Entspannte 18

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Nein, ich bin nicht volljährig geworden. Das habe ich schon ein paar Jährchen hinter mir. Aber damals hätte ich mir sicher nicht träumen lassen, wie lässig ich drei Jahrzehnte und ein bisschen später mal 18 Kilometer aus dem Stand und ohne besondere Verpflegung laufen würde …

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Das Wetter überraschend gut, nur ein wenig Wind, ansonsten heiter bis wolkig. Der Frühling drängt mit Macht ins Land. Überall bereits Grün an den Zweigen, Na ja, nicht überall, aber die Mandelbäume und Forsythien lügen nicht, die Weiden kleiden sich in frische Farbe, Und am  – ich glaube es ist – Schwarzdorn zeigen sich die ersten weißen Blüten. Vielleicht ist es ja auch der Weißdorn.

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Nach 45 Minuten Stabiübungen 16 Kilometer in Pace 5:20 min/km stand für heute im Trainingsplan. Da hab‘ ich mir doch glatt ausnahmsweise mal Musik ins Ohr gesteckt für eine Runde durchs Tiergartental, um die Mattheiser Weiher, an der Mosel entlang und durch die City und den Palastgarten zurück nach Olewig. Dann eben doch 18 Kilometer.

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Viele Fotos, deshalb soll’s das mit Text für heute gewesen sein. Morgen wird es wieder anstrengend … Aber das wird eine neue Geschichte.

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Höhenmeter im Meulenwald

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Der Bendersbachtallauf in Föhren gehört zu den schönsten organisierten Veranstaltungen in der Region Trier. Es ist ein Freundschaftslauf ohne Zeitnahme durch den wunderbaren Meulenwald. Allerdings bedauere ich auch in jedem Jahr, dass er einfach zu früh stattfindet. Denn vier Wochen später wäre der Wald grün, die Wiesen noch grüner und auch bunter. Aber dann wäre es terminlich kein so gut passender Vorbereitungslauf auf einen Frühjahrsmarathon. Und so nehme ich mir wie in jedem Jahr ebenso wie einige andere der 250 Teilnehmer vor, im Frühjahr oder Sommer die Strecke nochmal abzulaufen.

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Gut 25 Kilometer mit 550 Höhenmetern bietet die längste Variante. Wer sich das nicht antun will, hat noch 15 Kilometer (414 Höhenmeter) und 11 Kilometer (292) zur Auswahl. Für Walker gibt’s auch 7,8 profilierte Kilometer.

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Alle Strecken sind bestens ausgewiesen von Wolfram Braun und seinem Team von der LG Meulenwald.  Er führt natürlich auch an diesem Samstag beim Start an der alten Weinkelter in Föhren die Regie.

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Starten müssen die Teilnehmer aus der Region, darunter auch acht wackere Läuferinnen und Läufer aus Olewig, in diesem Jahr in die Gegenrichtung. Grund ist eine organisatorische Panne, die hier nicht näher thematisiert werden soll. Der gut gelaunten Joggerschar beschert das jedenfalls einen im wahrsten Sinne des Wortes mächtigen Einstieg bzw. Anstieg, der den Atem nimmt und viele Gespräche verstummen lässt.

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Erst nach sieben Kilometern geht es auf die traditionelle Strecke, die eine gute Mischung zwischen asphaltierten und naturbelassenen Wegen bietet. Mit Christoph, Dominik und Marc bin ich auf der langen Runde unterwegs. Wir vier werden auch in vier Wochen den Marathon in Düsseldorf laufen, dort allerdings zwei Pärchen bilden mit unterschiedlichen Zielzeiten.

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Der Bendersbachtallauf mit seinen vielen und langen Steigungen ist da natürlich ein guter Gradmesser für die Fitness. Motivierende Sprüche an zwei besonders harten Anstiegen lassen schmunzeln.

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Kurzer Stopp am Verpflegungspunkt an der Friedhofsmauer in Heckenmünster bei Kilometer 15. Dann folgt die wahre Herausforderung zum Quellenheiligtum hinauf und noch ein ganzes Stück weiter bergan. „Nicht die Strecke tötet, sondern das Tempo …“  Ich freue mich schon auf die Intervalle in der kommenden Woche …

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Inzwischen hat feiner Regen eingesetzt, der Wind ist stärker geworden. Für Brillenträger ist das nicht unbedingt von Vorteil. Aber der berüchtigte Geröllweg vier Kilometer vor dem Ziel ist – vermutlich dank umfassender Forst- und Rückearbeiten – zum Glück in diesem Jahr nicht so schlimm. Vor drei Jahren gab es hier etliche Stürze. Meine mehr oder weniger elegante Rolle über die Schulter ist mir noch gut im Gedächtnis.

