Diagnose Aua

Liebe Freunde und Besucher meines Laufblogs. Es ist ruhig geworden hier angesichts meiner fortgesetzten Laufpause. Nun will ich aber zumindest berichten, was die MRT-Untersuchung erbracht hat: die Diagnose lautet Schambeinentzündung.

Smily traurig

Bei der Lektüre der Definition dieser typischen Fußballerverletzung finde ich tatsächlich alle Symptome wieder, die mich seit Anfang des Jahres zunehmend plagen. Dabei spiele ich gar nicht Fußball … Nun ja, vermutlich war die Belastung im vergangenen Jahr doch etwas zu groß. Auch daraus lässt sich für die Zukunft lernen. Zwei schnelle Marathons mit dem entsprechenden Training und dann mal noch locker ein kleiner Doppelultralauf an zwei Tagen dazwischen, das war dann wohl doch etwas üppig, auch wenn gerade das riesigen Spaß gemacht hat.

Nun werde ich also weiterhin pausieren und nur das machen, was mir keine Schmerzen bereitet. Da werden wohl noch viele Meter im Freibad hinzukommen, geschwommen und mit Treibkorkengürtel.

Eine gute Nachricht hat die Unrtersuchung aber auch gebracht: Die Hüftgelenke sind in einwandfreiem Zustand. Keine Arthrose oder Knorpelschaden. Das ist doch auch etwas. So werde ich also in einigen Wochen oder Monaten wieder laufen können. Bis dahin ist Geduld gefragt. Das Hospizlaufprojekt muss ich in diesem Jahr leider absagen. Tut mir leid.

Hier noch meine aktuelle Laufkolumne, die sich auch um dieses Thema dreht.

Treibgut

Darauf habe ich lange gewartet: endlich eine neue Bestzeit. 4:53 Minuten … für 100 Meter. Nein, da fehlt keine 0. Wer als strampelnder Schwimmkorken im Freibad unterwegs ist, freut sich darüber, überhaupt das Ende der Schwimmbahn zu erreichen. Aquajoggen nennt sich diese Betätigung, bei der invalide Vielläufer zumindest ein wenig Bewegung simulieren. Da verwandelt sich der vormals dynamischste Astralkörper in scheinbar träges Treibgut.
Zum Glück ist es für die überwiegend betagteren Mitbenutzer meines Lieblingsfreibades inzwischen nicht mehr außergewöhnlich, wenn sich vermeintliche Nichtschwimmer einen Styroporgürtel um die Hüfte schnallen. Nur damit gelingt es, einigermaßen aufrecht im Wasser zu stehen, um mit Armen und Beinen hochfrequent Laufbewegungen zu imitieren. Das kann einen ganz schön außer Atem bringen, ganz ohne das übliche Schwitzgefühl. Ganzkörperkühlung ist bei 20 Grad Wassertemperatur garantiert.
Lang und noch langweiliger können 30 Minuten im Aquajogging-Modus sein, wären da nicht die netten Gespräche der wenig flotteren Freunde des morgendlichen Freibadbetriebs. Peinlich ist diese Strampelei auf der Stelle nicht. Nur wenn die dynamische Schwimmbrillen-Fraktion untertaucht und die traurige Mühsal des menschlichen Wasserläufers erblickt, dann gerät die neue Bestzeit in Gefahr.

 

Ingo Froböse: Fitness kann man nicht kaufen

IMG_0423Wie versprochen: Hier mein Interview mit Prof. Ingor Froböse, Sporthochschule Köln:

 

„Fitness kann man nicht kaufen“

Wenig Bewegung ist besser als keine. Dieser Weisheit widerspricht auch der Gesundheitsexperte Ingo Froböse nicht. Aber wie minimal muss der Aufwand sein, um maximalen Erfolg für Gesundheit und Fitness zu erreichen?

