Biester!

Leider keine guten Nachrichten von meiner persönlichen Verletzungsfront. Der erneute Laufversuch am Mittwoch war ernüchternd, um es sachlich zu beschreiben. Ich werde jetzt tatsächlich konsequent drei Wochen nicht laufen und hoffen, dass sich die Leiste in dieser Zeit beruhigt hat.

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Meine Zeitungsleser habe ich mit dem Thema heute übrigens auch genervt …

Biester!

Auf einer meiner Lieblingslaufstrecken im Trierer Tiergartental gibt es zwei steile Anstiege. Eine der beiden Rampen habe ich auf den Namen Kleines Biest getauft. Ziel war es damals, den Anstieg ohne Verschnaufpause zu bewältigen. Zumindest bei vielen meiner Lauffreunde ist der Name für das Kleine Biest inzwischen ebenso etabliert wie der für den wirklich steilen Berg der Runde.

Das Große Biest im Laufschritt zu erklimmen bleibt eine echte Herausforderung, zumal der Zugang durch Zaundraht versperrt ist. Vor allem den Mountainbikern, die zu leichtsinnig das Biest hinunterrauschten, ohne sich um den Verkehr auf der Straße im Tal zu kümmern, verwehrt der Eigentümer damit ihre kamikazegleichen Abfahrten. Sie müssen nun, ebenso wie die Läufer, ihre tierischen Herausforderungen an anderer Stelle suchen.

Gemeine Biester gibt es tatsächlich genug. Jetzt, am Ende des Winters, ist es für viele der Innere Schweinehund, in der Szene gerne mit ISH abgekürzt, der zu schaffen macht. Manchmal sitzt das Biest aber nicht im Kopf, sondern schmerzt in der Mitte des Körpers oder an der nach dem unglücklichen Achilles benannten Sehne. Diese schmerzhaften Monster lassen sich in der Regel mit Geduld und gezielten Übungen besiegen. Manchmal – das sind die fiesesten – hilft nur Zurückhaltung und Ruhe.

Nun ja, auch mein laufsüchtiger Luxuskörper macht Zwangspause. Er wird diese Zeit überstehen und hoffentlich nur in kleinen Häppchen von der in den vergangenen Monaten hart erkämpften Fitness zehren. Danach aber mögen sie kommen, die kleinen und großen Biester. Sollen sie mir nur wieder den Weg versperren. Sie werden mir Spaß machen.

Frühlingserwachen

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Die Nebelschwaden haben sich früh verzogen. Blauer Himmel und Sonne. So stelle ich mir einen Frühlingstag vor. Da es eh Zeit wird nachzusehen, wie sich die Natur auf dem Petrisberg entwickelt hat, wage ich also wieder einen Testlauf. Schließlich sind die Leistenprobleme ja nur eingebildet … Das nehme ich mir mal für diese zehn Kilometer vor. Und leidlich gelingt es auch. Mit reichlich Fotostopps waren die Beschwerden sogar im erträglichen Rahmen. Weniger jedenfalls als zuletzt. Deshalb bin ich optimistisch. Ich muss ja nicht unbedingt lange Strecken laufen, bevor ich wieder beschwerdefrei bin.

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Es macht jedenfalls wirklich Spaß an so einem Prachttag unterwegs zu sein, das Erwachen der Natur zu bewundern und sich die Relikte der Landesgartenschau anzusehen. Die Partnerschaftsgärten, das Wasserband, den Turm Luxemburg und das Naherholungsgebiet Petrispark. Da lohnt es sich auch, wieder mal Fotos zu zeigen.

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Euch allen ein frohes Osterfest!

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Noch 94 Tage, dann ist schon wieder Stadtlauftag in Trier. Wem das kurz vorkommt, der hat die Alternative, in Stunden zu rechnen. 2256 sind es, sofern Sie diese Zeilen heute genau um 9 Uhr lesen. Denn das wird auch die Startzeit für den Hauptlauf über 10  Kilometer sein.