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Christoph, unser Lauftreffcoach aus Olewig, bekommt die dritte Luft, als wir am letzten Verpflegungspunkt gemeinsam mit anderen Läufern das restliche Stück Strecke in Angriff nehmen. Ganz Leitwolf, zieht er los, als gehe es um den Sieg in seiner Altersklasse. „Es lief plötzlich so gut“, sagt er 15 Minuten später, als er uns am Volksfreund-Zielbogen erwartet. Dass er noch die weiteren 5 Kilometer anhängen würde, die Dominik und ich auf dem Plan haben, damit hatten wir allerdings nicht gerechnet.

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Wir laufen also am Schloss vorbei in den idyllischen Wald, knapp 2,5 Kilometer, dann wieder zurück. Fast von selbst wird dabei unser Tempo – jetzt sind wir tatsächlich als zwei Pärchen unterwegs – schneller. Den letzten Kilometer im Marathon-Wettkampftempo. Das fühlt sich nicht wirklich schwer an. Gut so! Gut aber auch, als die 30 Kilometer bewältigt sind. Denn die Oberschenkel haben während des gesamten Laufs in Katerstimmung ein wenig gemault. Der 14 Kilometer-Tempodauerlauf vom Donnerstag, vor allem aber das Maxx F-Programm mit sich anschließenden elf Kilometern am Freitag  haben doch Spuren hinterlassen.

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82 Kilometer in dieser Woche. Da dürfen die Beine sicher ein wenig schwer sein. Aber die Duschen sind heiß und das Angebot am Salat- und Kuchenbüffet in der Sporthalle ist üppig. Eine schöne Veranstaltung. Danke an Wolfram und sein Team. Wir werden uns am 2. Mai beim Freundschaftslauf in Olewig gerne revanchieren.

Gegen den Wind

Von dem mäßigen Spaß, lange Geraden an der Mosel zu laufen, habe ich ja schon mehrfach berichtet. Aber wenn ein Tempodauerlauf auf dem Trainingsplan steht und der Laufschüler keinen Drehwurm im Stadion riskieren will, muss in Trier eben auf die ehemaligen Treidelpfade am Fluss, die in modernen Zeiten vor allem von Radfahrern, Spaziergängern und eben Läufern genutzt werden.

Das ich die 14 Kilometer in der vom Coach vorgegebenen Pace von 4:10 min/km nicht wieder alleine zu einem Kampf gegen den kleinen Teufel machen wollte, der einem dann immer lauter einflüstert, dass es doch wirklich eine unnötige Qual ist, der man sich hier unterzieht, hatte ich mich mit Dominik verabredet, der in diesen Wochen ein ähnliches Marathontraining absolviert. Wir werden in Düsseldorf gemeinsam auf die Strecke gehen mit dem Ziel 3 Stunden.

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Da Dominik also erst am Abend Zeit hat, treffen wir uns um 18.30 Uhr. Der Sonnenschein vom Morgen ist inzwischen in stürmisches Wetter mit Regenschauern umgeschlagen. Na toll. Da werden die flachen Strecken an der Mosel im Gegenwind gefühlt zu nicht geringen Steigungen. So auch an diesem Abend. Weil ich in dem trüben Licht mit Kontaktlinsen meine Uhr nicht mehr ohne Anstrengung ablesen kann, überreiche ich sie meinem jungen Partner, der fortan das Tempo angibt.

Zunächst also gegen den Wind. Heftig. Nach vier Kilometern versucht das Teufelchen  auf meiner Schulter das Windgeräusch zu übertönen. „Wir geben uns gegenseitig Windschatten“, hält Dominik dagegen. Wie froh ich darüber bin, auch wenn aus dem gegenseitig nichts wird. So werde ich mich am Ende bei ihm bedanken und entschuldigen, weil ich keine Führungsrolle übernommen habe. Aber auf dem Rückweg,, nachdem der Wendepunkt gefühlt fast in Konz endlich erreicht war, ist ein Windschattenlaufen zum Glück auch nicht mehr nötig. Nun läuft es zu meiner Überraschung viel leichter.

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Die neuen Schuhe, die ich mir für den Marathon gegönnt habe, bestehen ihren ersten Härtetest. Fühlen sich gut an. Bei Kilometer 11 wäre ein Schluck Wasser nicht das schlecht, aber die Reststrecke lässt sich auch so bewältigen, zumal das schwindende Licht und lauernde Stolperfallen große Aufmerksamkeit erfordern. „Keine zwei Kilometer mehr“, sagt Dominik an. „Noch ein Kilometer …. 500 Meter noch.“ Dann ist es geschafft, wesentlich einfacher als der letzte gemeinsame Tempodauerlauf auf dieser Strecke.

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Teufelchen schweigt und ist beleidigt. Ich freue mich, bin zuversichtlicher. Das Training wirkt!

Geschafft!

