Abschuss zum Abschluss

In meiner fränkischen Heimat bedeutet Abschuss manchmal auch so etwas wie höchster Genuss. Deshalb ist mein heutiger Abschlusslauf am letzten Tag vor dem ersten Arbeitstag des neuen Jahres wirklich der Abschuss.

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In Trier wieder dicker Nebel und eisige Temperaturen. Den ursprünglichen Plan, kurz nach Sonnenaufgang zu starten, ändere ich deshalb und lese zunächst in Ruhe die Zeitung, für die ich ab morgen wieder texte. Dann das Umziehen in Laufklamotten als Zeremonie. Da im Tal die Suppe wirklich dick ist, fahre ich mit dem Auto noch einmal nach Hockweiler, das – anders als gestern – heute die Nebelgrenze markiert.

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Aber das ist allemal besser als im eisigen Dunst unterwegs zu sein. Und mein Weg führt zudem noch einmal einige Dutzend Höhenmeter hinauf, zum Geizenkreutz und danach weiter in bislang unbekanntes Terrain in Richtung Geizenburg und Ollmuth.

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Die vereinzelten eisigen Passagen lassen sich auf dem gefrorenen Acker gut umlaufen. Die Entscheidung für diese Tour war richtig. Denn auch wenn immer wieder Wolken und Nebelschwaden heraufziehen und einen azurblauen Himmel verhindern. Es ist überwiegend sonnig. Und der zu kleinen Eiskunstwerken gefrorene Reif an Ästen, Gräsern und Zäunen ist tatsächlich ein Augenschmauß.

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Kein Wunder also, dass ich diesen zweistündigen Lauf häufig unterbreche und wieder reichlich fotografiere. Aber die insgesamt 16 Kilometer mit +-420 Höhenmetern sind dennoch nicht ohne. Vor allem der Anstieg vom Franzenheimer Bach, zu dem ich auf der zweiten Runde hinuntergelaufen bin, wieder hinauf nach Hockweiler, hat es in sich.

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Auf halbem Weg nach oben wird es wieder eisig. Der Nebel ist gestiegen und hüllt auch den Ort wieder ein. Die kleine Stärkung und das Fläschchen Wasser, das ich in der Gesäßtasche mitgenommen habe, tun nun gut.

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In Trier zeigt sich die Sonne heute übrigens gerade einmal 15 Minuten hinter einem kurz gelichteten Nebelschleier. Alles richtig gemacht. Kraft getankt für den Wiedereinstieg in den Berufsalltag.

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Wer mag, kann noch eine kleine Diaschau zu ruhigen Gitarrenklängen genießen.

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16 Gedanken zu „Abschuss zum Abschluss

  1. Oh yeah…coole Bilder!
    Da mag man morgen überhaupt nicht arbeiten gehen.

    Viele Spaß am ersten Arbeitstag im neuen Jahr

    • Danke Steve,

      heute ist es wieder trüb im Moselland, auch auf den Höhen. Da fällt der Einstieg nicht ganz so schwer. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

    • Liebe Margitta,

      nein, ich war ned in Unnerfrangen, habe nur ein wenig mit Erinnerungen an die alte Heimat gespielt. Die Belohnung war dennoch sehr schön.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  2. Lieber Rainer,

    da hast Du wirklich alles richtig gemacht, einfach nur herrliche Eindrücke der eisigen Luft und dennoch Sonne getankt. Da hatten wir es heute besser, der Brotteig durfte im Wohnzimmer im Sonnenlicht aufgehen 😀
    Der ausgiebige Spaziergang in der Mittagssonne hat dann für den ausgefallenen Lauf entschädigt.

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      tolle Eindrücke getankt. Ihr habt dafür eine leckeres Brot, wie ich vermute. Und dazu noch einen tollen Spaziergang. Das ist doch auch nicht zu verachten. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  3. Ein toller Lauf zum Urlaubsabschluss! Und viele schöne Fotos hast Du wieder mitgebracht, lieber Rainer!
    Morgen einen guten Start in den Job.
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Danke für das Kompliment, Bianca. Auch für Deine guten Wünsche zum Arbeitseinstieg. Bislang ist es in Ordnung 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  4. „Abschuss“ als Bezeichnung für „höchsten Genuss“ -- das Fränkische ist schon eine sehr eigene Mundart. „Sich abschießen“ kenne ich nur als Synonym für „sich total betrinken“ -- was ja für manchen auch „höchster Genuss sein mag“. 😉

    Diesbezüglich gehen die Meinungen sicher weit auseinander. Bezüglich der Eindrücke, die du zu deinem Lauf festgehalten hast, ganz bestimmt nicht: Die sind einfach zauberhaft! Den letzten freien Tag perfekt zum Auftanken genutzt -- ich hoffe für dich, dass du davon kräftig zehren kannst, und wünsche dir einen richtig guten und möglichst stressfreien Wiedereinstieg!

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Ich vermute mal, da hatte irgendwer in meiner fränkischen Heimat falsch verstanden und so eine neue Bedeutung geboren. Ich bin gestern jedenfalls ganz ohne Alkohol ausgekommen. 😉

      Jetzt gilt es, mit den Kräften so zu haushalten, dass der „Stress“ kein Thema wird.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  5. Ausschuss als Ausdruck für höchsten Genuss? Merkwürdige Sprachgebräuche habt Ihr im Frankenland 😉

    Rainer, die Bilder sind der Hammer, einfach grandios. Du hast auch wirklich ein gutes Auge für das Besondere. Das war ein schöner Bilderausflug für mich am frühen Morgen. Danke.

    Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch etwas zu lästern finden würde. Bild zwei, da hast Du soetwas von … ja, wie soll ich sagen… so von *hüstel* … naja, so bisschen was von Bruce Darnell. Nur nicht so braun :mrgreen:

    Duck und weg (aber schnell noch einen Arbeitseinstieg wünsch …)
    Volker

    • Wir Franken sind halt mal ein eigenwilliges Völkchen.

      Aber Bruce Darnell? Meinst du wirklich? … Definitiv nicht so braun. Und ich habe auch einen ganz anderen Akzent. :mrgren:

      Das hat man davon, wenn man sich für ein Foto in Pose wirft. Na ja, Karin meint, das sehe doch sehr gestellt aus. 😉

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

  6. Hallo Rainer,
    oh man, auf einigen Bildern sieht man aber echt, wie kalt es ist! Schöne Stimmung dort oben, Dein Ausflug hat sich gelohnt!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      der Ausflug hat sich tatsächlich sehr gelohnt. Kälte ist bei richtiger Kleidung kein Thema. Nur etwas dickere Handschuhe wären nicht schlecht gewesen. Der Rest hat gepasst.

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

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