Auf eisigen Höhen

Samstag! Kein Tempolauf! Ruhige 20 Kilometer plus x. Da soll es auch nicht zu flach zugehen wie unter der Woche. Mit Dominik, wir sind wieder als Duo unterwegs, weil der Lauftreff-Coach kränkelt und in Bekond der Zitronenkrämerlauf am Nachmittag die anderen Samstagsläufer lockt.

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Um 8 Uhr also Start zunächst auf den Petrisberg über teilweise doch sehr vermatschte Wege. Auch wenn sich die Beine nach der intensiven Einheit vom Freitag vergleichsweise gut anfühlen. Die Berglaufstrecke macht doch einige Mühe heute. Aber es ist schön, mal wieder auf Trier zu blicken. Und in Richtung Hunsrück sind die Hügel weiß überzuckert. Also nichts wie hin.

Über Neu-Kürenz wieder die giftige Steigung hoch nach Alt-Tarforst. Und weiter hinauf auf die Höhe. Weiß ist die Landschaft nicht, aber doch winterlich. Und es ist ziemlich kalt, so dass der Weg sich teilweise in eine Eispiste verwandelt hat. Vor allem, wo am Vortag noch das Wasser über den Weg lief, ist Vorsicht angebracht.

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Aber wir überstehen auch diesen langen Aufstieg heil, in Vorfreude auf den Rest der Strecke, der überwiegend bergab führt. Erst Tarforst, dann zur alten Irischer Eiche und von dort nicht durch den Wald, sondern auf dem befestigten Rundweg um das Baugebiet BU13, noch ein Schlenker durch das Teletubbiland am Unilaufpfad und über den Campus.

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Auf dem Kleeburger Weg geht es dann wieder hinunter. Bernhard Sesternheimer und seine Partnerin dieseln uns dort bergauf entgegen. Eine freundliche Worte gewechselt und dann noch drei Steigerungsläufe, wie es im Trainingsplan von Jens vorgegeben ist. 21 Kilometer sollen heute genügen. Am Montag geht es schließlich schon wieder weiter, vermutlich mit Intervallen. Aber bis dahin lege ich die Beine hoch. Na ja, nicht wirklich. Aber laufen werde ich in den nächsten 36 Stunden nicht.

Wer hat’s erfunden?

Ich glaube, die Schweizer muss ich in diesem Fall in Schutz nehmen. Sie haben bestimmt nicht Tempodauerläufe erfunden. Diese moderne Form der Folter für Läufer soll ja einmal in der Woche sinnvoll und effektiv für die Verbesserung von Tempo und Durchhaltevermögen sein. Und dennoch war ich heute früh nahe daran abzubrechen.

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11 Kilometer standen da auf dem Plan. In der Anmoderation hat Coach Jens von 4:15 min/km geschrieben. Das wäre das geplante Wettkampftempo für den Düsseldorf-Marathon. Im Plantableau eingetragen ist 4:20/km. Beide Zeitvorgaben sind für mich nach dem Jahr der langen Geländeläufe noch sehr ambitioniert. Entsprechend groß war die Anspannung, als ich mich um 7.30 Uhr auf den Weg gemacht habe. Zunächst zehn Minuten auf dem Weg zur Mosel in ruhigem Tempo mit einigen Lauf-ABC-Übungen, dann noch drei Steigerungsläufe über jeweils 100 Meter – und dann: Start frei.

Den verbleibenden Kilometer bis zum Moselradweg flott durch die Stadt. Dann der strategische Fehler, zunächst moselabwärts zu laufen. Denn der Rückweg „bergauf“ wurde wirklich zur Tortour und Belastungsprobe. Nur mit einigen mentalen Tricks waren die elf Kilometer zu überstehen. Immer wieder zwischendurch der Blick auf die Uhr und die Selbstmotivation in diesem oder schnellerem Tempo weiterzulaufen.

Beendet habe ich den Tempolauf auf dem Moselradweg. 4:19 min/km zeigt die Uhr schließlich  als Durchschnittspace an.  Zurück nach Olewig bin ich dann in aller Ruhe getrabt, auch wenn das 20 statt 10 Minuten Auslaufen bedeutet hat.