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Inspiriert von dem Intervalltraining, dem letzten Blogeintrag und dem Kommentar von Anne, hier meine neue Laufkolumne.

Geschafft!

Die Geschichte der Menschheit ist mit der Geschichte des Laufens eng verbunden. Denn nur weil es unseren Vorfahren möglich war, ausdauernder zu sein als ihre auf kurzen Strecken deutlich schnelleren Beutetiere, konnten sie diese erlegen. Dank der eiweißreichen Fleischkost gehörten die Urmenschen zu den Siegern im darwinschen Wettstreit um das Überleben.
Der zweibeinige Steppenbewohner verfolgte die von ihm ausgesuchte Gazelle im Laufschritt so lange, bis das ständig erneut aufgescheuchte Tier zu erschöpft war, um erneut zu fliehen. Darüber sind sich die Anthropologen bei der Erforschung der Herkunft der Menschheit inzwischen überwiegend einig.
Wie ich darauf komme? Nein, ich habe nicht noch einmal das sehr empfehlenswerte Buch „Born to run“ von Christopher McDougall gelesen. Inspiriert hat mich vielmehr ein intensives Intervalltraining im Moselstadion. Achtmal 1000 Meter in einem persönlich grenzwertigen Tempo mit jeweils drei Minuten Trabpause dazwischen. Schon nach dem ersten Kilometer habe ich keuchend infrage gestellt, wie ich die weiteren sieben überstehen sollte in der Gewissheit, dass die letzten 400 Meter jedesmal schmerzhafter werden.
So war es dann auch, bis – endlich – das Soll erfüllt war und ich japsend die Bequemlichkeit einer Tartanbahn als Liegefläche erproben durfte. Addiert 8000 Meter, aber bitte keinen schnellen Meter mehr! Bin ich ein Tier?! Ja! Eines, das weiß, wie sich die vom urzeitlichen Jäger gehetzte Gazelle in der Steppe gefühlt haben muss …
Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Mein Jäger bin ich selbst. Nur deshalb habe ich überlebt!

Hürden

Das Training für den hoffentlich schnellen Marathon in Düsseldorf hält so manche Hürde bereit. Die Intervall-Vorgaben in dieser Woche ist wieder eine davon, die sich nicht nur im Kopf abspielt. 8 x 1000 Meter in Pace 3:45 min/km … Da steht außer Frage, dass die Strecke keinen Höhenmeter zu viel haben darf. Deshalb mache ich mich am frühen Morgen ausnahmsweise mit dem Auto auf den Weg ins Moselstadion, das natürlich noch geschlossen ist, als ich dort um 7:30 Uhr Einlass begehre.

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Da es sich aber nur um Minuten handeln kann, laufe ich zum warm werden einfach außen eine Runde um das Stadion. Und tatsächlich hat der Schlüsselmeister am Haupteingang bereits das Tor zur Tortour geöffnet. Noch drei Steigerungsläufe, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen. Das wunderbare Oval der roten Tartanbahn wartet nur auf mich an diesem kühlen Morgen. Also Jacke aus, Uhr starten und ab geht die Post …

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Nach den ersten zweieinhalb Runden frage ich mich keuchend, wie ich noch sieben Kilometer in diesem Höllentempo schaffen soll. Gehen, dann traben, eine Runde, bevor es wieder losgeht. Könnte nicht nach 400 oder 600 Metern Schluss sein?!!!! Die letzte Runde tut weh. Und das wird sich wiederholen, bis – endlich – das Soll erfüllt ist. Addiert 8000 Meter, aber bitte keinen schnellen Meter mehr! Bin ich ein Tier?! Ja! Aber eines das weiß, wie sich die vom urzeitlichen Jäger gehetzte Gazelle in der Steppe gefühlt haben muss …

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Ganz habe ich die Vorgabe nicht erfüllt. Aber ein Durchschnitt von 3:48 min/km ist definitiv mein  Maß der Dinge an so einem frühen und kühlen Morgen. Wieder eine Hürde genommen. Die nächste folgt am Donnerstag. Aber dafür suche ich mir Gesellschaft …

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Entspannter Start

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Danke Jens Nagel, dass Du mir die Wahl gelassen hast, die Trianingseinheien Montag und Dienstag zu tauschen. So habe ich mich für entspannte zwölf Kilometer nach 15 Minuten Koordinationstraining auf dem Stabi-Pad  entschieden.

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Eine Runde zu den Mattheiser Weihern und danach durch das Tiergartental bei frostigen Temperaturen aber sonnigem Wetter. Das war genau das Richtige.

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Und weil ich schon lange nicht mehr dort war, habe ich noch eine kleine Schleife über den Panoramapfad zum Kreutzchen angefügt. Morgen wird dann wieder geklotzt. Zu der Intervalleinheit muss ich definitiv ins Moselstadion. Da ist kein Höhenmeter zu viel erlaubt …