Regenläufer

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Ein milder Herbsttag mit warmem Landregen. Christian hätte an diesem Lauf seine Freud gehabt. Allerdings wird es nun notwendig sein, eine Lampe mitzunehmen. Gegen 20 Uhr ist es wirklich schon ziemlich düster.

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Es war eine flotte Runde mit einigen steilen und langen Rampen. Ist schon sonderbar, wenn sich die Beine am Fuß des Berges schwer und kurz vor dem „Gipfel“ leicht anfühlen. Kennt Ihr das auch?

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Ich bin übrigens positiv überrascht, dass meine noch fast neue Sony bei düsterem Licht noch so gute Fotos macht. Einstellung Dämmerlicht oder Hohe Isozahl machen es möglich.

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Spaß hoch fünf

Am Freitag noch der Moderationsmarathon auf der Bühne für die Nacht der Wissenschaft bis kurz vor Mitternacht. Den Samstagslauf lasse ich mir dennoch nicht entgehen. Zum Glück, denn es ist der Beginn eines prächtigen Tages. 14 Grad, leichte Bewölkung, kein Wind. Wenn morgen in Berlin solche Bedingungen herrschen, könnte es tatsächlich wieder einen Weltrekord geben.

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Aber das ist heute nur ein winziges Thema auf einer wunderbaren Plauderrunde zu fünft. Birthe ist heute nach langer Zeit mal wieder Gast in unserer Männerrunde. Sie hat sich bereits prächtig von ihrem Mittelfußbruch im Frühjahr erholt, wird aber vernünftig bleiben und keinen Ultra mehr angehen in diesem Jahr.

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So machen wir uns also auf in Richtung Felsenpfad, zunächst durch das Tiergartental, weil das schöner ist als durch den Ort, eine Stück an der Mosel, vorbei an der Römerbrücke, über die Kaiser-Wilhelm-Brücke und durch das alte Fischerörtchen Pallien die Treppen hinauf zum Weißhaus.

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Beim Gedanken, dass wir bei TV bewegt diese Stufen achtmal in Folge hochgehetzt sind, bricht mir nachträglich der Schweiß aus. Aber der Weg hinauf lohnt sich, denn er führt zum Einstieg in den Felsenpfad, der herrliche Ausblicke auf Trier und das Moseltal bietet.

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So halten wir natürlich wie immer hier auch einige Male inne, um das Panorama flussaufwärts und flussabwärts  zu genießen. Die Wolken verziehen sich immer mehr vom Himmel und lassen die Welt in einem milden Herbstlicht erscheinen.

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Zurück durch das falsche Biewertal – die Manitou-Runde mit dem langen Aufstieg zu Schusters Kreuz ersparen wir uns heute -, genießen wir die herbstliche Stimmung. Die Esskastanien sind reif und warten reichlich auf die Sammler und Tiere, die sie zu schätzen wissen.

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Eine Wartepause erzwingt der Verkehr, der uns den Weg in die Stadt versperrt. Zumindest können wir in der Zwischenzeit drei Jakobspilgern den Weg zum Hauptbahnhof erklären, bevor wir in Richtung Porta Nigra traben.

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Dort muss natürlich ein Gruppenfoto sein. Es gibt mit den Säulenresten der ehemaligen Arkaden schließlich genügend Stative für die Kamera.

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Über den Domfreihof durch den Palastgarten zurück nach Olewig. In der Parkanlage sind die Spuren des Lichterfestivals gestern Abend schon fast komplett beseitigt. Das war ein wirkliches Erlebnis, das Tausende, nein, Zehntausende Schaulustige angezogen hat.

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Mir blieb zumindest die Zeit für einen kurzen Rundgang, auf dem ich einige Fotos mit dem Smartphone gemacht habe. Meine große Kamera habe ich zu diesem Zeitpunkt doch sehr vermisst. Illuminale 2014

Nach zwei Stunden, 21 Kilometern, guten Gesprächen und mit ausreichend bewegten Beinen erreichen wir schließlich wieder Olewig – und schwärmen noch ein wenig von diesem tollen Lauf, der zumindest für mich mit einem genussvollen Frühstück auf der Terrasse seine belohnenden Abschluss findet. Am Sonntag dann Oberbürgermeisterwahl und Trier. Versteht sich von selbst, dass ein Redakteur der örtlichen Tageszeitung da keinen freien Tag hat.

