Samstagsololauf

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Allein mit mir selbst an einem Samstag? Das ist ungewohnt. Aber von den Jungs sind einige in Urlaub, die anderen haben etwas vor, und von den Mädels war leider auch schon länger niemand mehr dabei.

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So mache ich mich also nach zehn Minuten Wartezeit alleine auf zum Samstagslauf.

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Zunächst im Schneckentempo den Berg hoch, bis Gelenke und Muskulatur ihr leises Stöhnen sein lassen. Die wurden in letzter Zeit schließlich ordentlich beansprucht.

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Die längere Runde zum Konzer Tälchen, über Roscheid und durch den Mattheiser Wald zurück bin ich schon lange nicht mehr gelaufen. Das ist nicht ganz anspruchslos, aber ich kann ja mein eigenes Tempo bestimmen.

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Das Wetter ist super zum Laufen: Um die 15 Grad, viel Wind, einige Regenschauer. Da ich mir die Kontaktlinsen eingesetzt habe, macht mir das nichts aus, ganz im Gegenteil.

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So lasse ich den Gedanken freien Lauf und der Flow kommt von ganz allein. Einfach wunderbar. Und die Natur sorgt von alleine für Hochstimmung.

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Grandiose Ausblicke, herrliche Farben und Wege, die nach dem Regen nicht mehr so knochentrocken sind wie in den vergangenen Wochen.

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Die Gras- und Getreidebauern waren bereits fleißig. Davon zeugen die runden Ballen auf den Feldern, die in jedem Jahr und in allen Regionen ein schönes Motiv sind.

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Ich könnte auch auf 16 Kilometer abkürzen. Aber das ist heute keine Option. Denn ich will über die Kuppe der Roscheider Höhe laufen und den Fernblick in Richtung Trier und Eifel genießen. Allerdings wird mich auf dem Weg dorthin der Regen erwischen, den ich schon über dem Konzert Talken heranziehen sehe.

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Der schlimmste Guss erwischt mich allerdings bei Rückenwind, was die Sache erträglich macht, auch wenn die gefühlte Außentemperatur schlagartig und deutlich sinkt.

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Und dann bin ich schon wieder im Wald, erlaufe nochmal 200 Höhenmeter – insgesamt werden es auf den 23 Kilometern 452 addierte Höhenmeter sein – und bin dann schon fast beim Brubacher Hof.

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Dort hat sich der Regen verzogen und der Weitblick ist ungetrübt. Bis zum nächsten Regenguss, der hoffentlich nicht so heftig wird, dass der Mähdrescher bei Mariahof daran gehindert wird, sein Werk zu vollbringen.

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Von Mariahof hinunter ins Tiergartental und dann das kleine Biest hinauf und nach Hause. Die Beine sind nun ausreichend schwer. Aber das fühlt sich gut an.

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Kontraste

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Es gibt Läufe, die sind besonders von Kontrasten geprägt. Die Runde heute zu den Mattheiser Weihern gehört zweifelsohne dazu.

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Nicht jeder wird an dem neuen Wohnkomplex im Klostergarten Gefallen finden, zumal von dem Garten nichts zu sehen ist. Fast nichts jedenfalls. Der Hof der Wohnfestung verdient jedenfalls eher nicht diese Bezeichnung.

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Idyllisch und grün ist es dagegen rund einen Kilometer entfernt an den Mattheiser Weihern. Die Seerosen erobern den unteren Teich so langsam wieder zurück. Erst vor zwei Jahren – wenn ich mich richtig erinnere – wurden sie großflächig zurückgeschnitten.

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Am oberen Weiher gibt es nur in wenigen flachen Bereichen eine so üppige Flora. Allerdings ziehen hier andere Dinge die Blicke der Spaziergänger, Gassigeher und Läufer an.

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Die Nilenten fühlen sich inzwischen heimisch und sorgen für den Fortbestand ihrer Population.

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Ob die gefiederte Kinderstube sich auch an solchen Anblicken ergötzen kann?

