Ich geh‘ am Stock

So ein Trainingsplan für einen Marathon bringt immer wieder neue Erkenntnisse. Die von heute: Der Neubert kann auch walken.

Premiere nach ein wenig Selbstüberwindung: Mit Walkingstöcken in die Weinberge. Schließlich steht für heute Rekom auf dem Plan, was bedeutet alles, außer Laufen. Da ich nicht schwimmen will und auch auf das Fahrrad keine Lust habe, fiel die Entscheidung auf das Stöckeln.

Das kannte ich bislang nur von flotten Bergtouren in den Alpen. Ich gestehe, es macht auch in den Hügeln von Trier Spaß, wenn:

1. es bergauf geht

2. der Untergrund nicht Asphalt ist

3. keine Jogger in der Nähe sind 😉

Das Wetter: milde 5 Grad, Nebel, Vorfrühling

Die Natur atmet nach dem langen Frost durch

Letzte Eisreste halten sich allerdings noch.

Fazit: Die 70 Minuten am Stock waren gar nicht so schlecht. Allerdings ist bei entsprechender Dynamik eigentlich keine große Möglichkeit, viel zu sprechen. Aber das halten die meisten Damen, die ihre Stöcke spazieren tragen,  ja auch anders. Alles eine Frage der Prioritäten.

 

very much matsch

Vorbei sind die eisigen Zeiten. Die Wald- und Wiesenwege haben sich in wahre Matschpisten verwandelt. Ab und an hält sich noch eine Eisschicht, was besondere Vorsicht notwendig macht.

Nach dem Solo-Monsterlauf am vergangenen Samstag im Schwarzwald darf ich heute wieder mit den Jungs vom Lauftreff Olewig unterwegs sein. Start um 8:30 Uhr – ich weiß, das ist für ein Wochenende früh, muss aber sein, damit das Familienleben nicht zu sehr leidet – am Sportplatz in Olewig. Hinunter zur Mosel und flussaufwärts bis zum Estricher Hof.

Von dort den langen Anstieg bis fast nach Konz-Roscheid und linker Hand durch den Mattheiser Wald zurück in Richtung Mariahof. Auf extrem matschigem Pfad hinunter ins Kandelbachtal, den steilen Anstieg nach Kernscheid hoch und wieder hinunter in den Tiergarten.

Weil ich mir vorgenommen habe, 22 Kilometer zu laufen, lasse ich die Jungs die kürzere Variante nach Hause über das kleine Biest alleine bewältigen und nehme alleine die zwei Kilometer längere Schleife durch Tiergarten und am Olewiger Bach entlang bis nach Hause.

Die Beine waren nach dem schnellen Lauf am Tag davor ungewöhnlich schwer. Und mein Wetterfühliges Knie muckt zum ersten Mal seit längerer Zeit. Aber das beunruhigt mich nicht wirklich. Voltaren und etwas Ruhe werden helfen. Früher hatte ich solche Probleme ständig. Aber das war, bevor ich mit dem Laufen begonnen habe.

Allen Gästen und Freunden ein schönes Wochenende! Es muss ja nicht immer Karneval sein.

Tempo an der Römerbrücke

War das super! Angenehme 5 Grad, leichter Nieselregen. Heute kein Dienst, also Start um kurz nach 14 Uhr. Und das stand auf dem Programm:

  • 10 Minuten einlaufen
  • 3 x 12 Strecksprünge aus der Hocke
  • 10 km Tempolauf  in 5:10 bis 4:40 Min./km gesteigert
  • 5-10 Minuten locker auslaufen

Also die leichten Gel-Trainer DS an die Füße und los auf nicht mehr vereisten Wegen.

Eisreste am Olewiger Bach

Am Olewiger Bach sind die Reste des Eispanzers noch nicht getaut. Dort wage ich auch – dezent vor den Blicken der vorbeifahrenden Autofahrer halb verborgen – die Strecksprünge. …  Keine Auffahrunfälle – gut!

