Aller Anfang ist schwer

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Um ein paar Tage verpasst habe ich meinen neunten Lauf- und Bloggeburtstag. Ein paar Gedanken dazu illustriere ich mit Fotos von meinem gemeinsamen Samstagslauf heute mit Marc. 23 Kilometer mit 437 Höhenmetern in 2:12 Stunden inklusive Foto und P…pausen. Als das alles hier losging, hätte ich niemals geglaubt, das irgendwann einmal als entspannte Runde zu bezeichnen.

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Tatsächlich war es am 24. November genau vor neuen Jahren, als ich meinen ersten Beitrag im Blog „midlifecrisis“  eingestellt habe, der seit Beginn 2014 zu midLAUFcrisis geworden ist. Der Titel bei der Premiere: Aller Anfang ist schwer.

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Ein Foto gab es damals noch nicht. Noch lange nicht, wie der Rückblick zeigt. Aber das ist alles Geschichte, und das jetzt und heute spielt sich nach Zehntausenden gelaufenen Kilometer, Tausenden Fotos, 1870 Einträgen und 15597 erhaltenen Kommentaren ab. Einige Hundert Beiträge sind vor einigen Jahren leider einer Virus-Attacke zum Opfer gefallen und ließen sich nicht mehr rekonstruieren.

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Der Fundus an Erinnerungen ist aber dennoch riesig und für mich persönlich wertvoll. Denn so lassen sich viele wunderbare Momente, Erlebnisse und Gefühle noch einmal nachempfinden. So viele Morgenläufe, Freundschaftsläufe, Wettkämpfe, Spinnereien und verbale Lustschreie, Höhen und Tiefen, Projekte und auch Verletzungspausen sind dokumentiert.

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Ich habe viele Bekanntschaften geschlossen, virtuell und oft danach auch real. Besonders wertvoll sind aber die tiefen Freundschaften, die sich daraus entwickelt haben.

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Und auch wenn Facebook inzwischen längst zum schnellen Multimedium geworden ist. Ich bin ein Blogger und liebe es, mehr als drei schnelle Sätze zu schreiben und den Gefällt-mir-Knopf zu drücken.

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Auch wenn es manchmal zeitlich gar nicht einfach ist, die Freundschaften zu pflegen. Aber es ist das richtige Leben, in dem gute Freundschaften das aushalten.

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Aller Anfang ist schwer – so habe ich meine ersten regelmäßigen Laufversuche im Teletubbi-Land überschrieben. Die Runden auf dem Unicampus laufe ich nur noch selten.  Die Freude am Laufen ist gewachsen, mehr und mehr. Sicher würde ich heute eine andere Zeile wählen: Es ist immer schön! Und manchmal ist es auch schön dreckig!

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Nachschlag

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Von dem schönen Freundschaftslauf am vergangenen Sonntag hatte ich ja bereits ausführlich berichtet. Es lag mir am Herzen, das auch für die Laufkolumne in dieser Woche in der Regionalzeitung Trierischer Voksfreund zu verwenden. Für die regelmäßigen Gäste meines Blogs ist es also so etwas wie ein textlicher Nachschlag. Ich hoffe, es gefällt trotzdem.

Unter Freunden

Alleine zu laufen, ist eine prima Sache. Die Gedanken können schweifen und sich an Themen festkrallen, die es wert sind, bedacht zu werden. Aber nur Solist sein, das hält der größte Einzelgänger auch beim Laufen nicht aus.

Wie wertvoll die Gesellschaft auch beim Sport sein kann, zeigt sich immer wieder.Zum Beispiel bei Freundschaftsläufen. Zeitlichen Druck gibt es dort in der Regel nicht. Die Gruppendynamik bestimmt das Tempo. Besonders gelungene Gemeinschaftsläufe sind natürlich jene, in denen sich die Stärksten an den Schwächsten orientieren.

So war es vor wenigen Tagen bei der lange vereinbarten Gemeinschaftstour zweier befreundeter Lauftreffs durch den herbstlichen Meulenwald: Viele unglaublich nette Menschen, viele Gespräche, eine Philosophie für das gemeinsame Tun. Allerdings gibt es für solche Freundschaftsläufe – sehr bekannt sind die in der Eifel – auch ein Gegenargument: Wer größten Wert darauf legt, nach dem Lauf zu wissen, wo er unterwegs war, muss darauf besonders achten. Denn unter Freunden gibt es so viel zu erzählen, dass die Aufmerksamkeit für den Wegeverlauf schwindet.