Langsamkeit hilft. Wer schnell werden will, muss langsam laufen. Das ist eine wesentliche Erkenntnis des renommierten und durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannten Sportwissenschaftlers Ingo Froböse. TV-Redakteur Rainer Neubert sprach mit ihm über Trends, Unsinn, falsch verstandenen Ehrgeiz und wirkliche Fitness.

Herr Froböse, mit dem Smartphone vernetzte Armbänder zeichnen jeden Schritt auf. Apps steuern das tägliche Workout. Die Werbung verheißt Fitness ohne viel Aufwand und mit viel Spaß. Ist das der Weg zu einer gesunden Gesellschaft?
Froböse: 85 Prozent der Bevölkerung tun deutlich zu wenig. Deshalb freue ich mich grundsätzlich, wenn die Menschen überhaupt in Bewegung kommen. Große Sorge habe ich allerdings beim Blick auf diese Trends: Welche Trainingsqualität vermitteln Apps? Wer hat sie gemacht? Und wohin gehen die Daten? Zudem sind sie eindimensional, weil der Nutzer nichts bekommt, außer vielleicht eine stilisierte Medaille.

Aber das Versprechen ist doch Fitness und Jugend …
Froböse: Wenn das so einfach wäre. Fit wird man nicht durch eine Uhr, sondern nur durch aktives Handeln. Vielleicht können diese Dinge kurzfristig motivieren. Die Interpretation des Trainings wird den Nutzern überlassen. Aber dafür benötigen sie eine gewisse Kompetenz.

Minimaler Aufwand für maximalen Ertrag wird postuliert, was bedeutet das?
Froböse: Das ist genau das Thema. 10.000 Schritte zum Beispiel sind ein Aufwand, den die meisten Menschen kaum schaffen. Mehr als 5000 bis 6000 Schritte am Tag sind für den Durchschnitt das Maximum. Das zu verdoppeln, ist enorm sportlich.
Aber für den Einstieg zu mehr Fitness ist die Sportart eh egal, Hauptsache man tut etwas. Der Körperzelle ist es egal, ob man läuft, joggt oder mit Stöcken durchs Gebüsch rennt. Es muss nur Bewegung sein, die zu einer gewissen Erhöhung der Atem- und der Herzfrequenz führt. Ich kann diese Dinge im Alltag sammeln, in zehnminütigen Abständen. Wichtig ist, das über die Woche verteilt mehrmals zu tun. Meine Empfehlung ist es, so oft wie möglich im Alltag aktiv unterwegs zu sein.

Reichen nicht auch zwei oder drei Stunden konzentrierter Sport in einer Woche?
Froböse: Nein. Durch zwei oder drei Stunden konzentrierten Sport können Sie nicht kompensieren, was Ihr Körper durch einen trägen Alltag eingekauft hat. Ein aktiver Alltag ist fast wichtiger als aktiv Sport zu treiben. Je mehr man unterwegs ist, desto besser.

Fitnessstudios werben aber anders. Und wer sich im EMS-Training elektromotorisch stimulieren lässt, hat bereits bei 30 Minuten pro Woche heftigen Muskelkater.
Froböse: Das ist nur zu empfehlen, wenn die Betreuung ausgezeichnet ist. Vor einiger Zeit habe ich einen Patienten nach EMS-Training analysiert, der hatte viel schlimmere Entzündungsparameter als ein Marathonläufer, und zwar um das 50fache. Muskelkontraktionen, die durch Strom verstärkt werden, führen bei einem nicht gut trainierten Muskel zu sehr vielen Mikroverletzungen.

Also eher eine Sache für Profis?
Froböse: Ja, da kommt das auch her. Man muss einfach festhalten, dass man Fitness nicht kaufen kann. Fitness muss man machen. Ohne Anleitung sind solche Dinge ebenso wenig gut wie Fitnessgeräte zu Hause oder in Studios. Aber natürlich ist EMS in der Rehabilitation sinnvoll, um Muskeln zu stimulieren.

