Neuland

Der letzte Samstag des Jahres – der letzte Samstagslauf 2013 2012. Kein Kontakt zu Achim, Absage von Marcel, Christoph noch nicht wieder zurück aus dem Weihnachtsurlaub … Auf Rudi kann ich mich allerdings als Laufpartner verlassen. Und tatsächlich hat es auch Birthe endlich einmal geschafft.

Sie hatte mir gestern früh schon von einer besonders schönen Strecke erzählt, die auf der Höhe über Trier-Filsch von der „Schell“ …

zur ehemaligen Fluchtburg im „Naumett“ führt.

Dort bietet sich von einem Felsensporn ein sehr schöner Blick auf Waldrach.

Auf halber Höhe über dem Ruwertal geht es weiter bis zum Saar-Hunsrück-Steig im Gewann mit dem passenden Namen „Die Gott“.

Die Sonne spitzt inzwischen durch die laublosen Bäume und verwandelt den von Blättern bedeckten Boden und das phosphoriszierend aufleuchtende Moos in einen Zauberwald.

Von dort wieder etliche Höhenmeter auf wunderbar weichen Wegen hoch auf den „Heidenkopf“ …

und an der Domäne Avelsbach vorbei über den Petrisberg …

… zum Aussichtspunkt in der Sickingenstraße, wo sich ein wunderbarer Blick auf die Altstadt von Trier bietet.

Birthe hatte vorsorglich ihren Laufrucksack für Jacke und Getränk angeschnallt. Angesichts der ingesamt 2:20 Stunden, die wir unterwegs sind, keine schlechte Entscheidung. Ich habe lediglich eine Handvoll Rosinen in der Jackentasche (besondere Grüße an Margitta, die mir einmal diesen Tipp gegeben hat), allerdings nichts zu trinken.

Entsprechend schwer sind die Beine auf den letzten zwei von insgesamt 24 Kilometern vom Amphitheater zurück nach Olewig. Das ändert allerdings nichts an der Freude über diesen tollen Lauf, zumal sich die Sonne in voller Pracht zeigt, seit wir zurück auf der Höhe waren. Das alles bei 9 Grad und kaum Wind. Ein Traum!

Hier Details und Streckenverlauf

Danke Birthe, für die neue Streckenvariante! Wir werden sie nicht zum letzten Mal gelaufen sein. Es war ein gelungener Abschluss für die Samstagsläufe 2012. Der wirklich letzte Lauf in diesem Jahr wird am Montag der Silvesterlauf in Trier sein. Acht Kilometer mit viel Stimmung in der City. Wer das noch nicht erlebt hat, kann sich noch anmelden. Aber bitte hurtig. Es gibt nicht mehr viele Startplätze.

 

Bäume weg

Es sind die kürzesten Tage des Jahres. Entsprechend dunkel ist es, wenn ich mich gegen 7.45 Uhr zu meinen Morgenrunen aufmache. Wenn dann auch noch der Himmel so bedeckt ist wie heute, geht es gerade so ohne Kopfleuchte. An Fotografieren ist zunächst nicht zu denken.

Das sorgt für Läufe ohne viele Unterbrechungen. Heute zu den Mattheiser Weihern. Nachdem das Gründflächenamt der Stadt angekündigt hat, dort fünf nicht mehr standfesten Bäume zu fällen, wollte ich mir das mal ansehen.

Die Sanierungsarbeiten am oberen Weiherufer sind abgeschlossen. Dort haben die Bäumwurzeln wieder mehr Land, um sich festzukrallen. Jetzt muss wieder das Wasser komplett angestaut werden.

Drei gefällte Bäume habe ich entdeckt. Zwei davon an dem Wall zwischen den beiden Weihern. Es waren Speierlinge. Wesentlich auffälliger ist der Stumpf der Eiche, die unmittelbar gegenüber der Pizzeria stand. Das Innere ist ziemlich faul. Gegen den Radikalschnitt ist also nichts einzuwenden, denk ich.

