Schattenläufer

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Jetzt kommen wieder die Tage, an denen die Lichtstimmung am Morgen ganz besonders ist. Vor allem, wenn die Sonne scheint.

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So war es heute früh auf einer kleinen und entspannten Runde durch Tiergartental und über Kernscheid zurück.

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Elf Kilometer, auf denen ich mit mir alleine war. Schön meditativ zum Start in den Tag.

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Na ja, ganz alleine war ich dann doch nicht. Allerdings begegnete mir zumindest der Wolf nicht, den gestern angeblich ein Jogger in meinem Laufrevier entdeckt haben will.

Aber das war wohl eher ein Scherz.

Bunter Herbst

In die Wertung des Halbmarathons bin ich nun doch noch gekommen. Zwar nur mit der Bruttozeit von 1:29:09, aber auch die ist für mich eine kleiner Verbesserung der persönlichen Bestzeit. Platz 133 von 1692 Startern, Platz 5 in der Altersklasse M50. Das ist doch durchaus in Ordnung. Offenbar war tatsächlich etwas beim Notieren der Chipnummer passiert.

Meine Beine fühlen sich schon wieder ganz gut an. Dennoch pausiere ich heute noch einmal. Das passt auch im Terminkalender heute besser.

Weil ich aber noch so viele Bilder von meinem Spaziergang am Freitag über den Petrisberg auf der Festplatte habe, mache ich Euch heute das Angebot, einige Blicke in die Natur zu genießen. Viel Spaß dabei.

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Hart im Wind

Alle Nordlichter und Segler mögen mir das für die Überschrift entlehnte Bonmot verzeihen. Aber angesichts der steifen Brise an der Mosel heute bietet sich das an.

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Kurzfristig hatte ich mich entschieden, den Halbmarathon im luxemburgischen Remich für einen Tempodauerlauf in der für Frankfurt geplanten Marathonpace zu nutzen. Da ich gestern wegen des Tages der offenen Tür bei unserem Medienhaus beim Samstagslauf passen musste, bot sich das als Alternative an.

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Die Startnummer hatte ich gestern in einer Pause abgeholt und mich über die grandiose Landschaft an der Obermosel gefreut, die mir so noch gar nicht bewusst war. Der Fluss  windet sich hier in weiten Kurven. Entsprechend imposant sind Prall und Gleithänge, auf denen Wein en masse angebaut wird. Riesling und Elbling, diese uralte Rebsorte, die bis zur Zeit der Römer zurückreicht.

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Heute also schon mit allen Laufutensilien ausgestattet, mache ich mich auf den 45 Kilometer langen Weg nach Remich. Ich parke auf deutscher Seite und laufe über die Brücke nach Luxemburg, unter der der Lauf gestartet wird. Drei Steigerungsläufe sollen mich an das Tempo erinnern, das ich gleich angehen werde. 4:14 min/km soll der Schnitt sein auf den 21,1 Kilometern.

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André treffe ich im Startbereich, auch Martin ist da, mit dem ich in Frankfurt noch einmal einen Anlauf auf eine Zeit unter drei Stunden wagen will. Michael, der als Dritte die sichere Bank als Pacemaker sein sollte, hat sich leider verletzt. Da André schneller – Ziel ist eine persönliche Bestzeit – und Martin zunächst langsamer laufen will – er hat schon 12 Kilometer in den Beinen und macht einen Longjog mit Endbeschleunigung daraus -, mache ich mich also alleine auf die Strecke. Die geht zunächst 10,5 Kilometer moselabwärts und dann aus derselben Route du Vin zurück nach Remich.

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Das Starterfeld ist mehr als 2000 Sportler stark. Ich habe mich vor dem Start im vorderen Drittel eingeordnet. Dennoch traben die meisten vor mir viel zu gemütlich los. Aber nach 300 Metern kann ich am Rand der Menge mein geplantes Tempo aufnehmen. Auf einer Route National ist zum Glück mehr Platz als auf einem Radweg.

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Also: erst mal die verlorenen Sekunden aufholen und dann … bläst der Wind mit einer solchen Wucht von vorn, dass der Tacho sofort ein um 5 Sekunden langsameres Tempo anzeigt, ohne dass die Anstrengung geringer wird. Läufe an der Mosel können eben auch bei schönem Spätsommerwetter anstrengend sein. Aber zum Glück habe ich inzwischen gelernt, Windschatten zu nutzen, um zwischendurch immer wieder ein wenig durchzuschnaufen.

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Dabei wird leider einige Male das Tempo der Leute vor mir zu langsam, so dass ich nach vorne marschiere und erst wieder Windschatten bei der Gruppe finde, die gerade noch einige Meter vor mir lief. Kein Wetter für Bestzeiten, hatten die Läufern gesagt, die hier nicht zum ersten Mal starten. Jetzt weiß ich warum.

