Traum von einem Frühsommertag

Gestern mit dem Fahrrad zur Arbeit und am Abend zurück. Heute morgen dann wieder die Laufschuhe geschnürt…

Herrliches Wetter! Besonders in den schattigen Passagen im Tiergarten wunderbar moderate Temperaturen. In der Sonne dann schon wieder ordentlich heiß.

Ich wollte es nicht, aber ich musste einfach ab und an auf den elf Kilometern anhalten udn die Kamera zücken. Die Natur ist einfach ein Pracht.

Die Gräser entlang des Trails sind allerdings schon ziemlich hoch. Lauern hier Zecken? Auch solche Gedanken gehen einem durch den Kopf, zumal heute die Borreliose-Gefahr das Hauptthema in unserer Zeitung war.

Mal sehen, wann mich das erste dieser kleinen Monster plagt. Ich reagiere immer ziemlich heftig auf einen Zeckenbiss. Das juckt dann zwei Wochen wie drei Mückenstiche auf einmal…

Von lustvollen Ausflügen in die freie Natur kann mich das allerdings nicht abhalten.

Und wenn der Traktorfahrer auf der Kernscheider höhe dann noch so kunstvolle Spuren hinterlässt, stört nicht einmal die braune Ackerfläche.

Gefühlt 99 Prozent

Nebel satt. Gefühlt 99 Prozent Luftfeuchtigkeit bei 18 Grad. Das sind heute am frühen Morgen die äußeren Bedingungen für meinen Lauf.

Meine Lieblingsrunde über den Petrisberg bin ich in diesem Jahr noch nicht oft gelaufen, weil das intensive Training vor allem flache Strecken bedeuteten.

Jetzt strotzt die Natur vor Kraft, erinnert mich an den Roman, den ich gestern fertiggelesen habe: Micro von Michael Crichton, einem halbwissenschaftichen Thriller, in dem auf ein Maß von 13 Millimeter geschrumpfte Menschen in freier Natur um das Überleben kämpfen.

Die Brennesseln, die den Zugang zu meinem Lieblingstrail zunehmend zuwuchern, wären für diese Minis sicher kein Problem. Eher schon die Insekten, die auf dem Boden und an Bäumen, Gräsern und den anderen Pflanzen herumwuseln.

Der Nebel würde derweil auch einem Novembertag alle Ehre machen, wenn es nicht so schweißtreibend warm wäre.

Auch der Blick auf Trier ist ziemlich vernebelt.

Wenig idyllisch ist der steile Abschnitt auf der Sickingenstraße hinauf zum Petrisberg.

Die Weiher auf dem Unigelände bieten dagegen immer einen idyllischen Anblick. Und das satte Brummen des großen Rasenmähers, der hier die Wiese auf Rasenniveau trimmt, stört nicht wirklich.

Elf schöne Kilometer in 53 Minuten. Mein Grundtempo ist trotz der Höhenmeter nicht gering. Das wird sich hoffentlich noch einige Zeit halten.

Nochmal Echternach

Das große Experiment ist also erfolgreich beendet: Die intensivste und anstrengendste Trainingszeit habe ich mit zwei persönlichen Bestzeiten gekrönt: 3:08:52 beim Hamburg-Marathon und am Donnerstag 39:06 über zehn Kilometer beim Run for Fun in Echternach.

Zielsprint in Echternach. Endlich mal eine Aufnahme, auf der man mir die Anstrengung ansieht. Danke Holger Teusch für das Foto!

Ein Dank gebührt an dieser Stelle in erster Linie meinem persönlichen Coach Jens Nagel, der mich 13 Wochen vor dem Marathon mit detaillierten Plänen „geplagt“ hatte und beim 10er auch noch die Rolle des Tempomachers übernahm. So war es zwar nicht ganz entspannt, aber dennoch relativ einfach, das richtigeTempo zu finden, ohne ständig auf die Uhr blicken zu müssen. Und ohne Jens hätte ich den letzten Kilometer sicher nicht in einem Schnitt von 3:25 geschafft. Das war dann doch ziemlich hart.

Nachbesprechung im Ziel.

