Erleichtert

Nun sitze ich also in diesem Zimmer im vierten Stock des Brüderkrankenhauses. Zu meiner Jugendzeit wäre es nach der Operation für 14 Tage meine ungeliebte Wahlheimat gewesen. Heute genügen drei Nächte, bevor der Musterpatient zur weiteren Heilung auf die heimische Couch geschickt wird.

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Ich bin erleichtert. Der Blinddarm ist raus, genauer gesagt sein chronisch entzündeter Fortsatz. So etwas passiert heutzutage per Knopflochchirurgie: Drei kleine Löcher im Bauch statt einer langen Narbe. Die Heilungsschmerzen konzentrieren sich deshalb auf den inneren Bereich, der mir in den vergangenen Wochen Beschwerden bereitet hat. Aber es wird von Tag zu Tag besser, und spätestens seit dem Abführcocktail gestern ist zumindest  der Darm kein Störfaktor mehr.

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Vermutlich war der in den vergangenen Monaten an meinen Problemen beteiligt. Wie mir mein Chirurg erklärt hat, wurden bei der OP auch Verwachsungen des Dünndarms mit der Leistengegend gelöst. Jetzt heile ich und hoffe, dass in einigen Wochen das schmerzfreie Laufen  vom Wunschtraum zur Realität wird.

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Über meine Betreuung hier in der Klinik kann ich nur positiv berichten. Das Personal stets freundlich und hilfsbereit. Die olympischen Spiele, unzählige gute Wünsche über die sozialen Netzwerke und – nach 30 Jahren wieder einmal – das Epos um Die Säulen der Erde haben keine Langeweile aufkommen lassen. Dennoch bin ich froh, wenn ich gleich die Klinikpforten hinter mir lasse, ausgestattet mit allem, was für die Wundversorgung und gegen die Schmerzen wichtig ist.

Die Talsohle ist durchschritten, es geht bergauf, auch wenn es noch schmerzt.

Ausnahmsweise …

… kein Beitrag über das Laufen. Nichts über einen möglichen Zieleinlauf, ja nicht einmal etwas über einen Einlauf. Denn das wird bei einer Koloskopie nicht benötigt. Kolowas? Na ja, das einfachere Wort dafür ist Darmspiegelung. Eben jene Untersuchung, die Männern ab 50 dringend empfohlen wird. Und wenn in der Familie ein naher Verwandter bereits mit Darmkrebs zu tun hatte, ist sogar schon fünf Jahre früher Vorsorge angesagt.

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Ein unappetitliches Thema? Nur dann, wenn es um diese mit jedem Glas scheußlicher schmeckende Moviprep geht. Zwei Liter von diesem in Wasser gelösten Abführpulver gilt es sich einzuverleiben, um ins Kamillentee-Stadium zu kommen. Was das ist? Na ja, einfach an Farbe und Konsistenz denken … Mehr muss ich dazu hoffentlich nicht erklären.

Gestern ab dem späten Nachmittag und heute ab 5 Uhr (!) also gläserweise Lösung einverleibt und viel Zeit an dem Ort verbracht, an dem es nicht immer still ist. Termin zum gucken lassen dann heute um 10 Uhr. Alles kein Problem. Wenn die freundliche und zunehmend mitfühlsame Schwester und danach der Arzt dann auch nicht erst im vierten Anlauf die Vene für die Infusionsnadel getroffen hätte. Aber dann, eine kleine Portion „Hau weg“ in die Blutbahn … und auf Wiedersehen im Aufwachraum. Mein niedriger Ruhepuls lässt dort die Schwester ein wenig stutzen. „Ist normal – ich bin Sportler“ – selten war ein Ausspruch so befriedigend.

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Die hübsche Krankenhausmontur mit der himmelblauen Megahose durfte ich dann bald wieder ablegen und in Ruhe und mit dem vor der Untersuchung besorgten Imbiss abwarten, bis mein Schatz nach der Arbeit Taxi für mich spielte.  Wie grandios nach 28 Stunden Fasten und … zwei Brötchen, Laugenbrezel und Croissant und eine Flasche Multivitaminnektar schmecken können!

Der Befund? Ach ja, alles in Ordnung. Ein paar Narben von der elenden Häm(h)orrhoiden-OP vor zwei Jahren. Sonst ohne Befund. Das beruhigt.

Also Jungs im besten Alter: So eine Darmspiegelung ist keine schlimme Sache. Darmkrebs ist es schon. Aber je früher der entdeckt wird, desto größer ist die Heilungschance.

 

Weniger Weisheit, mehr Freunde

„So, Sie kommen heute also zum Zahn extrahieren“, so hat mich die freundliche Assistentin meines Zahnarztes heute früh begrüßt. Na ja, hört sich vielleicht etwas harmloser an als Zahn ziehen. Das Ergebnis ist allerdings identisch. Etwas weniger Weisheit, dafür ein mit Faden verschlossenes Loch im Oberkiefer …

Zahn

Es gibt schönere Dinge, um eine Woche zu beginnen. Aber da sich die Voraussage des Arztes im Sommer – „der muss raus, sonst macht er Ihnen noch mächtig Ärger“ – spätestens vor drei Wochen erfüllt hat, als sich ein Teil des Zahn verabschiedet hat, musst es sein, bevor tatsächlich der Schmerz einsetzte.

