Ein(e) Neue(r)!

DSC09709Was war das wieder für eine Arbeitswoche! Da blieb kaum Zeit, auch noch in der Blogosphäre zu surfen. Deshalb liefere ich heute auch noch einige Fotos nach von den beiden Läufen in dieser Woche, die mich zu den Mattheiser Weihern und auf die Kernscheider Höhe geführt haben.

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Die Laubhaufen an den Weihern sind ein untrügliches Zeichen dafür, wenn der Herbst sein schönes Kleid abgelegt hat und die Bäume bereit für den Frost sind. Die Schwäne sind dann wieder alleine und ohne Nachwuchs unterwegs.

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Wenn dann im späten November der Nebel im Moseltal die Sicht nimmt, verwandelt  der Rauhreif Gräser und Blätter in glitzernde Kristallkunstwerke … sofern dann doch die Sonne durchkommt. Auf solche Glücksmomente hoffe ich immer im Winter.

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Die Samstagsläufe mit Freunden tragen aber auch ohne optische Außergewöhnlichkeiten zu meiner Zufriedenheit bei, was derzeit wieder etwas nötiger ist als in den vergangenen Monaten. Heute ist auch ein Nuer dabei: Bernd ist seit einigen Wochen beim Lauftreff und traut sich heute auch zum ersten Mal zu uns Longjog-Runnern. Dass er es kann, hat er am vergangenen Sonntag bereits beim Freundschaftsbesuch in Schweich bewiesen.

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Ein wenig flotter als dort ist es heute natürlich, aber es geht noch immer moderat zu, zumal Marc gerade einen Infekt überwunden hat. Und weil Christoph noch ein volles Tagesprogramm hat, werden es „nur“ 17 Kilometer. Das genügt mir aber auch. Dann bleibt wenigstens noch etwas vom Tag.

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Denn für Sonntag stehen die Zeichen schon wieder auf Arbeit. Anders als früher sind die Sonntagsdienste leider nicht mehr so ruhig, dass ich noch das eine oder andere Aufarbeiten kann, was unter der Woche liegen geblieben ist. So wird die neue Woche beginnen, wie die alte geendet hat: mit reichlich beruflichen Herausforderungen und langen Tagen. Ausreichend Motivation also, sich am Morgen die Luft um die Nase wehen zu lassen. Und wenn ich nicht stehen bleibe, dann beschlägt auch die Brille nicht …

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Zwiebelzeit

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Auf den Höhen von Eifel und Hunsrück liegt Schnee. Sogar in Trier haben es am Dienstagabend einige eisige Flocken bis zum Boden geschafft. Der Winter kündigt sich an und lässt manchen Freiluftsportler erschaudern. Nicht wenige werden nun wieder zu Stubenhockern oder leben ihren Bewegungsdrang auf Laufbändern und ähnlichen, wenig Spaß fördernden Gerätschaften aus.

Für alle, die auch bei Wind und Winterwetter in der frischen Luft aktiv sind, hat die Zwiebelzeit begonnen. Allium cepa, die Gemeine Zwiebel, findet nicht nur vielfältig Verwendung in der Speisenzubereitung. Die Lauchpflanze ist auch Heilpflanze des Jahres. Denn sie wirkt antibakteriell und ist gut für die Regulierung von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker. Zwiebelumschläge helfen bei Ohrenschmerzen, Zwiebel-Sirup, gesüßt mit Honig, ist gut bei Halsschmerzen.

Wer sein Immunsystem durch regelmäßiges Laufen stärkt, wird das hoffentlich nicht brauchen. Die Zwiebel wird dann zum Sinnbild dafür, wie man sich an kalten Tagen kleiden sollte: Schicht für Schicht, nach dem Zwiebelprinzip eben. Aber wenn für die eine oder andere Schicht etwas fehlt? Keine Sorge, schon bald ist Weihnachten.
(Dieser Text erscheint als Kolumne in der Regionalzeitung Trierischer Volksfreund)

Im Dunkeln

… ist das Laufen zwar nicht so schön wie im Hellen. Ab und zu kann es aber auch Spaß machen. Es ist in jedem Fall besser, als es gar nicht zu tun.

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Meiner dem mäßigen Sehvermögen meiner Augen geschuldeten Vorliebe für Helligkeit ist es auch zu Verdanken, dass sich seit kurzer Zeit ein wirklich leistungsstarkes Stirnlämplein in meinem Besitz befindet.

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Gestern Abend die Premiere beim Montagslauftreff. Tatsächlich habe ich es geschafft, rechtzeitig aus dem Büro zu kommen. Die überraschten Gesichter kann ich sogar ohne künstliche Beleuchtung erkennen. „Du bist also das Phantom?“ Diese Aussage einer der beiden mir bis dahin noch unbekannten neuen Läuferinnen lässt mich schmunzeln und nachfragen, was denn alles über mich erzählt wurde.

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Ist natürlich alles eher spaßig gemeint. Aber zumindest hat sich herumgesprochen dass ich immer mit Kamera unterwegs bin. Das ist auch an diesem Abend so, allerdings kann die auf der nur etwas über zehn Kilometer langen Runde, die auch an der Mosel entlangführt, meistens in der Tasche bleiben. Denn für wirklich scharfe Bilder reicht auf einige Meter Distanz nicht einmal ein kleiner Flutlichtstrahler vor der Stirn.