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Bei Kilometer acht kommt bereits die Spitzengruppe entgegen. Ein solches Bild hatte ich doch am Morgen auch vom Berlin-Marathon gesehen. Allerdings hängt in Remich niemandem die Innensohle aus dem Schuh …

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Kurz vor dem Wendepunkt kommt mir auch André entgegen. Entweder bin ich ziemlich flott, oder er macht doch ein wenig langsamer. Denn normalerweise müsste er schon mehr  als die 300 oder 400 Meter Vorsprung auf mich haben. Und dann … ist der Wind weg und wir fliegen gefühlt plötzlich zurück. Rückenwind und Sonne. Ist es tatsächlich so warm heute? Aber die Frequenz der Wasserstellen ist gut, so dass ich mir ab und an einen Schluck gönnen und etwas gegen den trockenen Mund tun kann.

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Das Kilometer zählen  beginnt. 18 Kilometer bin ich vor einer guten Woche in diesem Tempo bei strömendem Regen alleine gelaufen. Da werden die drei Kilometer mehr schon möglich sein. Noch 9 Kilometer, noch 8, noch 7 … Lange Läufe an der Mosel sind langweilig, das Gefühl werde ich auch bei diesem Halbmarathon nicht los. Aber nicht überall gibt es Läufer die sich regelmäßig so von ihrem Speichel befreien, dass er über deren Schulter in Richtung des nachfolgenden Läufers spritzt. Bäh. Also schon wieder Tempo zulegen und auch diesen Spuckspecht überholen.

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Die Beine sind nicht wirklich schwer, aber sie murren, warum sie noch immer so flott im Schnelltakt agieren müssen. Die Uhr zeigt nun überwiegend Pace 4:15 an. Drei Kilometer vor dem Ziel erwischt uns der Wind aber wieder von vorne. Sofort wird das Tempo langsamer. Das geht gar nicht, zumal ich schon seit einigen Kilometern realisiert habe, dass vielleicht doch eine persönliche Bestzeit möglich ist.

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Also: Zähne zusammenbeißen und nochmal die Pace erhöhen, auch wenn das Fahrgestell meckert … Aber wen sehe ich da knapp 100 Meter vor mir? André? Sein sauberer Laufstil ist unverkennbar, auch wenn er ganz offensichtlich Probleme hat. Na gut, für mich ist es  natürlich eine willkommene Herausforderung, zu ihm aufzulaufen. Ganz langsam wird der Abstand tatsächlich geringer. Jetzt sind wir auch schon in Remich …

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Noch 20 Meter zu André, noch 500 bis ins Ziel. Beißen! 100 Meter vor dem ersehnten Ende dieses Tempobolzens bemerkt er mich, winkt mich heran. Wir laufen gemeinsam über die Ziellinie.

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Handgestoppt 1:28:59. Für mich tatsächlich eine neue Bestzeit, für André ein Lauf, den er sich anders vorgestellt hat. Aber ab Kilometer 13 war bei ihm wohl die Luft ziemlich raus.

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Die Schwätzchen mit bekannten Läufern im Zielbereich genießen wir allerdings beide. Ein gutes Gefühl! – Durchschnittspace: 4:12 min/km.

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Warum ich allerdings nicht in der offiziellen Wertungsliste geführt werde, ist mir ein Rätsel. Habe ich das alles nur geträumt?

 

 

Was war 1991?

Lange habe ich es mir vorgenommen, nun will ich endlich auch meinen Beitrag zu der Rückblick-Serie auf das Jahr 1991 leisten, die den Laufbloggerstammtisch seit einiger Zeit bewegt.Scan

Ganz schön kramen musste ich, um Fotos aus dieser Zeit zu finden. Denn damals war noch Analogfotografie angesagt. Und da das Familienleben mit Kindern erst acht Jahre später beginnen sollte, beschränkte sich das Fotografieren für mich weitgehend auf die beruflichen und künstlerisch angehauchten Aspekte. Das Fotolabor gehörte jedenfalls ebenso zu meinem bescheidenen Hausstand wie eine umfassende Kamaraausrüstung, die mich bei meinen Einsätzen als Lokalreporter begleiteten.

So ist es irgendwie auch keine Überraschung, dass die beiden Fotos, die ich gefunden habe, mich in der Lokalredaktion der Fränkischen Nachrichten in Tauberbischofsheim zeigen. 1991 hatte ich mein Volontariat dort beendet und  einen Vertrag als Redakteur bekommen. Es war eine extrem interessante Zeit, in der jeder Tag Spaß und Freude brachte. Die künstlerischen Ambitionen der Jahre davor – ursprünglich wollte ich Kunsttherapie studieren – war der Begeisterung für den Journalismus gewichen. Das Fotografieren und die Arbeit im Fotolabor war mir als einzige Verbindung zum Thema Kunst geblieben.

