Stolz im Regen

Was ist das heute für ein Wetter hier in Trier. Der Regen, der im Sommer ausgeblieben ist, drängt an einem einzigen Tag aus den tiefen Wolken. Schon heute Nacht ging das los und die dicken Tropfen trommelten auf die Dachfenster unseres Schlafgemachs. Verstöpseln wollte ich meine Ohren aber nicht, schließlich stand frühes Aufstehen und ein Tempodauerlauf an der Mosel auf dem Programm.

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Als die Leichtschlafnacht dann zu ende ging, war es 6 Uhr und noch stockfinster. Der Regen hatte nicht aufgehört … Aber ich kann konsequent sein, besonders wenn es ums laufen geht. Also rein in die Laufklamotten, in Ruhe in die Pötte kommen, kleines Frühstück und dann ab in die Ungemütlichkeit dieses Morgens.  Da um 7 Uhr noch nicht viel Verkehr in der Stadt ist, bin ich auch schnell am Parkplatz von St. Matthias … es regnet heftig. Also doch mit Regenjacke, raus und über die Konrad-Adenauer-Brücke eintraben auf die andere Moselseite. Brrr … Aber die Schuhe sind in Ordnung sobald sie durchnässt sind. Was an diesem Tag sehr schnell passiert.

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Drei Steigerungsläufe und dann Start moselaufwärts in Richtung Sauer. Temposchnitt 4:15 über 18 Kilometer ist das Ziel. Leider fühlt es sich bereits nach zwei Kilometern an, als sollte es heute nicht sein. Aber zumindest 10 Kilometer sollten gehen. Verdammte Pfützen. Platsch. Mist. Doofer Wind. Platsch. Na ja, ist jetzt eh egal … Und dann ist die Sauer erreicht. Und dann der Campingplatz von Igel, und jetzt ist es auch nur noch ein Kilometer bis zu Wende … Den Rest kürze ich ab: ICH HABE ES GESCHAFFT! Und beim Blick auf die Uhr war ich doch sehr überrascht. Pace 4:14. Diese 18 Kilometer nimmt mir niemand mehr. Und deshalb hab eich auch noch ein echtes Jubelbild geschossen.

So nass war ich noch auf keinem Lauf.

Völlig verrückt!

Völlig verrückt bin ich nicht, auch wenn mir die Arbeit bis zum Halse steht. Aber das Ergebnis wird sich morgen sehen lassen können. Ein großer Themenkomplex zur Hilfe für Flüchtlinge. Viel Fleißarbeit, aber ein guter Service für alle, die helfen wollen.

Wen das Ergebnis interessiert, der findet es hier

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Weil ich wusste, was da heute auf mich zukommt, habe ich mir heute früh einen schönen Lauf über den Petrisberg gegönnt, bei leichtem Regen. Einfach wunderbar.

Und die Laufkolumne gibt es noch dazu. die hat nämlich den oben genannten Titel:

Völlig verrückt!

Die Organisatoren des Hospizlaufes haben zunächst an einen Zahlendreher geglaubt, als sie zum ersten Mal die Summe gesehen haben, die in diesem Jahr bei der Benefizaktion zusammen gekommen ist. 32?000 Euro? Im Jahr davor waren es bereits rekordverdächtige 23?000 Euro. Aber die Zahl stimmt, und so darf sich jeder der mehr als 600 Teilnehmer darüber freuen, zu einem sensationellen Ergebnis beigetragen zu haben: 160 Euro pro Kilometer, da liegt die Versuchung nahe, im kommenden Jahr vielleicht noch die eine oder andere Schleife an die derzeit 200 Kilometer anzuhängen.
Der Termin für 2016 steht schon fest: Am 8. Juli wird sich der Läufertross dann wieder in Koblenz auf den Weg machen, um 24 Stunden später einen grandiosen Zieleinlauf beim Hospizhaus in Trier zu feiern. Dort wird dann auch der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe warten, der sich bei der Spendenübergabe spontan dazu bereit erklärt hat, als Schirmherr für die Veranstaltung zu werben. Vielleicht wird er ja sogar ein Stück auf der Strecke mit dabei sein. Dann aber vermutlich mit dem Rad.
Drahtesel sind beim Hospizlauf erwünscht, haben aber am Samstagnachmittag auf dem Maare-Mosel-Radweg nichts verloren. Denn dort sind dann mehr als 1000 Läufer unterwegs, um zwischen Daun und Gillenfeld Spaß zu haben, die schöne Natur zu genießen und den hochsommerlichen Temperaturen zu trotzen. Zum Glück startet der Halbmarathon erst um 18 Uhr.
Es soll allerdings Verrückte geben, die davor vom Ziel in Gillenfeld die zwölf Kilometer zum Start in Daun bereits zu Fuß bewältigen wollen. Die Vorbereitung auf einen Herbstmarathon ist eben nicht immer einfach. Alle anderen dürfen aber mit Bussen zu den Starts der verschiedenen Läufe fahren.

