Biester!

Leider keine guten Nachrichten von meiner persönlichen Verletzungsfront. Der erneute Laufversuch am Mittwoch war ernüchternd, um es sachlich zu beschreiben. Ich werde jetzt tatsächlich konsequent drei Wochen nicht laufen und hoffen, dass sich die Leiste in dieser Zeit beruhigt hat.

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Meine Zeitungsleser habe ich mit dem Thema heute übrigens auch genervt …

Biester!

Auf einer meiner Lieblingslaufstrecken im Trierer Tiergartental gibt es zwei steile Anstiege. Eine der beiden Rampen habe ich auf den Namen Kleines Biest getauft. Ziel war es damals, den Anstieg ohne Verschnaufpause zu bewältigen. Zumindest bei vielen meiner Lauffreunde ist der Name für das Kleine Biest inzwischen ebenso etabliert wie der für den wirklich steilen Berg der Runde.

Das Große Biest im Laufschritt zu erklimmen bleibt eine echte Herausforderung, zumal der Zugang durch Zaundraht versperrt ist. Vor allem den Mountainbikern, die zu leichtsinnig das Biest hinunterrauschten, ohne sich um den Verkehr auf der Straße im Tal zu kümmern, verwehrt der Eigentümer damit ihre kamikazegleichen Abfahrten. Sie müssen nun, ebenso wie die Läufer, ihre tierischen Herausforderungen an anderer Stelle suchen.

Gemeine Biester gibt es tatsächlich genug. Jetzt, am Ende des Winters, ist es für viele der Innere Schweinehund, in der Szene gerne mit ISH abgekürzt, der zu schaffen macht. Manchmal sitzt das Biest aber nicht im Kopf, sondern schmerzt in der Mitte des Körpers oder an der nach dem unglücklichen Achilles benannten Sehne. Diese schmerzhaften Monster lassen sich in der Regel mit Geduld und gezielten Übungen besiegen. Manchmal – das sind die fiesesten – hilft nur Zurückhaltung und Ruhe.

Nun ja, auch mein laufsüchtiger Luxuskörper macht Zwangspause. Er wird diese Zeit überstehen und hoffentlich nur in kleinen Häppchen von der in den vergangenen Monaten hart erkämpften Fitness zehren. Danach aber mögen sie kommen, die kleinen und großen Biester. Sollen sie mir nur wieder den Weg versperren. Sie werden mir Spaß machen.

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Noch 94 Tage, dann ist schon wieder Stadtlauftag in Trier. Wem das kurz vorkommt, der hat die Alternative, in Stunden zu rechnen. 2256 sind es, sofern Sie diese Zeilen heute genau um 9 Uhr lesen. Denn das wird auch die Startzeit für den Hauptlauf über 10  Kilometer sein.

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Nur noch 21 Tage, dann startet die neue Auflage von „Der TV bewegt“, bei der wieder 60 Frauen und Männer danach streben, ihr persönliches Laufziel zu erreichen. Sie haben dann ab dem Start am 14. April um 19,30 Uhr genau 6269400 Sekunden, um sich vorzubereiten, also 104490 Minuten, was 1741 Stunden oder 72,5 Tagen entspricht.

Ob nun 21, 10 oder knapp 5 Kilometer am Ende die Strecke sein wird, die angestrebt wird, ist egal. Alle werden ihr persönliches Ziel erreichen, sofern es realistisch gesetzt ist und auch an den Tagen zwischen den 11 gemeinsamen Trainingsabenden der individuell Trainingsplan befolgt wird.

3 professionelle Coaches werden in ebenso vielen Leistungsgruppen für die optimal Vorbereitung ihren guten Ruf verbürgen. Lediglich für die Halbmarathongruppe gibt es im Vorfeld eine Hürde zu überwinden. Denn wer sich dafür bewirbt, muss aktuell die Zahl 3600 unterbieten, also weniger als 60 Minuten für 10 Kilometer benötigen.

Alles kein Problem? Dann besteht noch die Chance, Mitglied im exklusiven TV-bewegt-Team zu werden. Bewerbungen sind noch in den kommenden 8 Tagen möglich. Wer gewinnt, bekommt noch 1 Laufhirt und den Freistart beim Stadtlauf dazu, und jede Menge Spaß. Ich freue mich auf alle Teilnehmer!

Das Bewerbungsformular ist im Internet zu erreichen unter www.volksfreund.de/laufen

Es wird bunt

Danke an Anne, für die Inspiration zur neuen Laufkolumne.

Es wird bunt

Der Februar ist ein Monat der Hoffnung. Zumal er kürzer ist als alle anderen, scheint der Frühling endlich in greifbare Nähe zu rücken. Daran ändern auch Schaltjahre wie dieses nichts. Der Januar unendlich lang und dunkel. Jeder Sonnenstrahl, der die Welt aus dem Einheitsgrau befreit, ist kostbar. Die Sehnsucht nach Farben wächst.
Das haben auch die Sportartikelhersteller erkannt: Bei der Laufbekleidung kann es gar nicht bunt genug zugehen. Grelle Jacken, Tigerhosen, Pop-Art-Halstücher. Sogar die Displays vieler Laufuhren strahlen neuerdings in Rot, Grün und Gelb. Und die Schuhe?
Wer auch an trüben Tagen ein farbiges Spektakel erleben will, muss Läufern auf die Füße schauen, die unverdrossen auch im Winter ihre Runden drehen. Einheitsgrau und zurückhaltende Monochromie war gestern. Laufschuhe präsentieren sich bunt wie eine Blumenwiese im Frühling – wenn sie nicht von Schlamm ummantelt sind, wie das am Samstag nach dem Zitronenkrämerlauf in Bekond und dem Eifellauf in Irrel der Fall war. Dort boten die vor der Umkleide abgestellten Schuhe ein interessantes und sehr abwechslungsreiches Bild: erdig und dennoch farbenfroh.
Der Februar geht mit raschen Schritten seinem Ende entgegen. Die Tage werden länger. Bald ist die Welt wieder hell und bunt, nicht nur an den Füßen von Läuferinnen und Läufern.