Ich weiß nun, was ich davor wusste: Der Meulenwald ist ein tolles Laufrevier. Wo ich genau unterwegs war? … Zum Glück bleibt dank Laufuhr dazu der Blick auf die Satelliten-Daten. Nach dem Lauf.

Nur eine Ahnung

… von möglichen Laufstrecken in Berlin-Tegel durfte ich gewinnen. Zu einem Lauf am Tegeler-See hat es an diesen beiden nebeligen Tagen in der Hauptstadt nicht gereicht. DSC03603

Praktisch ist es ja, wenn der Flugplatz im Nachbarland nur 40 Autominuten entfernt liegt. Von Hauptstadt zu Hauptstadt mit Luxair, das ist eine praktische und wegen des geringen Andrangs beim Boarding auch entspannte Sache. Wenn da nur nicht der Nebel wäre … DSC03633

Eine Stunde Zwangsstopp schon beim Hinflug. Und auch der Start des Rückfluges lässt auf sich warten. Genug Zeit also, schon mal in den Blog zu texten, auch wenn die Fotos noch auf der Kamerafestplatte parken und erst am Morgen danach ergänzt werden können.

Die ehemaligen Borsigwerke sind imposante Backsteingebäude am Rande Berlins. Wo einst Maschinenteile für Eisenbahn und allerlei andere Eisen und Stahl fressende Maschinen produziert wurden, ist ein Technologie- und Grünerzentrum entstanden, das offenbar floriert. DSC03619

Jedenfalls werden weiterhin riesige Gebäude abgerissen oder entkernt, um Raum für Innovationen der nachindustriellen Revolution zu schaffen. Ansonsten ist in diesem Teil der Stadt nicht viel los. Am nebelverhangenen See stehen vermutlich sehr teure Häuser. Viele Ruhe herrscht da. Und es gibt eine Shopping-Galerie, die größer ist als die Fußgängerzone mancher Kleinstadt.

Vor Seminarbeginn am Dienstag bleibt eben diese Stunde, um zumindest einen kleinen Spaziergang im Umkreis des Tagungshotels zu machen. Die Vorträge und Diskussionen gehen nahtlos ins Abendessen und dieser in den Plausch mit Kollegen über. An Laufen ist nicht zu denken. DSC03630

Auch am nächsten Morgen nicht, denn bei Dunkelheit in vollkommen unbekanntem Revier – das muss nicht sein. Und als dann auch am Nachmittag nach Ende des Workshops das Wetter nicht besser ist, fahre ich mit der U-Bahn lieber noch für einige Stunden in die Stadt, zumal auch keine Dusche mehr für die ursprünglich geplante nachsportliche Grundreinigung zur Verfügung steht.

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Häufig komme ich nicht nach Berlin, und so sind das Brandenburger Tor und der Reichstag Pflichtstationen dieses Kurzausfluges. Als Kind stand ich bei den Besuchen bei unseren Verwandten in Cottbus und dem dann obligatorischen Ausflug nach Ost-Berlin häufig an dem weiten abgesperrten Platz hinter dem Tor, der von Soldaten sichtbar gut bewacht wurde.

Durch das Tor gehen zu können ist auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ein tolles Gefühl. Zu meiner Überraschung ist es heute fast noch schöner als beim Berlin-Marathon vor einigen Jahren. DSC03644

Der Reichstag liegt nur einige Hundert Meter entfernt. Auf dem Weg dorthin ist das schwarze Wasser eine künstlichen runden Teichs zu finden, auf dessen dreieckige Mittelinsel ein Blumenstrauß abgelegt ist. Hier wird an die Sinti und Roma gedacht, die im Dritten Reich verfolgt, gequält und umgebracht worden sind.

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Geschichte ist ein wichtiges Thema in Berlin. Nicht die des Mittelalters oder der Römer, wie in Trier. In Berlin geht es um neuere Geschichte, um deutsche Geschichte, um die Wiedervereinigung. Aber noch beeindruckender und berührender ist die dunkle Geschichte Deutschlands, an die zum Beispiel das  Stelenfeld an der Cora-Berliner-Straße  erinnert.

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Die gleichen-ungleichen Betonsäulen werden bedrückend für alle, die auf dem gewellten Boden zwischen ihnen hindurchgehen. Das ist aber nichts gegen das Gefühl des Entsetzens, der Fassungslosigkeit, der Trauer und der Scham, das mir die Tränen in die Augen treibt am Ort der Information im Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

 

Wie konnten Menschen zu solchen Dingen fähig sein, die hier mal in nachrichtlicher Sprache, mal in Augenzeugenberichten und Briefausrissen, mal als gesprochene Kurzportraits ermordeter Frauen, Männer und Kinder an die Besucher herangetragen werden. Fotos, die das Unfassbare zeigen, die das Grauen der Ereignisse erahnen lassen.

