Erinnerungen

Dieser Tag beginnt nicht unbeschwert. Es sind die Erinnerungen an meinen Vater, der heute vor sechs Jahren nach einer heimtückischen ALS-Erkrankung gestorben ist. Schon sechs Jahre! Kaum zu glauben. Gestern wäre er 75 geworden.

Damals hatte ich bei einem Besuch bei ihm in der Palliativstation des Juliusspitals in Würzburg einen Nachruf verfasst. Erinnerungen … 

Trotz Rückenschmerzen mache ich mich am frühen Morgen auf den Weg ins Tiergartental.  Die Verabredung mit Anne, eine gemeisname Runde zu laufen, hatte ich bereits in Voraussicht auf diesen Tag vor einer Woche getroffen. Es war die erhoffte Ablenkung und bei eisklarem Winterwetter eine schöne und kommunikative Sache. Auch die Blockade im Rücken hat sich nach zehn schönen Kilometern etwas gelöst. Ich muss wieder etwas für die Bauchmuskulatur tun. Vorsichtig, damit die Leiste nicht wieder zwickt. Die Gegenspieler zum Rücken schwächeln inzwischen wohl zu sehr.

Meiner Gemütsaufheiterung ein jähes Ende setzt dann auf dem Weg zur Arbeit ein Anruf meiner Schwester: Meiner Großmutter gehe es sehr schlecht, sagt sie. Und schon wieder leben Erinnerungen auf …

Ein(e) Neue(r)!

DSC09709Was war das wieder für eine Arbeitswoche! Da blieb kaum Zeit, auch noch in der Blogosphäre zu surfen. Deshalb liefere ich heute auch noch einige Fotos nach von den beiden Läufen in dieser Woche, die mich zu den Mattheiser Weihern und auf die Kernscheider Höhe geführt haben.

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Die Laubhaufen an den Weihern sind ein untrügliches Zeichen dafür, wenn der Herbst sein schönes Kleid abgelegt hat und die Bäume bereit für den Frost sind. Die Schwäne sind dann wieder alleine und ohne Nachwuchs unterwegs.

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Wenn dann im späten November der Nebel im Moseltal die Sicht nimmt, verwandelt  der Rauhreif Gräser und Blätter in glitzernde Kristallkunstwerke … sofern dann doch die Sonne durchkommt. Auf solche Glücksmomente hoffe ich immer im Winter.

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Die Samstagsläufe mit Freunden tragen aber auch ohne optische Außergewöhnlichkeiten zu meiner Zufriedenheit bei, was derzeit wieder etwas nötiger ist als in den vergangenen Monaten. Heute ist auch ein Nuer dabei: Bernd ist seit einigen Wochen beim Lauftreff und traut sich heute auch zum ersten Mal zu uns Longjog-Runnern. Dass er es kann, hat er am vergangenen Sonntag bereits beim Freundschaftsbesuch in Schweich bewiesen.

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Ein wenig flotter als dort ist es heute natürlich, aber es geht noch immer moderat zu, zumal Marc gerade einen Infekt überwunden hat. Und weil Christoph noch ein volles Tagesprogramm hat, werden es „nur“ 17 Kilometer. Das genügt mir aber auch. Dann bleibt wenigstens noch etwas vom Tag.

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Denn für Sonntag stehen die Zeichen schon wieder auf Arbeit. Anders als früher sind die Sonntagsdienste leider nicht mehr so ruhig, dass ich noch das eine oder andere Aufarbeiten kann, was unter der Woche liegen geblieben ist. So wird die neue Woche beginnen, wie die alte geendet hat: mit reichlich beruflichen Herausforderungen und langen Tagen. Ausreichend Motivation also, sich am Morgen die Luft um die Nase wehen zu lassen. Und wenn ich nicht stehen bleibe, dann beschlägt auch die Brille nicht …

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Von Lauftreff und Drehwurm

Das schnelle Bahntraining noch in den Beinen. Da fällt die eher gemütlich gelaufene Runde mit dem Lauftreff am Mittwochabend gar nicht so leicht. Zudem ist es auch im Tiergarten ordentlich schwül. Auch für eine 15er Runde wäre es deshalb angebracht, etwas zum Trinken dabei zu haben.

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Soweit denke ich natürlich nicht, wenn ich unmittelbar nach einem Termin dorthin hetze, um den Anschluss nicht zu verpassen. Aber den anderen geht es auch nicht viel besser. Nur Marcel hat vorgesorgt und den Hüftgurt umgeschnallt.

Der gemeinsame Lauf war trotzdem eine Freude, zum Marc nach einer Dehnung im Knöchel überraschend schnell wieder dabei ist. Und auch Rudi dreht nach längerer Zeit erstmals wieder eine Runde in der Gruppe – und wundert sich über die vielen neuen Gesichter.

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Wie bereitet man sich sinnvoll auf einen 60-Kilometer-Lauf vor, der drei Wochen nach einem Marathon bewältigt werden soll? Das ist die Frage, die mich derzeit beschäftigt. Hat jemand eine Idee?

