Wege

Inspiriert von dem Blogbeitrag von Volker habe ich heute bei meinem schattigen und sehr angenehmen Morgenlauf einige Aufnahmen von den Wegen, gemacht, auf denen ich unterwegs war. Es ist schon spannend, wie groß dabei die Bildauswahl auf zehn Kilometern sein kann. Das zeigt aber, wie abwechslungsreich das Luafrevier bei Trier-Olewig ist. Wunderbar!

sommer 2015

 

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

Zunächst will ich ein Lob dafür einsammeln, dass ich es tatsächlich geschafft habe, um 18.30 Uhr zum Lauftreff zu kommen. Das war zwar knapp, ist aber immerhin ein Anfang für meinen Vorsatz, nicht immer bis zum späten Abend in der Redaktion zu sitzen.

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Dafür beginne ich eine Stunde früher. Ich hoffe, das entzerrt und entspannt meinen Arbeitstag auch etwas. Schließlich habe ich in meiner neuen Position als Chefreporter die Möglichkeit, wesentlich selbstbestimmter meine Arbeitszeit zu bestimmen und zu variiieren.

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Knapp habe ich es also geschafft, noch im Tiergarten anzukommen, um mich der Lauftrefftruppe anzuschließen. So kann ich nochmal nachhören, wie bei Ihnen der Freundschaftslauf angekommen ist. Alles gut, wie ich erfahre, auch in der 10er Gruppe war die Stimmung gut und entspannt. 🙂

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Wunderbar ist die Natur, wunderbar geschmeidig sind die Wege. Mein Beinmuskulatur ist es nicht ganz, nach den Bergintervallen am Vorabend. Aber im Vergleich zur vergangenen Woche geht es viel besser.

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Coach Christoph ist sich mit mir einig: Es wird auch im kommenden Jahr einen Freundschaftslauf geben. Ob wir dann erneut die Petrisbergrunde + X + X nehmen oder etwas Neues ausprobieren, wird noch Thema vieler Laufgespräche sein.

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Das Domherrenwäldchen wäre zumindest eine Alternative, wenn auch keine einfache. Denn die 15er Runde, die wir an diesem Abend laufen, ist zwar sehr schön, hat es aber in sich. Genauer gesagt sind es 328 Meter bergauf auf 15 Kilometer.

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Besonders der 2 Kilometer lange Anstieg vom Kandelbach, hinauf bis in Sichtweite zu Hockweiler hat es in sich. Dort oben bieten sich aber dann wieder spektakuläre Weitblicke.

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Für mich neue Eindrücke, denn diesen Teil der Runde bis nach Kernscheid kenne ich noch nicht. Das wird mit Sicherheit in Zukunft zu meinem Streckenrepertoire gehören.

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Ob es dann immer so schön ist wie an diesem Abend, an dem die Sonne sich unter die Bewölkung duckt und uns den Weg vergoldet, ist natürlich nicht sicher.

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Wir nehmen dennoch den Weg hinunter ins Tiergartental. Christoph will den „den Turbo einschalten“. Bis zum Brückchen lasse ich ihn und Marc machen. Dann merke ich aber, dass meine Beine wirklich nochmal im schnelleren Schritt den wunderbar weichen Waldboden spüren wollen. So werden die letzten knapp zwei Kilometer zu einem Speedlauf zu dritt.

Einfach nur – entschuldigung – geil!

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Am Samstag nur 15 Kilometer und dann Zurückhaltung bis zum Marathon in Mainz. Für den haben wir mit Michael auch schon einen Tempoläufer. Er trägt dort den Ballon für die Zeit von 3:44:59 Stunden. Schneller muss es da nicht sein.

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Halb und halb

Ein freier Tag. Da muss einfach die Sonne scheinen. So ist es dann auch. Und das Beste: Ich kann warten, bis der „gelbe Planet“ auch im Tal scheint. Um 12 Uhr ein Mittagessen mit Freunden. Da müsste um 10 Uhr doch noch ein Läufchen möglich sein.

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Da auch Karin dienstags wieder frei hat, bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam zu starten. Von der Idee, flach zu den Mattheiser Weihern zu laufen, bin ich zwar bei so einem Wetter nicht unbedingt begeistert. Aber ich kann ja nach einiger Zeit in die „wilde“ Natur abbiegen.

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Am Eingang zum Tiergartental … Nein, es macht doch Spaß, gemeinsam unterwegs zu sein. Auch wenn ich das Tempo ziemlich zügeln muss. Also durch den Tempelbezirk – hier liegen unter einem Meter Kleingärtnererde tatsächlich die Überreste von zig römischen Tempeln und Tempelchen sicher für nachfolgende Generationen verwahrt, die vielleicht mehr Geld haben, um den Schatz zu heben. Die Treppenanlage hinauf nach Heiligkreuz bin ich in den vergangenen verregeneten Wochen schon oft gelaufen.