 

 

Regen-Berg-und-Tal-Berg-Tour

Die vergangene Woche war verdammt anstrengend. Vielleicht habe ich mich ja zu sehr an die durch Feiertage verkürzte Wochen gewöhnt. Es kann natürlich auch daran gelegen haben, dass zusätzlich zu den fünf langen Arbeitstagen noch zwei Abend- und ein Frühtermin hinzukamen. Und irgendwie habe ich auch zu wenig Schlaf bekommen.

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Gut also, dass der Gemeinschaftslauf in kleinem Kreis am Samstagmorgen ein Pflichttermin ist. Andernfalls hätte ich mich vermutlich nicht aufgerafft. Christoph und Marc sind mit mir das Kernteam dieser Longjog-Gruppe. Heute war auch wieder André mit Nala da. Ich vermute, dass damit unser Samstagstreff dauerhaft Zuwachs bekommen hat. Das passt!

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Es war das erste Mal seit dem langen Vorbereitungslauf auf dem Ruwerradweg drei Wochen vor Düsseldorf, dass der Himmel pünktlich zum Start seine Schleusen geöffnet hat. Damals habe ich mir dabei eine dicke Erkältung geholt. Heute wird das hoffentlich nicht passieren, denn heute macht der Regen Spaß. Die Lufttemperatur liegt angenehm knapp unter 20 Grad.

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Die Natur kann Wasser dringend gebrauchen nach dem wenigen Niederschlag in den vergangenen Wochen. So ist es fast schade, dass schon während unserer 22-Kilometer langen Tour die Wolken ihre Fracht über dem Trierer Land abgeregnet haben. Aber die Luft ist schön feucht und staubfrei.

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Das ist gut, weil wir für diese Tour ordentlich Puste brauchen. Gut 450 Höhenmeter, verteilt  auf zwei lange Anstiege, sind doch ordentlich fordernd, zumal wir nicht bummeln. Wir bleiben dabei überwiegend auf befestigten Wegen. Besonders idyllisch ist die alte Hauptstraße von Korlingen hinunter nach Waldrach, die längst für den motorisierten Verkehr gesperrt ist.

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Da diese eingewachsene Straße ganz ins Ruwertal hinunterführt und wir nicht darauf eingestellt sind, eine ganz lange aber flache Runde über Ruwer und Kürenz zu laufen, geht es von Kasel eine lange Steigung hinauf auf bis zur Tarforster Höhe. Das erinnert sehr an den zweite langen Anstieg beim Hunsrück-Trail vergangene Woche, allerdings ohne Wald.

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Wenn ich mein Tempo bergauf laufe, setze ich mich derzeit etwas von den Anderen ab. Ich mache so zusagen den Marcel, der heute nicht dabei ist, weil er morgen beim Eifelmarathon in Waxweiler startet. Kein schlechtes Gefühl!

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Laufhündin Nala wird heute diesem Namen besonders gerecht. Nicht nur, weil sie sich inzwischen auch ohne Leine wirklich vorbildlich verhält. Da sie ihre besonderen Tage hat, muss sie aber immer an die Leine genommen werden, sobald wir anderen Hunden, insbesondere Rüden, begegnen. Die wollen sich am liebsten auf sie stürzen.

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Da heute aber auch alle anderen Hunde angeleint sind, gibt es bis auf ekstatisches Bellen keine Zwischenfälle. Und am Ende dieses schönen Laufs ist auch Nala ordentlich geschafft.

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Schön war’s wieder. Ich möchte dies Läufe nicht missen.

Nass!

