Bergauf

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Jede Minute Sonne muss genossen werden. So ist zumindest das Gefühl in diesem Herbst. Und so musste ich auch sofort los, als sich am Samstag der Nebel gelichtet hat.

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Das Tiergartental bietet derzeit wunderbar herbstliche Farben. Aber vor allem der Laubwald ist eine Pracht.

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Weil sich aber immer wieder Wolken vor die Sonne schoben, habe ich dem Impuls nachgegeben und bin am Brückchen nicht im Tal zurück, sondern den steilen Anstieg hinauf in Richtung Kernscheid gelaufen.

 

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Mein Körper ist zwar noch eine Baustelle, aber die Sanierung geht langsam ihrem Ende entgegen.

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Wenn ich schon noch nicht weit laufen, kann, dann ist doch auch auf der kurzen Runde mal eine ordentliche Anstrengung nicht schlecht.

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Eine Pulsgurt hatte ich nicht dabei. Der hätte sicher Werte im Bereich des Maximalpulses registriert. Puh, dagegen ist das kleine Biest ein Kinderspiel.

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Aber hat letztlich doch Spaß gemacht, vor allem, weil zur Belohnung dann doch wieder die Sonne die Landschaft verzaubert hat.

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So kam die Kamera dann doch wieder häufiger zum Einsatz. Auch das hat mir in den vergangenen Monaten gefehlt. Es schult die Aufmerksamkeit für die Schönheit der Natur.

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In diesem Sinne: die Sonne hat gerade wieder den Nebel im Moseltal vertrieben. Gleich muss noch ein Spaziergang sein. Der Felsenpfad ruft. Die Kamera nehme ich mit, natürlich.

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Einen wunderbaren Sonntag allen Gästen meines Blogs!

Einer mehr

Wie habe ich es nur geschafft, fast täglich zu bloggen? War das vor sieben Monaten wirklich so viel einfacher als heute? Oder ist es tatsächlich eine Frage der Prioritäten?

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Nun ja, in den beiden Läufe in dieser Woche habe ich einen Kilometer draufgepackt, so dass es nun 6000 Meter sind, die ich zunehmend beschwerdefrei unterwegs bin. Es geht sogar schon ohne mehrfache Dehnpause dazwischen.

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Die Adduktoren beruhigen sich langsam, und auch der Kopf wird langsam freier. Es gibt sogar Passagen, in denen ich nachdenken oder nur die wunderbar herbstliche Natur genießen kann, ohne auf den Körper zu achten.

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Leider ist es um 8 Uhr am Morgen doch ziemlich düster, was das Fotografieren etwas erschwert. Aber nach der Zeitumstellung am Wochenenende wird das dann etwas besser sein. Ganz finster ist es zu dieser Zeit nicht einmal Mitten im November.

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Mal sehen, in der kommenden Woche wird dann ein komplette Tiergartenrunde ausprobiert, sofern mein Orthopäde am Montag nichts dagegen hat. Es läuft wieder, und Anne ist mittlerweile ein wunderbares Beispiel, dass sich Geduld lohnt, auch wenn zwischendurch die Verzweiflung nah scheint.

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Das kleine Biest macht wieder Spaß.

Besser nicht bergab …

… das scheint der Schlüssel zum Wiedereinstieg zu sein: Die steileren Bergabpassagen gehen statt laufen. Das bedeutet weniger Erschütterungen im Darmbereich und lässt alles, was da noch rumort, ruhig bleiben. Die Innenseiten der Oberschenkel gewöhnen sich so langsam auch wieder an die ungewohnte Bewegung. Die gut fünf Kilometer waren heute so überraschend gut zu bewältigen.

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Im Tiergarten ist der Weg wieder frei. Fleißige Säger haben die seit Monaten dort querliegenden Bäume gekappt. So können die Sinne, sofern sie nicht zu sehr ins Körperinnere gerichtet sind, den Zauber des Herbstes ohne Hindernisse genießen.

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Die Bäume sind nun schon reichlich bunt. Bald wird ein Herbststurm vermutlich reichlich Blätterkahlschlag betreiben. Vielleicht gibt es bis dahin ja noch einige sonnige Tage zum Genießen. Das Farbenspektakel dieser Jahreszeit ist schließlich etwas ganz Besonderes.

