Im Frühtau zu Berge …

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Geträllert haben wir nicht. Aber zumindest etwas gejauchzt, angesichts der doppelten Freude, eine profilierte Trailstrecke wie die durch Tiergarten und über die Kernscheider Höhe wieder laufen zu können.

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Ein gemeinsamer Lauf pro Woche mit Anne, wird schon fast zur Gewohnheit. Es hat wieder viel Spaß gemacht. Fü rmit 10 Kilometer, für Frau Weinbergschnecke war es sogar einer mehr.

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Und die Farben des herbstes sind noch immer eine Wucht, auch bei eher trübem und feuchten Novemberwetter.

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Allerdings war es nach dem frostigen Montag fast frühlingshaft warm.

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Und am kleinen Biest haben sich nach einer knappen Stunde unsere Wege wieder getrennt.

Der Hunsrück ist kein Dromedar

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Wenn einige Läufer sich mit Trinkrucksäcken ausgestattet auf eine größere Tour begeben, dann kommt früher oder später die Rede auf Kamele und die Fähigkeit, ausreichend Wasser zu speichern. Der Schlenker zu Dromedaren ist dann schnell geschlagen. Und wenn die kleine Läuferschar gleichzeitig durch den Hunsrück tappt, dann ist der Titel für einen besonderen Blogeintrag gefunden: Denn der Hunsrück ist kein Dromedar und hat folglich wesentlich mehr als einen Buckel.

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Wer wie die vier Jungs vom Lauftreff Olewig gleich zwei Tage durch das Mittelgebirge  läuft, und am Ende 2600 Meter Anstiege auf knapp 93 Kilometern addiert hat, kommt sich dann vielleicht doch ein wenig tierisch vor. Traurige Erkenntnis: Es fehlen eindeutig die Gene einer Bergziege.

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Zu unserer Zweitagestour machen sich also André, Christoph, Dominik und der Autor dieser Nacherzählung am Samstagmorgen in Hermeskeil auf, um von dort bis Morbach und am zweiten Tag weiter nach Idar-Oberstein zu laufen. Ein Auto mit Wechselklamotten in Morbach davor am Gästehaus abgestellt, das für eine Nacht höchst komfortable Unterkunft sein wird, dann geht es los. Marc hat leider kurzfristig zurückziehen müssen. Er wird an Tag zwei zu uns stoßen.

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Das Wetter? Nun, alle Freunde langer Regenläufe würden jubeln. Wir hätten uns allerdings gerne auf den Wettbericht verlassen, der zwar einzelne Schauer angekündigt hat. Von Dauerregen war allerdings nicht die Rede.

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Schon die ersten 500 Meter auf dem Wiesenpfad bis zum Wald genügen, um die Schuhe zu durchnässen. Ich habe zwar vorsorglich GoreTex-bewehrte Treter an die Füße geschnallt. Nach spätestens zwei Stunden ist aber auch deren Innenleben schwimmhautfördernd.

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Aber bevor wir in wolkige Regionen vorstoßen – schließlich haben wir uns diesen Tag für die Überquerung der höchsten Berge des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz ausgesucht – entdecke ich doch eine Sonne, leider nur die vom Planetenweg auf dem Damm des Stausees von Nonnweiler.

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Hinauf geht es von dort zum keltischen Ringwall bei Otzenhausen. Ein riesiger Steinwall, der von einer mächtigen keltischen Festung übrig geblieben ist. Angeblich hatten deren Mauern eine Höhe von bis zu 15 Metern.

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Die Breite muss auch mehrere Meter betragen haben. Und wenn man dann noch bedenkt, dass in den letzten 2000 Jahren viele Häuser mit Steinen von dort gebaut wurden, dann bleibt ein wenig die Vorstellung davon, wie mächtig das Bauwerk einst gewesen sein muss.

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Uns sind von der zugigen Wallkrone die letzten Weitblicke des Tages gegönnt. Denn jetzt setzt der Dauerregen ein und wird uns für mehr als 20 Kilometer begleiten.

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Der feine Regen an sich wäre ganz angenehm. Aber auf den Singletrails im Wald verwandelt er einfach alles in Nässe: Das Gras, die Büsche, das Laub der Bäume. Wäre mein Körper ein Schwamm, würde ich nicht mehr weit kommen …

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Der Weg über den Dollberg – das ist mit 695 Metern der höchste Hügel des Saarlandes – zum 818 Meter hohen Erbeskopf ist der panoramareichste des Saar-Hunsrück-Steigs. Wir haben an diesem Tag leider nicht sehr viel davon, da wir in der Megawolke laufen, die sich ausgerechnet hier an den Hängen des Idarwaldes festklammert und ausweint.