Dann also auf zum Tempolauf. Am Eingang zu den Kleingärten im Tempelbezirk die Garmin aktiviert und auf den Sateliten gewartet. Hier verbergen sich noch jede Menge Reste römischer Tempel unter den Beeten der Hobbygärtner. Irgendwann werden sie vielleicht einmal ausgegraben. Aber auf absehbare Zeit ist dafür kein Geld vorhanden.

5:10 soll ich zunächst laufen. Das kommt mir für einen Tempolauf elendig langsam vor heute. Liegt wohl an den milden Temperaturen. Die Beine sind leicht. Wird schon nicht so schlimm sein, wenn ich das Tempo etwas schneller angehe. Ich nehme den Weg in Richtung Moselschleuse und von dort unter Konrad-Adenauer- , Römer- und Kaiser-Wilhelm-Brücke hindurch bis nach Zurlauben. Dort eine kleine Schleife und dann wieder zurück bis zur Römerbrücke.

Die Römerbrücke verbindet seit 2028 Jahren die Ufer der Mosel.

Die zweiten fünf Kilometer unter 4:30, habe ich mir nun vorgenommen. Klappt auch. Zehn  Kilometer in 45:58 Minuten. Das ist ein Schnitt von 4:35, was dem Wettkampftempo entspricht, mit dem ich in Hamburg laufen will. Ganz schön heftig. Aber bis zum 29. April ist ja noch viel Zeit.

Plan übererfüllt.

Fotostopp also an der Römerbrücke, deren Fundamente noch römisch sind. Der Steinbau folgte auf einen hölzernen Vorgänger, dessen Pfähle im Moselgrund versenkt waren.

Die Pfeiler der Brücke sind Steinalt.

Die Jahresringe eines dieser Pfähle sind der Beleg für das Alter von Trier, die mit 2028 Jahren als älteste Stadt Deutschlands gilt. Aachen und Köln sind zwar ähnlich betagt, waren damals aber nur Heerlager.

Gute Laune nach zehn schnellen Kilometern.

Die Mosel ist seit heute auch wieder komplett befahrbar, nachdem Tauwetter und Eisbrecher den gefrorenen Panzer beseitigt haben, der vor allem an der Mittelmosel zwischen Traben-Trarbach und Koblenz alles tiefgefrostet hatte.

Von der Römerbrücke sind es noch etwas mehr als vier Kilometer bis nach Hause. Schön gemütlich geht es auch über das Pflaster auf dem Bürgersteig der Hohenzollernstraße.

Bürgersteig Hohenzollernstraße - aus einer Zeit als Pflasterer Künstler waren.

Wie aufwändig wurde doch früher gearbeitet. Ich bin immer wieder von dieser Filigranarbeit fasziniert.

Insgesamt war diese Tour mit 16,7 Kilometern länger als geplant. Das hat Laune gemacht. Und nun ist Entspannung in der Sauna angesagt.

Neidisch? 😉

Härtetest

Ich gestehe: Heute musste ich mich zum ersten Mal überwinden, das von meinem Coach vorgegebene Trainingsprogramm für den Hamburg-Marathon am 29. April einzuhalten. Nieselregen bei Temperaturen um die 0 Grad. Aber auch die Müdigkeit, die mir vom Wochenende nachhängt.

Aber geschafft. Fast allen tauenden Eisplatten ausgewichen, im Tiergarten wieder kurios anzusehende Übungen absolviert – Laufkraft war das Thema. Dann noch zwölf Kilometer im Tempo 5:20 angehängt und zum Schluss auch noch vier Steigerungsläufe drangepackt. Jens, du darfst mich loben.

An den Mattheiser Weihern sind die Wege eisfrei, deshalb bin ich dort 3,5 Runden herummäandert.

