24 Stunden in 24 Bildern – Hospizlauf Part II

Wenn es zwei Stunden dauert, um alle Bilder zu sichten und zu bearbeiten, dann deutet das auf ein besonderes Ereignis hin. Der Hospizlauf ist das tatsächlich, auch in seiner 12. Auflage, in der ich wieder als Teil einer Staffel dabei bin. Christoph hatte die Idee. Ich hatte die Bedenken. Denn ob mit einem kleinen Kernteam von vier Läufern die 190 Kilometer lange Strecke wirklich permanent besetzt sein kann, machte mir doch ein wenig Sorge.

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Zu Unrecht, wie sich gezeigt hat, denn dank der Unterstützung von Dominik zu Beginn, Jürgen auf zwei Etappen am Morgen und einer großen Gruppe des Lauftreffs auf den letzten beiden Etappen, hat es wunderbar geklappt. Laufmaus Marion war sogar ein wenig  enttäuscht, dass sie nicht zwingend für eine Zwischenetappe gebraucht wurde. Aber dieses Missverständnis ist inzwischen hoffentlich geklärt.

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So werde ich also versuchen, die Geschichte dieses 24-Stunden-Laufs in 24 Bildern zu erzählen. Die Auswahl fällt mir schwer.

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Wie immer ist am Deutschen Eck in Koblenz etwas geboten, wenn sich der Tross des Hospizlaufes vor dem Start auf den Treppen unter dem Kaiserdenkmal postiert. Das Foto dazu ist im vorherigen Beitrag zum Hospizlauf zu sehen. Hier gibt es eines unmittelbar nach dem Start am Freitag um Punkt 12 Uhr. Die Freude ist den etwa 80 Läuferinnen und Läufern anzusehen, die sich auf den Weg machen, um mehrfach den Staffelstab virtuell oder tatsächlich für eine der weiteren 20 Etappen zu übergeben.

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Tatsächlich stellt der Lauftreff des SV Olewig nicht die einzige Staffel. Die LG Langsur ist ebenso dabei sie der SV Konz, die Meulenwaldläufer aus Föhren und die Lauffreunde aus Geichlingen in der Eifel sowie die aus Gonzerath. Der Lauftreff Schweich wird zwar vermutlich die meisten Einzelstarter dabei haben. Aber zu einer geschlossenen Staffel reicht es nicht. Gesprächsstoff für das nächste Treffen mit Dirk also …

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Mit Mark, Marcel und Dominik mache ich mich auf den Weg. Das Wetter ist sensationell, wenn auch ziemlich heiß. Vor allem die lange Etappe von Lehmen bis Moselkern hat es in sich, wie Dominik erzählt, der den zweiten und dritten Abschnitt von Winningen bis Moselkern alleine läuft. Dort genießen wir anderen die Zwischenzeit und rüsten uns für die kommenden Abend- und Nachetappen.

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Nach jedem Streckenabschnitt – der kürzeste ist 5,4 Kilometer, der längste 13,2 – bietet das erfahrene Organisationsteam um Ralf Haas Stärkungen und Getränke. Besonders auf den langen und heißen Anfangsetappen wartet auch auf der Strecke Wasser, um den Schweißverlust auszugleichen. Es gibt aber auch interessantere Stärkungsdrinks…

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Flüssigkeit ist auch sehr notwendig, merke ich auf meinem  Doppel zwischen Pommern, Cochem und Poltersdorf. Vor allem der Anblick der Burg im idyllischen Cochem ist immer wieder toll. Aber wer sich das schöne Städtchen anschauen will, sollte die Wochenenden meiden. Dann tobt hier nämlich der Tourismus.

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Ich bin jetzt mit Frank unterwegs, der seine 30 plus x Kilometer für den LG Meulenwald beisteuert, bevor er an Birthe übergibt, die bereits in Poltersdorf wartet. Sie wird noch einige Kilometer mehr durchhalten, als bekennende Ultraqueen.

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In unserer Laufstaffel hält nun Marcel den virtuellen Staffelstab hoch. 24,5 Kilometer sind es über Bremm bis zum Café Bauer in Zell. Aber bevor die große Stärkung kommt hat der Stopp am Bremmer Calmont Tradition, dem steilsten Weinberg Europas. Der Wandersteig dort ist mehr als ein Geheimtipp und bietet grandiose ausgesetzte Wege und entsprechend spektakuläre Ausblicke auf das wild mäandernde Moseltal. Für den Steig ist heute keine Zeit, dafür bläst der Musikverein Brehm den Läufern den Marsch. Seit sie vor ein paar Jahren spontan auf Bitte der Läufer aus ihrem Probenraum auf den Platz gekommen waren, tun sie das in jedem Jahr. Eine schöne Tradition.

