Matsch im Weißhauswald

Für alle Regenläufer und Schlammspritzer war das gestern Abend ein Fest. Nach dem tagelangen Regen die Laufbahn im Weißhausstadion nur noch für Schwimmübungen zu gebrauchen. Die schönen Wege im Wald zum Teil die wahrsten Schlammgruben. Und dazu beständiges Tröpfeln von oben…

Egal. Spaß hat es trotzdem gemacht. Und es hatten überraschend wenige Teilnehmer gekniffen. Bravo! So kann es weitergehen!

Vor den eigentlichen Laufrunden stand aber erst einmal die Pflicht: Einlaufen, Parkbankübung,

Bordsteinspringen
 

und Seitkrätsche. Das wird für Muskelkater sorgen.

Ich habe mir das mit Blick auf Hamburg verkniffen und lediglich die Runde durch den Weißhauswald genossen. Da sich eine Läuferin bei ihrem Wiedereinsteig in das Läuferleben nach Laufpause und Erkrankung etwas zu viel zugemutet hatte, durfte ich im etwas mehr als Gehtempo zunächste „Kehrwagen“ spielen und sie auf kürzerem Weg zum Waldstadion zurückbringen.

Ihr war das etwas peinlich. Aber was soll’s. Sie wird beim nächsten Mal flach laufen und sich langsam wieder an längere Strecken herantasten. Das wird schon wieder.

Dann noch eine15-minütige Extraschleife mit den Halbmarathonis. Diese Gruppe scheint gut zu passen. Da hatte keiner Probleme, das nun etwas zügigere Tempo mitzugehen.

Für mich gibt es jetzt nur noch einen 30minütigen Beinausschüttellauf. Und dann wartet in Hamburg der Start zum großen Lauf. Die Spannung steigt. Also: Locker bleiben.

Die letzten Intervalle

Der Countdown für Hamburg läuft. Heute habe ich noch einmal nachgelesen, was Tapering bedeutet. Die beste Erklärung habe ich auf der Schweizer Internetseite lauftipps.ch gefunden.

Demnach sind also 60 Prozent der zuvor regelmäßig gelaufenen Wochenstrecke in der letzten Woche vor dem Marathon erlaubt. Wenn ich die vergangenen 13 Wochen im Durchschnitt betrachte, liege ich irgendwo zwischen 60 und 70 Kilomentern. Davon 60 Prozent = ca. 35 Kilometer.

Gestern die ruhige 11er Runde. Heute die letzten Intervalle (4x1km im Tempo 4:30 min./km). Inklusive Ein- und Auslaufen sowie drei dreiminütige Trabpausen zwischen den Intervallen macht das 9 Kilometer. Morgen bei „Der TV bewegt“ nochmal ein 10er. Der geplante lockere letzte Lauf am Samstag über 5 Kilometer dazu, das macht unter dem Strich genau diese 35 Kilometer.

Heute Nacht habe ich zum erstenmal in Gedanken an den Hamburg-Marathon etwas unruhig geschlafen. Vielleicht war es aber auch deshalb, wei ich heute schon um kurz nach 7 Uhr die Laufschuhe schnüren musste. Denn bereits um 9 Uhr hatte ich ein Date mit meiner Lieblingsfriseurin. Schließlich wollen vor dem Sonntag nicht nur die Zehennägel, sondern auch die Haare kurz geschnitten sein.

So früh am Tag hatte ich das Glück, an den Mattheiser Weihern die wohl einzigen sonnigen Momente heute im Moseltal laufend zu erleben. Das schöne Wetter lässt noch auf sich warten.

In Hamburg soll es am Sonntag nach derzeitigen Prognosen sehr angenehm werden: wechselnde Bewölkung mit Tendenz zu mehr Sonne. 18 bis 21 Grad.

