Aufhellungen

Nach einigen Tage nochmaliger Pause heute wieder ein Versuch. Die erkältungsbedingte Zurückhaltung kratzt irgendwie auch an meiner Motivation. Schon lange jedenfalls hat mein innerer Schweinehund nicht mehr so laut aufgeheult. Aber da ich mir sicher bin, dass mir der Lauf gut tun wird, verordne ich ihm Ruhe und mache mich – nicht zu leicht bekleidet – auf in den Nebel. 7,5 Kilometer im Tiergartental. Die Eindrücke zeigen es: Laufen lohnt sich!

Laaangsam

Verteufelt aber auch! So eine zähe Erkältung hatte ich schon lange nicht mehr. Heute also der erste Versuch eines Neustarts. Eine kurze und überwiegend flache Runde sollte es werden.

Dass es inzwischen um 7.30 Uhr schon leidlich hell ist, weckt Frühlingsgefühle, auch wenn die Minusgrade ordentlich dagegenhalten. Wäre ich auf den Petrisberg gelaufen, hätte ich etwas mehr von der Morgensonne mitbekommen.

Aber so wie ich mich fühle, hätte ich auf halber Höhe schlapp gemacht. Aber im Tier garten ist es immer schön, deshalb haben die 7,5 Kilometer doch Spaß gemacht, auch wenn es noch nicht viel mehr hätte sein dürfen. Aber Hauptsache, es kann wieder raus gehen.

Erinnerungen

Dieser Tag beginnt nicht unbeschwert. Es sind die Erinnerungen an meinen Vater, der heute vor sechs Jahren nach einer heimtückischen ALS-Erkrankung gestorben ist. Schon sechs Jahre! Kaum zu glauben. Gestern wäre er 75 geworden.

Damals hatte ich bei einem Besuch bei ihm in der Palliativstation des Juliusspitals in Würzburg einen Nachruf verfasst. Erinnerungen … 

Trotz Rückenschmerzen mache ich mich am frühen Morgen auf den Weg ins Tiergartental.  Die Verabredung mit Anne, eine gemeisname Runde zu laufen, hatte ich bereits in Voraussicht auf diesen Tag vor einer Woche getroffen. Es war die erhoffte Ablenkung und bei eisklarem Winterwetter eine schöne und kommunikative Sache. Auch die Blockade im Rücken hat sich nach zehn schönen Kilometern etwas gelöst. Ich muss wieder etwas für die Bauchmuskulatur tun. Vorsichtig, damit die Leiste nicht wieder zwickt. Die Gegenspieler zum Rücken schwächeln inzwischen wohl zu sehr.

Meiner Gemütsaufheiterung ein jähes Ende setzt dann auf dem Weg zur Arbeit ein Anruf meiner Schwester: Meiner Großmutter gehe es sehr schlecht, sagt sie. Und schon wieder leben Erinnerungen auf …

Dunkel

… sind nun schon fast die meisten Stunden des Tages. Wie angenehm ist es da, nicht zu früh mit dem beruflichen Tagwerk beginnen zu müssen.

dsc02588

So schaffe ich es also, am Morgen zumindest bei Dämmerlicht unterwegs zu sein.

dsc02592

Die Runde zu den Mattheiser Weihern ist mittlerweile wieder möglich. Langsam werde ich dann wohl am Wochenende wieder die Distanz steigern müssen. 12 Kilometer müssten am Samstag möglich sein.

dsc02599

Noch hält der Herbst eine etwas dunklere Farbenpalette bereit. Auch das hat etwas für sich. Die kommenden Monate werden aber zunehmend graue Töne bringen.

dsc02603

Da wird dann jeder Lauf bei hellem Licht zum Genuss, so wie der am Sonntag gemeinsam mit Karin.

dsc02604

Heute lasse ich mal meinen Osteopathen nachspüren, was meine Innereien nach der OP im Spätsommer zu melden haben. Bei diesem trüben Wetter spüre ich doch noch Nachwehen.

img_0246

Im Frühtau zu Berge …

dsc02536

Geträllert haben wir nicht. Aber zumindest etwas gejauchzt, angesichts der doppelten Freude, eine profilierte Trailstrecke wie die durch Tiergarten und über die Kernscheider Höhe wieder laufen zu können.

dsc02537

Ein gemeinsamer Lauf pro Woche mit Anne, wird schon fast zur Gewohnheit. Es hat wieder viel Spaß gemacht. Fü rmit 10 Kilometer, für Frau Weinbergschnecke war es sogar einer mehr.

dsc02539

Und die Farben des herbstes sind noch immer eine Wucht, auch bei eher trübem und feuchten Novemberwetter.

dsc02540

Allerdings war es nach dem frostigen Montag fast frühlingshaft warm.

dsc02543

Und am kleinen Biest haben sich nach einer knappen Stunde unsere Wege wieder getrennt.

Kontrapunkte

Es war am Mittwoch kein gutes Erwachen. „Kaum noch Chancen für Clinton“ tönte da aus dem Radiowecker. Ja, ich lasse mich noch von so einem analogen Teil wecken. Wenig gestört hätte es mich, dass Frau Wachsgesicht die Wahl in den USA verliert, sofern da nicht der größte Populist der Zeitgeschichte gewonnen hätte.

dsc02473

Gut, dass ich mich schon einige Tage davor mit Anne verabredet hatte, um einen gemeinsamen Morgenlauf zu absolvieren. Es kam uns beiden zugute, ein wenig Dampf und Frust abzulassen. Nachdem ich am Sonntag zehn flache Kilometer ohne große Probleme geschafft hatte, war die Runde zu den Mattheiser Weihern so etwas wie eine Bestätigung: es geht voran! Die Farben des Herbstes haben wir genossen. Es wird immer weniger – leider. Aber wir haben es trotzdem und trotz der Wahl in den USA geschafft, einigermaßen entspannt in die Kamera zu blicken. (Es muss ja niemand wissen, dass wir dafür vier Versuche benötigt haben …) .

dsc02477

Wieder keine Nachwehen. So habe ich mich also tatsächlich  für den Deuluxlauf am Samstag angemeldet. Den flachen 10er auf der deutschen und luxemburgischen Seite der Sauer werde ich mitrollen und es genießen, zum ersten Mal seit dem 7. März wieder einen Volkslauf zu bestreiten.

dsc02478

Auf dem Rück hat mir Anne noch den Schönstatt-Park gezeigt. An dem bin ich bislang sonderbarerweise immer vorbeigelaufen. Sehr idyllisch ist der, öffentlich aber hinter einer hohen Mauer und nur durch zwei schmale Türen zugänglich. Ich freue mich, neue Dinge zu entdecken.