Schnelle Intervalle auf der Bahn gehören vermutlich nicht zum mustergültigen Plan. Womit ich wieder bei Dienstagabend gelandet bin. Dieses Training hat sich auch in meiner aktuellen Laufkolumne in der Tageszeitung Trierischer Volksfreund niedergeschlagen:

 Drehwurm

Abwechslung macht Spaß und ist wichtig, um bei Laune zu bleiben. Das gilt auch für Läufer. Wer immer dieselbe Strecke zur gleichen Zeit im gleichen Tempo läuft, wird irgendwann die Lust daran verlieren.
Ich wechsle gerne ab: Die Strecke, die Uhrzeit und auch die Begleitung. Alleine zu laufen ist schön. Ab und an sich in Gesellschaft durch die Landschaft zu bewegen, bringt aber ebenfalls viel Spaß, gute Unterhaltung und hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.
Eine Möglichkeit, Abwechslung in den Laufalltag zu bringen, ist das Training auf der Bahn. Immer im Kreis beziehungsweise oval herum, bis einem schwindelig wird … Nein, natürlich gilt es gerade dann, mit Intervallen und Steigerungsläufen das Tempo zu trainieren. So wie am Dienstagabend im altehrwürdigen Stadion im Trierer Weißhauswald. Achtmal 800 Meter im flotten Tempo, dazwischen jeweils 400 Meter Trabpause, um den Pulsschlag wieder zu senken. Wie gut ist es doch, bei so einer anspruchsvollen Trainingseinheit einige laufende Sparringspartner dabei zu haben. Gegenseitige Motivation, wechselndes Laufen an der Spitze. Das hilft.
Wer sich also einen Lauftreff in der Nähe sucht, um gemeinsam auf der Bahn zu trainieren, ist nicht schlecht beraten. Spaß machen solche heftigen Trainingseinheiten dann auch, spätestens, wenn sie bewältigt sind.

Nebel, Punkte und Kleinholz

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Wieder eine Stunde zu früh unterwegs. Ein Stunde zu früh für die Sonne. Die kommt just dann durch den Nebel, als ich auf dem Weg zur Arbeit bin.

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Aber zumindest habe ich auf der Runde zu den Mattheiser Weihern für kurze Zeit so eine weiße Scheibe am Himmel entdeckt. Das ist schon viel mehr als hier an der Mosel ab dem nachmittag zu sehen ist.

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Alles wieder grau und regnerisch. Da haben doch sogar Nebel und überraschend kühle Temperaturen etwas mehr Reiz.

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Den neuen Fotoordner auf meinem Rechner habe ich übrigens „Frühjahr 2014“ benannt. Der Winter ist für mich kein Thema mehr. Und wie zum Beweis sprießt es am Mattheiser Weiher an den Weiden und allerlei anderem Buschwerk.

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Der Fischreiher sieht es gelassen und ich mache mich auf ins Tiergartental, wobei eine Kollegin mir freundlich winkend am Zebrastreifen den Vortritt lässt, bevor sie sich mit ihrem Auto wieder in Bewegung setzt.

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Weiße Markierungen. Von denen hatte ich ja bereits berichtet. Es sind Messstellen für die Landvermessung, die in den nächsten Tagen vom Hubschrauber aus hier vorgenommen werden. Flurbereinigung steht an.

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Und die grünen Punkte auf den alten Bäumen? Die markieren die besonders erhaltenswerten Exemplare. Hoffentlich wird das von den städtischen Mitarbeitern nicht missverstanden!

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An dem Bächlein hinter der Gärtnerei haben die Nadelhölzer weniger Glück. Die müssen zur Renaturierung weichen. Sieht derzeit ziemlich wüst aus.

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Nur die gesägten und aufgestapelten Stämme faszinieren mit einer gewissen Ordnung. Ich mag solche Bilder.

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Am Sportplatz noch schnell nach dem neuen Kleinspielfeld geschaut, auf dem Kunstrasen verlegt wird. Sieht auch noch ziemlich wüst aus. Aber wenn der mal fertig ist, werden sich die Nachwuchskicker des SV Olewig sicher freuen.

Und was war noch? Ach ja, eine Möhne ist mir gut gelaunt über den Weg gelaufen. Aber da wollte ich kein Foto machen. Ihr versteht mich, oder?

 

2014 – der Erste!

Ich hätte ja länger schlafen können. Schließlich sind Schulferien. Aber der Drang, nach zwei Ruhetagen wieder die Laufschuhe anzuziehen, war einfach größer. Also raus aus den Federn und ab in den noch dunklen Morgen.

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Beim Laufen richtig wach zu werden gehört zu den schönen Dingen des Lebens. Beim ersten Foto war es damit noch nicht so weit, wie unschwer zu erkennen ist.

Wieder die Runde zu den Mattheiser Weihern. Es regnet leicht. 8 Grad! Und ich habe unter der Jacke noch ein langes Shirt und ein Thermo-Unterhemd an. Zu warm! Aber egal, ich muss ja nicht rennen. Auf Matsch habe ich nach dem Ausflug in die fränkische Heimat heute jedenfalls keine Gelüste.

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Die Weiher strömen wie immer viel Ruhe aus. Schade, dass die Umrundung der beiden Fischteiche so kurz ist. Andererseits ist das für so eine knapp zehn Kilometer lange Morgenrunde auch wieder gut. Denn mehr Zeit habe ich nicht. Und außerdem will ich mich vor dem Samstagslauf nicht verausgaben.

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Zurück also auf gewohntem Weg durch das Tiergartental und über das kleine Biest. Alles fit für den Arbeitstag. Volontärschulung. Da werfe ich mal meine ganze Erfahrung in die Waagschale. Und während die Damen nun Themenseiten gestalten und redigieren, bleibt sogar Zeit für einen Blogeintrag. 😉

Euch allen ein schönes Wochenende!