Ich übe schon mal das Trinken 😉

 

Ganz ruhig…

Heute durfte ich wieder. Denn auch in der ruhigen Woche vor dem Marathon soll der Körper nicht ganz vergessen, dass er laufen kann. Den von Coach Jens vorgegebenen 6er-Schnitt einzuhalten, ist heute Morgen die größte Herausforderung. Denn seit mittlerweile 13 Wochen mache ich alles, nur nicht in einem so ruhigen Tempo laufen.

Seit einigen Wochen also zum ersten Mal die Runde Mattheiser Weiher-Tiergartental. Ich erwische dafür eine passable Wetterphase. 8 Grad, wenig Wind, leichter Nieselregen.

Meine gelbe Jacke darf also mal wieder zum Einsatz kommen. Und für Fotos ist auch genügend Zeit. Die erwachende Natur bietet reichlich schöne Motive. Die Bäume schlagen aus. An den Weihern tummeln sich gut erzogene Hunde unter der Aufsicht ihrer Frauchen und Herrchen auf Wegen und Wiesen. Und in der Waldrunde im Tiergarten waren neben Joggern offenbar auch Pferde unterwegs. Davon zeugen die Spuren im Matsch.

Nach etwas mehr als einer Stunde und elf gemütlichen Kilometern komme ich als mit reichlich schlammbespritzten Waden und guter Laune an den Ausgangspunkt der Tour an.

Morgen noch einmal einige kurze Intervalle. Die Spannung Vorfreude steigt.

Generalprobe für Hamburg

Die Generalprobe für Hamburg hatte einiges zu bieten. Beim TEBA-Radwegelauf in Hermeskeil sollten 15 Kilometer genügen, um noch einmal eine etwas längere Strecke ein wenig über Marathontempo zu laufen.

Wechselhaftes Wetter war prognostiziert worden. Also war es sinnvoll, ein zusätzliche s Shirt einzupacken, für den Notfall. Denn 12 Grad im Moseltal bei wechselnder Bewölkung deutete eigentlich nicht auf das hin, was dann im Hochwaldstädtchen auf uns wartete: Dunkle Wolken bei 5 Grad – also schnell noch das zweite Shirt angezogen – und just auf dem Weg von der Veranstaltungshalle zum einen Kilometer entfernten Start-/Zielbereich öffnet der Himmel seine Schleusen.

Es gießt in Strömen, der Wind bläst. Und als wir uns mit vielen anderen in die Scheune am Ziel flüchten, um nicht komplett durchnässt zu werden, glaube ich sogar einige Graupel- oder Schneeflocken auf dem Shirt meines Vordermanns zu erkennen.

15 Minuten Wetterchaos, in denen leider ausgerechnet die Bambinis auf der Strecke sind. Dann ist der Spuk vorbei und wir machen uns etwas fröstelnd an den Start. Ich bin nicht der Einzige, der sich mit Sprüngen und Laufbewegungen auf der Stelle versucht warmzuhalten.

Der Lauf selbst startet dann bei guten Bedingungen. Und nach zwei Kilometern ist der Radweg auf der ehmaligen Eisenbahntrasse auch nicht mehr so nass, als würde man durch eine Riesenpfütze laufen.

Etwas schneller als 4:30 min./km haben wir uns vorgenommen. Wir heißt an diesem Tag nur Marcel und ich, die wir am kommenden Sonntag den Hamburg-Marathon gemeinsam in diesem Schnitt laufen wollen.

Die Wendestrecke von Hermeskeil bis kurz nach Reinsfeld mit den jeweils zwei großen Wellen ist gut zu laufen. Und obwohl sie eng ist, gibt es keinerlei Platzprobleme, auch nicht, als uns die schnellsten Läufer wieder entgegenkommen. Einen fleißig klingelnden Fahrradfahrer vorauszuschicken, ist eine gute Idee gewesen.