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Zu Besuch

Wer kann schon in meinem Alter von sich behaupten, noch zwei Omas zu haben. Wenige. Noch weniger werden zwei Großmütter haben die beide 97 Lebensjahre zählen.

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So war es an der Zeit ins Allgäu zu reisen und auf den Spuren meiner Kindheit zu wandeln. Denn bei meiner Oma Resi habe ich seit dem Kindergartenalter viele wunderbare Ferienwochen verbracht. Sie lebt noch immer alleine, obwohl sie sich seit einem Unfall in ihrem neunten Lebensjahr mit eine Beinprothese durch das Leben schlägt. Das hohe Alter hinterlässt inzwischen natürlich Spuren, aber es ist noch immer ein Genuss, ihren Geschichten zu lauschen, die ich so ähnlich auch schon vor mehr als 40 Jahren gehört habe.

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Nach einem schönen Nachmittag und Abend, einer Nacht in schlechten Hotelbetten und einem gemeinsamen Frühstück mit emotionalem Abschied geht es weiter nach Würzburg und Umgebung. Eibelstadt, Höchberg, Rimpar und Kist sind die wesentlichen Stationen auf unserer Familientour.

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Bei einem Stadtbummel in Würzburg darf natürlich weder ein Besuch bei der Bäckerei Brandstätter am Hauptmarkt fehlen, noch der Spaziergang am Mainkai mit obligatorischem Schoppen auf der Alten Mainbrücke.

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Die Brückenfiguren  wachen über dem Alten Gemäuer, Frankonia, die Patronin des Frankenlandes, ebenso, wie Pippin und die anderen historischen und metaphorischen Statuen.

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Zu meiner Schulzeit, damals war die Brücke noch nicht vom Autoverkehr befreit, gehörte der Gang über die Brücke fast zum täglichen Ritual. Denn das Deutschhaus-Gymnasium, benannt nach dem kreuzfahrenden Deutschherrenorden, liegt nur einen Steinwurf entfernt auf der linken Mainseite. Die Deutschherrenkirche, in der Friedrich Barbarossa geheiratet hat, ist rechts im Bild oben zu erkennen.

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Der Marktplatz mit Falkenhaus im Renaissance-Stil und der Marienkapelle mit den Riemenschneiderfiguren bzw. deren Kopien sind ein Stück Heimatgefühl, auch wenn wir ausnahmsweise auf Knüpfings Geknickte verzichten. Die mürben Brezeln von Brandstätter lassen dafür einfach keinen Platz.

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Die Gebäude sehen zwar historisch aus, sind aber  nach dem Krieg wieder neu entstanden. Denn Würzburg war am 16. März 1945 das Ziel eine martialischen Bombardements, das die Stadt in Schutt und Asche legte.

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Das Ausmaß der Zerstörung wird von Historikern mit denen von Dresden verglichen. In einer Seitenkapelle der Marienkapelle erinnert eine Heiligenfigur an das Grauen von damals. Unvorstellbar, so unvorstellbar wie das, was in diesen Stunden beim Sturm auf Mossul passiert …

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Wie privilegiert sind wir doch, dass wir von Krieg verschont bleiben und in der Lage sind, den Betroffenen zu helfen, … sofern sie es schaffen, bis zu uns zu kommen.

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In Rimpar, wo mein Elternhaus steht, prachtvolles Herbstwetter. Zumindest für einen kurzen Spaziergang im Plaichachtal muss Zeit sein, bevor es wieder zurück nach Trier geht.

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Laufschuhe hatte ich bei unserer Rundreise nicht dabei. Aber heute sollte natürlich wieder ein Übungslauf sein. Fünf Kilometer durch das Tiergartental. Das ist die Distanz, die noch für einige Zeit genügen muss. Ohne Dehnübungen geht nichts. So schlimm wie sie zu sein scheinen, sind sie aber nicht. Ich muss mich gedulden. Demut und der Gedanke an meine Oma helfen dabei.