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Auf dem Erbeskopf sehen wir zumindest schemenhaft etwas vom Skulpturenpark. Eine sehr mystische Stimmung. Die Klangskulptur können wir immerhin akustisch wahrnehmen. Der Wind ist hier oben so stark und frisch, dass ich tatsächlich die vorsorglich eingepackten Handschuhe anziehe. So habe ich zumindest warme Hände.

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Den Aufstieg auf den Panoramaturm ersparen wir uns. In der Gruppe ist die Stimmung dennoch gut, denn am Fuße des Berges erhoffen wir im Hunsrückhaus etwas Wärme und mindestens ein heißes Getränk. Das bekommen wir dort auch. Und eine schön salzige Gulaschsuppe. T-Shirts wechseln, Socken auch. Die Windjacken trocknen zumindest ein wenig. Da regen sich die Lebensgeister nach 30 Kilometern wieder. Die Gruppe junger Männer aus dem Saarland am Nachbartisch sorgt mit ihrer angeregten Diskussion darüber, wer wie, mit welchem Auto rübber oder nübber kommt auch für die anderen Gäste im Saal für Unterhaltung.

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Nur noch zwölf Kilometer bis Morbach. Das wäre doch gelacht. Haha …

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Nach 30 Minuten wird der Regen tatsächlich weniger. Außerdem gibt es noch interessante Dinge zu entdecken. Zum Beispiel in der Nähe von Drohnecken die Nibelungenquelle, den Siegfriedsborn, an dem der Held angeblich von Hagen von Tronje hinterrücks mit einem Wildschweinspeer gemeuchelt wurde, weil der Sigi die Brunhilde beleidigt haben soll. Dominik überlebt den Trunk, ebenso wie ich.

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Bei Heldens ging es schon brutal zu, wobei es durchaus ein kleine Tortour ist, wenn sich vermeintliche 12 Kilometer am Ende eines Lauftages auf unerwartete 17 verlängern.

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Einige schöne Eisenbahnbrücken gibt es da noch zu sehen, über die kein Zug mehr fährt. Sehr imposant, erinnert irgendwie an die Schweiz. Und mit ein wenig Nebel … Die Gedanken sind frei.

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Froh sind wir trotz der schönen Strecke, als wir die letzten zwei Kilometer hinab nach Morbach bewältigt haben und an unserer Gästewohnung ankommen, die sich als Haus entpuppt, das von innen viel mehr hält, als sie von außen verspricht. Wer also mal mit bis zu sieben Personen ein schönes Ferienhaus im Hunsrück sucht: die Domäne Bollinger ist zwar keine ganz billige, aber dafür sehr gut ausgestattete Adresse.DSC00298

Der Abend mit herrlichem Rumpsteak und anderen  kulinarischen Genüssen wird noch durch den Besuch unseres Lauffreundes Jürgen veredelt, der nach dem Halbmarathon in Schillingen mit seiner Tochter zu uns stößt und uns mit Nachrichten vom letzten Spiridon-Volkslauf versorgt.

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Und dann ist es schon wieder Morgen … blauer Himmel! Yes! Die Beine? Na ja, geht so. Aber es sind ja auch nur knapp 40 Kilometer heute. André und Dominik holen Marc in Idar-Oberstein ab. Er hat in unserem Zielort sein Auto geparkt, damit wir am Abend auch wieder zurückkommen.

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Großes Hallo also. Heute wird aus dem Quartett ein Quintett. Fünf Wasserträger, denen am Ende die Flüssigkeit in den mobilen Flüssigkeitsspeichern ausgehen wird.

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Aber wer ahnt schon, dass aus den knapp 40 Kilometern gut 43 werden, mit einem monströsen Anstieg kurz vor dem Ende?

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Das Wetter ist an diesem Sonntag wie gemacht fürs Laufen: Sonne und Wolken, um die 14 bis 16 Grad. Jacken sind da nicht nötig, schon gar nicht bei den vielen schweißtreibenden Bergen und Rampen, die auf uns warten.

