Freiheit für die Füße?

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Glanzvoll heißt das Hochglanz-Magazin aus unserem Medienhaus. Und für den edlen Auftritt in der Vorweihnachtszeit gibt es auch wieder ein edles Glanzvoll-Ergänzungsheft „Männer spezial“. Dafür habe ich mich auf Bitten der verantwortlichen Kollegin um das Thema Minimalschuhe gewidmet. Der Text ist natürlich nicht nur für Männer bestimmt 😉

Freiheit für die Füße?

Bunter, leichter, schneller – so sicher wie die Tage im Herbst kürzer werden, füllen sich die Regale in den Sportgeschäften mit den neuen Laufschuhmodellen, von denen wahre Wunderdinge erzählt werden.  Traktion, Torsion und Grip sind Begriffe, mit dem der gut informierte Kunde nun beim Einkauf signalisieren kann, dass er sich nicht jeden beliebigen Renner kaufen wird.

Leichte Schuhe sind In. Minimalismus liegt im Trend. Beim Laufsport heißt das, möglichst auf eine dicke und gut gedämpfte Sohle zu verzichten. Die Stabilität, die den Fuß stützen soll und noch vor wenigen Jahren als absolutes Muss galt, verschwindet zugunsten größter Flexibilität dank tief gekerbter Sohlen und einem Außenschuh, der nur noch dazu dient, dass die Sohle auch am Fuß bleibt. Ein „Gefühl wie das Barfußlaufen“ versprechen die Werbestrategen.

„Natural Running kann sehr gesund und effektiv sein“, sagt der Sportlehrer, Laufschuhexperte und Bewegungsanalyst Jens Nagel, „wenn man es sinnvoll betreibt.“ Der  37-jährige Fitnesscoach aus Trier spricht von 55 Fußmuskeln unter der Fußsohle und 33 Gelenken, die durch das natürliche Laufen in Beweglichkeit und Funktion verbessert werden.

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Wer wissen will, was mit natürlichem Laufen gemeint ist, sollte einfach mal die Schuhe ausziehen und Barfuß über den Rasen laufen. Automatisch wird er dabei vermeiden, mit der Ferse und nach oben gezogenem Vorderfuß auf dem Boden zu landen. Natural Running bedeutet eine Fußaufsatz mit der ganzen Fußsohle, in der Tendenz sogar mit dem Vorderfuß. Aber gerade das wurde mit den extrem gedämpften Laufschuhen der vergangen Jahrzehnte verlernt. Weil es nicht weh tat, knallten viele Läufer einfach mit der Ferse auf den Asphalt. Dämpfung und Stabilisierung wurde von den Schuhen übernommen.

Jens Nagel: „Normalerweise dient das Fußgewölbe der Stoßdämpfung. Die Wadenmuskulatur ist bei der Landung angespannt und fixiert das Sprunggelenk. In Schuhen verkümmern diese Funktionen. Der Schuh übernimmt sie einfach.“  Vor einem spontanen Umstieg auf minimalistische Schuhe warnt der Natural Running Trainer dennoch. „Langsame Anpassung ist das Zauberwort. Läufer, die bislang mit starker Erhöhung unter der Ferse unterwegs waren, sollten sich langsam an flache Schuhe gewöhnen, weil sonst Wadenmuskulatur und Achillessehne schnell überlasten.“ Es mache keinen Sinn, einem Läufer Minimalschuhe zu verkaufen, wenn dieser im Training mit einer erhöhten Sprengung (Unterschied Rückfuß zum Vorderfuß) laufe.

Wer schon einmal mit der Achillessehne Probleme hatte weiß, wovon Nagel spricht. Sie sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch langwierig. Denn Bänder und Sehnen heilen wesentlich langsamer als Muskeln. Und auch zur Umstellung des Laufstils benötigen sie mehr Zeit. Wer zu ambitioniert umstellt. zahlt das mit Verletzungen.

„Wichtig ist es, die Sprengung der Schuhe schrittweise zu reduzieren und außerdem die Lauftechnik mittels Lauf-ABC immer wieder zu trainieren“, sagt Jens Nagel. „Ein eEmpfehlung wäre, in den ersten zwei Wochen dreimal eine Barfußeinheit von zehn Minuten Dauer einzuplanen. Danach können die nächsten zwei Wochen immer fünf Minuten addiert werden.“ Besonders wichtig sei es dabei, auf naturnahen Belägen wie Rasen oder festem Sand zu laufen, oder eben Minimalschuhe zu nutzen.

