LaufKultur mit Freunden

Dieses Wochenende stelle ich unter das Motto „LaufKultur mit Freunden“. Denn zum einen freue ich mich über zwei tolle Zweistundenläufe mit lieben Freunden. Und außerdem war der Besuch aus dem Norden ein toller Anlass, um nach längerer Zeit wieder einmal römische, mittelalterliche und christliche Baukultur zu erleben und erlebbar zu machen.

Volker hatte die Einladung angenommen, die ich ihm nach der Absage für den Frankfurt-Marathon geschickt hatte, und war von Oldenburg nach Trier gekommen. Nachdem wir uns bereits bei einem kurzen Treffen im Sommer auf Anhieb gut verstanden hatten, war es eigentlich keine Frage, dass dies auch bei einem längeren Aufenthalt so sein würde.

Da er sich für Samstagmittag angesagt hatte, war am Samstag noch genügend Zeit für den traditionellen Samstagslauf mit den Jungs vom Lauftreff. Achim und Marcel waren wegen des Starts in Frankfurt nicht dabei – herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle zu den tollen Zeiten dort! Und Rudi hatte abgesagt. So waren Christoph und ich bei der 22er Runde alleine. Eine sehr unterhaltsame Tour, bei der lediglich der lange Anstieg durch das Aveler Tal nach Tarforst für einige stille Momente sorgte.

Volker war dann zur angekündigten Zeit da, und natürlich sind wir am Nachmittag erst einmal in die Stadt gezogen, um etwas Baukultur zu erleben. Dom, Liebfrauenkirche, Konstantinbasilika, Viehmarktthermen, Frankenturm und Barbarathermen waren die wichtigsten Stationen. Grandios, wie viel Geschichte die Stadt Trier zu bieten hat!

Am Abend dann noch ein Besuch in der Olewiger Hausbrauerei. Gerade wenig genug getrunken, um am Sonntagmorgen den geplanten gemeinsamen Lauf mit Anne ohne Schwächeln angehen zu können. Die Zeitumstellung mit der Stunde mehr Zeit wollte schließlich gekonnt eingesetzt werden.

Es wurde tatsächlich ein toller Lauf bei Temperaturen nur wenig über 0 Grad. Deshalb wurde es auch der erste Lauf in langen Tights seit 6 Monaten. Premiere auch für die neue Kamera. Die nicht sehr alte Vorgängerin hatte bei der Kanutour in Frankreich doch so großen Schaden genommen, dass sie zumindest zum Laufen nicht mehr taugt, weil sie sich nicht mehr ausschalten lässt.

Mattheiser Weiher, Mosel, Römerbrücke, zurück durch Stadt und Palastgarten. Dabei natürlich das Karl-Marx-Haus als Station nicht vergessen. So ließ sich der Stadtrundgang vom Tag zuvor laufenderweise prima ergänzen. Und natürlich waren virtuell auch viele weitere Laufblogfreunde und -bekannte dabei, allen voran Margitta.

Und am Ende mit Volker noch eine traumhafte Runde durch den Tiergarten dran gehängt, wo der Frost der Nacht einen prächtigen Teppich aus herbstlich gefärbten Blättern für uns vorbereitet hatte. Dann noch das kleine Biest hoch. Für Flachlandläufer eine mächtige Herausforderung … Nach gut 16 Kilometern war es dann auch genug.

Zur Belohnung ein ausgedehnter Brunch und danach noch eine Besuch im Amphitheater und prachtvolle Aussichten vom Petrisberg bei wunderbarer Weitsicht und wärmenden Sonnenstrahlen.

Ein toller Tag, ein schönes Wochenende, eine vertiefte Freundschaft. Was will man mehr?!

foggy fun

Wieder so spät dran mit dem Eintrag …

Heute früh hat der Nebel es geschafft, das Moseltal einzuhüllen. Lediglich auf dem Petrisberg hat sich das Blau des Himmels angedeutet, dass dann zwei Stunden später wieder das Novembergrau verdrängt hatte.

Seit längerer Zeit mal wieder auf meinem Lieblingstrail. Da waren offenbar nicht mehr sehr viele unterwegs, seit ich mit Holzstockmachete die Brennnesseln etwas zurechtgestutzt hatte. Heute habe ich also trotz aller Vorsicht beim Eintritt in die Märchenpassage einie Nesselstellen abbekommen.

