Abschied vom Sommer

Er war einfach schön, dieser verspätete Hochsommer. In den Freibädern sorgte er für einen Schlussspurt bei den Besucherzahlen. Auch im Trierer Nordbad ist das Gesicht von Betriebsleiter Thomas Schmitt deutlich entspannter als noch vor vier Wochen, als sich eine wirklich schlechte Jahresbilanz abzeichnete.

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An mir kann es nicht gelegen haben. Eindeutig erreicht die Zahl meiner Freibadbesuche einen Allzeit-Rekord. Wäre da nicht die Schonfrist nach der Blinddarm-OP gewesen, würde die Marke sogar noch höher liegen.

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Bis das Trierer Allwetterbad seine Pforten für dieses Jahr schließt, am 28. September ist es soweit, bleiben noch einige Tage und Gelegenheiten. Ich werde in jedem Fall noch mehr als einmal dort sein, zumal ich nun auch wieder beschwerdefrei Schwimmen und eine der drei abgesperrten Bahnen nutzen kann, die dieses Bad für Sportschwimmer so interessant macht und auch den Aquajoggern und plaudernden Standschwimmern ein ungestörtes Treiben ermöglichen. Lediglich auf das dynamische Abstoßen vom Beckenrand muss ich noch verzichten.

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Daumen hoch also für das Nordbad und sein Team. Tschüss Hochsommer und willkommen Herbst. Ich kann auch mit gemäßigten Temperaturen sehr gut leben.

Wasserläufer

Wer an Land nicht laufen kann und darf, der geht ins Wasser … Das Thema Aquajogging wird mich noch einige Zeit beschäftigen.

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Alleine kann das ziemlich öde sein, auch wenn das Freibad wesentlich besser taugt als das Schwimmkorkendasein im Hallenbad. Aber wenn nette Begleitung dabei ist, vergeht sogar eine Stunde Wassertreten fast wie im Flug.

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Mit Anne funktioniert das jedenfalls. Und wenn dann auch noch mein Schatz nebenan ihre Schwimmbahnen zieht, gibt es die Haltungsnoten inklusive Korrekturvorschlägen gleich dazu.

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Jetzt weiß ich also, worauf ich morgen achten muss. Heute waren Magnetfeldgedöns und manuelle Therapie an der Reihe. Im Doppelpack ist das ganz schön reizend, wie zu spüren glaube. Aber wenn’s hilft, ist mir nahezu alles recht.

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Vielen Dank Euch allen für die guten Wünsche. Die tun gut.

Kolumne und Korken

22 Grad Wassertemperatur! Da macht es doch schon viel mehr Spaß, sich am Morgen ins nicht mehr ganz so kühle Nass zu begeben. 800 Meter Brust und Kraul im Wechsel, dann noch 25 Minuten als strampelnder Schwimmkorken. Mehr war vor Arbeitsbeginn nicht möglich. Es musste aber auch nicht mehr sein.

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Meine neue Laufkolumne greift übrigens ein Thema auf, über das ich jüngst in meinem Blog schon einmal sinniert habe:

 

Total entspannt

 

Vor allem vor Marathonläufen sind diese Typen zu sehen: hagere Menschen, vor allem Männer, mit dünnen Körpern und ausgezehrten Gesichtern, in denen begeisterte Augen glänzen. Jede Falte zeugt von den langen Kanten, mit denen sie in den vergangenen Trainingswochen ihren Körper auf die Königsdisziplin des ambitionierten Läufervolks vorbereitet haben. Die Fettdepots der Komfortzone haben sie aufgebraucht.
Auch unter den mehr als 2000 Menschen, die am Mittwochabend beim Firmenlauf den Trie?rer Asphalt unter die Sportschuhe genommen haben, waren solche Typen zu sehen. Schließlich ist die Vorbereitung für die Marathonsaison in der heißen Phase. Fünf Kilometer im Megapulk durch die Stadt waren da nur wenig mehr als ein Aufwärmtraining, vor allem aber Spaß.
Sicher gibt es einfachere Methoden, um Gewicht zu verlieren, als lange Laufleistungen. Nur wenige bringen aber so viel Zufriedenheit und Kraft für den Alltag. Besonders bewusst wird das allen, die von einer Verletzung ausgebremst werden, die eine längere Pause notwendig macht.
Ob ich in den vergangenen Wochen zugenommen habe? Ein wenig mehr habe ich wohl tatsächlich auf den Rippen. Meine Frau sagt jedenfalls, ich hätte weniger Falten und würde wieder jünger aussehen. Total entspannt … Nun ja, eine Zwangspause hat nicht nur Nachteile.