Wissenschaftler aus den USA, Kanada und Australien haben allerdings nachgewiesen, dass viele Läufer, die bislang in gedämpften Schuhen unterwegs waren, in minimalistischen Schuhen ihren Laufstil und die Schrittfrequenz kaum veränderten. Das hatte die Folge, dass in drei Vergleichsgruppen die Läufer mit den wenig gedämpften und flachen Schuhen nach zwölf Wochen Training sogar am häufigsten verletzt waren. Über weniger Verletzungen klagten die Barfußläufer. Die geringsten Probleme hatten die Läufer, die wie zuvor in den Schuhen mit dicker Sohle und großer Stabilität unterwegs waren.

Wer dem Trend zum minimalistischen Schuh folgen will, sollte also vorsichtig sein und überlegen, ob es sich lohnt. Wer bereits Probleme mit Wade oder Achillessehne hat, sollte zunächst diese Probleme in den Griff bekommen und korrekte  Bewegungsabläufe ebenso trainieren wie die Kraft.

Minimalschuhe können aber dennoch eine sinnvolle Investition sein. „Gerade bei Trägern von Einlagen macht es Sinn, die Fußmuskulatur immer wieder zu schulen“, empfiehlt Lauftrainer Jens Nagel. „ Das Tragen von flixiblem Schuhwerk im Alltag ist dafür sehr zu empfehlen. Aber natürlich auch kurze Läufe in Minimalschuhen.“ Ergänzend hält er Koordinative Übungen auf dem Balance Pad sowei die Kräftigung der Wadenmuskulatur durch einbeiniges Wadenhaben an einer Treppenstufe und die anschließende Entspannung der Muskelhaut (Faszien) durch das Rollen über eine harte Styroporrolle (Black Roll) für sehr effektiv. Orthopädische Standardeinlagen bezeichnet  laut Nagel aber Gift für die Fußmuskulatur. „Die verkümmert dadurch zusätzlich. Wenn Läufer wegen orthopädischer Probleme Einlagen benötigen, dann sollten diese eine propriozeptive Wirkung haben.“ Diese Sporteinlagen haben zum Ziel, die Muskelspannung zusätzlich zu aktivieren und so die gesamte Körperspannung zu verbessern.

Minimalschuhe oder nicht? Auf welchen Laufschuh sollte also die Wahl fallen? Die Antwort auf diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten. Wer es langsam angehen lässt, kann durchaus auf Minimalschuhe oder gar Barfußschuhe umstellten. Er sollte sich allerdings darüber über das Verletzungsrisiko im Klaren sein. Wer dennoch auf einen der leichten und trendigen Schuhe nicht verzichten will, sollte zugreifen. Als sportlicher Freizeitschuh liegt der minimalistische Laufschuh voll im Trend.

Im Test: Brooks Adrenaline ASR 11 GTX

Als Allwetter- und Ganzjahresläufer ist der Herbst immer die Zeit, in der es sich lohnt, Über den richtigen Schuh für kühle und nasse Tage in Winter nachzudenken. Wieder den vertrauten Trailschuh, oder doch etwas Neues? Die Neugierde gewinnt: Auf Brooks Adrenaline werden in Läuferkreisen wahre Lobeshymnen geschrieben. Es gibt ihn bereits in der 14. Auflage. Dass seine wetterfeste Variante ebenfalls viel Lob verdient, sollte sich ab der ersten Runde mit den Brooks Adrenaline ASR 11 GTX zeigen.

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Für die Sympathie zu einem Laufschuh gilt ähnliches wie bei Menschen: Der erste Eindruck zählt. Demnach könnte mein neuer Brooks zu einem guten Freund werden. In Schwarz, Dunkelblau und Grasgrün gehalten, macht er einen edlen und hochwertigen Eindruck. Schon die erste Anprobe vermittelt – Überraschung – ein Sofagefühl. Der Innenschuh schließt sich angenehm und nicht zu hart um den gesamten Fuß. Breite Füße könnten ein wenig Platzangst bekommen. Bei mir passt es, was sich auch bei den ersten Schritten und Kilometern und nach zwei Stunden nicht ändert.