Jetzt können Läufer, Spaziergänger und Gassigeher also wieder ganz sicher die verschiedenen Wege nutzen. Wie Anne bereits am Wochenende dokumentiert hatte, erläutert eine neues Schild in Höhe des Spielplatzes, wie viele Meter die jeweilige Runde zählt. In jedem Fall zu wenige, wie ich schon ein anderes Mal bedauert hatte. Denn die ehemaligen Fischteiche der Abtei St. Matthias sind ein wirkliches Kleinod in der Stadt.

Eisnadeltraumnebelsonnelauf

Sooo früh…. Das waren heute Morgen meine Gedanken, als mich mitten in der Nacht der Blasendruck aus dem Bett getrieben hat und ich dabei realisierte, dass es höchste Zeit zum Aufstehen ist, wenn ich nicht den Samstagslauftreff verpassen wollte, der wie immer um 8 Uhr startete.

Blick aus dem Fenster … dichter Nebel. Na ja, die leise Hoffnung blieb, dass es auf der Höhe vielleicht besser sein würde. Und da Achim dort wohnt und zum Treffpunkt ins Tal herunterkommt, war ja auch ein Experte am Start. der die frohe Botschaft verkündete: Bei uns oben ist es einigermaßen klar.

Also war die Route für unsere Tour klar: hinauf in Richtung Korlinger Höhe, auf Heidenkopf und Schellberg, der mit 425 Metern doch immerhin etwa 250 Meter höher liegt als Olewig.

Dass es so ein traumhafter Lauf werden würde, hat zu Beginn allerdings keiner von uns Dreien geglaubt. Marcel war noch dabei, Christoph wegen einer Erkältung leider nicht.

So ging es also zunächst durch den Nebel zum Trimmelter Berg, wo der erste Hauch von Blau sich am Himmel zeigte. Am Rande von Tarforst vorbei und auf den Serpentinen des Wirtschaftsweges hoch zum Heidenkopf. Schon auf halber Höhe tut sich ein traumhaftes Panorama auf, mit dichtem Nebel im Tal und weiter Sicht in die Eifel und bis nach Frankreich. Der Dampfpilz dort markiert das von deutscher Seite so heftig kritisierte Kernkraftwerk Cattenom, das heute so unglaublich nah scheint.

Wir laufen noch höher, peilen „Christophs Fuge“ an, wie wir die Lücke in der Baumreihe auf dem Rücken des Berges einmal getauft haben, weil unser laufender Landschaftsarchitekt dort am liebsten eine Landschaftsmarke sehen würde, so etwas ähnliches wie den Turm Luxemburg auf dem Petrisberg vielleicht.Der Weg verläuft gerade auf diese Lücke zu – der Sonne entgegen. Ein Traum!

Eine Runde um den Schellberg, dann auf der Höhe hinüber bis zur idyllisch gelegenen Siedlung der Domäne Avelsbach. Hinüber nach Neukürenz und über den Petrisberg hinunter ins Tal.

Wir tauchen wieder in den Nebel ein, durch den sich mittlerweile aber die Sonne kämpft. Bei Temperaturen um minus drei Grad bilden sich zum ersten Mal in diesem Herbst Eisnadeln an den Pflanzen. Eine Landschaft, überzuckert im Reifzauber.

Achim muss sich etwas früher auf den Heimweg machen. Wir begleiten ihn bis zum Sportplatz und hängen noch eine kleine Runde durch den inzwischen teilweise schon von der Sonne durchfluteten Tiergarten und über Kürenz an.

Eine meiner Lieblingsfotopunkte lässt sich dank Marcel und einem über die Kuppe kommenden Hundebesitzer heute besonders gut in Szene setzen.

Nach 23 Kilometern ist meine Samstagstour beendet. Marcel hängt nochmal gut zwei Kilometer an, bis er zuhause ist.

Ich habe es nach einem Lauf noch nie bereut, die Bequemlichkeit oder Herbstträgheit überwunden zu haben. Heute schon gar nicht! Allen, die noch unschlüssig sind, ob sie am Wochenende ein Läufchen wagen, kann ich nur raten: tut es!