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Um 22.37 Uhr kommen die Läufer in Zell an. Das Café Bauer ist Christoph, Marc und mir in bester Erinnerung von unserer Moselsteigtour im vergangenen Jahr. Da haben wir uns mit frischem Apfelstreußel und Kaffee gestärkt … und wären fast nicht mehr auf der anderen Moselseite den Berg hinauf gekommen. Auch an diesem Abend gibt es Leckereien. Aber zu viel wirft vermutlich niemand ein. Und da es flach an der Mosel entlang geht, ist die Verköstigung eh kein Problem. Weil aber vor Zell viele Kurzstreckenläufer hinzugekommen sind, ist dies der Augenblick für ein weiteres Gruppenfoto.

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Nun ist es dunkel, Marc hat seinen Einsatz. Von Zell über Reil bis nach Traben-Trarbach. Wir anderen fahren mit unserem vom Palais e.V geborgten Kleinbus bis dorthin voraus, um  ein Ründchen zu schlafen. Das gelingt, trotz des Gewummers der nur wenig entfernten Kirmes. Diese eine Stunde Powernapping soll für mich die einzige bleiben. Danach komme ich einfach nicht mehr zur Ruhe.

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Christoph will unbedingt eine Nachetappe unterwegs sein und die meditative Stimmung erleben. Von 1:05 bis 3:47 hat er dazu die Gelegenheit – 22,2 Kilometer über Kindel bis nach Bernkastel nehmen bei konstantem Tempo 6:30 diese Zeit in Anspruch. Auch auf dem großen Parkplatz des berühmtesten  Städtchens an der Mosel – zum Weinfest kommen sage und schreibe 100 000 Menschen hierher – ist genug Zeit für zwei Stunden Schlaf. Der Baumsägeakkord meiner Begleiter treibt mich allerdings fast in den Wahnsinn. Deshalb verlasse ich den Bus, bevor ich Amok laufe und vertreibe mir noch eine gute Stunde bei 10 Grad Lufttemperatur, die dank des heftigen Windes gefühlt knapp über dem Gefrierpunkt liegen, die Zeit. Gut, dass es für die Nachtläufer und ihre Ablösung heiße Nudelsuppe gibt.

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Ich muss jetzt laufen! Auch wenn ich laut Plan eigentlich erst zwei Stunden später an der Reihe bin. Wir haben als Marathonis aber tatsächlich so viel Puffer, dass wir nicht immer alleine unterwegs sein müssen. Aufbruch also um 3:47 gemeinsam mit Marcel in Bernkastel. Ich will in die Dämmerung laufen, meditativ sozusagen. Birthe ist auch noch dabei, ich laufe neben ihr … zumindest eine ganze Weile, denn hinter uns textet eine Dame aus der Eifel permanent. Dass sie dabei ein wenig in Atemnot kommt, stört sie nicht und lässt sie auch maximal zwei Atemzüge schweigen. Wir hören dennoch das erste Vogelgezwitscher des Tages.

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Vor Wintrich lasse ich mich irgendwann zurückfallen und genieße mit Marcel die Ruhe. Es ist doch ein Traum, in den Morgen zu laufen, auch wenn die Kamera trotz höchst möglicher Isozahl an die Grenze kommt. Aber wenn man stehen bleibt, dann sind doch im Dämmerlicht des frühen Morgens interessante Schüsse möglich.

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In Piesport warten dann – bei ausreichender Helligkeit – der legendäre Streußelkuchen und Kaffee. 146 Kilometer haben der Lauftross und seiner Begleiter inzwischen seit Koblenz bewältigt. Hier kommen immer viele Läufer hinzu. Ich freue mich, einige neue Lauffreunde zu treffen, die bei „Der TV bewegt!“ dabei waren.

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Noch eine Etappe bis Neumagen bin ich gesetzt. Diese Dreifachstrecke wird insgesamt 23,3 Kilometer haben. Für mich addiert sich die gelaufene Strecke auf knapp 64 Kilometer. Nur das jeweilige Anlaufen zwischen den Pausen ist etwas beschwerlich. Ansonsten fühlt es sich ganz gut an, vielleicht auch, weil ich jeweils die Schuhe  wechsle.