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Die Gesichter der feixenden Offiziere und Soldaten, als sie einem orthodoxen Juden die Locken abschneiden, den sie danach erhängen werden … Zwei Polizisten, die mit ihren Dienstpistolen in ein wahres Feld nackter Frauenkörper schießen. Wie kann es dazu gekommen sein, dass so etwas möglich war? Dass Menschen nicht als Menschen, ja nicht einmal als Tiere betrachtet worden sind?

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Mein Flug nach Luxemburg verzögert sich noch einmal. Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl für die heutige Nacht … Aber das liegt wohl auch an dem, was ich in der Gedenkstätte gesehen und gelesen habe.

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Danach war noch einmal  Zeit,  das jetzt beleuchtete Brandenburger Tor zu bewundern.

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Tausende Lampen umspinnen die Linden Unter den Linden. Eine PR-Aktion von Vattenfahl. Viel los ist an einem Mittwochabend nicht in diesem Teil der Stadt. Das Lichtermeer bringt aber andere Gedanken. Und die Fahrt mit U-Bahn und Bus zum Flughafen Tegel ist eine gute Möglichkeit, sich über die Menschen Berlins Gedanken zu machen.

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Die „abgefahrenste Curry-Wurst der Stadt“ hätte ich allerdings mit etwas mehr Ruhe essen können. Das hätte mir zumindest etwas Zeit in dieser tristen und wenig belebten Abflughalle erspart …

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Der Flieger ist da. Endlich!

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Morgen früh wird gelaufen! Heute früh bin ich gelaufen. Ein echter Kontrast zur Großstadt.

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Bei Freunden

Lange war der Besuch im Meulenwald geplant. Mit den Freunden vom Laufreff Schweich eine schöne Runde auf wenig bekannten Pfaden. Das war der Plan.

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So fiel der gewohnte Samstagslauf aus. Besser gesagt, er wurde auf Sonntag verschoben. Start statt 8 um 9.30 Uhr. Die Hoffnung: möge sich der Morgennebel bis dahin verzogen haben.

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Die Suppe ist jedenfalls dicht in Trier, als wir zu viert starten. Marc, Jürgen und nach langer Zeit mal wieder Hightower Achim werden mit dem eigenen Auto zum Treffpunkt am Rothenburg kommen.

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Dort herrscht reger Betrieb, als wir ankommen. Offensichtlich hat die Einladung von Dirk auch an die Leute vom eigenen Lauftreff gewirkt. Jede Menge gut gelaunte Männer und Frauen im typischen Rot des LT Schweich halten sich fröhlich plappernd und auf der Stelle hüpfend der Kälte trotzend warm, bis die Truppe mit 35 Köpfen komplett ist.

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Unser Lauftreff hält mit edlem Schwarz dagegen. Lediglich Marcel setzt mit seiner blauen Jacke ein Gegengewicht. Und beim Lauftreff Schweich widersetzen sich ganz offenbar die meisten Frauen dem Hang zu roter Farbe …

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Die Sonne zeigt sich inzwischen als weiße Scheibe am nebligen Himmel, als Dirk die Truppe einstimmt auf 17 Kilometer über breite und ganz schmale Wege und Trails durch den Wald. Angesichts der vielen parkenden Autos sparen wir uns das Gruppenbild, bis wir an einer dem Anlass besser ins Bild passenden Stelle sind.

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Dort drücke ich einem Spaziergänger freundlich bittend meine Kameradin die Hand. Er macht auch schöne Fotos. Dumm nur, dass sich die Kamera-Auflösung auf Minimalwerte eingestellt hat. So geraten diese Fotos und noch einige andere ziemlich klein, bevor ich den Fehler bemerke.

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Shit happens. Blöd ist es dennoch, weil ich Dirk das Gruppenbild versprochen habe. Aber Läufer sind sich nicht böse. Und es gibt zum Glück noch einige schöne Bilder in gewohnter Qualität. Nur eben kein Gruppenbild.

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Aber die Bilder mit Menschen in Aktion sind eh schöner. Und Bewegung gibt es auf der wunderbaren Runde reichlich.

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Zunächst geht es hinauf, bis wir dem Nebel tatsächlich entkommen sind. Dann irgendwie kreuz und quer hinunter und hinauf. Jede Menge nette Gesprächspartner und -partnerinnen. Wo wir da genau gelaufen sind, muss erst einmal der Blick auf den gps-Track zeigen.

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Dirk zeigt uns sein persönliches „kleine Biest“. Die beiden „Biester“ im Olewiger Tiergartental haben bei ihm offenbar einen tieferen Eindruck hinterlassen.