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Jetzt könnte ich noch einen Kontrast zeigen. Aber den Anblick eines vornehm blassen  Oberkörpers wird vermutlich tatsächlich niemand vermissen. Im Tiergarten auf der Waldrunde musste ich einfach ein wenig auf Anton Kupricka machen. Allerdings sind meine Haare nicht so lang wie seine, weder auf dem Kopf, noch am Kinn, noch auf der Brust …

Mein schnelleres Ich

Urbanian Run Trier 2015Wer beim Urbanian Run in Trier als Zuschauer oder Teilnehmer dabei war, wird mir zustimmen, dass es das versprochene Spektakel geboten hat. Für die Stadt Trier und die Laufregion ist diese Veranstaltung sicher ein Gewinn, zumal dort ganz offensichtlich neue Zielgruppen angesprochen wurden. Nicht wenige der Starter hatten jedenfalls erkennbar wenig Erfahrung mit Laufwettbewerben. Umso größer war das Strahlen auf den Gesichtern nach dem Zieleinlauf.

Wenn im kommenden Jahr – die Hoffnung auf eine Etablierung der Veranstaltung ist groß – noch einige kleine Verbesserungen umgesetzt werden, um unnötige Wartezeiten vor einigen Hindernissen zu reduzieren, dann werden sicher mehr als 1000 Teilnehmer Spaß haben.

Für mich selbst hat der Hindernislauf auch Erkenntnisse gebracht. Vor allem die, dass ich schneller sein kann als ich selbst. Wie das geht? Dazu ist nur ein Laufpartner notwendig, der über größere Sprintfähigkeiten verfügt als man selbst. Im Endspurt gegen meinen Sohn war ich jedenfalls eine Sekunde schneller als ich, obwohl er mich auf den letzten 50 Metern alt aussehen ließ. In der Platzierungsliste liege ich dennoch knapp vor ihm. Wir hatten unsere Startnummern vertauscht …

Good News

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Die positivste Nachricht des Tages ist die vom Ende des Laufverbotes von Margitta. Es wird zwar noch einige Zeit dauern, bis Ultra wirklich wieder gut ist. Aber Zweifel hege ich nicht, dass sie auch auf die Langdistanz zurückkehren wird. Und dann werden wir uns sicher ein gemeinsames Projekt ausdenken.

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Ich war heute früh mal wieder alleine unterwegs auf meiner Drachenrunde. Schon um 8 Uhr ganz schön warm. Aber meinen Vorsatz, nicht so viele Bilder zu machen, konnte ich nicht einhalten.

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Es ist halt immer so schön da. Und bekannte Motive stellen sich immer wieder in neuem Licht dar.

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Wenig Wasser ist allerdings im Berg. Das Bächlein an meinem Lieblingstrail liegt trocken.

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Auch das Wasserband auf dem Petrisberg war schon mehr und mit frischerem Nass gefüllt. Die immer wieder schöne Spiegelung täuscht darüber hinweg.

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An den Uniweihern zeugt das Niedrigwasser allerdings schon einige Wochen davon, wie wenig es in dieser Zeit geregnet hat. Ich hatte bei einem Termin mit dem Unipräsidenten und der Kanzlerin nochmal nachgefragt. Tatsächlich ist die Trockenheit Ursache, denn nur relativ wenig Wasser wird den Teichen künstlich zugeführt.

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Aber die Natur kommt damit zurecht. So …

DSC09125 oder so …

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Und nun beginnen auch noch die Hundstage, die ja angeblich die heißesten des Jahres sein sollen. Was es damit auf sich hat, erklärt  der Meteorologe Dominik Jung.

Schöne Aussichten!

 

High!

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Laufen kann süchtig machen. Dem werde ich nicht widersprechen. Allerdings hat der Laufsport auch den Vorteil, ohne Tütchen und deren Inhalt ein Gefühl der mentalen Leichtigkeit zu erlangen, wie sie am Montagabend unter der Bank an der Irscher Eiche zwischen vielen Zigarettenkippen lagen.