Nicht, dass mir Volker gleich wieder vorwirft, ich würde zu viel Selbstmitleid zeigen. Aber gestern war tatsächlich der bessere Tag für einen langen Lauf. Der Regen heute war nicht schlimm, ganz im Gegenteil, den mag ich, weil die Luft dann schön feucht und besser zu atmen ist. Aber die Kälte und auch der zeitweise deutlich spürbare Wind trübten zumindest ein wenige die Freude an dieser langen Tour.

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Mit Dominik hatte ich mich für 32 Kilometer auf dem Ruwer-Radweg verabredet. Start also um 8.15 Uhr in Trier-Nord, damit er nicht noch drei Kilometer nach Olewig kommen musste. Korrektur: Start um 8.25 Uhr, nachdem ich zweimal den Trinkflaschenhalter auf dem Gürtel neu und falsch eingefädelt und befestigt hatte. Aber so ist das eben an einem frühen Samstag …

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Knapp vier Kilometer bis zum Beginn des Ruwer-Redwegs, der auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse verläuft und mit einer dezenten Steigung von 3 Prozent in den Hochwald führt. Sehr spannend ist so ein Tassenweg nicht, da früher die Züge ja keine engen Kurven fahren konnten. Entsprechend lang sind die Geraden. Aber nach so vielen Moselgeraden ist der Lauf durch das Ruwertal schon eine Abwechslung.

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Also 16 Kilometer in die eine Richtung, dann wieder zurück. Nach 90 Minuten – so die Weisung von Coach Jens – durfte bzw. sollte dann auch etwas getrunken werden. Kurz danach begegnete uns Michael Zender in Begleitung, mit dem ich mich am Tag davor auch an der Mosel abgeklatscht hatte. Er ist einen sehr schnellen Halbmarathon in Freiburg gelaufen – 1:24er Zeit – und will beim Bonn-Marathon eine neue PB aufstellen. Das wäre dann eine 2:58. Die hat er ohne Zweifel drauf.

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Am Gewebegebiet Gusterath Tal vorbei – sie entspricht in etwa dem ehemaligen Romina-Werk, das einst dem gesamten Tal Arbeit brachte – geht es durch Waldrach, Mertesdorf und Kasel zurück bis Ruwer und von dort durch die mächtige Pfützenlandschaft zurück nach Kürenz und Trier-Nord. Die vorsorglich ins Auto gepackten Wechselklamotten verhindern hoffentlich einen gesundheitlichen Rückschlag.

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32 Kilometer in 2:43 Stunden mit 160 Höhenmetern. Die Beine sind nach dieser Woche mit insgesamt 85 Kilometern zwar ausreichend schwer. Eine Konditionsproblem war dieser Longjog allerdings nicht.

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Euch allen schöne Ostertage! 

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Gegen den Wind

Von dem mäßigen Spaß, lange Geraden an der Mosel zu laufen, habe ich ja schon mehrfach berichtet. Aber wenn ein Tempodauerlauf auf dem Trainingsplan steht und der Laufschüler keinen Drehwurm im Stadion riskieren will, muss in Trier eben auf die ehemaligen Treidelpfade am Fluss, die in modernen Zeiten vor allem von Radfahrern, Spaziergängern und eben Läufern genutzt werden.

Das ich die 14 Kilometer in der vom Coach vorgegebenen Pace von 4:10 min/km nicht wieder alleine zu einem Kampf gegen den kleinen Teufel machen wollte, der einem dann immer lauter einflüstert, dass es doch wirklich eine unnötige Qual ist, der man sich hier unterzieht, hatte ich mich mit Dominik verabredet, der in diesen Wochen ein ähnliches Marathontraining absolviert. Wir werden in Düsseldorf gemeinsam auf die Strecke gehen mit dem Ziel 3 Stunden.

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Da Dominik also erst am Abend Zeit hat, treffen wir uns um 18.30 Uhr. Der Sonnenschein vom Morgen ist inzwischen in stürmisches Wetter mit Regenschauern umgeschlagen. Na toll. Da werden die flachen Strecken an der Mosel im Gegenwind gefühlt zu nicht geringen Steigungen. So auch an diesem Abend. Weil ich in dem trüben Licht mit Kontaktlinsen meine Uhr nicht mehr ohne Anstrengung ablesen kann, überreiche ich sie meinem jungen Partner, der fortan das Tempo angibt.

