Von Fliehkräften, fliegenden Brillen und schönen Ausblicken

Hoffnung – so langsam scheinen sich meine Fußsohlen von dem Stress zu erholen. Gestern war nur noch links etwas zu spüren. Heute keine Anzeichen von Schmerzen. Gelaufen wird dennoch nicht. Schonprogramm. Und ein Ausflug zum Triolago, der künstlich angelegten Seenlandschaft bei Riol.

DSC01753Unser Jüngster streikt, als nur mit Karin und dem Großen – er ist mir inzwischen ordentlich über den Kopf gewachsen, der dort Wasserski fahren will.  Der jung gebliebene Vater lässt sich natürlich überreden, auch in den Neoprenanzug zu schlüpfen und auf der Seilzuganlage sein Glück zu probieren. Dumm nur, dass die Kontaktlinsen nicht eingesetzt sind. Brille also provisorisch mit einer Schnur gesichert, damit mein Nasenporsche nicht zum U-Boot wird. Der nette Mensch vom Skiverleih hat offenbar auch Sorge und organisiert noch einen kleinen Schwimmkörper, den ich in die Schnur einflechte.

DSC01724Zum Glück, denn am Ende der Runde ist eine fies-eckige Kurve, die Papa Neubert aus den Ski katapultiert – und die Brille vom Kopf … Kurze Panikattacke . Wo ist meine Brille. Dann entdecke ich den Schwimmer sechs Meter entfernt. Einige sorgenvollen Schwimmzüge … Glück gehabt. An einem Bügel meiner Sehhilfe war der Knoten fest genug. Schnell das teure Stück sichern und dann nichts wie an Land …

DSC01733Auf ein weiteres Experiment mit nicht beherrschbaren Fliehkräften verzichte ich. Raus aus dem Ganzkörperkondom. „Bis zur Kurve hat das doch ganz gut ausgesehen“, versucht mich der jungdynamische Starthelfer der Anlage aufzumuntern. Das Versprechen, irgendwann mit Kontaktlinsen wiederzukommen – vermutlich auch die Sonne, die nun einige strahlen durch die Wolken schickt – motiviert den Chef offenbar zu einer guten Tat. Er drückt mir einen Gutschein für zwei Freistunden Wasserski in die Hand. Danke. Meine Jungs wird das freuen.

DSC01741Und während der Eine zu Hause schmollt, dreht der andere voller Energie und Begeisterung Runde um Runde. Na wenn da nicht bald mal die Ski durch ein Wakeboard ausgetauscht werden, würde mich das wundern.

DSC01742Nach eine Tasse Kaffee mit meinem Schatz, machen wir uns für eine gute Stunde zu einem Spaziergang auf. Der „Klettersteig“ von Riol verspricht eine famose Aussicht auf das Moseltal bis Schweich. Der Aufstieg ist sehr steil und in zwei Passagen sogar mit Drahtseilen gesichert. Ein wirklicher Klettersteig ist er trotz seiner Schönheit aber nicht. Zumindest wird diese Bezeichnung Eltern davon abhalten, mit zu kleinen Kindern den Steig zu gehen.

DSC01748Die gesamte Anlage ein Riol hat sich inzwischen übrigens sehr gemacht. Ein wunderbar und ruhig gelegener Campingplatz mit Badesee, Sommerrodelbahn, Wasserskianlage, Kunstrasen-Minigolfanlage (besonders schön!) und demnächst auch noch ein Fußball-Golfplatz. Die Bäume in der gesamten Anlage sind inzwischen schon ordentlich gewachsen. In ein paar Jahren wird es auch dort Schatten geben, wo er derzeit noch fehlt. Aber Schatten braucht bei diesem Frühling eh niemand …

Hier noch einige Fotos – ja, es funktioniert wieder – von einer kurzen, aber schönen Wanderung.