Bis zum 26. April gibt es noch viel zu tun …

Gespenstisch!

Heute ist Laufpause. Aber für diesen Tag habe ich ja noch die Laufkolumne. Die Saison startet wieder. Mit einem interessanten Lauf.

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Gespenstisch!

Das Zitronenkrämerkreuz bei Bekond ist einer von vielen Orten in unserer schönen Region, um den sich Legenden ranken. Wo heute oberhalb des Moseltals die steinerne Landmarke zum Innehalten einlädt, soll 1687 ein Händler von Räubern überfallen und getötet worden sein. Ob die es auch auf seine Ware abgesehen hatten, ist nicht überliefert. Der brave Ambrosius Cavore hatte Zitronen im Gepäck.

Die vitaminreiche Zitrusfrucht wird auch heute noch geschätzt, besonders von den Teilnehmern des Zitronenkrämerlaufs, der traditionell die Saison der Volksläufe in unserer Region eröffnet. Die Strecke ist anspruchsvoll. Wer ins Ziel kommt, erhält eine prächtige Zitrone zur Belohnung. Für die Schnellsten gibt es zudem einen Sack Kartoffeln. Die Prämierung mit Naturalien passt gut zum Motto der Veranstaltung. Kaspar Portz und sein Verein Bekond Aktiv nehmen keine Startgebühren, sondern bitten um eine Spende für „Eine Runde gegen den Hunger“, ihr Schulprojekt in Ruanda.

Wenn sich am Samstag um 14.30 Uhr der Läufertross am Sportplatz Bekond auf den Weg macht, werden sie allerdings eine neue Streckenvariante kennenlernen. In diesem Jahr geht es auf asphaltierten Weinbergswegen rund um den Rudemsberg. Der ist ebenfalls ein mystischer Ort, an dem der Legende nach der Geist des Rudemsmännchens ruhelos unterwegs sein soll, als Strafe für seinen Betrug bei einem Grundstücksstreit.

Die lange Steigung von Schleich hoch zum Zitronenkrämerkreuz bleibt den Läufern also erspart. Das ist sicher gut, vor allem weil rund um den Aussichtspunkt am Samstag scharf geschossen wird. Es ist Jagdzeit. Und niemand will, dass sich ein weiteres Kreuz hinzugesellt. Dann lieber ein Wettlauf mit dem Rudemsmännchen.

Bedingt gebremst

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Wer gestern einen Trainingsbericht von mir erwartet hat, wurde enttäuscht. Ich hatte beruflich von 9 bis 22 Uhr einfach so viel zu tun, dass ein Blogbeitrag nicht möglich war. Da aber eh vermutlich nur etwas von einer leicht verkürzten Gymnastik-Einheit zu lesen gewesen wäre, ist das nicht weiter schlimm. DSC04287

Heute genieße ich die Vorzüge eines freien Tages. Einen meiner Vorsätze setze ich bislang vorbildlich um: in der Woche nach einem Sonntagsdienst nehme ich konsequenter den Ausgleichstag. Dann bleibt der Akku länger leistungsfähig.

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Da heute 16 Kilometer auf dem Plan standen, passte der freie Tag eh gut. So konnte ich mich mit Dominik verabreden, der mit mir gemeinsam das Abenteuer schneller Marathon angeht. Er bringt die Schnelligkeit mit, ich die Erfahrung. Eine gute Kombination also. Und wenn es soweit ist, werde ich mich bestimmt besser als heute durchsetzen, wenn wir zu flott sind. Auf unserer langen Tour durch die Stadt und an der Mosel waren wir in einem Durchschnittstempo von 4:56 min/km unterwegs. 5:10 war die Vorgabe von Coach Jens. Der wird nun vermutlich wieder mahnend das Wort erheben, wir sollen nicht zu ambitioniert sein.

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Eine Runde um die Mattheiser Weiher – Moselschleuse – lange Gerade am Fluss bis auf Höhe Moselstadion, dann auf ungewohnten Wegen durch Trier-Nord – Simeonstraße und Palastgarten, wo Kinder sich begeistert auf die letzten Schneereste stürzen, und am Amphitheater vorbei zurück nach Olewig. Vor und nach dem Kernlauf kamen nochmal etwa drei Kilometer in sehr ruhigen Tempo hinzu, inklusive Lauf-ABC-Übungen. Ja, sogar die lasse ich nicht aus, Jens!