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Und wie fühlen sich die Beine an nach der Monstertour des Vortags? Immerhin 1200 Höhenmeter haben wir da bewältigt. Unser Jüngster meint, er spüre nur seinen Rücken. Na ja, mit seinen 25 Jahren ist er ja auch Deutschlands schnellster Finanzbeamter. Meistertitel über fünf Kilometer vor einer Woche. Sorry, André, für all‘ die dummen Sprüche  von wegen Widerspruch an sich. Also Finanzbeamter und schnell …

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André ist wirklich flott, flitzt immer wieder wie eine Gazelle voran, wenn die etwas Älteren in der Truppe nach Pausen nur zäh ans Laufen kommen. Aber jede Pause und jeder Neustart lohnen, denn wir laufen über den schönsten Streckenabschnitt des Saar-Hunsrück-Steigs.

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Heute wissen wir auch, wo wir Pause machen werden: an der Wildenburg mit ihrem hohen Turm, den wir vor der Mittagspause mit Blick auf den Ausblick erklimmen werden. Mit Marc und André war ich im Frühjahr schon einmal dort, auf einen 24er Trail, der in Kempfeld gestartet ist. Damals sind wir aber nicht auf den Turm gestiegen. Einige Streckenabschnitte kommen uns also heute bekannt vor.

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Neu sind die Naturpark-Ranger, die mit einigen Gästen die felsigen Pfade der Gegend  erkunden und auch uns gerne Antworten geben. Von den zehn Familien, die bei der Eröffnung des Parks eine gemeinsame Wanderung gewonnen hatten, ist nur eine gekommen. Für sie ist die Betreuungsquote an diesem Tag größer als in einer Kinderkrippe.

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Dann also die Wildenburg, mit dem hohen Turm, der tollen Aussicht und dem stürmischen Wind dort oben. Da kommt der warme Kassen- und Kioskraum am benachbarten Wildgehe genau richtig. Denn im Hotel wird Hochzeit gefeiert.

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Mit unseren Läufermonturen hätten wir dort sicher die Gesellschaft gesprengt, die angesichts der geparkten Luxuskarossen wohl zu den oberen 10 000 gehört.

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Der Kioskkaffee ist lecker. Wir futtern, was die Rucksäcke hergeben. Und dann geht es los zum letzten Abschnitt dieses sensationellen Lauftages, der uns am Ende konditionell alles abverlangt.

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Aber abwechslungsreiche ist es. Wald und Wiesen wechseln. Immer wieder zwingen uns steile Rampen  zum Gehen. Das Kraft schonende Traillaufen haben wir schon am ersten Tag verinnerlicht. Der Hunsrück ist kein Dromedar!

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Was die Wegausschilderer allerdings hier getrunken haben, können wir nur vermuten. Denn die Kilometerangaben reduzieren sich auf den letzten zehn Kilometern nicht wirklich in logischer Folge.

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Warum wir gefühlt fünfmal Kilometer 9 laufen, bleibt ein Geheimnis. Im Kreis sind wir jedenfalls nicht unterwegs. Der Wanderer, der uns an den beiden Tage immer wieder begegnet, weil er ganz offensichtlich im Sauseschritt marschiert, während wir uns jeweils die längere Pause gönnen, wird sich besonders freuen.

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Er ist von Perl bis Boppard unterwegs. Das sind 24 Einzeletappen, Aber er ist sehr gut gelaunt und freut sich immer wieder, uns zu sehen.

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Zum Glück gibt es auch immer wieder diese charakteristischen Liegebänke des schönsten Weitwanderwegs Deutschlands.

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Als Wanderer würde ich auf den letzten Kilometern des Steigs dennoch wahnsinnig werden. Besonders auf dem letzten Anstieg – 1200 Meter mit 152 Höhenmetern – kreischen die Oberschenkel und Waden vor Begeisterung.

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Dabei hatten wir Idar-Oberstein doch schon im Blick. Und warum haben wir kein Pilzkörbchen dabei?

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Vielleicht hätten wir uns doch an der Klinik versorgen sollen, deren Gelände wir vor einem knappen Kilometer überquert haben. Aber Gottes Beistand ist schließlich auch nicht schlecht.

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In der Felsenkirche holen wir uns den zwar nachträglich bei 100 zusätzlichen Treppenstufen.

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Wenn wir schon mal hier sind, dann können wir uns das doch nicht entgehen lassen. Imposant in den Fels gebaut … und mit einem Ausblick neben den Kirchenglocken, der beeindruckt, auch wenn ich nach wie vor nicht verstehe, welcher Planer so eine Schnellstraße mitten durch einen Ort baut.