Davor war ich noch vom idyllischen Anblick einer trägen Schafsherde überrascht und von den im neben dem Weg in einem Anhänger übernachtenden und plötzklich wild bellenden Hunden   erschreckt worden.

Der Trierer Dom im Nebel, ebenso der Turm Luxemburg. Dazwischen immer wieder das Durchpflügen von bunten Blätterteppichen. Das macht Laune, solange die Blätter trocken sind.

Es wird kühler. Der Nebel in der Nacht dichter. Bald ist November. Dann lechzen wir wieder nach jedem Sonnenstrahl.

 Hier die Daten zum Lauf

Guter Start, heftiger Tag

Jetzt weiß ich wieder, wo mir der Kopf steht …

Was war das heute nur für ein Tag. Konferenzen, Telefonate, Mails, Startplatzverlosung für den Wurzelweglauf am 4. November fertigmachen, Kooperation mit dem Deuluxlauf in Langsur eintüten, und dazwischen das ganz normale Tagesgeschäft …

Jetzt ist also endlich eine kleine Lücke, um hier einige Zeilen zu schreiben. Viele werden es nicht, zumal der Morgenlauf schon reichlich lange her ist. Der war zu Ende, als die Sonne über die Hügel kam. Einige Strahlen habe ich noch abbekommen. Schön.

Seit langem wieder einmal bei den Mattheiser Weihern gewesen. Der obere Teich ist zur Hälfte abgelassen. Da wird der nächste Abschnitt des Ufers befestigt. Der Tieflader mit dem Bagger rollte gerade heran, als ich am Ende der Runde war.

Es ist schon ein Idyll in der Stadt, diese alten Fischteiche der Abtei St. Matthias. Ein Naherholungsgebiet und Tummelplatz für Jogger, Spaziergänger und Hundebesitzer. Die Vierbeiner waren aber zum Glück alle gut erzogen und friedlich. Die Frauchen und Herrchen auch.

Ich hoffe, das schöne Herbstwetter hält noch einige Tage. Nach dem nächsten stärkeren Wind werden die Bäume vermutlich weitgehend ihre bunte Pracht verloren haben.

 Hier Details zum Lauf

 

Wonnevoll

Nicht nur wunderfull, sondern auch wonnevoll sind alle Aktivitäten in freier Natur an diesem Wochenende. Viel Sonne, spätsommerliche Temperaturen und ein Festival der Farben. Ich liebe den Herbst in dieser Form.

Am Samstagmorgen also nach längerer Zeit wieder ein Gemeinschaftslauf mit den Jungs vom Lauftreff. Da Marcel und Achim am kommenden Sonntag in Frankfurt starten, hatte ich mich auf etwa 16 Kilometer eingestellt. Beide sind allerdings verhindert, und so machen wir uns als Quartett auf den Weg. Neben Christoph und Rudi ist überraschend auch Mario („Ich konnte nicht mehr schlafen, also kann ich auch laufen“) am Treffpunkt Sportplatz Olewig.

Da er die Stadt bei Morgensonne von oben sehen will, führt die Tour zur Korlinger Höhe. Schon in Tarforst wehte ein laues Lüftchen, das Langarmshirts und Jacken überflüssig machte. Ich hatte schon die Ärmel meiner leichten Jacke zu Hause gelassen. Das ärmellose Teil lässt sich alleridngs nicht um die Hüfte binden. Also trage ich fortan bei dieser Runde einen Bürzel unter der Tight.

Stört nicht weiter. Nur wäre es doch besser gewesen, den Trinkgürtel mitzunehmen, zumal spätestens auf dem Schellberg etwas Trinkwasser nicht schlecht gewesen wäre. Mario hatte sich leider schon in Tarforst wieder verabschiedet („Heute ist nicht mein Tag, ich laufe wieder heim“).

Am Berg merke ich, dass meine Erkältung auskuriert ist. Es läuft leicht und locker. Ich habe wieder ordentlich Kraftreserven.

„Gib mir mal die Kamera“, verlangt Rudi halb scherzhaft, als ich mit Christoph etwas vor ihm den Hügel hochlaufe. „Ich mache dann ein Foto, unter das ich schreibe ,Deshalb fehlt mir Achim!'“.