Laufen ist eine der beliebtesten Sportarten, um fit zu werden. Natural Running und das Laufen ohne aktive Unterstützung im Schuh sind derzeit wieder sehr in Mode.
Froböse: Ich bin grundsätzlich gegen jegliche Unterstützung des menschlichen Organismus. Wenn ich Systeme verändere, die seit 30 oder 40 Jahren gut funktioniert haben, ist das nicht gut. Ich hatte noch nie so viele Patienten mit Achillessehnenproblemen wie durch Dämpfung. Es muss ein Kompromiss sein. Dämpfung sollte im Verlauf einer Laufkarriere immer weiter reduziert werden, weil zunehmend die Muskulatur die Funktion der Dämpfung und Federung übernimmt.

Irgendwann dann also barfuß?
Froböse: Das absolut natürliche, fast barfußähnliche Laufen überfordert den Körper. Ich selbst laufe fast jeden Tag. Five Fingers ziehe ich aber maximal einmal in der Woche an, dann aber für eine eher kurze Strecke. Aber grundsätzlich ist es natürlich gut, möglichst viel barfuß zu gehen, zum Beispiel in der eigenen Wohnung.

Hat sich beim Thema Fitness mehr verändert als die Begrifflichkeit?
Froböse: Fitness ist heute wesentlich mehr als reine Körperlichkeit. Zu Fitness gehört nicht nur Kraft, sondern auch Ausdauer, Flexibilität und viele andere Dinge. Dazu gehört die Fähigkeit, zu entspannen und zu regenerieren. Es ist die Kombination aus vielen Aktivitäten. Stressresistenz zu erarbeiten, auch das ist Fitness.

Zur Person

Prof. Dr. Ingo Froböse, geboren 1957 in Unna, ist Professor für Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln, der weltweit größten Sportuniversität. Der Diplomsportler wurde in seiner Studienzeit mehrfach als Sprinter deutscher Vizemeister über 100 und 200 Meter sowie deutscher Hochschulmeister über 200 Meter. Froböse ist wissenschaftlicher Berater zahlreicher Krankenkassen und erfolgreicher Buchautor. Als einer der führenden Gesundheitsexperten in Deutschland ist er auch durch seine zahlreichen Auftritte im Fernsehen bekannt.
Auf Einladung des Marketing Club Trier-Luxemburg, der Vereinigung Trierer Unternehmer in der Region Trier und des Kreises Junger Unternehmer Trier gastierte Ingo Froböse im Theater Trier mit seinem Vortrag „Fitness und Gesundheit – Geschenk oder harte Arbeit?“.

Lichtblick

Auch als hoffnungsvoller Spaziergänger bleiben die Gedanken beim Laufsport, vor allem, wenn eine Kolumne geschrieben werden will. Klar, dass es dann eher um ein ein wissenschaftliches Thema geht …

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Lichtblick

Das Prisma ist eine geometrische Figur dessen Seiten gleichlang sind und parallel zueinander liegen. Im Bereich der Optik ist es ein dreidimensionaler durchsichtiger Körper, an dem Licht umgelenkt wird, sich reflektiert oder bricht und in Spektralfarben aufgelöst wird. Dinge werden sozusagen in neuem Licht dargestellt.
Sicher war das auch der Grund, warum das Fernsehmagazin so benannt wurde, das an jedem Mittwoch unserer Zeitung beiliegt. Ich muss gestehen, dass ich dem bunten Druckwerk in der Regel wenig Aufmerksamkeit schenke. Gestern war das allerdings anders. „Marathon: was im Kopf passiert“ war da als Titelzeile zu lesen. „Laufen verändert Denken und Fühlen“.
Wenn ich an so manche blutige Blase an den Füßen denke, die ich mir auf der Langstrecke eingehandelt habe, kann ich das bestätigen. Und wie es sich anfühlt, nach zwei Tagen Dauerlauf einen Zehennagel zu verlieren, ist durchaus eine interessante Gefühlserfahrung, die einen auf neue Gedanken bringt.
Aber Schmerz beiseite. Der Prisma-Artikel ist durchaus seriös und zitiert die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern, die unter dem Strich zu einem einfachen Ergebnis kommen: Laufen macht nicht nur den Kopf frei, sondern stärkt neben dem Körper auch den Geist. Denn Ausdauersport – besonders das Laufen – rege die Neubildung von Synapsen im Gehirn an. Das sind die Schaltstellen an den Nervenenden, die auch für Lern- und Gedächtnisleistungen entscheidend sind. Die Wissenschaftler hoffen nun, dank dieser Erkenntnisse eines Tages spezielle Bewegungsprogramme gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson entwickeln zu können.