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Von dort oben sehen wir in der Ferne auch den Bahnhof, unser Ziel. Nur noch etwas mehr als ein Kilometer …

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… der uns durch die Fußgängerzone führt, die wegen eines Alleinunterhalters und eines Oldtimertreffens trotz des Sonntags belebt ist.

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Dann ist es geschafft! Erleichterung, Abklatschen, Gruppenfoto!

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92,7 Kilometer auf dem Saar-Hunsrück-Steig liegen hinter uns. Ein tolles Erlebnis. Mal sehen, was im kommenden Jahr auf dem Abenteuerwunschzettel stehen wird …

 

 

 

 

 

Ein Stück Auvergne im Laufschritt

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Nun also etwas, worauf zumindest einige von Euch gewartet haben: Impressionen aus der Auvergne. Dieser Teil des Zentralmassivs Frankreichs ist im Grunde der Rest eines einzigen riesigen Vulkans. Aber diese Mega-Eruption ist schon so viele Millionen Jahre her – 350 000 000 sollen es gewesen sein -, dass seit immer noch reichlich vielen Millionen, Hunderttausenden und Tausenden Jahren Hunderte größere und kleine Vulkanschlote eine einzigartige Landschaft geformt haben.

Die beiden Läufe, bei denen ich es in meinen 12 Tagen dort belassen habe und auf die ich Euch in einem kleinen Film mitnehme, führten allerdings am Rande der spektakulärsten Region entlang. Dort ist die Dordogne zu einem riesigen See gestaut, der ein ehemals hoch über dem Tal stehendes Schloss zu einer Wasserburg machte. Bort-les-Orgues ist der Name des Hauptortes, unweit davon liegt Lanobre, wo wir auf einem Campingplatz unser Zelt aufgeschlagen hatten und auch einige bitterkalte Nächte mit 5 bis 7 Grad Celsius erlebt haben.

So ist sie eben, die Auvergne, zuweilen hart zu ihren Bewohnern und Gästen, aber in jedem Fall eine Reise wert.

Grün, so herrlich grün

Hach ja, es gibt solche Läufe, die tun einfach gut. Da herrscht kein Zeitdruck und die Gedanken können schweben. Wenn dann noch ideales Laufwetter herrscht und die Natur sich so prächtig und grün präsentiert wie heute, dann weiß ich, warum ich auch dann laufe, wenn ich nicht unbedingt viel Lust dazu verspüre.

Hier die Impressionen von zwölf schönen Kilometern mit ein klein wenig Gegenverkehr.

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Im Test: Brooks Adrenaline ASR 11 GTX

Als Allwetter- und Ganzjahresläufer ist der Herbst immer die Zeit, in der es sich lohnt, Über den richtigen Schuh für kühle und nasse Tage in Winter nachzudenken. Wieder den vertrauten Trailschuh, oder doch etwas Neues? Die Neugierde gewinnt: Auf Brooks Adrenaline werden in Läuferkreisen wahre Lobeshymnen geschrieben. Es gibt ihn bereits in der 14. Auflage. Dass seine wetterfeste Variante ebenfalls viel Lob verdient, sollte sich ab der ersten Runde mit den Brooks Adrenaline ASR 11 GTX zeigen.

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Für die Sympathie zu einem Laufschuh gilt ähnliches wie bei Menschen: Der erste Eindruck zählt. Demnach könnte mein neuer Brooks zu einem guten Freund werden. In Schwarz, Dunkelblau und Grasgrün gehalten, macht er einen edlen und hochwertigen Eindruck. Schon die erste Anprobe vermittelt – Überraschung – ein Sofagefühl. Der Innenschuh schließt sich angenehm und nicht zu hart um den gesamten Fuß. Breite Füße könnten ein wenig Platzangst bekommen. Bei mir passt es, was sich auch bei den ersten Schritten und Kilometern und nach zwei Stunden nicht ändert.

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Aber bevor der Testspaß los geht, ein Blick auf die Sohle. Die verspricht Spaß im Gelände und macht wegen des nicht zu groben Profils Hoffnung darauf, dass der Gripp auch auf befestigten Wegen und Straßen nicht verloren geht. Der leicht verlängerte Aufprallbereich unter der Ferse fällt nicht so sehr auf wie zum Beispiel beim Adidas Riot. Er soll vor allem bergab für weniger Ausrutscher und eine gute Abrollbewegung sorgen. Auffällig in dem weiß abgesetzten Mittelfußteil in der Sohle ist neben der grau abgesetzten Pronationsstütze ein grüner Punkt unter der Ferse, der beim Fingerdrucktest ziemlich leicht nachgibt. „DNA“ ist darauf geprägt. Ist das nicht der Begriff für die spiralförmigen Chromosomenfäden von Lebewesen?