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Die Weiher sind immer wieder schön. Auch das Bächlein, das die Wiese zwischen den beiden Seen flankiert.

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Dann aber wenigsten meinem Schatz einen neuen Weg nach Hause zeigen: An dem schon bekannten Osterinselkopf vorbei, weiter zur Deutschen Richterakademie.

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Auf dem Weg, der an dieser Einrichtung vorbeiführt, bietet sich ein neuer Blick ins Tiergartental. Der normalerweise sehr schöne und weiche Pfad hinunter präsentiert sich heute als Schmierseifenpiste.

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Karin versucht sich deshalb als Trailrunnerin und sucht sich einen Weg durch das Unterholz. Ich habe meine Gorte-Text-bewehrten Gel-Trabuco an den Füßen. In weiser Voraussicht, wie sich zeigen wird.

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An der Gärtnerei verabschiede ich mich von meiner Begleiterin, die nur noch das Kleine Biest hoch muss, um eine 9er-Runde zu vollenden. Ich erklimme den langen Anstieg hinauf zum Brubacher Hof. Reichlich Matsch, viele Pfützen. Ein nettes Kraftspiel für die Oberschenkel.

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Beim Blick auf die Garmin offenbart sich wieder einmal die Notwendigkeit, Laufcomputer für das Handgelenk regelmäßig aufzuladen. Nada, nichts, keine Anzeige. Na egal, dann eben weiter nach Gefühl.

Die Brubacher Kapelle ist ein Kleinod.

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Der Schmerzensspruch an der Pieta ist sicher nicht nur für Läufer gedacht …

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Weil’s aber so schön ist, biege ich nicht direkt ins Goldkäulchental ab, sondern nehme den Weg, der in den Domherrenwald führt … Wow, war der immer schon so lang und steil? Die vollkommen vermatschten Abzweigungen lassen mich auf dem Hauptweg bleiben, denn nach zwei oder drei Kilometern biegt von dort ein Pfad ab, der in der Regel nicht ganz tief ist.

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Ein Holzvollernter hat in regelmäßigen Abständen kleine Wege in den Niederwald gepflügt. Warnschilder zeigen seinen Radius an.

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Als die Abzweigung erreicht ist, trifft mich fast der Schlag. Nur fünf Meter von dem Schild entfernt, dass den Wald als Naturschutzgebiet ausweist, liegt jede Menge Müll in der Botanik. Unglaublich, dass jemand sein Auto vollpackt und das Zeug an so eine Stelle fährt, um dann die Umwelt zu vermüllen. Ich wünsche allen, die das tun, eine fette Geldstrafe, die richtig weh tut!

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Als ich also das Smartphone aus der Jacke nestle, um die Sauerei für das soziale Netzwerk zu dokumentieren, trifft mich fast der Schlag. „Treffen mit X und Y in 30 Minuten“ steht da auf dem Display. Aber bis nach Hause sind es noch sechs Kilometer!

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Komplett die Zeit vergessen … Also nichts wie los und Füße in die Hand nehmen, im übertragenen Sinn natürlich. Zum Glück geht es erst einmal zwei Kilometer bergab. Auf Pfützen oder Schlammlöcher achten geht jetzt nicht mehr. Dann das Tal und der Berg hinauf Richtung Kernscheid, an dem mein Puls beinahe die Maximalfrequenz erreicht. Hinunter die Serpentine ins Tiergartental und am Brückchen geradeaus bis zum Kleinen Biest.

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Die schnelle Hatz über Stock und Stein, durch Matsch und Schlicker … macht Spaß. Das seifige verschwindet beim direkten Weg durch den Modder. Die Sonne scheint durch die unbelaubten Äste der Bäume. Der Blick ist etwas angestrengt.

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So schmutzig waren meine Schuhe noch nie. Am Kleinen Biest deshalb ein Mini-Fotostopp. Oben hab eich definitiv das Maximum an Schnappatmung erreicht. Noch ein Kilometer …

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Es ist vier Minuten vor 12 Uhr. Die Waden sehen prächtig aus. Vor dem Badezimmer besteht aber erhöhter Kehrbedarf, als vor dem Sprung unter die Dusche der Dreck von der Haut bröckelt. Eine Viertelstunde später empfangen mich meine Freunde mit einem herzlichen Lachen. Rainer hat sich verlaufen!

Eine interessante Erfahrung. Eine Tour – knapp 19 Kilometer lang – nach dem Motto „halb und halb“. Die erste Hälfte ruhig und gemütlich, die zweite Hälfte mit vielen Höhenmetern und schnell. Gar habe ich mich am Ende in jedem Fall gefühlt 😉