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Aber bevor der Testspaß los geht, ein Blick auf die Sohle. Die verspricht Spaß im Gelände und macht wegen des nicht zu groben Profils Hoffnung darauf, dass der Gripp auch auf befestigten Wegen und Straßen nicht verloren geht. Der leicht verlängerte Aufprallbereich unter der Ferse fällt nicht so sehr auf wie zum Beispiel beim Adidas Riot. Er soll vor allem bergab für weniger Ausrutscher und eine gute Abrollbewegung sorgen. Auffällig in dem weiß abgesetzten Mittelfußteil in der Sohle ist neben der grau abgesetzten Pronationsstütze ein grüner Punkt unter der Ferse, der beim Fingerdrucktest ziemlich leicht nachgibt. „DNA“ ist darauf geprägt. Ist das nicht der Begriff für die spiralförmigen Chromosomenfäden von Lebewesen?

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Tatsächlich, die Spezialisten von Brooks werben damit, sie hätten es geschafft, die Läufer-DNA zu entschlüsseln und diese Erkenntnisse in ein Dämpfungssystem zu packen, das sich individuell den Bedürfnissen aller Läufer anpasst: gleich gute Dämpfungswerte für leicht und schwere, für langsame und schnelle Läufer. Ob das wirklich funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Denn ich habe es versäumt, mir zum Vergleich 30 Kilogramm zusätzliches Gewicht umzubinden. Mir als Leichtgewicht tun die DNA-Pads allerdings gut. Gerade im Gelände dürfen Schuhe nicht zu weich sein. Zu hart reduziert aber auch den Spaß, vor allem wenn die Runde mal wieder etwas länger wird.

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MoGo nennt Brooks zudem das, was bei Adidas Boost heißt, ein weiteres wichtiges Element der Zwischensohle, das bei unterschiedlichen Temperaturen gleich gut dämpfen soll: Polymerstrukturen, die an Styroporkügelchen erinnern. Anders als bei Adidas lassen sich diese Strukturen allerdings erst bei genauem Hinsehen erkennen.

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Und wie ist der Schuh in der Praxis? Egal ob beim lockeren Trainingslauf, beim Geländehalbmarathon oder beim Wettlauf über gemischte und unterschiedlich profilierte Streckenpassagen: Der Brooks Adrenaline ASR 11 GTX bleibt mein Freund. Ausrutscher bleiben die Ausnahme. Auf Wald- und Wiesenwegen und Trails macht dieser Schuh tatsächlich so viel Spaß, dass Adrenalin in die Blutbahn schießt. Er bietet viel Trittsicherheit auch im Matsch, bergauf und bergab, ist sehr bequem und zudem dank GoreTex wasserdicht. Ein Staufach – sehr praktisch bei Asics – für die gut greifenden Schnürsenkel fehlt zwar, aber mit einer Doppelschleife kann nichts passieren. Lediglich auf nassen Asphalt mit vielen Blättern ist etwas Vorsicht geboten.

Das mit 330 Gramm nicht gerade geringe Gewicht stört mich persönlich übrigens nicht. Für einen gestützten GoreTex-Trailschuh ist das auch nicht sonderlich viel. In der Damenvariante sind es sogar weniger als 300 Gramm. Die Sprengung liegt bei zwölf Millimetern.

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Fazit: Wer einen guten Schuh für den Herbst und Winter sucht, trifft mit dem Adrenalin ASR eine gute und hochwertige Wahl, sofern er nicht nur auf Asphalt ausgeführt wird. Dann wäre die Straßenschuhversion besser. Denn der ASR spielt seine Stärken auf Trails und unbefestigten Wegen aus. In meinem Schuhregal wird er sich gegen den Asics Trabuco und den Adidas Riot 5 durchsetzen müssen. Die Chancen dafür sind groß.

Vielen Dank an Keller Sports für das Testmaterial

 

Test: Mizuno Wave Inspire 10

Der Mizuno Wave Inspire 9 ist mein „Sofa“ für lange Läufe auf Asphalt. Grenzenlos bequem, sehr gut gedämpft, Stabil und doch flexibel im Vorderfußbereich. Dazu noch speziellem Sohlenaufbau und Mesh-Obermaterial ziemlich leicht.

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So war es spannend zu sehen, wie der Nachfolger mit der Nummer 10 sein würde. Noch leichter sollte er sein. Aber wie würde er sich anfühlen? Kaum vorstellbar, dass er bei noch weniger Gewicht die oben genannten Vorzüge beibehalten kann.