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Zwar ist nicht zu vermuten, dass die Verursacher der Sauerei diese Zeilen lesen. Wenn doch, dann lasst Euch das gesagt sein: Nehmt Euren Mist beim nächsten Mal bitte wieder mit!

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Dieser Anblick war allerdings das einzige Ärgernis auf dieser 13,5 Kilometer langen Runde bei reichlich schwüler Witterung. Dass Christoph die flottere Gruppe mal wieder den mächtigsten Anstieg hinauf scheuchte, den man fürs warmlaufen finden kann, soll hier nicht weiter thematisiert werden …

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Ob Gastläufer Matthias, der das erste Mal dabei war, diesen Besuch beim Lauftreff Olewig allerdings wiederholt, wird sich zeigen müssen.

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Nach zehn Minuten bin ich jedenfalls wieder in Schwung gekommen. Es wurde eine genussvolle Runde, bei der wir zweimal die etwas langsamere Gruppe des Lauftreffs getroffen haben, die zwei Kilometer weniger Strecke machten.

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Ihnen blieb der Blick auf die Irscher Burg ebenso versagt wie die Vorfreude auf eine neue Traumschleife, die schon ausgeschildert ist. Wann die Galgenkopftour offiziell eröffnet wird, weiß ich nicht. Es wird wohl demnächst  geschehen.

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Am kleinen Biest hinunter ins Tiergartental haben die beiden Laufgruppen wieder zusammengefunden.  Ein  schöner gemeinsamer Abschluss. Und mir fällt gerade ein, dass ich meiner Frau vielleicht hätte sagen sollen, dass ich die Plastiktütchen mit dem Cannabis-Aufdruck im Mülleimer unserer Toilette entsorgt habe. Nicht dass sie noch die Jungs verdächtigt … 😉

Über Autos, Mauern und Reifenstapel

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„Ich will jetzt Eure Hände seeeh’n!!!“ dröhnt es aus den Lautsprechern. Sehen kann ich den Moderator nicht. Aber das ist für jemanden, der in der zehnten Startreihe steht und nur knapp 170 Zentimeter misst, keine neue Erfahrung. Die Stimmung vor der Porta Nigra ist prächtig, die Luft knistert vor Spannung.

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Aber vielleicht liegt das auch an dem schwülen Wetter. Noch zehn Sekunden bis zum Start des ersten Urbanian Run in Trier, noch neun, acht, sieben, … Die Trierer Sportdezernentin zieht tatsächlich den Abzug der Startpistole durch. Auf geht’s zur wilden Jagd!

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Für mich ist es das erste Hindernisrennen überhaupt. So nervös war ich schon lange nicht mehr vor einem Lauf. Aber heute kann ich dieses Kribbeln zumindest mit meinem Sohn teilen. Der 14-Jährige soll mir bei den Hangelpassagen helfen. Ich werde ihm dafür auf den Laufetappen zwischen den acht Hindernissen Beine machen. Wer zehn Kilometer läuft, muss diese zweimal sowie fünf weitere Barrieren überwinden. Aber bis sich Nummer eins in den Weg stellt, müssen erst einmal 1000 Meter gelaufen werden.

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Laufen? Hey, was ist das denn? Dieses Stop-and-Go fühlt sich an wie Silvesterlauf. „Vielleicht ist das ja das versteckte neunte Hindernis“, rufe ich dem Sohn zu, während wir uns durch die gemütlich trabenden und vor Schweiß glänzenden Massen schlängeln. Okay, unsereiner duftet auch nicht mehr nach Oleander, Lavendel und Jasmin …

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Im Palastgarten ist endlich mehr Raum, dort wartet das erste offizielle Hindernis: Jump’n’Run, mehrere Pylonreihen, die zu überspringen sind. Es ist offiziell das Hindernis des Trierischen Volksfreunds, weshalb ich hier mit unserem Fotografen verabredet bin.

