Porta

Die Porta Nigra ist vermutlich das berühmteste Wahrzeichen Triers. Denn sie gehört zu den am besten erhaltenen römischen Stadttoren. Zu verdanken ist das einem Einsiedler und Napoleon Bonaparte.

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Der Einsiedler Simeon ließ sich im Jahr 1030 in einen der Türme einmauern, starb dort und wurde heilig gesprochen. Das alte Tor wurde daraufhin zur Kirche umgebaut, bis Napoleon  als Fan der römischen Zeit 1802 nach Trier kam und verfügte, die Kirche wieder zur fast ursprünglichen Porta zurück zu bauen.

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Die Porta ist also immer einen Besuch wert. Man muss sich ja nicht gleich einmauern lassen. Unter den Torbogen hindurchlaufen geht auch. Und das musste kurz vor dem Jahresende noch mal sein, gemeinsam mit den Freunden vom Lauftreff. Und weil Trier noch so schön weihnachtlich leuchtet, musste meine kleine Kamera noch mal zeigen, was sie ohne Stativ an einem dunklen Dezembertag drauf hat. Beim Porta-Bild war ich wohl nicht etwas außer Atem ..

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Morgen ist dann also Silvesterstimmung in Trier. Den dazugehörigen Lauf werde ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Es sind nur acht 1000-Meter-Runden mit jede Menge Verkehr auf der Strecke und hoffentlich noch vielen Zuschauern am Rand. Die meisten von ihnen kommen ja nicht, um die Volksläufer zu sehen, sondern Stars wie Arne Gabius, Moses Kipsiro, Homiyu Tesfaye, Corinna Harrer oder Eleni Gebrehiwot.

Ich werde mir wieder einmal vornehmen, gemütlich zu laufen und die Stimmung zu genießen. Mal sehen …

Euch allen einen tollen letzten Tag des Jahres. Kommt gut hinüber nach 2015!

Winter

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Es hat geschneit, auch in Trier. Das war gestern. Und angesichts des doch recht feuchten Wintereinbruchs im Tal, musste ich unbedingt weiter nach oben, um zumindest einige Schritte im Schnee machen zu können.

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Vermutlich haben alle, die mich gesehen haben, für ein wenig verrückt gehalten, bei diesem Wetter zu laufen.

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Aber mit richtiger Kleidung und ausnahmsweise mal Musik auf den Ohren ist  das kein Problem, auch wenn der Untergrund teilweise wirklich nass und der Wind auf der Höhe heftig ist. Es ist schöner, als es scheint.

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Ich wollte unbedingt auf den Schellberg, mit 420 Metern die höchste Erhebung, die in einer läuferisch einigermaßen für so einen Tag machbaren Entfernung liegt.

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Von dort zurück oder doch die Fünferrunde durch den Wald? Meine Beine wollen unbedingt dahin, wo der Ausblick auf das Ruwertal so schön ist. Dort unten liegt kein Schnee.

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Und auch im Wald ist die weiße Pracht teilweise sehr dezent. Aber es gibt tatsächlich unberührte Pfade, auf denen Der Schnee tatsächlich seinen Namen verdient. Gel und etwas Wasser habe ich mitgenommen. Das hilft mir dabei, auch die letzten sieben Kilometer ohne Probleme zu meistern.

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Auf denen ist es zeitweise wirklich nass. Ein Laufen durch Pfützen und Schneematsch. Aber dank meiner Trabuco gibt es keine klagen Füße. Nass sind die am Ende zwar trotz GoreTex. Aber das ist nicht schlimm.

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So freue ich mich über die Domäne Avelsbach im dezenten Winterkleid. Natürlich auch über die Schneemänner, die auf richtiges Winterwetter hoffen

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Und den Himmel anbeten.

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Ihr Wunsch soll sich am folgenden Tag erfüllen.

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Blauer Himmel, Sonne, Kälte. Schade, dass es dann doch so wenig im Moseltal geschneit hat. In der Eifel werden Schneeverwehungen gemeldet. Da werde ich dann mal in den kommenden Tagen hinfahren.

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Heute mit Karin eine entspannte 9er Runde. Auslaufen für die 21 intensiven Kilometer gestern. Bei diesem Wetter ein Genuss.

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Schade, dass es mit dem sonnigen Wetter morgen schon wieder vorbei sein soll.

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Vorzeichen

Ruhig und gemütlich war der Weihnachtsabend. Viele Kalorien und ein guter Wein. Davor eine besinnliche Messe in St. Augustinus, der vermutlich am besten geheizten Kirche Triers. Gedanken an liebe Menschen, die nicht mehr unter uns weilen …

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Heute dann kein Regen! Lücken in der Wolkendecke! Wann hat es das denn zuletzt gegeben?

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Ab und an sogar ein Hauch von Sonne! Ein Versprechen für die kommenden Tage.

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Ja, es soll tatsächlich zum Wochenende hin sonnig werden, bei winterlichen Temperaturen. Nachts -7 Grad, tagsüber immer noch deutlich unter dem Gefrierpunkt. Das wäre ja mal etwas. Knirschwetter, sozusagen. Das bedeutet an der Mosel nicht das Laufen auf Muschelschalen, wie an der Ostsee. Vielmehr knirschen hier die gefrosteten Erdkrumen auf den Weinbergswegen und Trails.

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Und wenn alles stimmt, fällt davor sogar etwas Schnee. Aber das kann ich noch nicht so recht glauben. Erst, wenn ich es sehe.

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Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!

Düdeldei

Wo ist er denn?

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Hier vielleicht?

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Oder hier?

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Hier geht es wohl lang!

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Ja, gerade noch rechtzeitig!

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Und es wirkt!

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Ein Lauftreff mit einem besonderen Verpflegungsstop. Das knallt, deshalb nur ein Tässchen bitte.

