Ab ins Unterholz!

Einige freie Tage. Da lässt es sich genießen, nicht am frühen Morgen unterwegs sein zu müssen und abwarten zu können, bis die Sonne die Bewölkung aufgelöst hat.

01-DSC00777-001Ja, tatsächlich Sonne, auch wenn die Temperaturen noch sehr an Winter erinnern. Kein Vergleich zu den Minusgraden im Nordosten. Aber im Wald hält sich zumindest eine dünne Eisschicht auf schattig gelegenen Mega-Pfützen.

06-DSC00786-001Ich habe Zeit, und so darf ich mir auch mehr als die üblichen zehn bis zwölf Kilometer vornehmen. Die längere Runde durchs Goldkäulchen in „verkehrter“ Richtung habe ich mir vorgenommen. So um die 16 Kilometer mit einigen Anstiegen und viel Natur.

Zunächst also den Eselspfad am Sportplatz hoch und auf dem Panoramaweg oberhalb des Tiergartentals in Richtung Stadt, das Große Biest runter und oberhalb des Kandelbachs in Richtung Weingut von Nell. Dort zweigt der Weg hinauf nach Mariahof ab, den ich so gerne hinunterlaufe.

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An diesem Tag also bergauf. Eine schöne Laufmeditation. Und die geht weiter nach dem Stück Ringweg um Mariahof, auf dem langen Anstieg hinter den Hochhäusern, der das ehemalige militärische Übungsgelände der französischen Streitkräfte erschließt. Trier war bis vor 15 Jahren Frankreichs größte Garnisonsstadt außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Entsprechend weitläufig erstreckten sich die militärischen Anlagen, die jahrzehntelang für die Öffentlichkeit tabu waren.

03-DSC00783Im Mattheiser Wald werden die dadurch entstandenen Biotope, in denen sich unter anderem seltene Amphibien wie die Gelbbauchunke wohl fühlen, teilweise weiterhin mit Panzern erhalten, die ab und an das Gelände planieren und so Senken und Tümpel bestehen lassen.

04-DSC00784-001Außerdem dient der Mattheiser Wald als Ausgleichfläche für die Airbase Spangdahlem in der Eifel, die als Mega-US-Militärflugplatz gigantische Flächen verbraucht. In dem unter Schutz gestellten Wald bei Trier wird die alte Holzwirtschaft des Mittelwaldes erhalten.

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Alle 20 Jahre wird ein Teil der Bäume „auf Stock gesetzt“, also so gefällt, dass ein Rest bleibt, der wieder neu austreiben kann. So entsteht eine ganz besondere Waldform, die durch nicht zu starke und vergleichsweise niedrige Bäume charakterisiert wird.

07-DSC00787Durch die kontinuierliche Bewirtschaftung gibt es jede Menge Nutzwege an den Hängen, die oft über Jahre nicht in Anspruch genommen werden und entsprechend halb zugewachsen sind und verwunschen wirken.

08-DSC00789-001Genau auf solchen Wegen bin ich bei der Erkundschaftung eines neuen Weges gelandet, der am Ende des Goldkäulchentals in Richtung Olewig rechts abzweigt.

10-DSC0079411-DSC00795-001Erst steil nach oben, dann auf einem frisch mit Schieferschotter planierten Feldweg über freies Gelände mit viel Weitsicht. Da ich mich aber nach rechts orientieren muss, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere, stürze ich mich in die nahezu unberührte Natur.

12-DSC00796Ein Reh flüchtet vor mir in graziösen Sprüngen. Ich muss angesichts der vielen Knüppel und Steine auf dem alten Weg vorsichtig sein. Irgendwann erreicht er eine idyllische Aue, in der das Wasser munter sprudelt, das einige Kilometer entfernt vermutlich den Olewiger Bach anschwellen lässt.

13-DSC00797-00114-DSC00798Ich suche mir einen Weg über die Wasseradern und schlage mich einige Hundert Meter durch das Unterholz, bis ich auf einen schmalen Pfad stoße, der wiederum auf einen breiteren Weg mündet. Jetzt weiß ich wieder, wo ich bin und folge dem Trail bis zur Einmündung auf den asphaltierten Sträßchen, das vom Goldkäulchen hinauf nach Kernscheid führt.

15-DSC00799-001Auf der Höhe ist der Wind eisig kalt. Hier war ich zuletzt, als der frische Schnee und das trübe Licht die Landschaft in eine einzige weiße Fläche verwandelt hatte. Wie schwierig das Laufen damals war, zeigt sich beim Anblick der tiefen Spurrillen, die Traktoren in den Boden gefräst haben.

17-DSC00801-00116-DSC00800Heute kein Fehltritt! Dafür wie immer das schöne Panorama auf den Petrisberg und die Hill. Und noch ist die Vegetation nicht so weit, dass sie den Blick in den hinteren Teil des Tiergartentals versperrt.

18-DSC0080219 zum Teil abenteuerliche Kilometer sind es am Ende geworden. Eine besondere Tour.

Distanz 19.02 km

Dauer  01:34:54

Pause  00:23:12

Ø Pace 04:59 min/km

Ø Geschwindigkeit 12.03 km/h

Höhenmeter (aufwärts/abwärts) 402 m / 401 m

Eidechsenwetter

Wieder hat es die Sonne geschafft. Der Wind blies zwar noch eisig. Aber in den geschützten Ecken in den Weinbergen war es bereits so kuschelig, dass sich erstmals die Eidechsen aus ihrer Winterstarre befreiten und die Sonnenstrahlen genossen. So richtig auf Touren sind sie allerdings noch nicht gekommen. Sonst wäre mir das Bild des Tages sicher nicht geglückt.

DSC00453Gänse in Formation am Himmel. Auch die Bienen machten ihre ersten Rundflüge um ihren Stock. Viel zu naschen gibt es für sie allerdings noch nicht, auch wenn im Garten die Krokusse erste Farbpunkte setzen.

DSC00427DSC00430Wieder ein wunderschöner Spaziergang. Diesmal über den Petrisberg. Statt vieler Worte lasse ich die Bilder sprechen.

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Mal sehen, wie der erste Tag in der Redaktion wird.