Zum Lauf selbst gibt es dann nicht so viel zu sagen. Wir sind auf jedem Kilometer etwas schneller, als wir es uns vorgenommen hatten. Die Beine bleiben leicht. Und am Ende kommen wir mit einem Schnitt von 4:17 ins Ziel. Wären wir mit Vollgas gelaufen, hätte diese Zeit vermutich noch deutlich schneller ausgesehen. So steht offiziell 1:04:51 in der Ergebnisliste.

Das hat Spaß gemacht. Trotz des garstigen Vorspiels. Jetzt nur nicht erkälten!

In der kommenden Woche stehen noch einige Laufeinheiten an. Alle eher kurz, um dem Körper Erholung zu gönnen. Am Samstag geht es dann endlich auf nach Hamburg. Wenn dort so ein Wetter herrscht, wie heute beim London-Marathon, werde ich froh sein.

Hammermann

Heute Ruhe. Aktive Taperingphase. Da stört es auch nicht, dass es am Morgen in Strömen regnet. Die Gedanken drehen sich immer häufiger um die Herausforderung in Hamburg. Das dokumentiert sich auch in der aktuellen Laufkolumne, die heute in der Tageszeitung Trierischer Volksfreund erschienen ist:

Hammermann

Der Mann mit dem Hammer ist ein fieser Zeitgenosse. Gemeinhin begegnet er Marathonläufern zwischen Kilometer 30 und 35 und nimmt dem Sportler mit einem Schlag alle Energie. Anderen lauert der Fiesling bereits viel früher auf in der Absicht, alle Vorsätze von einem guten Wettkampf zu zerstören.

Bei Radfahrern hat sich für dasselbe Phänomen der Begriff „Hungerast“ durchgesetzt. Denn das plötzliche Gefühl der Schwäche hat mit der Verbrennung des Körpers von Kohlehydraten und Fetten zu tun. Wer schlecht trainiert, zu wenig gegessen und getrunken hat oder ein Rennen zu flott angeht, verbrennt schon zu Beginn zu viele „schnelle“ Kohlehydrate. Der Körper muss auf die trägere Fettverbrennung umstellen, die mehr Sauerstoff benötigt. Unweigerlich muss dann das Tempo reduziert werden. Mit langen Läufen, wie sie für die Vorbereitung von Halbmarathon- und Marathonläufen üblich sind, lernt der Körper, bei gleichem Tempo mehr Fette zu verbrennen. Der Kohlehydratspeicher reicht dann im Wettkampf für mehr Kilometer.
Mir ist der Hammermann zum Glück noch nicht begegnet. Ich werde darauf auch gerne in Zukunft verzichten. Das bezieht sich allerdings nicht auf meine Kollegin Katharina, die den Hammermann als Namen trägt. Mit ihrer täglichen Kolumne zur Heilig-Rock-Wallfahrt absolviert sie derzeit einen ganz anderen Marathon. Ich wünsche ihr viel Energie und Kreativität, um diese Herausforderung zu meistern.
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P.S.: Das Gehirn bezieht seine Energie vollständig aus Kohlehydraten. Sollten Marathonläufer also weniger denken?

Intervalle und Frühlingsboten

Heute früh noch einmal eine Kerneinheit, um den Körper daran zu erinnern, dass er bald schnell laufen muss. 8×2 km im Tempo 4:15/km mit jeweils 3 Minuten Trabpause. Davor 15 Minuten einlaufen. Danach 20 statt 10 Minuten auslaufen, weil ich mich an der Mosel etwas mit den Entfernungen verschätzt habe.

Ordentlich anstrengend. Ein wenig Sonne, eine wenig Regen und die Gewissheit, dass dies der letzte längere wirklich intensive Trainingslauf vor Hamburg war. Lediglich am Samstag geht es beim TEBA-Radwegelauf in Hermeskeil nochmal zur Sache. 15 Kilometer stehen da an, die etwas schneller als im Marathon-Wettkampftempo  gelaufen werden wollen.

Schon wieder Fotos von der Mosel will ich hier nicht bringen. Deshalb ein kleiner Rundgang zu den Frühlingsboten in unserem Garten.