Igel ist nicht nur ein Tier

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So langsam sind die kleinen stacheligen Gesellen vermutlich damit beschäftigt, Vorräte für den Winter zu sammeln und sich so richtig ein Winterfett anzufressen. Genug Leckereien dafür finden sie. Und gesunde dazu, denn es ist ein unglaublich gutes Obstjahr.

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So ist der Apfelprobiertag beim Bauer Greif in Zehen immer eine Möglichkeit, jede Menge leckere Apfelsorten zu probieren und die heimischen Bestände aufzufüllen. Natürlich gibt es dort auch in diesem Jahr wieder herrlich bunte Kürbisse. Dabei geht es nicht immer rund zu.

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Eine Runde gönnen wir uns im Anschluss, nämlich den Rundweg Nummer 1 bei Igel. So heißt tatsächlich eines der ältesten Dörfer Deutschlands. Bereits 250 n.Chr. errichtete hier eine reiche römische Tuchhändlerfamilie ihre persönliche Werbesäule. Die Igele Säule, auf der noch Reliefs vom Tuchhändlerleben von vor 1800 Jahren zu sehen sind, ist heute Weltkulturerbe und eine mächtige Landmarke, die allerdings in dem vom Durchgangsverkehr nach Luxemburg arg geplagten Ort ziemlich eingebaut ist.

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Aber wer etwas höher am Hang gebaut hat, bekommt von dem Lärm fast nichts mit, wie sich auf den ersten paar Hundert Metern des Wegs zeigt. Und hinter den Häusern beginnt der Wald, der hier immer wieder von rotem Bundsndstenfelsen durchsetzt ist.

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Wunderschön ist es hier, wo auch der Moselsteig eine Etappe hat. Und Pilze gibt es in diesem Jahr auch zuhauf. Zumindest wissen wir, welche Pilze wir niemals essen würden.

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Aber auch von den anderen Lamellen- und Röhrengewächsen lassen wir die Finger. Es geht ja nur darum, eine acht Kilometer lange Runde zu erleben. Da sollten zwar alle Sinne geschärft sein. Die Geschmackssinne konzentrieren wir aber lieber auf allerlei Obst.

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Die Bäume hängen so voll, dass so mancher Ast den Balast nicht mehr tragen kann. Überwiegend ist es aber Viezobst, also Obst für Most, wie der zunächst süße und dann vergorene Saft in anderen Landesteilen heißt.

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Viez ist im Trierer Land ein Nationalgetränk. Es gibt sogar einen eigene Steinkrug, den Porz, der nur mit weißer Glasur als solcher anerkannt ist.

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Etwas von der alkoholischen Viez-Variante getrunken haben ja vielleicht die Typen, die da in den Kletterfelsen hängen. Von oben bietet sich oberhalb der Hänge zwischen Igel und Langsur ein grandioser Blick auf das Tal der Obermosel, das hier beginnt.

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Auf der Hochebene haben wir davor prächtige Ackergäule bewundert und schöne Wege bewandert.

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Danach ein wenig den Weg verloren, aber der Wegweiser in Richtung Schauinsland war genug, um die Richtung zu bestimmen. Schauisland ist der Name des Neubaugebiets von Igel, ziemlich oben auf dem Berg. Wobei der Name hier tatsächlich Konzept ist.

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Steil hinunter wieder ins Dorf, dort noch zwei Flaschen Federweißer erstanden in Vorfreude auf einen gemütlichen Abend. So können entspannte Sonntage aussehen …

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