Traumschleife

Wer zwei Jungs im schwierigsten Selbstfindungsalter hat, darf am Vatertag nicht erwarten, dass eine Wanderung am Morgen auf Begeisterung stößt.

DSC00996

Deshalb war es auch keine Überraschung, dass auf der Galgenkopftour nur ein Mann unterwegs war, in bester weiblicher Begleitung natürlich.

DSC00997

Diese Traumschleife war im vergangenen Jahr schon einmal Herausforderung mit meinen Kumpels vom Samstagslauftreff. Ein wirklich anspruchsvolles Profil, dass auch im Wanderschritt warm hält.

DSC00999

Aber bei einem so tollen Wetter wie an diesem Tag ist eh jeder Schritt in der aufblühenden Natur ein Genuss.

DSC01000

Im Wald leuchtet das Grün in frischen Schattierungen. Die Buchen sammeln schon reichlich Energie, während die Eichen noch im Aufbruch begriffen sind.

DSC01002

Die Wiesen sind so intensiv Grün wie das Sommergetreide auf dem Feld.

DSC01007

Der Raps blüht und verströmt einen intensiven Duft.

DSC01008

Von dem kann man(n) gar nicht genug bekommen, zumal der doch noch ziemlich kühle Wind, der über die Höhen pfeift, ihn auch dorthin trägt, wo von den prächtig gelben Feldern gar nichts zu sehen ist.

DSC01010

Den Hut aus Kanguruleder habe ich schon einige Mal ausgeführt, Ein guter Sonnenschutz, der auch bei Regen die Nässe von der Brille den hält.

DSC01012

Die Traumschleife bietet immer wieder weite Blicke über die Höhenstadtteile Triers und über das Moseltal hinweg bis in die Eifel.

DSC01013

Aber natürlich blühen auch die Kirschbäume noch wunderbar, während die Apfelbäume nach den kühlen Tagen noch ein wenig Zurückhaltung zeigen. Zumindest auf der Höhe.

DSC01017

So ein frisches Ahornblatt taugt auch als Landeplatz für Insekten. Wieder ein Grünton zum Verlieben.

DSC01018

Und sogar die Plastikrosen am Wegkreuz wirken so, als wären sie frisch geschnitten worden. Der Himmel ist in der Mittagsstunde wirklich blau.

DSC01019

Aber natürlich ist es wie fast immer. Wer sich angeregt unterhält verliert auch mal die Markierung aus dem Auge. Und so müssen wir ein wenig improvisieren. Aber das ist auf dem Schellberg kein Problem, denn hier war ich schon zig Mal laufend unterwegs.

DSC01022

Weil wir schon 2,5 Stunden unterwegs sind ersparen wir uns also die Schleife zur keltischen Fliehburg über dem Ruwertal und nehmen den direkteren Weg, der nun der ersten Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs entspricht.

DSC01027

Ein Stärkung im Angesicht der Rinder oberhalb von Trier-Filsch. Dann geht es weiter hinunter nach Alt-Tarforst und weiter in Richtung alte Eiche.

DSC01031

Leider ist von dem von mir so geliebten Wiesenpfad am Rande der Tapferster Höhe nicht mehr viel zu entdecken. Hier wurde Kanalisation für die Entwässerung des Neubaugebiets verlegt. Es wird wohl einige Jahre dauern, bis die planierte Autobahn wieder etwas grüner ist.

DSC01030

Aber die Natur wird sich den Weg sicher zurückerobern, der zu diesem mächtigen Baum führt, der immer wieder ein Erlebnis ist. Mehr als 400 Jahre alt ist die Eiche, die leider von Fichten umrahmt wird, was dem Solitärbaum leider aus der Ferne etwas die Wirkung nimmt.

DSC01034

Die Rinde gleicht aus der Nähe einem wehrhaften Panzer. Möge er das Prachtstück von Baum noch lange schützen.

DSC01036

Und dann geht auch diese schöne Wanderung ihrem Ende entgegen. Noch ein Schattengruß von dem Brückchen nach Irsch. Es waren wohl 10 bis 12 Kilometer, die wir genossen haben. Die komplette Traumschleife summiert 15 Kilometer. Aber die werde ich hoffentlich in nicht zu ferner Zeit dann wieder laufend.

P.S.: Der sonnige Nachmittag auf der Terrasse brachte dann doch noch familiäre Vaterfreuden mit den Söhnen. Ich wäre mit 15 oder 17 auch nicht mit meinem Vater gewandert …