 

Prisma ist mit diesem Artikel seinem Anspruch gerecht geworden: Er rückt den Laufsport in ein neues Licht. Aber wehe es sagt jetzt einer, ich solle doch bitte dringend noch mehr laufen!

Ein Vorschuss für den Tag der Jogginghose

Morgen ist der Tag der Jogginghose, hat mein Kollege Bernd Wientjes gerade gepostet. Dann war ich wohl heute früh doch 24 Stunden zu früh dran bei meinem Osteopathen-Besuch heute zu Tagesbeginn. Wiedervorstellungstermin nach der ersten Sitzung vor sechs Wochen. Mal sehen, ob die noch immer dezent aufflammenden Beschwerden in der Leistengegend nicht doch noch wegzubekommen sind. In der ersten Woche nach der Behandlung war ich schließlich komplett beschwerdefrei.

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Ist schon interessant, an welchen Stellen so ein ganzheitlicher Therapeut drückt, zieht und windet, um die linke untere Körpermitte anzusprechen … Bei der „Kopfmassage“ am Ende wäre ich doch fast eingeschlafen. Aber vielleicht war es auch nur Erschöpfung nach den ganzen Windungen, Dehnungen und Punktmassagen an Muskeln, von deren Existenz ich bislang nicht einmal etwas ahnte. Aber gespürt habe ich sie. Und wie.

Der Höhepunkt war aber ohne Zweifel der Versuch, mittels Ellbogenspitze empfindliche Bereiche meiner Pomuskulatur zu perforieren. Yippieh!!!! „An die kommt man nur so ran. Die lassen sich nicht dehnen“, lautete die Erläuterung meines Folterknechts. Nun ja, ich habe es überlebt. Und eine Thema für meine Laufkolumne am Donnerstag habe ich auch. Es wird nicht der Tag der Jogginghose sein.

Verlängerung

PortaWenn es beim Fußball Verlängerung gibt, ist es meist ziemlich spannend. In meinem Fall ist es zwar auch spannend. Aber deutlich nerviger. Neues Antibiotikum, nochmal eine Woche striktes Sportverbot. Na ja, daran habe ich mich inzwischen ja so langsam gewöhnt.

Porta ChristophDen frühen Besuch beim Arzt in der City habe ich dann noch zu einem kurzen Rundgang um die Porta Nigra genutzt. Da wird mächitg gewuselt. Die Bühne für den Auftritt unserer Kanzlerin um 17 Uhr muss gebaut werden.

Bühne PortaOb sie wohl wieder die Schlandkette trägt? Auch ein spannende Frage – und die, ob „Mutti“ eine Verlängerung bekommt sowieso. Wobei daran derzeit niemand zweifelt, egal ob mit Gelb oder in einer großen Koalition.

Gute Launefant

Eine dicke Haut hat sie ja, die Frau Merkel. Womit der Bezug zur Elefantenaktion geschaffen wäre, die nach wie vor die Passanten in der Stadt begeistert. Eine tolle Sache, immer wieder. Und als Stimmungsaufheller dienen sie auch.

Timberphant

Ach ja, ein Exemplar für Detailverliebte habe ich auch noch: Timberfant – der mit Briefmarken förmlich zugekleistert wurde. Sehr hübsch.

Timberfant DetailVon mir aus kann die Elefantenaktion gerne verlängert werden. Und jetzt wird das neue Mittelchen geschluckt …