Afrika Afrika

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Ich habe großen Respekt vor herausragenden sportlichen Leistungen. Dass diese nicht immer mit dem Laufen zu tun haben müssen, ist selbstverständlich. Sport im eigentlichen Sinn gab es gestern Abend bei André Hellers „Afrika Afrika“ zwar nicht. Aber in der Art und in dem Tempo, wie da Artistik, Körperkunst und Folklore präsentiert wurde, war es für alle Akteure Leistungssport. Kompliment. Ein sehr kurzweiliger Abend.

Als Fotograf für den Trierischen Volksfreund durfte ich meine neue Kamera erstmals bei so einer Veranstaltung testen. Hohes Tempo bei wenig Licht. Das wäre mit analogen Geräten sehr schwierig geworden. Die neue Digitaltechnik macht viel mehr möglich.

Viel Spaß mit einer Auswahl meiner Fotos. Mehr gibt es als Fotostrecke auf volksfreund.de

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Mangelnde Bodenhaftung

Noch ein wenig Katerstimmung in der Schienbeinmuskulatur. Die Hatz vom Dienstag zeigt Nachwirkung. Eine ruhige Drachenrunde über den Petrisberg sollte es heute früh dennoch werden. Leider bei bewölktem Himmel. Ab es war eh noch ziemlich dunkel.

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Nach längerer Zeit bin ich auch erstmals wieder die Sickingerstraße hochgelaufen. Erschreckend was da an Müll im Gebüsch liegt. Und im vom vielen Regen durchweichten Boden hält es ganz offensichtlich nicht mehr alle Verkehrszeichen.

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Ach ja. Den Dienstagslauf habe ich als Inspiration für die neue Laufkolumne genutzt, die an jedem Donnerstag in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund erscheint.

Ohne Saft

Der Laufcomputer am Handgelenk gehört für viele Läufer zum unverzichtbaren Zubehör. Ist ja auch praktisch: Neben Uhrzeit lassen sich Tempo und zurückgelegte Strecke ablesen. Wer einen Brustgurt trägt, kann zudem überprüfen, ob sich der vergossene Schweiß wirklich in Pulsfrequenz und Kalorienverbrauch spiegelt. Und da inzwischen fast alle Laufuhren über einen GPS-Sensor verfügen, lassen sich am heimischen PC alle Streckendaten bewundern.
So weit, so gut. Dumm nur, dass all diese Funktionen an des Läufers Schwungarm reichlich Strom fressen. Das Aufladen des Uhr-Akkus gehört also genauso zu den notwendigen Übeln des Sportalltags wie das Dehnen der Muskulatur. Kein Wunder, dass auch die vorsorgliche Stromzufuhr ab und an vergessen wird.
War das nicht erst gestern? Auf halber Strecke, mitten im Mattheiser Wald: keine Anzeige mehr, nichts, nada. Bis zum Mittagtermin mit Freunden ist noch Zeit. Ich trabe bei Sonnenschein weiter über schön matschige Wege. Bis mich eine wilde Müllhalde im Naturschutzgebiet so aufregt, dass ich mein Smartphone aus der Jacke nestele, um das bildlich zu dokumentieren. „Treffen in 30 Minuten“ ist das Erste, was auf dem Display erscheint. Dumm nur, dass auf dem Weg nach Hause noch einige hügelige Kilometer liegen …

Eine knappe halbe Stunde später weiß ich, wie sich eine wilde Hatz über Stock und Stein, durch Pfützen und Schlamm anfühlt – wie kräfteraubend das ist. Erst eine Uhr ohne Saft, dann saft- und kraftlos zum Termin. In nächster Zeit werde ich das Laden meiner Uhr nicht mehr vergessen. Und gedehnt habe ich heute auch …

Wer nun meint, das interessiert niemanden, weil so etwas eh nicht passiert, der werfe mit der ersten Läuferuhr. Aber bitte nur, wenn ihr Akku geladen ist.

Halb und halb

Ein freier Tag. Da muss einfach die Sonne scheinen. So ist es dann auch. Und das Beste: Ich kann warten, bis der „gelbe Planet“ auch im Tal scheint. Um 12 Uhr ein Mittagessen mit Freunden. Da müsste um 10 Uhr doch noch ein Läufchen möglich sein.

