es der Psyche gut, die Laufsachen neu zu sortieren: Reflektorklamotten kommen nach unten, die kurzen Tights ganz nach oben. Lichtblicke! Wir sind bereit für helle und warme Tage!

Laaangsam

Verteufelt aber auch! So eine zähe Erkältung hatte ich schon lange nicht mehr. Heute also der erste Versuch eines Neustarts. Eine kurze und überwiegend flache Runde sollte es werden.

Dass es inzwischen um 7.30 Uhr schon leidlich hell ist, weckt Frühlingsgefühle, auch wenn die Minusgrade ordentlich dagegenhalten. Wäre ich auf den Petrisberg gelaufen, hätte ich etwas mehr von der Morgensonne mitbekommen.

Aber so wie ich mich fühle, hätte ich auf halber Höhe schlapp gemacht. Aber im Tier garten ist es immer schön, deshalb haben die 7,5 Kilometer doch Spaß gemacht, auch wenn es noch nicht viel mehr hätte sein dürfen. Aber Hauptsache, es kann wieder raus gehen.

Tempo ist ein relativer Begriff

Nein, es war keine gute Woche. Da ist man wieder soweit, um mit Freunden etwas längere Runden zu drehen. Und dann hindert eine fiese Erkältung das Vorhaben. Nun ja, auch das Wattegefühl im Kopf wird irgenwann wieder nachlassen. Aber wozu gibt es eine Laufkolumne, um ein wenig den Frust in Worte zu verpacken?

 

Tempo ist ein relativer Begriff

Bis hoch zum Zitronenkrämerkreuz habe ich es doch nicht geschafft. Weder die Sonne, noch der teilweise knöcheltiefe Schlamm hat meinen geplanten Höhenflug in Bekond gebremst. Vielmehr hat eine fiese Erkältung dafür gesorgt, dass es nicht einmal zum Versuch reichte. Die „Freck“ geht um und verschont auch nicht die freiluftsportgestählte Läuferschar – zumindest dann nicht, wenn alle anderen Mitglieder der häuslichen Wohngemeinschaft sich im kollektiven Hust-und-Schnief-Konzert verausgaben.
Dass offenbar auch bei anderen Morgensportlern der Kampf gegen die Rüsselpest vergeblich war, zeigt mir bei der Fahrt in die Redaktion der Blick auf die nahezu läuferfreien Wege. Richtig so! Wer angeschlagen ist, sollte vorsichtig sein. Wer mit erhöhter Temperatur läuft, riskiert einen längeren Ausfall, wenn nicht Schlimmeres.
Aber vielleicht klappt es ja wieder am Wochenende, zum Beispiel in Schweich. Dort lädt der örtliche Lauftreff am Sonntag um 10 Uhr zu einem gemütlichen Test für den Fährturmlauf ein, der am 25. März wieder die offizielle Laufsaison eröffnet. Start ist am Stadion. Gegen eine kleine Spende für das neue Sanitärgebäude am Sportplatz gibt es danach nicht nur wärmenden Tee. Heiße Duschen und prima Gesellschaft sind ebenso garantiert wie die Gewissheit, dass Tempo nicht immer das Wichtigste ist.

Wobei, wenn vor allem die Nase läuft, sind Papiertaschentücher doch eher unverzichtbar.

Wieder auf dem Laufenden

Ein weiterer Schritt zur Normalität: Die Umstellung auf die neue Optik unserer Zeitung nutze ich als Gelegenheit, wieder als Laufkolumnist in Erscheinung zu treten. In meinem Lauftreff werden sie nun wieder sagen, dass nichts und niemand vor mir und meinen journalistischen Ergüssen sicher ist. Ganz so schlimm war es doch auch nicht …

Ikarus und der Müllschlucker

Ikarus wollte zu hoch hinaus. Das musste er schmerzhaft erfahren, als die Sonne die Wachsflügel des tragischen Helden zum Schmelzen brachte. Ziele können eben nicht immer erreicht werden. Daran musste ich denken, als mein geschätzter Physiotherapeut wieder einmal einen Muskel bearbeitete, von dem ich bislang nichts wusste:

Iliacus heißt der Beuger, der sich hinter dem vorderen Hüftknochen versteckt und einem Läufer in verhärteter Form ordentlich Ärger macht. Und weil der Darm direkt auf dem Muskel liegt, reagiert er nicht nur auf zu heftiges Training. Müllschlucker-Muskel wird er deshalb von Physiotherapeuten genannt.