Morgen Ruhetag. Da werde ich mir ein Stündchen Schlaf mehr gönnen. Aber jetzt erst einmal weiter mächtig ranklotzen in der Redaktion….

Monsterhaft schön

Zwei schöne und ganz schön anstrengende Tage im Schwarzwald. Ein lieber Freund, selbst Läufer, hatte zum 50. Geburtstag eingeladen: 100 erwachsene Gäste und 25 Kinder dazu. Dass er keine Zeit haben würde, mich auf einem Lauf zu begleiten, war klar. Aber er wies mir zumindest den Weg zu einer schönen Runde.

Schließlich stand der lange Lauf der Woche an. 20 Kilometer waren vorgesehen, 23 wurden es am Ende. Angesichts der fast 1000 Höhenmeter war ich am Ende wirklich platt, zumal ich keine Verpflegung dabei hatte.

Die Tour ging los in Waldkrich-Buchholz, durch das Suggental hinauf über den Berg ins Glottertal, von dort durch den Wald hoch zum idyllisch gelegenen Wildtalereck, wieder hinunter ins Föhrental und von dort nochmals über einen Hügel mit steilem Anstieg ins Glottertal und dann an den Weinbergen hoch und runter zurück nach Buchholz.

2:20 Stunden mit vielen Fotopausen. 6:00 der exakte Temposchnitt. Die Trainervorgabe von 5:40 habe ich nicht eingehalten. Aber das war bei dieser Typografie Topografie einfach nicht machbar.

Als mich meine Frau ankommen sah, hat sie sich etwas erschreckt. „So fertig habe ich dich noch nicht gesehen“, war der Kommentar. Nach heißer Dusche, drei Stück Kuchen und reichlich Getränk ging es dann wieder. Und drei Stunden Tanzen waren am Abend auch schon wieder möglich.

Am Sonntag dann noch ein Ausflug bei Prachtwetter mit den Kindern auf den eisigen Kandel. Der Muskelkater in den Schienbeinen kam dann bei der Heimfahrt. Da passt es ganz gut, dass heute Rumpfstabi auf dem Plan stand…

Tempo am Weiher

Tempodauerlauf war heute wieder die Ansage im Trainingsplan für den Hamburg-Marathon. Also auf zum flotten Kreiseln.

  • 10 Min. Einlaufen
  • 4 x Steigerungslauf 100 Meter
  • 10 km in 4:40 Min./km
  • 10 Minuten auslaufen

So lautete das Programm. Angesicht der -9 Grad war die Verpackung wieder nach dem Zwiebelprinzip gewählt. Der Mundschutz war zumindest teilweise sehr sinnvoll.

Dreieinhalb Runden an den zugefrorenen Mattheiser Weihern waren allerdings sehr angenehm, weil wegen des wassers die Temperaturen auch sicher zwei bis drei Grad höher lagen.

Das schätzen hier auch besonders die Hundebesitzer, die sich auch heute massenhaft trafen, um sich über ihre freudig herumtollenden Vierbeiner auszutauschen. Joggern bin ich dagegen nicht begegnet. Die nutzen vermutlich die sonnigen Stunden heute Nachmittag.

Auf dem Weg zurück erwartete mich dann das Gefühl als würde ich in die Kältekammer laufen. Im Tiergarten war es schon arg frostig.

Da meine Garmin nicht aufgeladen war, hatte ich nur mein Smartphone dabei. Das blieb während des Laufs natürlich in der Tasche. Das Tempo habe ich dennoch ziemlich genau getroffen.

Geschwindigkeit herausgenommen habe ich dann an der Gärtnerei Schmittgen.

Zum Austrotten wartete dann noch das „kleine Biest“.

12,6 Kilometer mit einem Gesamtdurchschnitt von 5:03 Minuten/km. Plan erfüllt, Spaß gehabt.

Morgen geht’s zum Geburtstagsfest eines Freundes nach Waldkirch bei Freiburg. Da steht dann der lange Wochenendlauf an.