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Da auch Karin dienstags wieder frei hat, bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam zu starten. Von der Idee, flach zu den Mattheiser Weihern zu laufen, bin ich zwar bei so einem Wetter nicht unbedingt begeistert. Aber ich kann ja nach einiger Zeit in die „wilde“ Natur abbiegen.

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Am Eingang zum Tiergartental … Nein, es macht doch Spaß, gemeinsam unterwegs zu sein. Auch wenn ich das Tempo ziemlich zügeln muss. Also durch den Tempelbezirk – hier liegen unter einem Meter Kleingärtnererde tatsächlich die Überreste von zig römischen Tempeln und Tempelchen sicher für nachfolgende Generationen verwahrt, die vielleicht mehr Geld haben, um den Schatz zu heben. Die Treppenanlage hinauf nach Heiligkreuz bin ich in den vergangenen verregeneten Wochen schon oft gelaufen.

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Die Weiher sind immer wieder schön. Auch das Bächlein, das die Wiese zwischen den beiden Seen flankiert.

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Dann aber wenigsten meinem Schatz einen neuen Weg nach Hause zeigen: An dem schon bekannten Osterinselkopf vorbei, weiter zur Deutschen Richterakademie.

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Auf dem Weg, der an dieser Einrichtung vorbeiführt, bietet sich ein neuer Blick ins Tiergartental. Der normalerweise sehr schöne und weiche Pfad hinunter präsentiert sich heute als Schmierseifenpiste.

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Karin versucht sich deshalb als Trailrunnerin und sucht sich einen Weg durch das Unterholz. Ich habe meine Gorte-Text-bewehrten Gel-Trabuco an den Füßen. In weiser Voraussicht, wie sich zeigen wird.

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An der Gärtnerei verabschiede ich mich von meiner Begleiterin, die nur noch das Kleine Biest hoch muss, um eine 9er-Runde zu vollenden. Ich erklimme den langen Anstieg hinauf zum Brubacher Hof. Reichlich Matsch, viele Pfützen. Ein nettes Kraftspiel für die Oberschenkel.

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Beim Blick auf die Garmin offenbart sich wieder einmal die Notwendigkeit, Laufcomputer für das Handgelenk regelmäßig aufzuladen. Nada, nichts, keine Anzeige. Na egal, dann eben weiter nach Gefühl.

Die Brubacher Kapelle ist ein Kleinod.

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Der Schmerzensspruch an der Pieta ist sicher nicht nur für Läufer gedacht …

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Weil’s aber so schön ist, biege ich nicht direkt ins Goldkäulchental ab, sondern nehme den Weg, der in den Domherrenwald führt … Wow, war der immer schon so lang und steil? Die vollkommen vermatschten Abzweigungen lassen mich auf dem Hauptweg bleiben, denn nach zwei oder drei Kilometern biegt von dort ein Pfad ab, der in der Regel nicht ganz tief ist.

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Ein Holzvollernter hat in regelmäßigen Abständen kleine Wege in den Niederwald gepflügt. Warnschilder zeigen seinen Radius an.

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Als die Abzweigung erreicht ist, trifft mich fast der Schlag. Nur fünf Meter von dem Schild entfernt, dass den Wald als Naturschutzgebiet ausweist, liegt jede Menge Müll in der Botanik. Unglaublich, dass jemand sein Auto vollpackt und das Zeug an so eine Stelle fährt, um dann die Umwelt zu vermüllen. Ich wünsche allen, die das tun, eine fette Geldstrafe, die richtig weh tut!

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Als ich also das Smartphone aus der Jacke nestle, um die Sauerei für das soziale Netzwerk zu dokumentieren, trifft mich fast der Schlag. „Treffen mit X und Y in 30 Minuten“ steht da auf dem Display. Aber bis nach Hause sind es noch sechs Kilometer!

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Komplett die Zeit vergessen … Also nichts wie los und Füße in die Hand nehmen, im übertragenen Sinn natürlich. Zum Glück geht es erst einmal zwei Kilometer bergab. Auf Pfützen oder Schlammlöcher achten geht jetzt nicht mehr. Dann das Tal und der Berg hinauf Richtung Kernscheid, an dem mein Puls beinahe die Maximalfrequenz erreicht. Hinunter die Serpentine ins Tiergartental und am Brückchen geradeaus bis zum Kleinen Biest.