 

Sport ist nicht Mord!

Sport ist Mord – dieser dem nicht gerade fitten englischen Ex-Premier Winston Churchill zugeschriebene Spruch ist nach den Zwischenfällen beim Volkslauf in Schillingen wieder häufiger zu hören. Unsinn! Nur übertriebener Sport ist gesundheitsschädigend. Und was im Einzelfall als übertrieben gilt, ist sehr unterschiedlich.

Faustregeln für den Laufsport hat der ehemalige deutsche Langstreckenläufer, Buchautor und Diplom-Biologe Herbert Steffny zusammengefasst:

  • Laufe keinen Wettkampf ohne ordentliches Training!
  • Laufe niemals, auch nicht im Training, wenn du Fieber hast!
  • Lass dein Herz regelmäßig checken!
  • Respektiere durch angemessene und vorsichtige Renneinteilung, Verpflegung, Trinkverhalten, Bekleidung und Ausrüstung die bis hin zum Todesrisiko reichenden Gefahren eines Hitzerennens oder Extremberglaufs im Hochgebirge!

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Soweit die Worte eines Laufkolumnisten aus Trier …

Ach so. Ich habe doch noch etwas hinzuzufügen: Die Fotos von einem wunderbaren Morgenlauf, ganz ohne Nebel:

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Läuft er schon?

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Eine interessante Frage:  Wie schnell man nach einem einem Marathon wieder auf die Beine kommt. Ich kann mich erinnern, dass es bei meinem ersten in Köln 2007 drei Tage gedauert hat, bis ich wieder vorwärts Treppen steigen konnte. Und erst nach 14 Tagen packte mich wieder die Lust aufs Laufen.

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Inzwischen habe ich viele Tausend Kilometer in den Beinen. Zehn offizielle Marathons und einige weitere ohne Wettkampfcharakter, von denen einige auch länger waren. Die Zeit der gespürten Muskellähmung danach ist immer kürzer geworden.

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Meist sind die Beine lediglich am Tag danach noch schwer. So war es auch nach dem Hochwald-Abenteuer in Schillingen. Allerdings gebietet es die Vernunft, zumindest noch einen oder zwei Tage Ruhe zusätzlich anzuhängen.

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Und dann? Eine Stunde Morgenlauf im Nebel. Kalt, 6 Grad, also Handschuhe an, Langarmshirt und ärmellose Jacke darüber. So lässt es sich aushalten.

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Die Beine? Unglaublich! So leicht haben die sich seit Wochen nicht angefühlt. Die letzten beiden der 10 Kilometer durch das Tiergartental und auf der Kernscheider Höhe wollen sie unbedingt rennen. „Mal sehen, ob es noch im Tempo um 4:00 Minuten geht!“, lautet das virtuelle Kommando ans Kleinhirn. Ab geht die Post …

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Auf dem Weg davor müssen aber einfach wieder einige Fotostopps sein. Die Rieslingtrauben reifen der Lese entgegen und freuen sich auf die Sonne am Nachmittag, die sie noch ein wenig süßer werden lässt. Die roten Trauben sind schon geerntet.

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Die neuen Zottelrinder im Weingut von Nell blicken neugierig auf den rot bejackten Menschen, der da durch die Zaunmaschen lugt.

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Die neue Fahrbahn auf dem Aktion Blau+ Projekt hinter der Gärtnerei ist auch bald fertig. Ich bin gespannt, ob der städtische Weg, zu dem die Brücke gehört, auch saniert wird.

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Der Nebel im Wald lässt Bäume zu Silhouetten werden. Die Sonne ist gar nicht mehr weit vom Durchbruch entfernt, beleuchtet die Felder in einem milchigen Licht. Und eines meiner Lieblingsmotive auf dieser Tour darf natürlich auch nicht fehlen …

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Ein schöner Lauf, ein leichter Lauf, trotz des Marathons vom Samstag.