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Spaß hat es trotzdem gemacht und einen Erkenntnisgewinn gebracht: Bei Dunkelheit fühlt sich so ein Lauf wesentlich länger an als er tatsächlich ist.

Mit Freunden im Meulenwald

Der Termin stand schon einige Wochen. Wie toll, dass heute dann passend für den Ausflug in den Meulenwald die Sonne zeigt, was sie an einem Tag im späten November so drauf hat. Ein gemeinsamer Lauf mit den Freunden vom Lauftreff Schweich stand an. So langsam wird das zur Tradition. Immerhin ist es schon die dritte Auflage.

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Nachdem es aus meinem Lauftreff leider Absagen gehagelt hatte, sind wir immerhin ein Quintett, das am Sonntagmorgen am Treffpunkt von viermal so vielen Schweichern empfangen werden. Der Lauftreff dort ist enorm gewachsen, seit Dirk Engel das Ruder übernommen hat. Aber angesichts der tollen Tartanbahn am Schulzentrum Schweich ist es auch kein Wunder, dass bei einem gut angeleiteten Training immer mehr Laufbewegte den Weg in die aufstrebende Kleinstadt an der Mosel finden.

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Heute geht es allerdings in die Natur. Der Meulenwald, im vergangenen Jahr Deutschlands Forst des Jahres, bietet wirklich viele und schöne Wege und Pfade. Das Einzige, was dazu im Herbst notwendig ist, sind gute Schuhe und eine ordentliche Kondition. Denn es geht eigentlich immer entweder bergauf oder bergab. Und bekanntlich folgt auf jeden Abstieg wieder ein Aufstieg.

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Lediglich zu Beginn der 20,5 Kilometer geht es flach zu. Am Kaiserhammer Weiher und im Baumpark beim Forsthaus Quint lässt sich so manches Gewächs bewundern, das nicht unbedingt heimisch ist. Einen kleinen Wald mit Mammutbäumen sieht man in unseren Gefilden zum Beispiel eher selten.

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Aber dann geht es bei diesem ersten Winterlauf bei 4 Grad bergauf, wo die Schweicher ihre Vereinsinterne Berglaufmeisterschaft austragen, die nach angeblich geheimen Regeln abläuft, die nur ehemalige Bergmeister kennen. Aber das ist heute nur am Rande ein Thema der vielen Gespräche.

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Denn die Tempoansage von Dirk ist gut für viel Kommunikation, trotz der fast 400 Höhenmeter, die wir sammeln, zumindest diejenigen, die sich für die komplette Strecke entscheiden. Ein Drittel der Gruppe begnügt sich mit elf Kilometern.

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Trotz des heftigen Regens der Vortage sind die Hauptwege im Meilenwald wunderbar zu laufen. Viel Sand im Bundsandsteinland. Abseits davon verlangen nasses Laub und  rutschige Wurzeln allerdings Aufmerksamkeit.

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Kurz vor dem Ende dürfen wir uns auch erfrischen, an der angeblich heilbringenden Quelle. Das Wasser soll nicht nur gegen schlimme Hände helfen, wie das geschrieben steht, sondern auch gegen schlechtes Augenlicht. Deshalb hatte ich vor einem Jahr extra einen Schluck extra genommen. Geholfen hat es allerdings bislang nicht.

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Aber vielleicht muss man dazu einfach häufiger kommen. Wir werden jedenfalls im kommenden Jahr gerne wieder da sein, um eine wunderschöne gemeinsame Runde zu laufen. Davor steht aber im Mai der Gegenbesuch zu unserem Freundschaftslauf in Olewig.

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.Und hier noch etwas zur Strecke:

 

Erinnerungen

Es ist ja noch ein wenig früh. Aber ich konnte mich heute nicht beherrschen und habe mir ein Poster bestellt mit schönen und erinnerungswürdigen Laufmomenten aus diesem Jahr. Für mein Büro, das sich so langsam zu einer Laufgalerie entwickelt. Meine Gäste halten mich sicher inzwischen für einen Egozentriker …

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Wertvoll

DSC09567Wie wertvoll das regelmäßige Laufen sein kann, erlebe ich derzeit besonders intensiv. Denn angesichts der furchtbaren Taten in Paris und anderen Orten auf dieser Welt ist es wichtig, den Kopf hin und wieder frei zu bekommen. Das gilt sicher nicht nur für Journalisten, die sich beruflich mit dem Terror und den Folgen für diese Gesellschaft auseinandersetzen müssen.
Was schon bei Spaziergängen und Wanderungen guttut, funktioniert beim Laufen erst recht: Es kann eine Form der Meditation sein, bei der sich Gedanken klären und darauf konzentrieren, was einem besonders wichtig ist. Vor allem vor dem Beginn eines Arbeitstages funktioniert das ausgezeichnet.
Manchmal fällt es schwer, sich zu überwinden. Aber nach dem Lauf ist es immer ein gutes Gefühl. Wer das einige Wochen regelmäßig erlebt, wird am Wert des Laufens nicht mehr zweifeln.
Wie wertvoll es ist, zeigt sich gerade an Tagen wie diesen.

Liege ich mit dieser Einschätzung richtig?