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Die schnelle Hatz über Stock und Stein, durch Matsch und Schlicker … macht Spaß. Das seifige verschwindet beim direkten Weg durch den Modder. Die Sonne scheint durch die unbelaubten Äste der Bäume. Der Blick ist etwas angestrengt.

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So schmutzig waren meine Schuhe noch nie. Am Kleinen Biest deshalb ein Mini-Fotostopp. Oben hab eich definitiv das Maximum an Schnappatmung erreicht. Noch ein Kilometer …

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Es ist vier Minuten vor 12 Uhr. Die Waden sehen prächtig aus. Vor dem Badezimmer besteht aber erhöhter Kehrbedarf, als vor dem Sprung unter die Dusche der Dreck von der Haut bröckelt. Eine Viertelstunde später empfangen mich meine Freunde mit einem herzlichen Lachen. Rainer hat sich verlaufen!

Eine interessante Erfahrung. Eine Tour – knapp 19 Kilometer lang – nach dem Motto „halb und halb“. Die erste Hälfte ruhig und gemütlich, die zweite Hälfte mit vielen Höhenmetern und schnell. Gar habe ich mich am Ende in jedem Fall gefühlt 😉

20 – 430 – 2

Marc kommt aus Gutweiler. Als er berichtet, dass auf der Höhe die Sonne durchkommt, steht die Entscheidung im nebeligen Olewig fest: Wir laufen hinauf zur Schell und nicht in den Mattheiser Wald. Unser Samstagslauftreff ist heute ein ziemlich kleines Grüppchen. Genauer gesagt ein Duo. Aber bereits vor 14 Tagen war der Lauf mit Marc eine schöne Sache.

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Auf den Spuren des Saar-Hunsrück-Steigs also zunächst nach Tarforst. Dort lichtet sich bereits der Nebel.

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-2 Grad. Heute sind also die langen Hosen wirklich angebracht. Auf manchen Streckenabschnitten ist der Schlamm sogar richtig gefroren.

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Auf dem Wiesenstück mit den idyllisch gruppierten Obstbäumen können wir unseren „Zielgipfel“ am Horizont bereits sehen.

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Also erst einmal durch Alt-Tarforst hinauf auf den Heidkopf. Besonders bei Nebel im Tal bietet sich hier immer ein Ausblick, der gute Laune macht. Ich bin gespannt, ob Flo bei seinem 100er am Montag in einer Woche dem Weg folgen, oder die extrem steile offizielle Variante des Steigs über die Wiesen nehmen wird.

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Uns genügt der auch nicht gerade flache Serpentinenweg. Ungewöhnlich, dass uns hier einige Autos überholen. Denn dieser Weg ist nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge geöffnet. Aber beim Blick durch die Heckscheibe der SUV und Kombis wird sofort klar: Hundetaxis sind unterwegs. Der Blick in die Senke zum Schellberg offenbart, hier treffen sich heute wohl besonders viele Gassigeher.

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Aber viel höher schaffen die es nicht mehr. Und schon gar nicht auf unsere 5er-Schleife zur keltischen Fliehburg  und weiter am Hang durch den Wald entlang bis zur Saar-Hunsrück-Stieg-Trasse, die dort hinunter ins Ruwertal führt. Spätestens hier werde ich Flo Neuschwander in 9 Tagen ziehen lassen und mich auf den Rückweg begeben.

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Der Ausblick vom Schellberg birgt einen Hauch von Alpenblick, mit Hügeln, die aus dem Nebel ragen.

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Der Aussichtpunkt Fliehburg liegt genau an der Grenze zum Nebel über dem Ruwertal.

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Von Waldrach ist nichts zu sehen, das sich unmittelbar zu unseren Füßen befindet.

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Mit Marc plaudere ich derweil über einen Freundschaftlauf, den wir vom Lauftreff Olewig irgendwann im April oder Mai anbieten wollen. Die lange Tour wird dann wohl hier entlang führen. Anspruchsvoll, aber sehr schön.  So kalt wie heute wird es dann mit Sicherheit nicht sein.

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Zurück geht es über den Unicampus. Die Skulpturenwiese ist jedesmal ein Erlebnis.