 

Wie haltet Ihr es nach langen Läufen? Wie viel Zeit nehmt Ihr Euch bis zum Neustart?

Zehnter mit 42

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Einen kleinen Vorgeschmack gab es ja bereits. Der 5. Spiridon-Marathon im Hochwald ist nun Geschichte. Für mich war es die dritte Langdistanz in Schillingen. Und gleichzeitig, sofern ich mich nicht verzählt habe, der zehnte organisierte Marathon-Wettkampf, an dem ich mich mehr oder weniger gut ins Ziel gekämpft habe.

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Köln, Main, Koblenz, Monschau, Berlin, Hamburg und Monschau waren weitere Stationen. Aber der Lauf im Hochwald ist mit den anderen kaum vergleichbar, am ehesten vielleicht mit dem in Monschau in der schönen Eifel.

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Mit Marcel als Duo war ich am Samstag wieder unterwegs. Zumindest bis acht Kilometer vor dem Ziel. Bis dahin hatte ich meinen Lauffreund so weit gebremst, dass er noch ordentlich Körner übrig hatte und auf mein Signal, ich würde nun in etwas ruhigerem Tempo laufen, als Startschuss für einen langen Endspurt verstanden hat.

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Er war die verbleibende Strecke im Durchschnitt 30 Sekunden pro Kilometer schneller unterwegs als ich. Beachtlich, zumal ich gar nicht so langsam war und gerade auf den letzten drei Kilometern unter 5 Minuten/km geblieben bin, obwohl ich das Gefühl hatte, ich würde stehen.

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Aber nun von Beginn an: Mit reichlich Zeitpuffer in Schillingen angekommen, ist noch Zeit für das ein oder andere „Schwätzchen“, mit Organisator Rudi, mit Schlussläufer Hans-Peter, mit Papillon-Trail-Master Martin und natürlich mit dem ein oder anderen Starter der nur 45 Frauen und Männlein zählenden Marathongruppe.

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Von denen will dann auch keiner so richtig als erster an der Startlinie stehen. Der Hochwald-Marathon ist eben doch eher ein Genuss-Landschaftslauf als eine Hatz um Bestzeiten. Anstrengend ist er wegen der vielen Höhenmeter so oder so.

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Gewitterwetter war angesagt. Das sollte es allerdings erst in der folgenden Nacht geben. Bei prächtig blau-weißem Himmel lachtealso die Sonne und zeigt, was sie bei so einem Altweibersommertag noch drauf hat. Besonders in den Passagen ohne Schatten ist das sehr schweißtreibend.

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So ist klar, dass wir keine Getränke- und Verpflegungsstation auslassen werden. Und bei einer Zielzeit, die „Hauptsache unter 4 Stunden“ lautet, ist auch jeweils genug Puffer für ein kleines Päuschen und Schwätzchen mit den netten Streckenposten vom Spiridon e.V.

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Der Lauf ist wirklich ein Kracher. Landschaftlich superschön aber ordentlich fordernd mit seinen vielen Steigungen und Gefällstrecken. Zudem lauern jede Menge Stolperfallen in Form von Wurzeln. Die Naturwege ermahnen zu Aufmerksamkeit und schneller Reaktion.

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Ein Fest also für alle, die gerne auf Trails unterwegs sind. An diesem Tag ist es allerdings gut, wenn man nicht auch noch zu den Pilzliebhabern zählt. Denn es ist geradezu der Hammer, was da an Lamellen- und Röhrenleckereien am Wegesrand zur Sammelwut einlädt.

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Da ich kein Pilzkenner bin, bleibt es bei mir beim Staunen und weniger bei der Versuchung. Einer solchen widerstehe ich auch auf dem Wurzelweg hinauf zur Ruwerquelle. Der Versuchung, dort schnell hochzuspringen. Seit meinem vollkommen verkrampften Schienbein-Waden-Waterloo vor drei Jahren genau dort gehe ich diesen schönen Abschnitt geruhsam an, vor allem auf der zweiten Runde.