Eine Runde um das „Kuppensteiner Wild“, dann laufen wir wieder nach Tarforst hinunter und von dort den direkten Weg über den Trimmelter Hof nach Olewig zurück. Denn auch Christoph klagt inzwischen über etwas schwere Beine. Eine Handvoll Rosinen und etwas Wasser, dann hätten wir sicher noch einige Kilometer drangehängt.

So werden es etwas über 17 wunderbare Kilometer. Ein wonnevoller Spätsommerhebstmorgenlauf.

P.S.: Heute bleibt leider nur der Blick aus dem Fenster. Sonntagsdienste sind an solchen Tagen besonders schwer.

 

 

 

Atemlos auf dem Dach der Welt

Laufen geht noch immer nicht. Aber an so einem verregneten Tag lassen sich ja zumindest Texte schreiben, die sich um das Laufen drehen. Die Reportage, die in den nächsten Tagen in dieser oder in etwas gekürzter Form im Trierischen Volksfreund erscheinen wird, will ich den Freunden und Gästen meines Blogs nicht vorenthalten.

Morgenlauf mit Fernsicht.

Atemlos auf dem Dach der Welt

Der Panoramaberg Muottas Muragl bietet nicht nur für Wanderer ganz besondere Erlebnisse

Wie ist es, in einer Höhe über 2500 Metern zu laufen?  TV-Redakteur und Flachland-Läufer Rainer Neubert wollte die Antwort wissen. Er nutzte dazu einen Aufenthalt im Oberengadin in der Schweiz.

Die ungläubigen Worte meines Freundes klingen mir im Ohr, als mich mein Smartphone zur programmierten Zeit aus den Träumen von sonnenüberfluteten  Berggipfeln und tiefen Bergseen zerrt. „Du willst morgen früh tatsächlich hier oben laufen?“, hatte er mich am Abend gefragt.  Soll ich wirklich? Der innere Schweinehund macht sich kurz bemerkbar, hat aber keine Chance. Denn der Blick aus dem Fenster registriert wolkenlos blauen Himmel. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Es ist der Beginn eines Prachttages

Zehn Minuten, zwei Kekse  und zwei Glas Wasser später stehe ich auf der Terrasse des Berghotels Muottas Muragl, das in dieser Nacht meine Unterkunft war. Es ist frisch, um die 10 Grad, windstill. Das Langarmshirt wird als Kälteschutz genügen. Über dem Tal mit seinen Seen liegt noch Frühnebel. Hier auf 2456 Metern Höhe, am Ende der 105 Jahre alten Standseilbahn, ist das kein Thema.

105 Jahre alt: Die Standseilbahn auf den Muottas Moragl.

Ich weiß, welche Tour ich in Angriff nehme. Während der Wanderung gestern und auf der Karte hatte ich mir das angeschaut. Da waren wir zu der 2700 Meter hoch gelegenen und nach dem dort 1899 verstorbenen Maler Giovanni Segantini  benannten Hütte aufgestiegen. Der Weg über die sauber verlegten Steinplatten durch ein mächtiges Geröllfeld ließe sich auch laufen. Susanne Bonaca und Angelo Baggenstos, sie bewirten die Hütte, bekommen dort in der Regel allerdings Besuch von Gästen in schweren Bergstiefeln. Für Läufer ist diese Höhe eine zu große Herausforderung.

Susanne Bonaca hat als Wirtin der Segantinihütte viel zu bieten: leckere Spezialitäten und immer gute Laune.

Von der Segantinihütte 400 Höhenmeter hinunter zur Alp Languard und auf dem Panoramaweg an der Bergflanke entlang zurück zum Muottas Muragl. Das war gestern im zügigen Wandertempo schon reichlich schweißtreibend. Als Laufrunde wäre das allerdings auch mehr als doppelt so lang als das, was ich mir für diesen Morgen vorgenommen habe: Vier Kilometer zum 2713 Meter hoch gelegenen Lej Muragl und wieder zurück. Der höchste Punkt der Strecke liegt auf 2750 Meter, also fast anstrengende 300 Meter höher als mein Ausgangspunkt. Das hat der Blick auf die Wanderkarte verraten.