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Dann läuft es sich gut gelaunt, aber noch immer sicher nach Hause.

Düdeldei …

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!

Ganz schön lang

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23 Kilometer können ganz schön lang sein. Das hatte ich nach all den Läufen zwischen 30 und 58 Kilometern in diesem Jahr schon fast vergessen. Aber nach dem Doppelmarathon auf dem Moselsteig habe ich die Umfänge deutlich reduziert. Zwei Monate lang maximal 16 Kilometer. Da lässt die Kondition ganz schön schnell nach.

 

Aber vielleicht liegt es ja auch an dem 12,5 Stunden-Tag gestern, warum die Beine am Ende ungewohnt schwer geworden sind. Fünf Stunden im strömenden Regen und mit durchnässten Schuhen wegen zwölf Idioten der NPD, die glauben, mit ihren Parolen gegen Asylbewerber die Menschen zu nerven. Die braunen Gesinnungsbrüder schafften es zumindest, fast 300 Gegendemonstranten und 150 Polizisten zu mobilisieren. Zumindest die Demonstration für eine bunte Gesellschaft hat mir gut gefallen.

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So ganz einfach war es aber nicht, heute früh um kurz vor 7 Uhr aus dem nett zu kommen, um in einigermaßen brauchbarer Verfassung eine Stunde später am Treffpunkt für den Samstagslauf zu sein. Diese Stunde inklusive zwei Tassen Tee und einem kleinen Frühstück brauche ich immer, um in die Pötte zu kommen.

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Marc und Marcel sind schon da, als ich pünktlich am Sportplatz angewackelt komme. Christoph hat sich für heute entschuldigt, läuft am Sonntag mit Achim und Jürgen, die sich in diesem Jahr überwiegend als Duo ausgeklinkt haben. Wir müssen auf den Petrisberg, weil dort um 8.15 Uhr Frank am Turm Luxemburg wartet – was nicht so ist. Als wir ihn am Ende unserer langen Runde dann doch noch begegnen klärt sich, dass wir uns um ein oder zwei Minuten verpasst haben, obwohl wir zwölf Minuten Warterunden gedreht hatten.

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Als Trio laufen wir also zunächst eine gemütliche Runde auf dem Petrisberg, inklusive Ausblick auf die erwachende Stadt. Dann hinüber nach Neu-Kürenz und die lange Steigung hinauf zur Schell. Da oben ist es zwar wesentlich trockener als vor einer Woche. Dafür erwischt uns der eisige Gegenwind auf der Querung in Richtung Stadt voll. Aus fünf Grad plus werden das gefühlte minus zehn. Marcel, der fast in sommerlichem Outfit unterwegs ist, scheint das nicht wirklich zu stören.

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Mit seiner Frage, nach meinen schönsten Momenten im vergangenen Jahr bringt er mich tatsächlich erst einmal ins Grübeln. Drei große Lauferlebnisse sind in jedem Fall dabei. Der Freundschaftslauf des Lauftreffs, der Lauf zur Nordsee und das Wochenende auf dem Moselsteig. Auf eine umfassende Bilanz habe ich aber noch keine Lust.

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Nach 2:20 Stunden kommen wir schließlich wieder in Olewig an. Marcel hat sich Frank nochmal für weitere fünf Kilometer angeschlossen. Der hat einfach nach wie vor eine Riesenkondition. Hier die Details zum Lauf.

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Läuferblues

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Ich schreibe nicht gerne vom Inneren Schweinehund. Das tue ich auch nicht in meiner neuen Laufkolumne für meine Regionalzeitung Trierischer Volksfreund. Für alle, die sich in diesen düsteren Tagen dennoch nur schwer zum Sport motivieren können, soll sie aber ein Anstoß sein.

Läuferblues

Regen, Nebel, Düsternis … Reden Sie mit ihren Bekannten und Freunden auch so oft über das Wetter? Gerade vor Weihnachten, wo jeder aus nicht ganz rationalen Gründen auf Schnee hofft, dominieren die Klagen über den furchtbar nasskalten Spätherbst die zwischenmenschliche Kommunikation.
Wer dennoch läuft, weiß die mitleidigen Blicke beschirmter oder automobilisierter Mitbürger auf sich gerichtet. Wie kann man nur?!
Die Antwort ist simpel: Es macht Spaß und wirkt belebend, sofern die Sportbekleidung richtig gewählt ist. Wer sich durch Bewegung warm hält, friert auch nicht im Nassen. Wen diese Argumente nicht überzeugen, sich die in den vergangenen Monaten erlaufene Fitness über die Wintermonate zu erhalten, dem empfehle ich einen Blick nach Schweden. Nicht etwa, weil dort die Tage derzeit noch kürzer sind als in Deutschland. Im Karolinska-Institut bei Stockholm, eine der größten und angesehensten medizinischen Universitäten Europas, haben Wissenschaftler Beweise dafür erbracht, was Läufer schon immer ahnten: Körperliche Bewegung baut Stress ab und schützt vor depressiven Stimmungen.
Demnach haben trainierte Muskeln eine ähnliche Reinigungsfunktion für den Körper wie Niere oder Leber, allerdings bezogen auf den Signalstoff Kynurenin, den der Körper bei Stress vermehrt erzeugt und der Depressionen auslösen kann. Regelmäßiger Sport, so die Erkenntnisse der Forscher, wirke bei leichten bis mittelschweren Depressionen ähnlich wie Antidepressiva.
Schwimmen, Radfahren oder Laufen wirken demnach doppelt: Körperliches Training macht fit und baut Stress ab. Einen wirklichen Läuferblues gibt es also nicht – wir müssen uns nur dazu überwinden, ihm davonlaufen.