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Die weibliche Seite …

Nach dem Frühstück muss ich noch mal kurz zum Nachzählen in den Keller. Da haben doch gerade die Moderatoren meines Lieblingsradiosenders darüber sinniert, über wie viele Schuhe Männer und Frauen durchschnittlich und im Speziellen verfügen. 18 Paar sollen es nach der Umfrage eines Kölner Meinungsinstituts pro Frau sein, während der Durchschnittsmann mit acht Paar Tretern auskommt.

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Darüber kann ich nur lachen. Um es genau zu wissen, muss ich aber doch in den Keller, zum Regal, in dem meine Laufschuhe auf ihren nächsten Einsatz warten … 14, 15, 16 … Der Laufsport weckt offenbar die weibliche Seite beim Mann.
Da ist es schade, dass man(n) sich nicht teilen kann. Dann würden am Wochenende problemlos gleich drei Paar zum Einsatz kommen: jeweils ein Paar Trailschuhe am Samstag beim Zitronenkrämerlauf in Bekond und beim Eifellauf in Irrel. Beide beginnen um 14.30 Uhr. Am Sonntag könnten dann um 10 Uhr in Schweich ein Paar leichte Straßenschuhe ein wenig Tempo machen. Der Test für den Fährturmlauf führt schließlich über befestigte Wege, sofern Regen und Hochwasser keine Seenlandschaft daraus machen.

Drei Läufe an einem Wochenende! Die Saison nimmt Fahrt auf. Zu viele Schuhe kann es dafür gar nicht geben.

Närrisch

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Wer bei Regen und Wind durch die Stadt läuft, kann durch die Fensterscheiben der an roten Ampeln oder im Stau stehenden Autos immer wieder den ungläubigen Blicken der Menschen am Lenkrad begegnen. In manchen Mienen lässt sich so etwas wie Hochachtung, vielleicht sogar Bewunderung erkennen für den pitschnassen, aber unverzagten Kämpfer gegen die Naturgewalten. Bei den meisten fehlt allerdings nur noch der tippende Finger gegen die Stirn, um wirklich unmissverständlich klarzustellen, was sie von dem Verrückten halten, der da durch den Regen pflügt.
Närrische Läufer haben zwar das ganze Jahr über Saison. In den nächsten Tagen ist eine solch vermeintlich verrückte Aktivität aber ausdrücklich erlaubt. Dazu benötigen Läufer nicht einmal eine Verkleidung.
Wer das aber nicht lassen kann, ist besonders beim Fastnachtslauf in Wasserliesch gut aufgehoben. Da werden auch wieder Clowns, Cowboys und Gaukler auf und an der Strecke sein.
Ich wette, manche von ihnen werden auch den Narrhallamarsch auf ihrem MP3-Spieler gespeichert haben.
Der Spaß beginnt am 6. Februar um 13.45 Uhr. Und das Wetter? Na ja, es könnte tatsächlich etwas für ganz närrische Läufer werden!

Es lebe der Zentralfriedhof!

Gelaufen bin ich seit Montag nicht. Irgendwie den Magen etwas verdorben. Aber zum Schreiben einer Laufkolumen hat es gerade noch gereicht. Da hallt das Abenteuer vom Wochenende doch ein wenig nach.

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Schlechte Kür

Das war ja mal wieder eine Schnapsidee. Darüber zu schreiben, wie schön das Laufen über gefrorenen Boden ist … Für sich genommen gar nicht so schlimm, aber ich hätte nicht vermutet, dass mein Ruf „Heiß auf Eis“ von der höheren Macht, die für das Wetter verantwortlich sein soll, so schnell erhört wird. Angesichts des Eisregens in der Nacht zum Samstag vermute ich ein großes Missverständnis.
Die wirkliche Schnapsidee war natürlich, am Morgen trotz aller Vorwarnungen die Laufschuhe für eine Runde durch den Wald zu schnüren. Dort würde es schon nicht so schlimm sein … Wäre es auch nicht, hätte ich diese teuren Schuhe mit Stahlspikes. Den Leichtsinn unserer Unternehmung haben ich und meine Mitläufer aber erst realisiert, als wir schon zu weit waren, um auf kurzem Weg umzukehren. Die Haltungsnoten auf den eisgepanzerten Waldwegen? Gnadenlos schlecht! Die Gesamtnote mit jeder Menge Stürze verpatzt. Aber blaue Flecken zählen nicht …
Der Eisspuk ist vorbei, die Schmerzen lassen nach, der Ruhm bleibt. Frühlingshafte Temperaturen garantieren sicheres Auftreten. Gestern habe ich mich dabei ertappt, wie ich ein Liedchen vor mich hinsummte. Es war uns am Samstag leicht und laut über die Lippen gekommen: Es lebe der Zentralfriedhof!