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Die folgt in Schillingen nach eine langen Sonderschleife, die bis an den Ortsrand von Kell am See führt. Die langen Steigungsstrecken im Anschluss machen das fast der mental mühsamste Abschnitt.

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Aber zumindest darf man sich dabei auf den Knüppeldamm freuen. Die Knüppel des Holzsteges sind zwar längst durch gut laufbare Bretter ersetzt. Der Abschnitt durch das Hochmoor gehört aber zweifellos zu den schönsten dieses Laufs.

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Das traditionelle Doppelportrait mit meinem Laufpartner dort muss dank des technischen Unvermögens einer netten Helferin zwar leider ausfallen.

Bild von Holger Teusch

Dafür hat mir aber Holger Teusch ein nettes Foto geschickt, das mich in einer noch nicht gesehenen Aktion zeigt. Also zumindest habe ich mich so noch nicht gesehen.

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Härter wird es dann noch einmal auf der zwei Kilometer langen Steigung acht Kilometer vor dem Ziel. Auf der hatte vor zwei Jahren Marcel seinen Einbruch. Diese Rechnung begleicht er in diesem Jahr souverän.

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Da die Marathonis auf der zweiten Runde auf die Starter des Halbmarathons treffen, ist es dann mit der Einsamkeit des Marathonlaufens vorbei. Das hat den Vorteil bei schweren Beinen, sich an einen Teilnehmer zu „hängen“, der das passende Tempo läuft.

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Den Hammermann glaube ich dann übrigens bei Kilometer 38 zu erblicken. Es ist aber nur ein Schatten. Und meine Autosuggestion, am letzten Verpflegungsstand drei Kilometer vor dem Ziel wäre das Rennen beendet, funktioniert auch. Der Rest der Strecke dient dann eben dem lockeren Auslaufen.

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Na ja, ganz locker ist das nicht. Ich freue mich, als mir Marc aus unserem Lauftreff beim Überholen motivierend auf die Schulter klopft. Gefühlt stehe ich zu diesem Zeitpunkt bereits, obwohl sich die Beine im Takt bewegen. Beim Blick auf die Kilometerzeiten soll sich allerdings herausstellen, dass es die schnellsten drei Kilometer des gesamten Laufes sind…

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Und dann ist doch noch das Ziel erreicht! Nicht ganz locker, vollkommen verschwitzt, aber doch mit Spaß und Stolz. Der dritte Philippides freut sich auf ein neues Zuhause. 3:50 Stunden sind eine passable Zeit.  Platz 6 insgesamt und in der Altersklasse 2. Na gut, bei 45 Startern, darunter eine Läuferin, die mit Gehstöcken (Krücken) unterwegs war, relativiert sich das.

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Und wieder folgen viele Glückwünsche und Gespräche mit lieben Lauffreunden. Dominik, der im Halbmarathon sensationell Dritter wurde. Rudi, Marc, Jens, Daniel, Michael, Toni, Bettina und viele andere sind die Helden dieses Hochwaldlaufes, der leider auch Verlierer hat.

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So trübt die Nachricht von drei notfallmedizinischen Fällen die Freude über die gelungene Veranstaltung dann doch deutlich. Als ich vor dem Lauf dieses Foto geschossen habe, dachte ich natürlich nicht, wie lebensrettend das Fahrzeug sein würde.

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Meine Gedanken sind besonders bei einem lieben Lauffreund aus der Eifel, der eng mit unserem Lauftreff verbunden ist. Er hatte auf der Hälfte der 5-Kilometer-Strecke einen Herzstillstand, wurde aber zum Glück sofort von zwei anderen Läufern wiederbelebt und dann ins Krankenhaus nach Trier gebracht. Ich hoffe, er wird das gut überstehen.

Aber auch zwei andere Läufer hatten mit der Hitze ihre Probleme. Darunter der Sieger des Marathons. Der ist nach der Siegerehrung zusammengeklappt.

Da war es doch weise, nicht zu viel aufs Tempo zu drücken.

Der offizielle Bericht zum Lauf findet sich hier