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Tatsächlich, die Spezialisten von Brooks werben damit, sie hätten es geschafft, die Läufer-DNA zu entschlüsseln und diese Erkenntnisse in ein Dämpfungssystem zu packen, das sich individuell den Bedürfnissen aller Läufer anpasst: gleich gute Dämpfungswerte für leicht und schwere, für langsame und schnelle Läufer. Ob das wirklich funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Denn ich habe es versäumt, mir zum Vergleich 30 Kilogramm zusätzliches Gewicht umzubinden. Mir als Leichtgewicht tun die DNA-Pads allerdings gut. Gerade im Gelände dürfen Schuhe nicht zu weich sein. Zu hart reduziert aber auch den Spaß, vor allem wenn die Runde mal wieder etwas länger wird.

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MoGo nennt Brooks zudem das, was bei Adidas Boost heißt, ein weiteres wichtiges Element der Zwischensohle, das bei unterschiedlichen Temperaturen gleich gut dämpfen soll: Polymerstrukturen, die an Styroporkügelchen erinnern. Anders als bei Adidas lassen sich diese Strukturen allerdings erst bei genauem Hinsehen erkennen.

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Und wie ist der Schuh in der Praxis? Egal ob beim lockeren Trainingslauf, beim Geländehalbmarathon oder beim Wettlauf über gemischte und unterschiedlich profilierte Streckenpassagen: Der Brooks Adrenaline ASR 11 GTX bleibt mein Freund. Ausrutscher bleiben die Ausnahme. Auf Wald- und Wiesenwegen und Trails macht dieser Schuh tatsächlich so viel Spaß, dass Adrenalin in die Blutbahn schießt. Er bietet viel Trittsicherheit auch im Matsch, bergauf und bergab, ist sehr bequem und zudem dank GoreTex wasserdicht. Ein Staufach – sehr praktisch bei Asics – für die gut greifenden Schnürsenkel fehlt zwar, aber mit einer Doppelschleife kann nichts passieren. Lediglich auf nassen Asphalt mit vielen Blättern ist etwas Vorsicht geboten.

Das mit 330 Gramm nicht gerade geringe Gewicht stört mich persönlich übrigens nicht. Für einen gestützten GoreTex-Trailschuh ist das auch nicht sonderlich viel. In der Damenvariante sind es sogar weniger als 300 Gramm. Die Sprengung liegt bei zwölf Millimetern.

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Fazit: Wer einen guten Schuh für den Herbst und Winter sucht, trifft mit dem Adrenalin ASR eine gute und hochwertige Wahl, sofern er nicht nur auf Asphalt ausgeführt wird. Dann wäre die Straßenschuhversion besser. Denn der ASR spielt seine Stärken auf Trails und unbefestigten Wegen aus. In meinem Schuhregal wird er sich gegen den Asics Trabuco und den Adidas Riot 5 durchsetzen müssen. Die Chancen dafür sind groß.

Vielen Dank an Keller Sports für das Testmaterial

 

Matsch und mehr

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Der Spätsommer ist Geschichte. Herbstzeit ist Matschzeit. Da jubelt das Kind im Läufer.
Wenn auf den Trails die Pfützen erst einmal so groß sind, dass man ihnen nicht mehr ausweichen kann, dann macht es tierischen Spaß, den direkten Weg hindurchzunehmen. Und wenn der Matsch so tief ist, dass sich ein Verspritzen desselben laufend nicht mehr verhindern lässt, dann ist jeder Spritzer auf der Wade so etwas wie die Belohnung für ein kleines Naturabenteuer.
Gut also, wenn ein Paar wasserundurchlässige Schuhe im Regal steht, um ab sofort wieder häufiger ausgeführt zu werden. Zum Beispiel beim Auftakt der familiären Eifelläufe  am Samstag in Ernzen oder acht Tage später beim Wurzelweglauf in Konz.
Nicht benötigt werden Trailschuhe dann am 8. November beim Deuluxlauf in Langsur, für den der Trierische Volksfreund wieder fünf Freistarts verlost. Viel Spaß und Erfolg!
Ich persönlich werde am Samstagmorgen in kleiner Runde mit einer nicht zu langen Runde den Einstieg in zwei Wochen Auszeit vom Job zelebrieren. Durchschnaufen und Akku aufladen. So lautet die Devise.