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Der Stopp in Neumagen-Dhron ist auf der Eifelseite der Mosel. Das berühmte Weinschiff, ein steinernes Grabdenkmal aus Römerzeit, sehe ich also nicht. Es ist der Nachweis dafür, dass schon vor 2000 Jahren Wein mit Schiffen auf der Mosel transportiert wurde. Hier steigt Jürgen für die Staffel ein, der mit den Damen seiner Kanzlei 13 Kilometer bis zur Staustufe Detzem bewältigten will. Marc will nicht mehr im Auto sitzen und schließt sich kurzentschlossen an.

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Vor Detzem  geht es allerdings durch Leiwen, wo ein leckerer Frühstücksstopp, organisiert von den Vereinen des Ortes, ebenfalls Tradition hat. Und auf die Organisatoren wartet hier noch eine besondere Überraschung, weil Bettina Wagner vor kurzem ihren 50. Geburtstag gefeiert hat und nun großzügig  1200 Euro für das Hospizhaus stiftet. Sie hat sichtbar Spaß daran, Gutes zu tun und freut sich über den spontanen Applaus der Läufer.

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Von Detzem sind es nur noch gut 25 Kilometer bis nach Trier. Das bedeutet, ab sofort kommen immer mehr Hospizläufer hinzu.

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Nun hat Christoph wieder einen Pflichttermin. Marc will noch nicht aufhören. Also machen sich beide auf den Weg nach Mehring. Die Zeit ist verflogen. Inzwischen zeigt die Uhr 8:44 Uhr. Ein heißer Tag kündigt sich an. Es wird von Minute zu Minute wärmer.

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Was bleibt, ist die gute Laune der Teilnehmer, auch wenn sie wieder oder erstmals ordentlich ins Schwitzen kommen. Und zumindest bis Schweich will ich auch nochmal dabei sein im Tross der Läufer. Von dort bis Trier ist es immer wirklich voll und im Grunde als Laufstrecke wenig attraktiv.

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Allerdings ist es schön, zur letzten Übergabe der Lauftreff-Staffel all die Freunde zu treffen.  Die machen sich mit 200 weiteren Läuferinnen und Läufern auf den Weg nach Ruwer, wo weitere 200 oder gar 300 hinzustoßen und dann im großen Tross die letzen 6,6 heißen Kilometer bis zum Hospizhaus in Trier hinter sich bringen. Mit Christoph, Marc und Marcel mache ich mich von Schweich aus im Bus auf den Weg nach Trier. Duschen wäre eine Möglichkeit. Aber wir entscheiden uns, das Auto zu parken, die 400 Meter zum Hospizlhaus zu gehen und von dort weiter bis zur Porta Nigra. Marcel mag nicht mehr, macht sich auf den Weg nach Hause. Er wird leider auf dem Abschlussfoto fehlen.

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Das Trio wartet also auf den Tross, der – hinter einem Polizeifahrzeug mit Blaulicht – kurzzeitig für eine Verkehrsblockade sorgt. Angesichts der vielen Baustellen in Trier fällt das allerdings nicht wirklich ins Gewicht. Und als die jetzt große Schar der Läufer da ist, schließen wir uns noch einmal mit müden Knochen für die letzten 1,2 Kilometer an.

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Dann ist es geschafft! Unter dem Applaus der Gäste, der Läufer, der Hospizhausfreunde … und vielleicht auch einiger Bewohner … erreicht der Hospizlauf 2015 das Ziel. Exakt 24 Stunden nach dem Start in Koblenz. Fünf Staffeln haben es geschafft, ununterbrochen dabei zu sein. Eine davon ist die des Lauftreffs Olewig. Es bleibt noch ein wenig Energie, um etwas zu trinken, zu essen und im tollen Garten des Hauses nach Schatten zu suchen und ein Gruppenfoto der verbleibenden Lauftreffler zu machen. Dann geht es nach Hause. Schließlich ist ein wenig Schlaf nachzuholen – mit 65 Kilometern in den Beinen, die dafür gut 9 Stunden auf hartem Asphalt unterwegs waren.

Meine restlichen Fotos sind hier zu erstöbern

Den offiziellen Bericht und noch viel mehr Fotos vom Hospizlauf 2015 gibt es auf dem Laufportal

Sollte es tatsächlich im kommenden Jahr eine Laufbloggerstaffel geben, wäre das ein großes Ereignis.

