Noch ein Stück Auvergne

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Nachdem ich heute ein schon länger vereinbartes Date mit meiner Hautärztin hatte, hat sich das mit neuen Lauffotos erledigt. Nur so viel: es war ein einschneidendes Erlebnis. Aber zum Glück verfüge ich ja noch über einen Fundus von schönen Impressionen aus der Auvergne.

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Da war zum Beispiel eine wunderbare Wanderung mit meinen Jungs zu, auf und in den grünen Vulkanen, bei denen ich immer an das Volvic-Mineralwasser denken muss. Denn vor vermutlich mehr als 20 Jahren ließen die Werbemacher kleine Kinder als Feen in einem der Krater herumhüpfen.

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Gehüpft bin ich nicht. Und Flügel hatten wir auch keine. Das hätte manchen Anstieg viel leichter gemacht, was ich gar nicht gewollt hätte, bei meinen Jungs aber durchaus Entzücken erzeugt hätte. Wobei, über Landschaft zu fliegen, muss grandios sein. Aber auch so sind die Eindrücke sehr schön. Seht selbst:

Übrigens wäre dieser Teil der Auvergne ein Paradies für Läufer, wenn denn welche dort unterwegs wären.

Wandern am Puy de Sancy

Einige Eindrücke aus der Auvergne habe ich bereits gegeben. Wie abwechslungsreich die Region der Vulkane, Schluchten, Seen und Flüsse ist, zeigt sich aber erst, wenn man sich aufmacht, entweder zu einer Mehrtagestour zu Fuß oder mit dem Rad. Wer – wie wir – einen festen Standort hat, fährt einige Kilometer mit dem Auto und startet dann seine Genusstour.

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Zum Beispiel auf den Puy de Sancy, dem mit 1885 Metern höchsten Berg der Auvergne. Zwar hat das noch nicht Hochgebirgsformat. Die Landschaft dort ist aber dennoch hochalpin. Das Gebirgsmassiv ist der erodierte Rest eine großen Vulkans und bietet sensationelle Ausblicke auch über die weite Hochebene Plateau de Artense in Richtung Süden, wo mit dem Puy Mary und dem Plomb du Cantal ähnlich hohe Gebirgsstöcke die Landschaft verzaubern.

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Im Winter wird hier auch Ski gefahren. Es würde sich bestimmt lohnen, die Auvergne im Schnee zu erleben. Und vielleicht daran zu denken, wie hart das Leben der Menschen vor noch nicht zu langer Zeit dort war. Familien mussten damals überwiegend mit einem großen Rad Cantal-Käse die kalte Jahreszeit überstehen. Aber das ist eine eigene Geschichte.

Hier Impressionen von einer wunderbaren Wanderung auf den Puy de Sancy. Wer schlecht zu Fuß ist, oder wenig Zeit hat, kann sich auch von der Seilbahn hinaufbringen lassen. Aber dann verpasst er viel Natur und vor allem Ruhe. Aber seht selbst!

Ein Stück Auvergne im Laufschritt

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Nun also etwas, worauf zumindest einige von Euch gewartet haben: Impressionen aus der Auvergne. Dieser Teil des Zentralmassivs Frankreichs ist im Grunde der Rest eines einzigen riesigen Vulkans. Aber diese Mega-Eruption ist schon so viele Millionen Jahre her – 350 000 000 sollen es gewesen sein -, dass seit immer noch reichlich vielen Millionen, Hunderttausenden und Tausenden Jahren Hunderte größere und kleine Vulkanschlote eine einzigartige Landschaft geformt haben.

Die beiden Läufe, bei denen ich es in meinen 12 Tagen dort belassen habe und auf die ich Euch in einem kleinen Film mitnehme, führten allerdings am Rande der spektakulärsten Region entlang. Dort ist die Dordogne zu einem riesigen See gestaut, der ein ehemals hoch über dem Tal stehendes Schloss zu einer Wasserburg machte. Bort-les-Orgues ist der Name des Hauptortes, unweit davon liegt Lanobre, wo wir auf einem Campingplatz unser Zelt aufgeschlagen hatten und auch einige bitterkalte Nächte mit 5 bis 7 Grad Celsius erlebt haben.

So ist sie eben, die Auvergne, zuweilen hart zu ihren Bewohnern und Gästen, aber in jedem Fall eine Reise wert.

Abschuss zum Abschluss

In meiner fränkischen Heimat bedeutet Abschuss manchmal auch so etwas wie höchster Genuss. Deshalb ist mein heutiger Abschlusslauf am letzten Tag vor dem ersten Arbeitstag des neuen Jahres wirklich der Abschuss.

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In Trier wieder dicker Nebel und eisige Temperaturen. Den ursprünglichen Plan, kurz nach Sonnenaufgang zu starten, ändere ich deshalb und lese zunächst in Ruhe die Zeitung, für die ich ab morgen wieder texte. Dann das Umziehen in Laufklamotten als Zeremonie. Da im Tal die Suppe wirklich dick ist, fahre ich mit dem Auto noch einmal nach Hockweiler, das – anders als gestern – heute die Nebelgrenze markiert.

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Aber das ist allemal besser als im eisigen Dunst unterwegs zu sein. Und mein Weg führt zudem noch einmal einige Dutzend Höhenmeter hinauf, zum Geizenkreutz und danach weiter in bislang unbekanntes Terrain in Richtung Geizenburg und Ollmuth.

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Die vereinzelten eisigen Passagen lassen sich auf dem gefrorenen Acker gut umlaufen. Die Entscheidung für diese Tour war richtig. Denn auch wenn immer wieder Wolken und Nebelschwaden heraufziehen und einen azurblauen Himmel verhindern. Es ist überwiegend sonnig. Und der zu kleinen Eiskunstwerken gefrorene Reif an Ästen, Gräsern und Zäunen ist tatsächlich ein Augenschmauß.

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Kein Wunder also, dass ich diesen zweistündigen Lauf häufig unterbreche und wieder reichlich fotografiere. Aber die insgesamt 16 Kilometer mit +-420 Höhenmetern sind dennoch nicht ohne. Vor allem der Anstieg vom Franzenheimer Bach, zu dem ich auf der zweiten Runde hinuntergelaufen bin, wieder hinauf nach Hockweiler, hat es in sich.

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Auf halbem Weg nach oben wird es wieder eisig. Der Nebel ist gestiegen und hüllt auch den Ort wieder ein. Die kleine Stärkung und das Fläschchen Wasser, das ich in der Gesäßtasche mitgenommen habe, tun nun gut.

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In Trier zeigt sich die Sonne heute übrigens gerade einmal 15 Minuten hinter einem kurz gelichteten Nebelschleier. Alles richtig gemacht. Kraft getankt für den Wiedereinstieg in den Berufsalltag.

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Wer mag, kann noch eine kleine Diaschau zu ruhigen Gitarrenklängen genießen.

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