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Und nachdem vor kurzem das Abschiedsbild mit Dominik hier so gut gelungen ist, wiederholen wir das bei gefrostetem Gras in anderer Besetzung. Ich habe übrigens ein Halstuch an. Deshalb sieht das aus, als hätte ich keinen. 😉

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20 Kilometer mit 430 Höhenmetern in 2 Stunden. Bei weitem nicht so schnell wie der Lauf vor einer Woche in Röhl. Aber dafür mit ordentlich viel passender Unterlage für Trailschuhe.

 

 

Düster

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… war es heute früh bei der Runde über den Petrisberg. So düster, dass ich nun an den Beinen einige Striemen mehr habe, weil abgeschnittene Zweige von den Büschen entlang einiger Streckenbereiche  nicht zu erkennen waren. Da habe ich dann auch mal kurz bedauert, dass ich in kurzer Tight gelaufen bin. Aber wirklich nur kurz.

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Beim Blick auf das im Frühnebel schemenhaft zu erkennende Trier habe ich mir gedacht, dass dieser düstere Anblick doch ganz gut zu meiner neuen Laufkolumne passt. Die nimmt auch Anleihen im Mittelalter.

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Alle Physiotherapeuten, Krankgengymnasten, Osteopathen und Masseure mögen mir verzeihen. Ist alles ironisch gemeint 😉

Moderne Folterknechte

Es muss kurz nach dem Mittelalter gewesen sein. Da wechselte ein geliebter und gleichzeitig gehasster Berufsstand seinen Namen. Folterknechte nennen sich seitdem Physiotherapeuten. Es gibt auch den Berufszweig der Masseure, der Anleihen aus grauer Vorzeit nimmt.
Dass die Herren mit der Fähigkeit, punktuell intensive Schmerzen zu bereiten, auch bei den Osteopathen ihre Nachfahren haben, war mir bislang aber neu. Zumal denen der Ruf vorauseilt, mit ihrem ganzheitlichen Heilungsansatz doch eher Streicheleinheiten zu verteilen.
Dabei hätte ich es wissen müssen. Alleine der Schlingentisch in vielen Krankengymnastik-Praxen deutet mit seinen optisch deutlichen Bezügen zur mittelalterlichen Streckbank auf den wahren Ursprung dieses Berufsstandes hin. Und dass für die „peinliche Tortur“ neuerer Zeit keine weiteren Folterinstrumente gebraucht werden, weiß ich spätestens, seit ich den Thomas’?schen Handgriff erlebt habe. Damit lassen sich Muskeln und Sehnen dehnen, von deren Existenz ich bislang höchstens eine vage Vorstellung hatte.
Preisfrage: Warum haben Physiotherapeuten so spitze Ellenbogen? Richtig, weil sie damit so wunderbar punktuell schwer zugängliche Muskulatur von Verspannungen lösen können. Mein Therapeut versuchte leider nicht einmal, mir durch die Preisgabe irgendeines Geständnisses vorzeitig die Befreiung vom Schmerz zu ermöglichen.
Es gibt also doch einen Unterschied zu den Folterknechten des Mittelalters: Wir unterziehen uns freiwillig Schmerzen in der Hoffnung, dass es uns danach besser geht. Hoffentlich wirkt’s!

462 Kalorien im Stehen

Gestern Neujahrsempfang beim Journalistenverband, verbunden mit dem ein oder anderen Gläschen Wein in der Domäne Avelsbach. Das hat die Beine heute früh ganz schön schwer werden lassen. Und auch der Kopf hat etwas gebrummt.

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Aber ich habe hoffentlich nicht geträumt, dass ich gelaufen bin. Denn als ich nach der Runde zu den Mattheiser Weihern eine knappe Stunde nach dem Start zurück war, zeigte meine Laufapp zwar die Zeit an. Als gelaufene Kilometer stand da aber eine „0“. Beim Kalorienverbrauch war auch etwas vermerkt: 462. Habe ich die also im Stehen verbraucht?

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Zum Glück habe ich auf der Runde zwei Fotos gemacht, die das beweisen. Sonst wäre ich selbst noch ins Grübeln gekommen. Die Stufen am Kleinen Biest waren heute übrigens besonders fies. Aber was soll’s. Der nächste Neujahrsempfang steht gleich schon wieder an. Uff. Das neue Chefreporterdasein ist manchmal doch anstrengend …