 

 

 

 

 

 

Hospizlauf – erster Teil

Die Technik schreitet fort. Und wenn Läufer daran denkt, das entsprechende Equipment mitzunehmen, dann gibt es in einer Laufpause beim Hospizlauf auch schon einen ersten Beitrag. So sitze ich also hier am Fuße des Bremmer Calmonts, das ist bekanntlich der steilste Weinberg Europas, um flott ein paar Zeilen zu dichten.

 

imageMit 80 Läuferinnen und Läufern ging es als um 12 Uhr los am Deutschen Ecke. Natürlich nicht ohne obligatorisches Gruppenbild am Kaiserdenkmal. Der Lauftreff Olewig ist mit fünf Leuten dabei: Christoph, Dominik, Marc, Marcel und der Verfasser dieser Zeilen.

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Die erste Etappe laufen wir bis auf Christoph, der das Begleitfahrzeug steuert, alle gemeinsam. Es ist herrliches Wetter und zunehmend warm. Das bekommt dann aber vor allem Dominik ab, der noch weitere zwei Etappen anhängt, weil er dann schon wieder wegen anderer Verpflichtungen mit dem Zug in Richtung Trier fahren muss.

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Wir nutzen die Zwischenzeit für einen gemütlichen Imbiss in einem Kaffee mit leicht überforderter Bedienung. Und dann geht einer nach dem anderen alleine oder zu zweit auf die jeweils nächste Etappe. Frank läuft auch ein ganzes Stück mit, bis ihn Birthe ablöst.

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So geht es auf hartem Asphalt im Tempo 6:30 dem Zeitplan entsprechend bis nach Bremm, wo wir jetzt auch den Tross der Läufer warten. Eine Musikkapelle hat ihre Übungsstunde auf den Parkplatz verlegt, wo nun die Versorgungs- und Begleitfahrzeuge stehen. Alles ist bereit. Jetzt beginnt die schöne Abend- und Nachtphase des Hospizlaufes …

 

Hospizlauf für alle – wer macht mit?

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Über das Erlebnis Hospizlauf hatte ich ja bereits in meiner Kolumne und davor in jedem Jahr geschrieben. In diesem Jahr findet er am 11. und 12. Juli statt. Wer dazu genauere Infos benötigt, kann sie unter www.hospiz-lauf.de bekommen.  Voraussichtlich werde ich als Mitglied einer Staffel des Lauftreffs Olewig wieder die kompletten 24 Stunden dabei sein.

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Und im kommenden Jahr? Nachdem Volker und Doris spontan bereits zugesagt haben, sich dann an so einer Unternehmung zu beteiligen, schreibe ich jetzt einfach mal  das Laufblogger-Event 2016 aus. Termin wird das erste oder zweite Wochenende im Juli sein. Wer Lust hat mitzumachen, sollte sich das einfach schon mal vormerken.

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Es ist ein Benefizlauf über insgesamt knapp 200 Kilometer, der in kurze Etappen mit Längen von 7,5 bis 14 Kilometer unterteilt ist. Jeweils mit kurzen Pausen zwischen den Etappen bewegt sich der Läufertross in einer Pace von etwa 6:30 min/km auf der flachen Strecke entlang der Mosel von der Mündung in Koblenz bis nach Trier. Ein wirklicher Quassellauf also.

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Ich bin schon jetzt sehr gespannt und voller Vorfreude, wenn ich daran denke, was für ein Spaß das wäre, einen laufenden Laufblogger-Stammtisch auf die Beine zu stellen.

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Wer ist dabei?

Mystisch

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Gefühlt ist der Winter kaum vorbei, schon kündigen sich die längsten Tage des Jahres an. Ein schöner Feierabendlauf ist inzwischen auch zu später Stunde möglich, ohne sich eine Lampe vor die Stirn spannen zu müssen. Die Runden im Zwielicht sind mystisch. Wenn der Tag die Nacht berührt oder die Nacht den Morgen begrüßt, herrscht eine außerordentliche Stimmung. Laufen wird dann zur bewegten Meditation. Zu erleben ist das zum Beispiel wieder beim Hospizlauf am 10. und 11. Juli. Am Freitag um 12 Uhr startet der Läufertross am Deutschen Eck in Koblenz und mäandert in den folgenden 24 Stunden in wechselnder Besetzung an der Mosel entlang fast 200 Kilometer bis nach Trier. Die Benefizaktion für den Hospizverein ist ein eindrucksvolles Erlebnis, ganz besonders in den Stunden des Zwielichts und der Nacht. Der Weinort Kröv wird eine Station auf dem Weg der Hospizläufer sein. Dort gehen bei Dunkelheit die Lichter eh aus? Das ist nur ein Vorurteil, wie der Mitternachtslauf am Pfingstsamstag beweisen wird. Meditativ wird es dort angesichts der vielen lautstark jubelnden Zuschauer zwar eher nicht. Aber kein Läufer kann sich dem Zauber des Kerzenlichts entlang der Strecke entziehen. Gänsehautgefühl. Und wehe, ich erwische jemanden mit Stirnlampe!