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Und in der Tat ist der Wave Inspire 10 nicht nur eine leichter und optisch veränderte Kopie seines Vorgängers. Er gehört einer anderen Kategorie an. Mit unter 300 Gramm hat er den Ruf, der leichteste Stabilschuh zu sein. Das Gewicht lässt in Fast in die Klassifizierung der Lightweightschuhe rutschen. Dabei stützt er nach wie vor im Rück- und Mittelfußbereich gut und ist somit für Überpronierer wie mich bestens geeignet. Die Flexibilität im Vorderfußbereich ist aber nochmal größer geworden, was eine dynamische Abrollbewegung begünstigt.

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Die nach wie vor hohe Sprengung ist weniger stark als beim Vorgängermodell zu spüren. Hervorragende Dämpfung – markantestes Merkmal der Wellentechnologie in der Zwischensohle – macht ihn aber wie den Inspire 9 zu einem Schuh, der ideal für harten Untergrund und lange Läufe geeignet ist.

Aber auch leichte und trockene Trails machen mit diesem Schuh Spaß – solange keine wirkliche Profilsohle notwendig ist. Der Ausschnitt im Knöchelbereich ist tiefer geraten. Von mir bekommt der Schuh dafür einen Extra-Pluspunkt. Wund gescheuerte Knöchel gibt es mit dem Inspire 10 auch auf unruhigem Gelände nicht. Die etwas zu langen Schnürsenkel erfordern in jedem Fall eine Doppelschleife. Aber die ist bei den meisten Läufern eh üblich.

Fazit: Auch mein zweiter Mizuno gefällt mir gut. Ein sehr leichter Stabilschuh mit breitem Einsatzgebiet, auch für lange Läufe. Gut geeginet als Trainings- oder auch Wettkampfschuh für Läufer mit Überpronation.

 

 

Im Test: Adidas Supernova Riot 5

5-DSC05698Premiere mit Adidas. Bislang hatte ich noch keinen Laufschuh vom Hersteller aus Herzogenaurach. So war es also ein Experiment, als ich den Adidas Supernova Riot 5 aus dem Schuhkarton befreite und zum ersten Mal seinem Zweck zuführte: dem Laufen im Gelände.

Der Schuh: Auf den ersten Blick wird klar, wozu dieser Schuh gemacht ist. Spaß im Gelände soll er bringen. Mit 340 Gramm ist er zwar kein Leichtgewicht. Aber bei einem stabilen Geländeschuh ist das zu tolerieren.

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Optisch kommt er seriös daher, der Riot. Schwarz überwiegt, korrespondierendes Weiß und silberfarben die unvermeidlichen drei Streifen. Als farblicher Kontrast dazu die orange Sohle dort, wo sie besonders stabil sein muss. Ein schöner Schuh, ohne Zweifel. Dazu tragen auch die gut haltenden Schnürsenkel und das im dezenten Wabenmuster  gehaltene Meshgewebe bei.

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Die Sohle: Das Continental-Logo ziert das schwarze Sohlenelement, signalisert maximalen Gripp. Und tatsächlich lässt sich daran nichts ausetzen. In jedem Gelände und bei jedem Wetter gibt der Riot Halt, auch bei Nässe auf Asphalt, wo er allerdings nicht wirklich hingehört.

Besonders auffällig ist die hinten überstehende Formotionsohle, die vermutlich auch den heftigsten Fersenläufern ein weiches und sicheres Auftreten ermöglicht. Mit seiner relativ hohen Sprengung begünstigt der Schuh das robuste Auftreten sowieso. Aber auch das ist typisch für einen stabilen Laufschuh, erst recht, wenn er fürs Gelände gemacht ist.

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Die Passform: Adidasschuhen wird nachgesagt, sie seien im Vorderfußbereich grundsätzlich schmal. Für den Riot 5 trifft das nicht zu. Ich empfinde ihn zum Beispiel deutlich geräumiger als die vergleichbaren Fujitrabuco von Asics. Mein bisheriger Lieblingstrailschuh hat also einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen. Besonders angenehm und auf den ersten Blick auffallend ist der tiefe Ausschnitt im Bereich der Knöchel. Da scheuert nichts. Der Fuß bleibt sehr beweglich und dennoch stabil gestützt. Für Überpronierer wie mich leider ein Muss. Wobei die von einem organgefarbenen Zugband gekrönte Fersenkappe hoch und fest anliegt – angenehm.