Dass meine Familie im Zielbereich wartete und jubelte, hat mich zusätzlich gefreut. Das Wetter war toll, und so hat es super viel Spaß gmeacht, nach dem Zwischenstopp in einer Eisdiele in dem beschaulichen luxemburger Städtchen noch eine wunderbare Familienwanderung durch die Wolfsschlucht anzuhängen. Dort waren wir zuletzt vor etwa zehn Jahren.

Die Südeifel ist ein tolles Wanderrevier. Und die bizarren Felsformationen boten vor einigne hundert Jahren reichlich Anlass für Legenden und Sagen. Neben der Teufelsschlucht bei Irrel ist die „gorge du loup“ eine der lohnenswertesten Ziele für trittsichere Naturbegeisterte. Denn neben vielen Höhenmetern müssen hier hunderte in den Stein gehauene, aus Blöcken und Holzbalken gelegte Stufen bewältigt werden.

Heute dann ein kleiner Stadtbummel in Trier, ein Belohnungseinkauf und Abhängen für den Rest des Tages. So ein freier Brückentag hat schon etwas für sich.

Und welches Experiment kommt jetzt? Erst einmal keines. Genussläufe sind angesagt. Im Herbst noch ein Landschaftsmarathon. Monschau gilt als Favorit. Und im kommenden Jahr dann vielleicht – wenn die Gesundheit mitmacht – eine Steigerung. Es soll dann ja in der Eifel auch einen neuen Ultralauf geben….

Das Maß der Dinge

Der „Normalläufer“ träumt davon, diese Distanz einmal zu bewältigen. Sein etwas ambitionierterer Sportkollege will sie in weniger als 60 Minuten schaffen. Als Schallmauer gilt die 40-Minuten-Marke für die Meisten. Die Rede ist von der Zehn-Kkilometer-Distanz.
Der „10er“ ist das Maß der Dinge. Er ist unbeliebt, weil lang, bei den Sprintern. Er ist verhasst, weil kurz und anstrengend, bei den Marathonis.

 
Aber auch die wissen, dass ein schneller 10er die Basis ist für eine gute Zeit über 21 oder 42 Kilometer. Jedes gute Training baut darauf auf: Wie lange kann ich ein möglichst hohes Tempo halten? Als Maßstab gilt die Bestzeit über zehn Kilometer.

 
So ist es kein Wunder, dass im Laufkalender die Wettkämpfe über diese Distanz in der Mehrzahl sind und über reichlich Teilnehmer verfügen. Die Bitcup-Laufserie zeigt zudem, wo der Top-Sponsor unserer Region sein Label sehen will, wenn es um den Laufsport geht.

 
Im Ländchen ist die Brauerei aus der Eifel weniger aktiv. So gibt es heute in Echternach beim „Run for Fun“ das bei Marathonis beliebte alkoholfreie Lieblingsbier eines Mitbewerbers, auch wenn der Lauf „nur“ über zehn Kilometer führt.
Das liegt wiederum daran, dass auf dem Kirchberg am Samstag der Luxemburg-Marathon startet. Vielleicht wird der ein oder andere der insgesamt 10?000 gemeldeten Teilnehmer ja die Veranstaltung in Echternach wörtlich nehmen und „nur zum Spaß“ als letzen Trainingslauf vor dem großen Rennen nutzen.

Fauja Singh ist weise und wird sich das vermutlich sparen. Dem mit 101 Jahren betagtesten Marathonfinisher der Welt werden die 42,195 Kilometer am Wochenende genügen. Aber auf eine gute Zeit kommt es bei ihm eh nicht an. Er wird so oder so Weltrekord laufen.

laufen@volksfreund.de

Schöne Momente

Jetzt habe ich sooo viel über das schlechte Wetter gehört und gelesen. Ich setze mal einen Kontrapunkt: Ich fand den Lauf heute Morgen … erfrischend 😉

Mit Laufjacke ausgerüstet, waren die 7 Grad kein Problem. Und morgen soll es ja schon wieder trocken und etwas wärmer werden. Am Wochenende dann 25 Grad mit Gewittern … dann wird bestimmt auch wieder geschimpft.