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Nur noch 21 Tage, dann startet die neue Auflage von „Der TV bewegt“, bei der wieder 60 Frauen und Männer danach streben, ihr persönliches Laufziel zu erreichen. Sie haben dann ab dem Start am 14. April um 19,30 Uhr genau 6269400 Sekunden, um sich vorzubereiten, also 104490 Minuten, was 1741 Stunden oder 72,5 Tagen entspricht.

Ob nun 21, 10 oder knapp 5 Kilometer am Ende die Strecke sein wird, die angestrebt wird, ist egal. Alle werden ihr persönliches Ziel erreichen, sofern es realistisch gesetzt ist und auch an den Tagen zwischen den 11 gemeinsamen Trainingsabenden der individuell Trainingsplan befolgt wird.

3 professionelle Coaches werden in ebenso vielen Leistungsgruppen für die optimal Vorbereitung ihren guten Ruf verbürgen. Lediglich für die Halbmarathongruppe gibt es im Vorfeld eine Hürde zu überwinden. Denn wer sich dafür bewirbt, muss aktuell die Zahl 3600 unterbieten, also weniger als 60 Minuten für 10 Kilometer benötigen.

Alles kein Problem? Dann besteht noch die Chance, Mitglied im exklusiven TV-bewegt-Team zu werden. Bewerbungen sind noch in den kommenden 8 Tagen möglich. Wer gewinnt, bekommt noch 1 Laufhirt und den Freistart beim Stadtlauf dazu, und jede Menge Spaß. Ich freue mich auf alle Teilnehmer!

Das Bewerbungsformular ist im Internet zu erreichen unter www.volksfreund.de/laufen

Es war schon besser …

Ruhig ist es geworden in meinem Laufblog. Dabei hätte ich so viel Energie für größere Taten. Aber leider scheint sich die Serie  – zwei gute Jahre, ein schlechtes – tatsächlich als solche zu manifestieren. Warum sich vor einigen Wochen immer wieder bei längeren Strecken zunehmende Leistenbeschwerden eingeschlichen haben, kann ich nicht sagen. Aber auch nach zwei Wochen Pause ist es nicht besser geworden.

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Heute früh war das Wetter so prächtig, da musste ich es einfach probieren, nachdem mein Urologe gestern nichts Auffälliges finden konnte. Kein Leistenbruch, keine verdächtige Verdickung, die an einen Narbenbruch denken ließe. Entzündungshemmende Mittel und Abwarten ist sein vorläufiger Therapievorschlag …

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Nun ja, wie gesagt: prächtige Morgensonne. Zumindest eine kleine Tiergartenrunde als Test sollte erlaubt sein …  Nun ja, die knapp acht Kilometer waren schön, aber leider nicht beschwerdefrei. Es war schon besser, deutlich besser also. Aber ich weiß, dass ich irgendwann wieder beschwerdefrei sein werde. Allerdings glaube ich kaum, dass es bis Ende Mai so gut sein wird, um in Luxemburg den Marathon zu laufen. Die Hoffnung bleibt

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… und für Übermut ist an so einem traurigen Tag wie heute eh kein Platz. Belgien kommt nicht zur Ruhe. Mein Mitgefühl gilt den Betroffenen und deren Familien.

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Mit Freu(n)de(n)

Meine Laufpause dauert noch an. Ich bin im Normalbetrieb zwar schmerzfrei, will aber nichts riskieren. Vermutlich schenke ich mir deshalb auch den Benderbachtallauf. Schade, denn der ist immer eine besonders schöne Sache.