Der Praxistest: Ja!!! – Ein Schuh fürs Gelände, eindeutig. Kurze Passagen über Asphalt müssen auch mal sein. Das ist dann natürlich ein Kompromiss. Aber auf Schotter, Erde, Steinen, Splitt zeigt der Riot eindeutig seine Stärke – bei jedem Wetter. Und dank luftigem Mesh-Obermaterial gilt das sogar für warme Tage.

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Mein Fazit: Das Experiment Adidas ist geglückt. Ich werde bei Gelegenheit sicher auch mal einen Straßenschuh mit drei Streifen ausprobieren. Wer einen stabilen und gut profilierten Trail- und Geländeschuh sucht, ist mit dem Riot 5 in jedem Fall gut bedient.

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Vielen Dank an keller-sports für die Möglichkeit, diesen neuen Schuh zu testen.

 

Im Test: Asics Gel-FujiTrabuco 2 GTX

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Als ich vor zehn Jahren mit dem regelmäßigen Laufen begonnen habe, gehörte der damals graue Trabuco von Asics sehr schnell zu meinen Lieblingsschuhen. Das ging so weit, dass ich sie sogar bei Wettbewerben getragen habe, die auschließlich über Asphalt führten. Einige Jahre sind seitdem vergangen. Der Trabuco hat sich zu einem der beliebtesten Trailschuhe in Deutschland gemausert. Nun ist die neue Generation aus dem Markt. Die wollen getestet werden.

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Die Optik: Von den grauen „Laufmäusen“ von früher ist nur das Asics-Signet übrig geblieben. Der Gel-FujoTrauco 2 GTX präsentiert sich farbenfroh in Orange, Silber, Blau und Schwarz. Die Laufschuhwelt ist bunt geworden. Mir gefällt das. Optisch ein heißes Teil.

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Die Passform: Viele Läufer wollen vor allem im Gelände einen eng anliegenden Schuh. Diesen Anspruch erfüllt der Trabuco. Der Innenschuh umschließt den Fuß komplett und vergleichsweise fest. Asics spricht von einer „Monosock-Konstruktion“. Alles aus einem Stück. Das Gefühl ist typisch Asics. Wer deren Schuhe mag, fühlt sich in jedem Fall wohl. Das Sofagefühl des eher weichen Ur-Trabuco gibt es allerdings nicht mehr. Das Versprechen, durch eine spezielle Konstruktion zu vermeiden, dass kleine Steinchen in den Schuh gelangen, erfüllt sich zumindest in meinem Fall nicht immer. Aber das ist sicher auch eine Frage des Laufstils. So einen Geröllhaufen wie einst finde ich nach dem Laufen jedenfalls nicht mehr in meinen Schuhen.

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Die Sohle: Hier hat sich wirklich viel getan in der Trabuco-Familie. Das signalisiert schon die Optik: Auch die Sohle ist en Farbenspiel aus Schwarz, Silber, Blau und Orange. Die „90-Grad-Flexkerben“ an der Außensohle versprechen guten Halt und eine gewisse Agressivität. Als Schutz gegen Steine und Stöße auf felsigem Untergrund hat Asics dem Schuh eine schützende Zwischensohle spendiert. Gel-Elemente im Vorderfuß und Fersenbereich sorgen für eine Dämpfung, die nicht das Gefühl für den Untergrund nimmt.

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Der Außenschuh: Wie schon beschrieben fabrlich auffallend gestaltet. Das Obermaterial ist glatter geworden. Gestützt wird der Fuß im Fersenbereich durch eine extern verklebte Konstruktion, die zusätzlich gut schützt. Besonders praktisch ist die kleine Tasche an der Zunge, unter der die gut haltenden Schnürsenkel verstaut werden können. Ein Markenzeichen der Trabuco.

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Der Praxistest: Ich mag diese Schuhe: Natürlich fühlen sie sich vor allem auf Feld- und Waldwegen wohl. Nasses Laub, Schlamm und Lehm, Pfützen und Steine – alles kein Problem. Das Profil greift sehr gut. Lediglich vor dem fränkischen Lehm kapitulierte auch dieser Schuh und verlor die Bodenhaftung. Die GoreTex-Membran macht den Schuh wasserdicht. Vermutlich taugt er auch für Schnee. Aber in diesem sonderbaren Winter konnte ich das noch nicht ausprobieren.