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Respekt!

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Von Mitarbeitern der Redaktion ist bei Leseraktionen Zurückhaltung gefragt. Schließlich soll niemand von der Meinung eines Redakteurs beeinflusst werden, wenn es um die Wahl des schönsten Bildes oder des besten Ehrenamtlers geht.
Zugegeben, ich habe gegen diesen Grundsatz verstoßen und bei Bekannten für das Organisationsteam des Hospizlaufes getrommelt. Dieses hat dann auch, wie gestern zu lesen war, die November-Teamwertung des Respekt-Ehrenamtspreises für sich entschieden. Vermutlich wäre das – zurecht und zur Freude vieler Läufer – auch ohne meine Empfehlung passiert. Zumal die Zahl der Teilnehmer an dem sommerlichen Benefizlauf von Koblenz nach Trier von Jahr zu Jahr zunimmt. Unter anderem mit deren Spenden haben die engagierten ehrenamtlichen Organisatoren schon 80?000 Euro für das Hospizhaus Trier gesammelt. Respekt! Für die Jahreswertung, bei der das beste Team 5000 Euro gewinnt, drücke ich wieder die Daumen – mindestens.
Zum Vormerken: Der Hospizlauf 2015 wird am 10./11. Juli stattfinden.

Noch ’n Marathon

DSC07736 Hospizlauf 2014. Im Wandkalender ist dieses Ereignis dick unterstrichen. Muss es auch, denn diese Hospizveranstaltung ist etwas Besonderes. 200 Kilometer von Koblenz nach Trier, immer an der Mosel lang. DSC07723 Außergewöhnlich auch, dass der Wecker um 2 Uhr meine gerade beginnenden Tiefschlafträume platzen lässt wie Seifenblasen. Nichts wie raus, unter die Dusche, in Laufklamottten schlüpfen, kleines Frühstück mit Cornflakes und einer Tasse Kaffee.  Kompressionsstrümpfe aufziehen. Dann heißt es auch schon Zahnpflege, Schuhe schnüren, den am Abend vorgepackten kleinen Rucksack schultern und hinaus in die finstere Nacht, wo Christoph schon mit seinem Auto vorfährt. DSC07729 2.45 Uhr, Aufbruchstimmung, wenn auch ein wenig müde. Milde 17 Grad. Kein Regen. Rudi aufsammeln, Dominik ebenso, auf nach Bernkastel-Kues, Dort wird um 3.45 Uhr der Hospizlauftross eintreffen und uns nach einer kurzen Stärkung mit heißer Suppe schlucken und mitreißen, wenn man das bei einem Tempo von 6:30 Minuten pro Kilometer überhaupt sagen darf. DSC07724 In Mehring haben wir das Auto abgestellt und sind mit Jürgen weitergefahren. In unserem Startort, bei dem der Lauf bereits 16 Stunden alt ist, warten auch Dominik und Marc, die mit dem eigenen Auto angereist sind. Marion, Franzi und Anne werden 18 Kilometer später in Piesport dazustoßen. DSC07730 Wir sind auf der Suche nach den magischen Momenten eines Laufs in den Morgen, bekommen sie auch, obwohl die Sonne an diesem Tag nicht scheint und die Luftfeuchtigkeit die Schweißdrüsen zur Schwerstarbeit antreibt. Das wird sofort klar, als auf dem Parkplatz in Bernkastel die strahlende Marion Hübner mich begrüßt, 48 Kilometer in den Beinen und klitschnass geschwitzt … Da wird jedes Begrüßungbussi zum Feuchtprogramm. DSC07731 Schön ist es, durch die Nacht zu laufen, zu erleben, wenn plötzlich das Zwitschern der Vögel einsetzt, die Konturen der Berge sich zunehmend vor einem heller werdenden Himmel abzeichnen. Wer das noch nicht erlebt hat, muss es einfach probieren. DSC07732 Klein ist die Gruppe, Es sind zwar mehr als die acht bis zehn Läufer, die sind durch die tiefsten Nachtstunden bewegt haben. 20, 30, bald 40 Frauen und Männer genießen das fast monotone Geräusch der Schritte im Takt. Spätestens ab Schweich wird die Zahl dann dreistellig. In diesem Jahr habe ich darauf keine Lust.DSC07738 Alle 5 Kilometer wartet Wasser, alle zehn Kilometer gibt es in den fünfminütigen Pausen auch Obst, Salzbrezeln und Leckereien je nach Örtlichkeit. DSC07744 Zum Beispiel den Streuselkuchen in Piesport. Der ist eigentlich der Grund, warum ich überhaupt diese Morgenvariante des Hospizlaufes so liebe. Noch warm, frisch aus der Backstube und grenzenlos lecker. DSC07741 Da muss eine etwas längere Pause sein. Zudem hier viele neue Hospizläufer hinzustoßen, andere aufhören oder pausieren. Anne ist nun dabei, Marion und Franzi haben ihr einen Platz im Auto angeboten. Großes Hallo. Der Lauftreff des SV Olewig ist nun für eine lange Zeit die größte Teilnehmergruppe. DSC07743 Schon kommt der Ruf von Organisationschef Ralf Haas zum Aufbruch. Der Zeitplan will eingehalten werden. Schließlich muss um 12 Uhr am Mittag das Hospizhaus erreicht sein.