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Meinen Sohn lichtet er in perfekter Sprungtechnik ab. Aber das bemerke ich nicht. Erst kurz vor der letzten Hürde, die ich ganz rechts überspringen will, höre ich von ganz links sein Rufen. „Ach da bist Du …“ Rumms, laufe ich voll in die Plastikbarriere und vermeide nur knapp den schmerzhaften Kontakt mit dem Wegbelag.

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Na ja, es gibt ja noch andere schöne Stellen für Fotos … Aber bitte nicht an diesem Hangeldings, das jetzt in Sichtweite kommt! Das ist mein Albtraum. Na gut, im Zweifelsfall mache ich zehn Liegestütze. Das darf ersatzweise sein, hat der Moderator am Start gesagt, wenn man ein Hindernis tatsächlich nicht schafft. Und schon hangelt mein sportlicher Nachwuchs durch die acht Meter lange Herausforderung, als wäre es ein Kinderspiel. Los jetzt, Papa, nur keine Blöße geben! Eins – Mann, ist das rutschig – zwei – geht doch – drei – fühlt sich gar nicht so verkehrt an – vier – Yippie!!! Meine Mundwinkel sind ab sofort vor den Ohren festgetackert. Was kann jetzt noch kommen, auf drei Kilometern im Zickzack durch die City?

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Die mächtigen Sandsäcke zum Beispiel, die sind kein wirklich schweres Hindernis. Vielleicht liegt das auch an den Anfeuerungsrufen vom Streckenrand. Viele Trierer nutzen diesen feucht-warmen Nachmittag, um sich das Spektakel anzusehen. „Raineeer, lauf!“
Ich nehme trotzdem ein wenig Tempo raus, weil mein junger Begleiter auf der Flachstrecke mehr Schwächen zeigt als an den Hindernissen. Das Spitzenduo des 15 Minuten früher gestarteten 10er Laufs nutzt das, um auf seiner bereits zweiten Runde locker an uns vorbeizuziehen.

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Wow! Aber auf dem Viehmarkt lenken hübsche Frauen von diesem mentalen Tiefschlag ab. Sie drücken uns Pakete in die Hand. Die sollen über das überdimensionale Gepäcknetz und eine Rutsche auf die andere Seite der vier Meter hohen Wand gebracht werden. Das macht Laune, auch wenn es dabei ganz schön wackelig zugeht.

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Posing für den Fotografen. Danke für das Foto, Holger Teusch.

Rush Hour nennt sich das nächste Hindernis. Feierabendverkehr in Trier also. Schade, dass wir da nicht auch einfach über Autos laufen können. Eine spaßige Angelegenheit. Aber die Freude über die Blechkletterpartie lässt sich kaum auskosten, weil der Veranstalter nun Reifenstapel in den Weg geworfen hat.

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Auf dem Hauptmarkt ist die Stimmung natürlich grandios, wie bei jedem Lauf in Trier. Eine Zumbatruppe animiert die Zuschauer zum Tanzen, während die schweißnassen Urbanian Runner über die gestapelten Holzkästen des Hauptsponsors klettern und springen.

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Nicht alle sehen noch frisch aus, einige leiden sichtbar. Nicht schlecht, dass sich am Frankenturm ein wenig Zeit zum Atemholen bietet. Denn hier, an der mächtigen Mauer, gibt es den einzigen wirklichen Stau. Kletterbegabte Leichtgewichte sind da klar im Vorteil, weil sie nicht unbedingt vom letzten Podest aus die Wand erklimmen müssen.

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Sohnemann hat nun auch wieder genug Luft, als ich ihn auf die Mauer ziehe. Seine Gesichtsfarbe war schon natürlicher. Aber Papa ist ein Motivationsgenie: „Es sind nur noch ein paar Hundert Meter bis ins Ziel!“ Dieses Versprechen zeigt Wirkung und lässt uns die Simeonstraße hinunterfliegen. Verdammt, ich verliere schon wieder einen Endspurt …

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Aber was soll’s. Im nächsten Jahr machen wir den Zehner, ganz bestimmt.

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