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Auch auf der Straße versagen die Schuhe nicht. Die Bodenhaftung ist – zumindest bei leichten Läufern – auch auf nassem Asphalt ausreichend. Da der Schuh insgesamt aber härter ausgelegt ist als früher, erhalten  unbefestigte Untergründe aber klar den Vorzug.

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Fazit: Der Asics Gel-FujiTrabuco 2 GTX erfüllt die Erwartungen an einen stabilen und griffigen Trailschuh. Mit 380 Gramm gehört er nicht zu den Leichtgewichten. Wer einen stabilen und wasserdichten Schuh will, wird  sich daran aber nicht stören. Für kurze und wirklich schnelle Läufe ist er sicher nicht die erste Wahl. Aber für Geländeausflüge im Wohlfühltempo taugt der Trabuco bei jedem Wetter und jedem Untergrund. Vor allem natürlich in der kältreen Jahreszeit. Ein echter Dauerläufer für Spätherbst und Winter!

Prädikat: Sehr empfehlenswert

Der von mir getestete Schuh – vielen Dank an Keller-Sports für das Material – ist die Version für Läufer mit Überpronation. Für Normalläufer gibt es eine weniger gestützte Version.

Leichter geht es nicht

Der Herbst macht nun seinem Namen alle Ehre. Mit Wind, Regen und Temperaturen zwischen Null und 15 Grad verlangt er von uns Laufsportlern viel Flexibilität bei der Wahl von Schuhwerk und Kleidung.

DSC03422Es ist Jackenzeit, und spätestens seit ich einmal mit meinem relativ dicken Gore-Tex-Oberteil auf einem längeren Lauf fast verglüht bin, wechsle ich durchaus meine zweite Haut je nach Temperatur und Windstärke. Mit der Adidas-Laufjacke Adizero Climaproof gehört nun seit einigen Wochen ein besonderes Leichtgewicht zu meiner Laufkleiderkammer.

1-DSC03391Eine Liebe auf den ersten Blick ist das durchscheinend graue Teil mit dem gelben Kragen und den aufgedruckten drei Streifen für mich zwar nicht. Keine Jacke für jeden Tag. Allerdings wird bereits beim ersten Begreifen deutlich, wo der unschlagbare Vorteil dieser Jacke liegt: 88 Gramm bedeuten grenzenlose Leichtigkeit!

3-DSC03393Alleine die beiden Reißverschlüsse machen vermutlich die Hälfte des Gesamtgewichts der Jacke aus, bei der auf allen unnötigen Schnickschnack verzichtet wurde. So muss eine kleine dreieckige Brusttasche als Staufach genügen. Und weil wir gerade beim Thema sind: Zusammengeknüllt benötigt die Adizero gerade einmal so viel Platz wie eine große Faust – und passt in die eigene Brusttasche.

5-DSC03396Aber noch wichtiger als die Packmaße ist natürlich die Funktionalität beim Laufen: Natürlich sind 88 Gramm so gut wie nicht zu spüren. Das Climaproof-Material ist angenehm weich und geschmeidig. Eingenähte Gummizüge an den Armbündchen halten die Ärmel in Position, auch wenn man sie über den  Unterarm zurückschiebt.

4-DSC03394Wind? Kein Problem. Das durchscheinende Etwas lässt nichts durch.

Wärmeaustausch? Die Jacke verhindert ein Auskühlen des bewegten Körpers bis Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Vor allem über die Ventilationszonen unter und hinter den Achseln wird Schweiß und Wasserdampf nach außen abgegeben. Wenn es kälter wird, sollte die Wahl allerdings doch auf eine dickere Jacke fallen. Oder Läufer lässt es unter dem Windschutz vielschichtig werden. Aber nicht vergessen! Diese Jacke wärmt nicht. Immer schön in Bewegung bleiben!

Regen? Na ja. Hier kommt die Climaproof natürlich an ihre Grenzen. Vor allem klebt der nasse Stoff dann etwas unangenehm auf der Haut. Allerdings ist die Zeitspanne, die er zum Trockenen braucht, auch rekordverdächtig kurz.

1-DSC03407Fazit: Die Adidas Adizero Climaproof Jacket (warum eigentlich immer so komplizierte Namen?) ist ein superleichter Wetterschutz für windige und nicht zu nasskalte Tage. Ideal ist sie für Trail- und Langstreckenläufer, die mit kleinem Rucksack oder Hüfttasche unterwegs sind. Hier findet das Jäckchen immer einen Platz und fällt nicht ins Gewicht.