Zunächst also gegen den Wind. Heftig. Nach vier Kilometern versucht das Teufelchen  auf meiner Schulter das Windgeräusch zu übertönen. „Wir geben uns gegenseitig Windschatten“, hält Dominik dagegen. Wie froh ich darüber bin, auch wenn aus dem gegenseitig nichts wird. So werde ich mich am Ende bei ihm bedanken und entschuldigen, weil ich keine Führungsrolle übernommen habe. Aber auf dem Rückweg,, nachdem der Wendepunkt gefühlt fast in Konz endlich erreicht war, ist ein Windschattenlaufen zum Glück auch nicht mehr nötig. Nun läuft es zu meiner Überraschung viel leichter.

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Die neuen Schuhe, die ich mir für den Marathon gegönnt habe, bestehen ihren ersten Härtetest. Fühlen sich gut an. Bei Kilometer 11 wäre ein Schluck Wasser nicht das schlecht, aber die Reststrecke lässt sich auch so bewältigen, zumal das schwindende Licht und lauernde Stolperfallen große Aufmerksamkeit erfordern. „Keine zwei Kilometer mehr“, sagt Dominik an. „Noch ein Kilometer …. 500 Meter noch.“ Dann ist es geschafft, wesentlich einfacher als der letzte gemeinsame Tempodauerlauf auf dieser Strecke.

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Teufelchen schweigt und ist beleidigt. Ich freue mich, bin zuversichtlicher. Das Training wirkt!

Nur ein bisschen …

… habe ich geschummelt. Ganz nüchtern wollte ich doch nicht 24 Kilometer angehen. Aber ein Eiweißbrot mit so gut wie keinen Kohlehydraten zählt nicht wirklich, oder? 😳 DSC04644

Der starke Regen der Nacht hat bis 8 Uhr zum Glück zumindest soweit nachgelassen, dass die Klamotten nicht innerhalb von zwei Minuten durchnässt sind. Mit Christoph, Dominik und Marc geht es also los zu einer längeren und weitgehend flachen Samstagsrunde. Die unbefestigten Wege wären aber auch wirklich zu tief und matschig.

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So sind wir uns über die Streckenwahl schnell einig: Durch Karenz zur Eisenbahnbrücke Pfalzel und auf der anderen Moselseite durch das falsche Biewertal zur Hochschule. Von dort noch eine Brückenrunde und dann zurück nach Olewig.

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Das intensive Lauf-ABC zeigt Wirkung … Muskelkater im Allerwertesten. Und auch links oberhalb des linken Fußgelenks zeugt ein gewisses Ziehen von der ungewöhnlichen Belastung. Das stört aber nur auf den wenigen Streckenabschnitten, die etwas steiler bergab verlaufen. Bis Montag wird das sicher wieder in Ordnung sein. DSC04656

Im falschen Biewertall denke ich an die nächste TV-bewegt-Aktion. Die startet Anfang April und wird die Teilnehmer einmal wöchentlich hierhin und in das nur einige Meter entfernte Waldstadion führen. So kann ich meinen heutigen Begleiten erklären, wo die Tempointervalle und die Bergläufe stattfinden werden, bevor wir zur Hochschule gelangt sind und den wie immer faszinierenden Ausblick auf Trier genießen können.

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15 Minuten später kommt uns an der Mosel eine Gruppe Läufer entgegen. Es sind die Lauffreunde aus Konz. Ein schnelles Gruppenfoto muss sein, bevor wir in entgegengesetzter Richtung unsere Touren fortsetzen. DSC04665

Aus der Brückenrunde wird eine Brückengerade, weil Christoph nun auf dem schleunigsten Weg nach Haus will. Angesichts des für ihn ungewohnt hohen Tempos von unter 5 min/km ist das nachzuvollziehen. Dominik und ich laufen dann eben noch eine Dreikilometerrunde im Tiergarten.

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Marc, der nach einem eigenen Plan für den Düsseldorf-Marathon trainiert. nimmt sich sogar zwei Runden als Nachschlag. Die drei Steigerungsläufe am Ende lässt er dafür vermutlich aus. Aber die kosten schließlich auch einige Überwindung.

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25,5 Kilometer mit einem Schnitt von 5:04 min/km. Mission Samstagslauf erfüllt, wenn auch nicht ganz nüchtern. Das Frühstück danach schmeckt jedenfalls …