Und das hätte nicht mehr lange gedauert, hätte nach Meinung des erstaunten Mediziners sogar schon längst passieren müssen. Zur Demonstration hat er nach erfolgreicher Extraktion das schauerlich angegriffene Mundwerkzeug mit seinem Speitel, oder wie auch immer dieses Folterwerkzeug aus Chrom heißt, mit dem einem die Dentisten wie beim TÜV die Rostprüfer die Zähne auf Schwachstellen untersuchen, leicht und locker perforiert. … Schauder.

Aber Hauptsache, das Teil ist raus, ohne dabei abzubrechen. Hat eh zu nichts getaugt. Gegen die einseitigen Kopfschmerzen hilft die zweite Paracetamol. Morgen wird es dann hoffentlich wieder ohne Betäubung gehen.

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Laufen war heute also nicht angesagt. Morgen lasse ich das auch noch sein. Aber zumindest mental geht es natürlich nicht ganz ohne. Erinnerungen an schöne Laufmomente gibt es in diesem Jahr ja reichlich. Eine der schönsten stammt vom Freundschaftslauf meines Lauftreffs im Frühjahr. Ein toller Panoramalauf mit vielen Bekannten und Freunden.

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Ein guter Zeitpunkt also, die gute Nachricht zu verkünden, dass es auch 2015 in Trier-Olewig einen Freundschaftslauf mit drei unterschiedlichen Streckenlängen (10, 15, 21+x km) geben wird. Samstag, 2. Mai, ist der Termin dafür. Da der Tag davor ein Feiertag ist, lohnt sich auch für sporadische Gäste des Moseltals die Anreise. Ring frei also auch zum zweiten Laufbloggertreffen. Ich bin gespannt, wer kommt.

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Wer kommt, muss auch nicht zum Zahnarzt, versprochen 😉

 

Verlängerung

PortaWenn es beim Fußball Verlängerung gibt, ist es meist ziemlich spannend. In meinem Fall ist es zwar auch spannend. Aber deutlich nerviger. Neues Antibiotikum, nochmal eine Woche striktes Sportverbot. Na ja, daran habe ich mich inzwischen ja so langsam gewöhnt.

Porta ChristophDen frühen Besuch beim Arzt in der City habe ich dann noch zu einem kurzen Rundgang um die Porta Nigra genutzt. Da wird mächitg gewuselt. Die Bühne für den Auftritt unserer Kanzlerin um 17 Uhr muss gebaut werden.

Bühne PortaOb sie wohl wieder die Schlandkette trägt? Auch ein spannende Frage – und die, ob „Mutti“ eine Verlängerung bekommt sowieso. Wobei daran derzeit niemand zweifelt, egal ob mit Gelb oder in einer großen Koalition.

Gute Launefant

Eine dicke Haut hat sie ja, die Frau Merkel. Womit der Bezug zur Elefantenaktion geschaffen wäre, die nach wie vor die Passanten in der Stadt begeistert. Eine tolle Sache, immer wieder. Und als Stimmungsaufheller dienen sie auch.

Timberphant

Ach ja, ein Exemplar für Detailverliebte habe ich auch noch: Timberfant – der mit Briefmarken förmlich zugekleistert wurde. Sehr hübsch.

Timberfant DetailVon mir aus kann die Elefantenaktion gerne verlängert werden. Und jetzt wird das neue Mittelchen geschluckt …

 

 

 

Tschakka!

Noch wirkt das Wochenende in Hamburg nach. Klar, dass auch in der neuen Laufkolumne, die heute im Trierischen Volksfreund erschienen ist, der erfolgreich gefinishte Marathon ein Thema ist:

Experiment beendet: Tschakka!

Kann ein mehrwöchiges diszipliniertes Training zu neuen Bestleistungen führen? Diese Frage kann ich nach Beendigung des Experiments Hamburg-Marathon nun eindeutig beantworten: Ja! Das funktioniert, auch für bisherige Gelegenheits- und Hobbysportler im fortgeschrittenen Alter.
Endlich darf ich mich einmal damit brüsten, wovon ich schon als Jugendlicher vergeblich geträumt hatte: Ich war der beste Teilnehmer aus der Region. Na gut, eine Frau von hier war noch elf Minuten schneller. Aber da Anja Lamberty inzwischen aus der Eifel nach Köln gezogen ist, zählt das nicht wirklich.
Für meine 3:08:52 Stunden – dieses Zahlen stehen seit Sonntag für die Ewigkeit eingraviert auf meiner Medaille – habe ich gelitten, nicht nur auf den letzten sieben der 42,195 Kilometer.
Es begann vor 13 Wochen, als mir mein Laufcoach den ersten Trainingsplan geschrieben hat: Intervall- und Tempodauerläufe zu früher Morgenstunde bei -15 Grad. Danach wurde es morgens zwar heller und etwas wärmer, die wöchentlichen Trainingseinheiten allerdings auch intensiver und ergänzt durch allerlei Übungen zur Verbesserung von Muskelkraft, Lauftechnik und Koordination, oft im Regen. Noch vor einer Woche hatte mein schmerzender Körper signalisiert, dass es reicht. Am Sonntag liefen die Beine dann aber fast wie von selbst das immer wieder erprobte Tempo – bis ins Ziel. Tschakka!
Und jetzt? Ich starte ein neues Experiment: Wie bekämpfe ich Muskelkater am effektivsten?