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Die Geschwindigkeit ist nicht hoch, für einige Teilnehmer aber dennoch eine Herausforderung. Zum Beispiel für Florian Neuschwander, der geplant hatte, die komplette Strecke zu laufen. Nach der Hälfte dieser Distanz muss er mit Schmerzen in Beinen und Rücken aufhören. „Das war einfach zu langsam und anstrengend für mich“, erzählt er mir später beim „Nachglühen“ im Garten des Hospizhauses. Er sei zwischendurch mal zwei Etappen im 4er Schnitt gelaufen, da habe er keine Probleme gehabt. Aber geholfen habe das auch nicht mehr. Auch wenn sein großes Ziel verfehlt, läuft er an diesem Tag erstmals länger als zehn Stunden. Ist ja auch etwas. DSC07745 Meine Garmin hat derweil schlapp gemacht. mehr als vier Stunden hält der Akku einfach nicht mehr. Aber da ich das weiß, zeichnet  auch das Smartphone im Rucksack die Strecke auf. Die dort deponierte leichte Jacke brauche ich nicht, da trotz der extrem hohen Luftfeuchtigkeit und der tief hängenden Wolken nur eine Handvoll Regentropfen den Weg ins Moseltal finden.Wirklich Glück für diese Veranstaltung, denn auch am Abend zuvor entluden die Gewitter ihre Wasserlast nicht auf die Häupter der Läufer.

Bernkastel-Kues – Wintrich – Piesport – Neumagen-Drohn – Leiwen – Detzem – so sollte die Routenplanung für die Olewiger Läufer ursprünglich lauten. Die Teamleitung hat sich erlaubt, noch ein wenig zu verlängern bis Mehring. DSC07779 43 Kilometer auf Asphalt stecken dort in den ordentlich schweren Beinen. Wie an jeder Zwischenstation werden wir vom Applaus der wartenden und neu einsteigenden Läufer begrüßt. Darunter sind auch weitere im Shirt des SV Olewig. DSC07803 DSC07800 Elke, Pia, Ute und Jürgen werden die letzten 20 Kilometer bis nach Trier übernehmen. Für das Bernkastel/Piesport-Team ist hier Schluss. DSC07799 Marc hat so ganz nebenbei seine erste Marathondistanz überstanden. Ohne Spätfolgen? Für mich ist es inklusive Nordseelauf bereits die vierte  Tour mit mehr als 42 Kilometern innerhalb von zehn Wochen. Während ich das schreibe, zweifele ich ein wenig, ob das tatsächlich nach all den Problemen im vergangenen Jahr sein kann. Magisch! DSC07806 Das ist auch der Moment, als gut zwei Stunden später der Läufertross beim Hospizhaus ankommt. Moni Hübner hat nochmal die Schlussetappe draufgesetzt  und strahlt wie eh und je an der Spitze der inzwischen mehrere Hundert Benefizsportler zählenden Menschenschar. Wir Frühaufsteher haben nun den Vorteil, bereits geduscht und umgezogen den gemütlichen Ausklang des Hospizlaufes genießen zu können. DSC07809 Schön war’s, magische Momente waren dabei. Und im kommenden Jahr wird es wieder eine Staffel geben. Versprochen!