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Petrisberg in grün und braun

Wenn ich könnte, dann würde ich … einige melancholische aber schöne Fotos von meinem Morgenlauf über den Trierer Petrisberg hier zeigen. Allein mein Ärger über die technischen Probleme meines WordPress-Anbieters steigt. Seit Freitag keine Fotos. 🙁

Wer die Bilder dennoch sehen will, kann wieder den Umweg über Facebook gehen. Wer keinen Facebook-Account hat, muss warten. Aber so ein wenig Vorfreude schadet ja auch nicht :mrgreen:

Der Lauf war übrigens sehr schön und von vielen Fotostopps unterbrochen. Kein Wunder. So viele Wasserspiegelungen hatte ich in meinem Laufrevier noch nicht gesehen. Ich bin gespannt, ob die Retensionsflächen und -Teiche in den nächsten Tagen überlaufen werden. Die Wettervorhersage ist jedenfalls übel. Aber vielleicht schneit es ja dann am Wochenende und wir packen die Schlittschuhe wieder aus …

Ein Thriller für lange Läufe

Viele Läufer haben Musik im Ohr. Manche nutzen ihre Ausflüge auf zwei Beinen, um einem Vorleser zu lauschen. Für ungewöhnliches Hörbuch kann ich eine Empfehlung geben. Es hat für mich eine zusätzliche Brisanz erhalten, weil just in den Tagen in Bosten die Bomben explodierten, als ich virtuell mit auf der Strecke war.

Ein verstörendes Erlebnis.

 

Boston Run – Ein Hörbuch-Thriller für lange Läufe

Hochspannung nicht nur für Läufer. Das verspricht der Roman „Boston Run“ von Frank Lauenroth. Unser Redakteur Rainer Neubert hat sich das von Johannes Steck gesprochene Hörbuch angehört.

Wieder einmal wird Fiktion von der Realität überholt: Bombenanschläge beim Boston Marathon. Die Explosion in dem Roman und Hörbuch von Frank Lauenroth spielt zwar nicht auf der Zielmeile des legendären Laufs. Es werden auch keine unschuldigen Zuschauer getötet oder verletzt. Dennoch erlangt das spannende Nervenspiel um einen Ex-Mitarbeiter des Geheimdienstes NSA und seines laufenden Kumpels Brian durch den realen Terror eine noch größere Brisanz.

Mit 345 Minuten Spielzeit entspricht die Länge des von Johannes Steck gesprochenen Hörbuchs in etwa der Zeit, die ein Freizeitläufer für Startvorbereitungen, das Absolvieren einer Strecke über 42 Kilometer und die Dusche danach benötigt. Auch dank der immer wieder eingeschobenen Kommentare von Fernsehreportern erlebt der Hörer also eine Laufveranstaltung fast in Echtzeit, aber sicher mit mehr Dramatik und überraschenderen Wendungen als sie jemals ein Marathon haben kann – wäre bis vor den Anschlägen von Boston die passende Formulierung gewesen.

In dem fiktiven Thriller geht es um Doping, um viel Geld und um Rache: Der geniale Ex-Geheimdienstmitarbeiter Christopher Johnson hat eine Wunderdroge entwickelt, die Menschen zu schwer kontrollierbaren Supersportlern macht. Das besondere daran: die Substanz baut sich während des Laufes ab und ist bei richtiger Dosierung und Disziplin des Sportlers im Ziel nicht mehr nachweisbar.

Johnsons Freund Brian, der verkleidet und unter falschem Namen in Boston an den Start geht, soll die 150000 Dollar Siegprämie gewinnen. Durch einen anonymen Anruf kommt der Geheimdienst diesem Plan auf die Schliche. Eine wilde Jagd beginnt, denn Einsatzleiterin Rachel Parker muss an das Blut des gedopten Läufers kommen, bevor dieser das Rennen beendet. Aber der rennt im Team der Spitzenläufer – permanent im Fokus der Livekameras. Bis ins Ziel?

Frank Lauenroth: „Boston Run – Der Marathon-Thriller“, gelesen von Johannes Steck, Sportwelt Verlag, 5 CDs, 345 Minuten, 19,95 Euro

 

Heiter bis wolkig

Schwer waren die Beine heute früh. Irgendwie im krassen Gegensatz zu dem tollen Wetter an diesem Morgen. Sonne, die Natur erblüht. Es duftet. Auf meinem Shirt steht „get fit“. Kleine Hommage an Jens Nagel. Irgendwie fühle ich mich platt, komme nur schwer in Gang. Vielleicht liegt es ja an dem angekündigten Wetterumschwung.

An den Anblicken, die sich auf der 11er-Runde bieten, kann es nicht liegen. Vielleicht wäre die ja etwas für einen Gemeinschaftslauf am Donnerstag …

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