Wenn Darmbeinmuskel Iliacus dann wieder halbwegs geschmeidig seinen Dienst tut, schleicht sich Ikarus zurück ins Gedankenspiel. Am Gipfel des gefühlt unendlichen steilen Anstiegs beim Zitronenkrämerlauf, der sich am Samstagnachmittag in Bekond wieder traditionell in den Dienst der Welthungerhilfe stellt, geht es tatsächlich auch um Leben und Tod: Ein Kreuz erinnert an den Zitronenhändler, der dort im Jahr 1687 ermordet wurde.

Ob der Mann aus Italien damals zu hoch hinaus wollte und deshalb zu Fall kam, ist nicht überliefert. Sicher ist allerdings, dass alle Läufer am Samstag nicht noch höher steigen wollen, wenn sie am Ende ihres Höhenflugs das Kreuz sehen.

Weit(en)Sprung mit Dame

Wieder Samstag wieder ein Lauf mit Freunden? Nachdem mir Coach Christoph zugesagt hat, dass erneut eine Doppelrunde gelaufen wird, mit Rücksicht auf den langsam steigernden Wiedereinsteiger, lasse ich mich um 6:45 Uhr von meinem Smartphone aus dem Halbschlaf reißen.

Eine Stunde brauche ich vor einem Lauf, um aus der Besinnungslosigkeit in die notwendige Grundspannung zu kommen. Es klappt. Und meine letzten Zweifel, dass es ein schöner Lauf mit Freunde würde, verflüchtigen sich, als kurz vor 8 Uhr die Kommunikation auf der WhatsApp-Gruppe beginnt. Auf dem Weg zum Treffpunkt – es sind nur 500 Meter – erzählt mir Christoph, dass auch Birthe kommen wird. Prima, die hatte ich auch schon etliche Monate nicht mehr gesehen.

Jürgen wartet schon, Bernd kommt zeitgleich mit uns angelaufen, und als auch Marc mit leichter aber angekündigter Verspätung da ist, geht es in Damenbegleitung gut gelaunt auf den Weg in Richtung Mattheiser Weiher.

Es ist schon einigermaßen hell, so dass dort sogar bereits ein Foto von der Gruppe gelingt. Das Morgenrot schafft Vorfreude auf einige Sonnenstrahlen. Schon am Mittag werden Regentropfen allerdings die Freude auf einen wirklich sonnigen Tag vertreiben.

Kommunikativ geht es zu in der Gruppe. Immer wieder finden sich die Gesprächspaare neu zusammen. Etwas ruhiger wird es lediglich auf der langen Steigung vom Pfahlweiher hinauf durch den Mattheiser Wald fast bis nach Konz-Roscheid. Da oben liegt noch griffiger Schnee auf den Wegen. Damit wird es aber bald vorbei sein, denn es sind Plusgrade angekündigt.

Im Flachen fordert mich das Tempo der Gruppe noch etwas. Bergauf bin ich schon wieder gut dabei. Bergab ist Zurückhaltung geboten, zumal der operierte Bereich da noch mit etwas Zwicken protestiert. Ingesamt ist es aber ein tolles Gefühl, nun tatsächlich die Distanz langsam steigern zu können. 16 Kilometer sind es heute, nachdem ich die Gruppe im Tiergarten mit Handschlag verabschiedet habe. Davor haben wir aber noch Mariahof fast komplett umrundet uns sind wieder ins Tal hinuntergelaufen.

Fazit: Dank an die Gruppe für die Streckenwahl. Es geht wieder voran. Der weiteste Lauf des Jahres. Dennoch nicht übertrieben. Am kommenden Samstag wartet ein vermutlich matschiger Zitronenkrämerlauf in Bekond.