Aber heute Morgen gibt es kein Kneifen: Auf dem Wanderschild, das den Weg weist, ist zu dem kleinen See eine Wanderzeit von 1,5 Stunden angegeben. Die Lauf-Uhr bleibt aus, soll nicht stören. Nur das Smartphone darf meine morgendliche Heldentat anhand der aufgezeichneten Stelliten-Daten dokumentieren…

Und los geht’s.  „Ich werde gehen, wenn es zu steil wird“, spreche ich mir Mut zu angesichts des Anstiegs, der das Aufwärmen zum Kinderspiel werden lässt. Was macht die Atmung? Geht schnell. Der Puls? Geht schneller. Einen Pulsgurt trage ich auch bei Läufen im Flachland und in den Weinbergen bei Trier nicht.  Hier in den Alpen käme er sicher an seine Belastungsgrenze. Also: Tempo rausnehmen und nicht ans Limit gehen. Apropos. Auf dem zweiten Kilometer wird es einfach zu steil zum Laufen. Flottes Schritttempo also, zumindest zügiges …

Murmeltiere pfeifen hell, huschen von den Hügeln am Hang links. Pfeifen die etwa den seltsamen Typen in schwarzen Laufklamotten aus?  „Warum läufst Du eigentlich im Schatten?“, fragt ich mich mein zweites Ich angesichts der zunehmend vom frühen Sonnenlicht überfluteten Hänge rechts von mir. Die Steine, Felsstufen und Tritte auf dem Weg vor mir liegen noch im Düstern. Endlich steigt der Pfad flacher an. Es geht sogar ein Stück bergab! Der Puls beruhigt sich. Ich wusste doch, dass Laufen auch in dieser Höhe Spaß macht!

Der Lej Moragl am frühen Morgen.

Und da ist endlich  das Blitzen der Sonne, die über den Bergkamm spitzt. Der See liegt vor mir, spiegelglatt reflektiert er die mächtigen Gipfel von Piz Languard und Piz Muragl. Ich bleibe stehen, staune, lausche der Stille. Atemlos. Jetzt nicht mehr nur wegen des Laufens.

Ein Flachlandläufer am Ziel seiner (Tor)Tour.

Natürlich habe ich wie immer meine kleine Kamera dabei. Diese Momente wollen dokumentiert werden … Der Weg zurück ist leicht. Denn was zuvor bergauf so schwer zu bezwingen war, führt nun bergab. Das Tal liegt vor mir. Die Sonne scheint. Welch ein Panorama! „Verliere nur nicht ganz den Blick für den Weg“, warnt meine innere Stimme vor möglicherweise fatalen Fehltritten. O.k. – ab und an lohnt es sich stehenzubleiben. Laufen auf dem Dach der Welt – was für ein Genuss!

Unvergleichliche Lage: Das Berghotel Muottas Morgal.

Nach 80 intensiven Minuten, acht Kilometern und insgesamt jeweils 720 Höhenmetern rauf und runter – auch ein Berglauf kann ganz schön wellig sein – stehe ich wieder auf der Terrasse des Berghotels. Der Nebel im Tal hat sich fast verzogen. „Du hast es tatsächlich getan!“, wird mich gleich mein Freund am Frühstückstisch begrüßen, sobald er mein Dauergrinsen sieht. Ja, ich habe es getan. Es wird nicht mein letzter Lauf in den Bergen gewesen sein.

 

Extra: Muottas Muragl

Der Muottas Muragl ist ein Ausflugsberg in  einer Höhe von 2453 Metern über dem Meer im Oberengadin, Schweiz. Er liegt auf dem Gemeindegebiet von Samedan und bietet einen weiten Ausblick über das Oberengadin mit der Engadiner Seenplatte (Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzsee).

Der Muottas Muragl ist zu Fuß oder mit der Standseilbahn von Punt Muragl (zwischen Samedan und Pontresina) aus erreichbar. Sie hat eine Streckenlänge von 2199 Metern und überwindet 709 Höhenmeter. Sie ist die älteste Bergbahn im Engadin.

Das 2010 komplett erneuerte Romantik Hotel Muottas Muragl wirbt damit, die schönste Aussicht des Oberengadins zu bieten. Quelle: Wikipedia

www.muottasmuragl.ch