Mit Karin war ich damals bereits zusammen. Wir hatten sogar schon unser großes Tief überstanden, bzw. waren dabei, die Wunden heilen zu lassen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht vertiefen will. Heute bin ich mir allerdings sicher, dass es ohne eine solche Krise niemals für eine so lange Bindung gereicht hätte …

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So arbeitete ich also mit Begeisterung daran, meine journalistischen Kenntnisse auszubauen. Die Abende waren lang – Volontäre und Jungeredakteure waren eine verschworene Gemeinschaft und teilweise sehr eng befreundet. Leider habe ich bis heute nur noch mit Meddi (ganz links auf dem Gruppenfoto der Redaktion) Kontakt. Er ist aber nach wie vor mein bester Freund, auch wenn wir uns nur ein- oder zweimal im Jahr sprechen oder sehen.

Aber wie war das damals mit dem Sport? Zu Laufen kam mir noch gar nicht in den Sinn. Ganz im Gegenteil. Weil mich immer wieder chronische Knieschmerzen plagten, lautete damals die Parole: Schonen, Spritzen, Elektrotherapie. Wie falsch das war, weiß ich heute. Mit ein wenig mehr Reflektion hätte ich es auch damals erkennen können. Denn immer wenn ich im Winter meinem einzig, aber innig geliebten Skisport ausgiebig und mit Begeisterung  frönte, wurden die Schmerzen im Knie besser … bevor sie wegen der ungewohnten extremen Belastung einige Tage später umso heftiger zurückkehrten. Damals stimmte ich in die Loblieder auf Schmerzmittel wie Ibuprofen sicher lauter ein, als es gut war.

1991 – jugendliche 24 Jahre alt – waren die Tage noch länger – und manchmal auch heller. Dunkler wurden sie, als alle meine engen Freunde aus der Redaktion sich aufgemacht hatten, an allen möglichen Ecken Deutschlands jornalistische Herausforderungen zu suchen. So standen ein Jahr später auch für mich die Zeichen auf Abschied. Mein Weg sollte mich nach Trier führen …

Nicht davonlaufen

IMG_1641Jetzt bin ich schon wieder so lange in der Redaktion, da kann ich auch noch schnell einen Beitrag absetzen mit der für mich persönlich wichtigsten Meldung des Tages:

Wunde auf der Schulter gut verheilt, Fäden sind raus, vor allem aber dieser Satz im histologischen Befund: „Rest der vorbeschriebenen Veränderung sind nicht mehr nachweisbar.“

Ab nun geht’s erst Mal alle drei Monate zum Hautscreening. Sonst keine Nachbehandlung erforderlich.

Und weil’s so schön ist, hier noch meine aktuelle Laufkolumne

Nicht davonlaufen

Über die Möglichkeit, ausgediente, aber gut erhaltene Laufschuhe für Flüchtlinge zu spenden, hatte ich vergangene Woche beschrieben. Nur sehr wenige Laufkolumnen sind auf so große Resonanz gestoßen. Es gab jede Menge Rückmeldungen, zum Glück alle positiv. Nun hoffe ich natürlich, dass dem Willen auch Taten folgen. Es müssen ja nicht nur Laufschuhe sein. Angesichts des Herbsteinbruchs sind generell wärmere Schuhe angesagt.
Für Läufer ist es die Zeit, in der sie ihre Trail- oder Crossschuhe auf den Einsatz bei Matsch und Regen vorbereiten. An dieser Stelle ein Hoch auf die Erfinder von GoreTex und all die anderen atmungsaktiv-wasserdichten Membranen, die in Schuhen und Kleidung eingebaut werden.
Bei Wettläufen ist so etwas aber nicht angesagt. Wer am Tempolimit rennt, ist über Abkühlung froh, auch wenn unsereiner sich natürlich nicht so luftig kleidet wie die Top-Athleten, die am Sonntag beim Marathon durch die Straßen von Berlin jagen. Die Wettervorhersage ist so gut, dass ein neuer Weltrekord durchaus möglich scheint.
So wird die Hatz in der Hauptstadt auch beim Eifelsteiglauf in Gerolstein und beim Orientierungslauf in Trier ein Gesprächsthema sein, beim Halbmarathon „Route du vin“ im luxemburgischen Remich sowieso. Da werden bestimmt auch wieder einige schnelle Asylbewerber unterwegs sein. Vor dem Thema Flüchtlinge kann man derzeit nicht davonlaufen. Das gilt dann im wahrsten Sinne des Wortes.

Dicke Waden

Es gibt sicher Läufer, die mit mächtigeren Waden durch die Gegend tapsen als ich. Gefühlt war ich heute allerdings Weltmeister. Denn mein sonst eher zierliches Geläuf hatte sich nach einigen – vermutlich zu vielen – Wadenheber-Übungen an unserer heimischen Treppe deutlich verhärtet und jaulte spürbar bei diesem Morgenläufchen.

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Wer genau hinsieht, bemerkt das auch auf diesem Foto.

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Das änderte aber nichts daran, dass mir einige hübsche Motive kurze Laufpausen einbrachten.

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Die Vegetation stellt sich jedenfalls deutlich auf Herbst ein.

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Und zum Herbst gehören Regen und wechselhaftes Wetter.

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So wie heute auf diesen elf Kilometern. Demnächst wieder mit lockeren Waden.

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