Nur die Harten und so weiter …

Ich habe es getan,  in bester Begleitung. Aber was bleibt einem schon übrig, wenn nicht auch die letzte Fitness verloren gehen soll …

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Freibaderöffnung in Trier. 9 Grad Lufttemperatur. Aber zum Glück ist das Nordbadwasser nach dieser verregneten Nacht ja geheizt. Denkste! Als ich mit Karin und Anne  an der Eingangskasse stehe, bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich hinter dem Lächeln auf der anderen Seite des Tresens nicht ein mitleidig bis diebisches Grinsen verbirgt, als wir fragen, ob die Anzeige der Wassertemperatur fehlerhaft ist. Es seien die kalten Nächte, die das Wasser immer wieder abkühlen ließen, lautet die Erläuterung zu den 18,7 Grad, die einen nicht unbedingt fröstelfreien  Schwimmspaß versprechen.

Aquajogging mit Anne auf der 50 Meter-Bahn … Also fröstelnd unter die Dusche, kurz das warme Wasser genossen und dann – fröstel-fröstel – rein in die zugegeben sensationell klare Beckenfüllung. Erstmal vier Bahnen gemeinsam mit Karin flott schwimmen, dann ist es sogar einigermaßen erträglich. Anne strampelt neben den abgesperrten Schnellschwimmerbahnen schon mal kräftig auf und ab. Dann also: Gürtel an, festgezurrt und auf zur Schwimmkorkendisziplin …

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Alleine wäre das so ziemlich die Höchststrafe. Aber in Gesellschaft geht es. Nicht besonders angenehm ist allerdings, dass sich parallel zum Fortgang der Unterhaltung die Füße mit jeder Bahn dem Vereisungszustand nähern. Da unten sind es bestimmt nur 15 Grad. Also Strampelfrequenz erhöhen und immer wieder aufs Neue zwei zusätzliche Bahnen, auch wenn das mit der Unterhaltung angesichts der steigenden Atemfrequenz schwieriger wird. Verkehrte Welt. Wenn ich mit dieser Atemfrequenz laufen würde, wäre eher der Schweiß das Problem.

Zumindest die Sonne gibt uns die Illusion, dass wir uns tatsächlich im Frühling bewegen und es sich nicht um ein Silvesterschwimmen handelt.  Nach 45 Minuten reicht es dann aber auch. Es gelingt mir, auf gefühllosen Füßen den Weg in die Duschen zu schaffen. Und wenn die neuen Brausedüsen das ersehnte heiße Wasser noch etwas weniger auf die Armaturen und mehr auf den bibbernden Körper davor verteilt hätten, wäre es ein wirklicher Genuss gewesen. Aber da bekanntlich nur die Harten in den Garten und so, war es am Ende doch ein schönes und lustiges Erlebnis. Spätestens nach dem gemeinsamen Auftauen auf der Bank.

DSC00979Am Nachmittag dann noch ein Spaziergang zum Biergarten auf dem Petrisberg, wo die Jugend der Stadt mit Bollerwagen und reichlich Getränken den sonnigen Nachmittag feierten. Ein aktiver 1. Mai. Hätte ich mich am Abend nicht noch von einer Zecke befreien müssen, wäre er fast perfekt gewesen.

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