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Ein Schluck am Quellheiligtum im Quinter Wald – hier war ich schon. Ob mich das wirklich sehend macht, wage ich zu bezweifeln. Beim letzten Mal hat das auch nicht genutzt …

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Dann geht es noch mal hoch und eine langes Gefälle hinunter, das dem Lauftreff Schweich  als Anstieg dazu dient, Bergkönig und Bergkönigin zu ermitteln. Die Regeln werden mit bereitwillig und mit breitem Grinsen erklärt. Wer im Training beim Berglauf am häufigsten mit den Ersten auf dem Berg ist, darf sich mit diesem Titel schmücken.

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Jeder kann diesen Titel nur einmal gewinnen. Und ich laufe diesen Abschnitte ganz offensichtlich mit fünf ehemaligen Königen hinunter, die nicht wenig stolz auf ihre Vereinstitel sind.

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Am Kaiserhammer, ehemals Schmiede und danach Ausflugslokal, sammelt sich die Gruppe wieder und macht sich auf die spannende Umrundung des Weihers. Der schmale Pfad am Rand des Gewässers muss mit Aufmerksamkeit gemeistert werden. Aber zum Glück rutscht niemand aus  oder landet im Wasser.

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Zeit für ein Erinnerungsfoto mit Dirk und Simone, der kleinen Flitzern, die ich noch von unserem Freundschaftslauf im Frühjahr kenne. Sie ist inzwischen beim Lauftreff Schweich heimisch geworden, der auch dank der neuen Tartanlaufbahn beim Schulzentrum Schweich regelrecht boomt. Dort treffen sich an jedem Dienstag um 19 Uhr bis zu 50 Sportbegeisterte zum Bahntraining.

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Vielleicht schaue ich da demnächst auch mal vorbei, wenn ich wieder in ein intensiveres Training einsteige. Aber das ist ein anderer Plan und eine andere Geschichte. Zunächst einmal gibt der lange Wolfgang das Tempo an, damit er rechtzeitig am Mittagstisch sitzen kann. Mit ihm verbindet sich vor allem der wunderbare gemeinsam gelaufene Monschau-Marathon. Und der Eifel-Marathon, bei dem ich ihm nicht mehr folgen konnte.

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Schön war es in Schweich. Vielen Dank an Dirk fürs organisieren.

Im Test: Brooks Adrenaline ASR 11 GTX

Als Allwetter- und Ganzjahresläufer ist der Herbst immer die Zeit, in der es sich lohnt, Über den richtigen Schuh für kühle und nasse Tage in Winter nachzudenken. Wieder den vertrauten Trailschuh, oder doch etwas Neues? Die Neugierde gewinnt: Auf Brooks Adrenaline werden in Läuferkreisen wahre Lobeshymnen geschrieben. Es gibt ihn bereits in der 14. Auflage. Dass seine wetterfeste Variante ebenfalls viel Lob verdient, sollte sich ab der ersten Runde mit den Brooks Adrenaline ASR 11 GTX zeigen.

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Für die Sympathie zu einem Laufschuh gilt ähnliches wie bei Menschen: Der erste Eindruck zählt. Demnach könnte mein neuer Brooks zu einem guten Freund werden. In Schwarz, Dunkelblau und Grasgrün gehalten, macht er einen edlen und hochwertigen Eindruck. Schon die erste Anprobe vermittelt – Überraschung – ein Sofagefühl. Der Innenschuh schließt sich angenehm und nicht zu hart um den gesamten Fuß. Breite Füße könnten ein wenig Platzangst bekommen. Bei mir passt es, was sich auch bei den ersten Schritten und Kilometern und nach zwei Stunden nicht ändert.

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Aber bevor der Testspaß los geht, ein Blick auf die Sohle. Die verspricht Spaß im Gelände und macht wegen des nicht zu groben Profils Hoffnung darauf, dass der Gripp auch auf befestigten Wegen und Straßen nicht verloren geht. Der leicht verlängerte Aufprallbereich unter der Ferse fällt nicht so sehr auf wie zum Beispiel beim Adidas Riot. Er soll vor allem bergab für weniger Ausrutscher und eine gute Abrollbewegung sorgen. Auffällig in dem weiß abgesetzten Mittelfußteil in der Sohle ist neben der grau abgesetzten Pronationsstütze ein grüner Punkt unter der Ferse, der beim Fingerdrucktest ziemlich leicht nachgibt. „DNA“ ist darauf geprägt. Ist das nicht der Begriff für die spiralförmigen Chromosomenfäden von Lebewesen?