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Im Garten blühen die Christrosen. Nicht mehr lange, dann werden auch Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen sich zeigen. Angesichts der Wettervorhersagen für die nächsten Tage würde ich an deren Stelle aber nochmal den Kopf einziehen.

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  • 16 Kilometer im Tempo 5:10 min/km
  • Stretching
  • Black-roll

So einfach war heute der Plan gestrickt. Morgen ein Ruhetag und am Freitag ein Tempodauerlauf. Unter uns: Wenn ich auf die Zeitvorgabe dafür schaue, wird mir doch etwas mulmig. Zu schnell werde ich da definitiv nicht sein …

 

 

13

Die 13 ist eine magische Zahl. Manche glauben sogar, dass sie Unglück bringt. Das zumindest war heute nicht so. Ich habe die 13 Sprinteinlagen, die im Trainingsplan für den Einstieg in die Woche vorgegeben waren, trotz früher Uhrzeit – 6:30 Uhr; was tut man nicht alles für eine schnelle Marathonzeit .. – und schneebedeckter Rennstrecke unfallfrei überstanden. Und verzählt habe ich mich auch nicht.

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Die Vorgabe von 42 Sekunden auf 200 Metern habe ich zwar im Durchschnitt nicht geschafft. Aber bei rutschigem Untergrund und mit Trailschuhen sind 45 Sekunden auch nicht schlecht, oder?

So war es mit 15 Minuten Vor- und Nachglühen insgesamt eine kürzere Einheit. Dafür freute sich meine Blackroll wieder einmal über einen etwas exzessiveren Gebrauch, bevor um 9 Uhr der Gerichtstermin anstand. Keine Sorge – ich bin nur Berichterstatter. Ein kapitaler Fall von Veruntreuung durch einen Berufsbetreuer. Er hat eingeräumt, zwölf Schutzbefohlene um 170 000 Euro erleichtert zu haben.

  • 15 Minuten Einlaufen
  • 3 Steigerungen
  • 13×200 Meter in je 42 Sekunden mit je 200 Metern Trabpause
  • 15 Minuten Auslaufen
  • Blackroll

 

In den Schnee

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Der Samstag ist dem Lauftreff vorbehalten. Daran ändert auch die Vorbereitung auf den Düsseldorf-Marathon am 26. April nichts. Eher im Gegenteil, denn wieder haben alle, die heute dabei sind, für den Lauf gemeldet.

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Nach der doch anspruchsvollen Woche müssen zu viele Höhenmeter nicht sein. Und so laufen wir auf meinen Vorschlag die Runde, die ich acht Tage davor noch als etwas öde abgelehnt hatte.

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Durch die Stadt zur Kaiser-Wilhelm-Brücke, an der Mosel entlang bis zur Eisenbahnbrücke Pfalzel und durch Riverisseidlung, dann das Aveler Tal hinauf bis nach Tarforst und über Uni-Campus und Klebriger Weg zurück zum Sportplatz in Olewig.

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Es ist  klar, dass wir in den Schneefall laufen werden. Zu eindeutig alle Vorhersagen und das Wetterradar. Kleidungstechnisch sind wir deshalb entsprechend ausgerüstet. Aber bis die ersten Flocken vom Himmel purzeln, sind wir schon 75 Minuten unterwegs. Marcel hat sich leider kurz vor Pfalzel verabschiedet. Er will heute lieber sein eigenes Ding machen.

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So ist es ein Trio, das sich durch das immer dichter werdende Schneetreiben kämpft. Die Pace-Vorgabe im Trainingsplan lautet 5:30 Min/km. Ganz schaffen wir das im Durchschnitt nicht. Aber daran ist vor allem der doch anspruchsvolle lange Anstieg durch das Aveler Tal schuld.

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Und dann am Ende noch drei Steigerungsläufe für Marc und mich. Man(n) gönnt sich ja sonst nichts. Alles gut!

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… und es schneit weiter …

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