Zumindest für die aktuelle Laufkolumne kann ich dennoch etwas schwärmen:

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Mit Freu(n)de(n)

Freundschaftsläufe sind eine tolle Sache. Der bevorstehende Termin einer besonders empfehlenswerten Veranstaltung dieser Art ist Anlass genug, um noch einmal von den Vorzügen des stressfreien Laufens in netter Gesellschaft zu schwärmen. Denn Startnummern und Zeitnahmen sind bei den wahren Freundschaftsläufen verpönt. Dafür übertreffen sich diese Gemeinschaftserlebnisse, wenn es darum geht, schöne und ungewöhnliche Strecken inklusive sich häufig anschließender Edelbeköstigung zu entdecken.
Im Winter sind es die Eifelläufe, die traditionell nahezu an jedem Wochenende Bewegungshungrige aus der ganzen Region auf idyllische Wege und Pfade des alten Mittelgebirges locken. Zu Beginn des Frühjahrs verzückt der Bendersbachtallauf in Föhren mit vier unterschiedlichen Strecken die Teilnehmer. Auf den 25 Kilometern der längsten Variante können dabei viele Langstreckler testen, wie es mit ihrer Vorbereitung auf den Frühjahrsmarathon steht. Es soll sogar Verrückte geben, die noch fünf oder zehn Kilometer anhängen, um auf ihr Soll zu kommen.
Wer sich gut gelaunt bei der Ankunft fotografieren lässt, schafft es dann vielleicht sogar auf das Veranstaltungsplakat für das nächste Jahr … Mein Debüt als Werbefigur will ich an dieser Stelle zwar nicht vertiefen. Beim nächsten Mal werde ich allerdings auf einen etwas besseren Fußaufsatz achten.
Viel Spaß und Naturgenuss allen, die am Samstag dabei sind. Start ist um 15 Uhr: Ich wette, viele von ihnen werden sich danach vornehmen, die Runde in ein paar Wochen noch einmal zu laufen, wenn sich die Natur wieder bunt und prächtig präsentiert.

Lichtblick

Auch als hoffnungsvoller Spaziergänger bleiben die Gedanken beim Laufsport, vor allem, wenn eine Kolumne geschrieben werden will. Klar, dass es dann eher um ein ein wissenschaftliches Thema geht …

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Lichtblick

Das Prisma ist eine geometrische Figur dessen Seiten gleichlang sind und parallel zueinander liegen. Im Bereich der Optik ist es ein dreidimensionaler durchsichtiger Körper, an dem Licht umgelenkt wird, sich reflektiert oder bricht und in Spektralfarben aufgelöst wird. Dinge werden sozusagen in neuem Licht dargestellt.
Sicher war das auch der Grund, warum das Fernsehmagazin so benannt wurde, das an jedem Mittwoch unserer Zeitung beiliegt. Ich muss gestehen, dass ich dem bunten Druckwerk in der Regel wenig Aufmerksamkeit schenke. Gestern war das allerdings anders. „Marathon: was im Kopf passiert“ war da als Titelzeile zu lesen. „Laufen verändert Denken und Fühlen“.
Wenn ich an so manche blutige Blase an den Füßen denke, die ich mir auf der Langstrecke eingehandelt habe, kann ich das bestätigen. Und wie es sich anfühlt, nach zwei Tagen Dauerlauf einen Zehennagel zu verlieren, ist durchaus eine interessante Gefühlserfahrung, die einen auf neue Gedanken bringt.
Aber Schmerz beiseite. Der Prisma-Artikel ist durchaus seriös und zitiert die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern, die unter dem Strich zu einem einfachen Ergebnis kommen: Laufen macht nicht nur den Kopf frei, sondern stärkt neben dem Körper auch den Geist. Denn Ausdauersport – besonders das Laufen – rege die Neubildung von Synapsen im Gehirn an. Das sind die Schaltstellen an den Nervenenden, die auch für Lern- und Gedächtnisleistungen entscheidend sind. Die Wissenschaftler hoffen nun, dank dieser Erkenntnisse eines Tages spezielle Bewegungsprogramme gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson entwickeln zu können.

 

Prisma ist mit diesem Artikel seinem Anspruch gerecht geworden: Er rückt den Laufsport in ein neues Licht. Aber wehe es sagt jetzt einer, ich solle doch bitte dringend noch mehr laufen!