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Tatsächlich, die Spezialisten von Brooks werben damit, sie hätten es geschafft, die Läufer-DNA zu entschlüsseln und diese Erkenntnisse in ein Dämpfungssystem zu packen, das sich individuell den Bedürfnissen aller Läufer anpasst: gleich gute Dämpfungswerte für leicht und schwere, für langsame und schnelle Läufer. Ob das wirklich funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Denn ich habe es versäumt, mir zum Vergleich 30 Kilogramm zusätzliches Gewicht umzubinden. Mir als Leichtgewicht tun die DNA-Pads allerdings gut. Gerade im Gelände dürfen Schuhe nicht zu weich sein. Zu hart reduziert aber auch den Spaß, vor allem wenn die Runde mal wieder etwas länger wird.

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MoGo nennt Brooks zudem das, was bei Adidas Boost heißt, ein weiteres wichtiges Element der Zwischensohle, das bei unterschiedlichen Temperaturen gleich gut dämpfen soll: Polymerstrukturen, die an Styroporkügelchen erinnern. Anders als bei Adidas lassen sich diese Strukturen allerdings erst bei genauem Hinsehen erkennen.

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Und wie ist der Schuh in der Praxis? Egal ob beim lockeren Trainingslauf, beim Geländehalbmarathon oder beim Wettlauf über gemischte und unterschiedlich profilierte Streckenpassagen: Der Brooks Adrenaline ASR 11 GTX bleibt mein Freund. Ausrutscher bleiben die Ausnahme. Auf Wald- und Wiesenwegen und Trails macht dieser Schuh tatsächlich so viel Spaß, dass Adrenalin in die Blutbahn schießt. Er bietet viel Trittsicherheit auch im Matsch, bergauf und bergab, ist sehr bequem und zudem dank GoreTex wasserdicht. Ein Staufach – sehr praktisch bei Asics – für die gut greifenden Schnürsenkel fehlt zwar, aber mit einer Doppelschleife kann nichts passieren. Lediglich auf nassen Asphalt mit vielen Blättern ist etwas Vorsicht geboten.

Das mit 330 Gramm nicht gerade geringe Gewicht stört mich persönlich übrigens nicht. Für einen gestützten GoreTex-Trailschuh ist das auch nicht sonderlich viel. In der Damenvariante sind es sogar weniger als 300 Gramm. Die Sprengung liegt bei zwölf Millimetern.

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Fazit: Wer einen guten Schuh für den Herbst und Winter sucht, trifft mit dem Adrenalin ASR eine gute und hochwertige Wahl, sofern er nicht nur auf Asphalt ausgeführt wird. Dann wäre die Straßenschuhversion besser. Denn der ASR spielt seine Stärken auf Trails und unbefestigten Wegen aus. In meinem Schuhregal wird er sich gegen den Asics Trabuco und den Adidas Riot 5 durchsetzen müssen. Die Chancen dafür sind groß.

Vielen Dank an Keller Sports für das Testmaterial

 

Neun-Ender

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Vielen Dank an Steve! Er hat mich doch direkt für die Laufkolumne in dieser Woche inspiriert. Es war nicht viel Platz auf der Seite. Aber dafür ist der Text schön kurz. Ich garniere das mal mit den Fotos von meinem Drachenlauf heute früh. Da habe ich wirklich nur diese drei Bilder gemacht. Dafür war die Zeit dann relativ flott. Das macht auch mal Spaß. Und jetzt behaupte keiner, das liege an meinem Alter 😉

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Neun-Ender

Besondere Jahre sind jene, die vor einem runden Geburtstag liegen. Zu den sogenannten Neun-Endern gibt es natürlich auch wissenschaftliche Studien, die von Spiegel-Online mit Verweis auf Universitäten in den USA beschrieben werden. Demnach denken die 29-, 39- oder 49-Jährigen überall in der Welt besonders häufig über den Sinn des Lebens nach und geraten häufiger als sonst in die „Midlifecrisis“. Vor zehn Jahren hatte ich meinem Internetblog diesen Namen gegeben. Da die Krise aber nicht eintraf, heißt er inzwischen midLAUFcrisis.
Womit wir wieder bei den Studien wären: Unter den Neun-Endern gibt es nicht nur überdurchschnittlich viele Selbstmörder, sondern auch überdurchschnittlich viele Marathon-Erstteilnehmer (was Nichtläufer gerne gleichsetzen). Warum mich das interessiert? Raten Sie mal. Zum Glück steht in der Studie auch, dass Marathonläufer am Ende einer Dekade schneller laufen als in den Jahren davor und danach. Na also: besondere Jahre!

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