Noch ein Stück Auvergne

IMG_8863

Nachdem ich heute ein schon länger vereinbartes Date mit meiner Hautärztin hatte, hat sich das mit neuen Lauffotos erledigt. Nur so viel: es war ein einschneidendes Erlebnis. Aber zum Glück verfüge ich ja noch über einen Fundus von schönen Impressionen aus der Auvergne.

DSC09594

Da war zum Beispiel eine wunderbare Wanderung mit meinen Jungs zu, auf und in den grünen Vulkanen, bei denen ich immer an das Volvic-Mineralwasser denken muss. Denn vor vermutlich mehr als 20 Jahren ließen die Werbemacher kleine Kinder als Feen in einem der Krater herumhüpfen.

DSC09639

Gehüpft bin ich nicht. Und Flügel hatten wir auch keine. Das hätte manchen Anstieg viel leichter gemacht, was ich gar nicht gewollt hätte, bei meinen Jungs aber durchaus Entzücken erzeugt hätte. Wobei, über Landschaft zu fliegen, muss grandios sein. Aber auch so sind die Eindrücke sehr schön. Seht selbst:

Übrigens wäre dieser Teil der Auvergne ein Paradies für Läufer, wenn denn welche dort unterwegs wären.

Drei Tage und eine Uhr

So wirklich abstinent kann ich in diesem Urlaub in meinem Blog nicht sein. Von Köln hatte ich ja schon berichtet. Aber es tummeln sich noch viel mehr Motive auf meinem fotografierenden Notizblock. Und auch von meinem neuen Handgelenksporsche muss ich noch berichten.

DSC03217

Ich gehöre nun also auch zu den Suunto-Jüngern. Und weil die geborgte Suunto 2 einen Akku hatte, der nicht für einen kompletten Tag auf dem Moselsteig auszuhalten, mussten es noch mal 100 Euro mehr sein. Jetzt nennt sich eine Suunto Ambit 3 Peak mein Eigen. Und nachdem ich mich in die natürlich nur im Netzabrufbare Bedienungsanleitung vertieft habe, komme ich mit zumindest mit den grundlegenden Features dieses Edel-Sportchronografen zurecht. Wirklich praktisch, das ist schon nach zwei Testläufen klar, ist die Bluetooth-Funktion, die mit dem Smartphone Verbindung aufnimmt und auch die Streckendaten überträgt. Die 100 000 Möglichkeiten, das Display einzustellen, ist auch über das iPhone möglich. Sehr praktisch.

DSC03226

Aber ich will nicht nur von der Uhr schreiben. Es gibt schließlich noch einige Fotos …

DSC03231

Zum Beispiel die vom Bostalsee im Saarland, wo unser Großer zu zwei Tagen im neuen Center Park eingeladen war. Ein riesiges Feriendomizil. Niederländisch ist hier eine der Hauptsprachen …

DSC03239

Ein gemeinsamer Lauf mit meinem Schatz über den Petrisberg lud ebenfalls zum Fotografieren ein. Immerhin hat sie nach längerer Laufpause inzwischen schon wieder die 10 Kilometer geschafft, ohne die Fassung zu verlieren. Sie läuft sogar gerne mit mir, sagt sie. 🙂 Ich kann auch in ruhigem Tempo!

DSC03248

Die letzten Trauben hängen noch, dürften inzwischen aber geerntet sein, auch wenn die nicht mehr so appetitlich aussehen. DSC03252

DSC03254

DSC03240

Und auf Franzens Knüppchen lassen sich auch spaßige Fotos schießen …

DSC03265

Mal noch schnell nach dem japanischen Garten geschaut, der vor allem eines guten Augenmaßes bedarf. Und dann runter vom Berg.

DSC03278 DSC03281

Heute dann nach Aufräumarbeiten im Garten ein schöner Spätsommerspaziergang zum Beginn des Novembers.

DSC03286 DSC03287

Die Fliehburg-Runde unseres Freundschaftslaufes lässt sich in 90 Minuten auch sehr schön wandernd genießen.

DSC03296

DSC03301

Traumhaftes Licht der tief stehenden Sonne. Da bietet es sich an, mal wieder mit den Features der Kamera zu spielen.

DSC03313

„HDR-Gemälde“ nennt sich die Funktion, die solche Aufnahmen zaubert. Für alle, die knallige Farben mögen.

DSC03315

 

Eine Empfehlung in Bildern: Butzerbachtal

Bevor es gleich los geht mit dem Panoramalauf des SV Olewig will ich noch einige schöne Fotos einstellen von einer schönen Regenerationswanderung im Butzerbachtal bei Kordel. Immer wieder ist es ein Genuss, dort unterwegs zu sein. Flo Neuschwander läuft dort auch ab und an. Aber mit Anlauf aus Olewig ist es doch ein wenig weit dorthin.

Wida dahoam!

So schnell vergeht eine Woche! Der Nussbaum im Garten hat ganz schön Blätter gelassen. Herbstzeit! Auch in den Lenker Alpen, wo die Kühe mittlerweile aus der Höhe in die erste Etage umgezogen sind. Die Sommerweiden dürfen nun noch einmal bis zur letzten Heuernte ruhen. Und dann wird der erste Schnee die schöne Bergwelt in eine weiße Wunderwelt verwandeln.

Fast surreal: die Engstligenalp

Glück hatten wir mit dem Wetter, das sich nur an zwei Tagen von der nicht so sonnigen Seite zeigte. Dass sich der Wetterumschwung zur neuen Woche mir starkem Wind ankündigte, hat mir allerdings leider eine kleine Erkältung beschert. Der Hals kratzt, und irgendwie wird mir heute nicht richtig warm. Der eigentlich geplante Montagslauf mit dem Lauftreff fällt also aus. Vielleicht klappt es ja am Mittwoch.

Ich darf diese Woche noch Zuhause bleiben. Herbstferien in Rheinland-Pfalz. Der Garten freut sich auf die Endvegetationsbehandlung. Und es gibt auch noch allerlei Schriftkram, der zu erledigen ist.

Kurzer Lauf im Färmeltal

Neben Wanderungen, Schwimmbad und Klettersteig hat es in der vergangenen Woche Aktivurlaub immerhin noch zu zwei Alpinläufen gereicht. In den Bergen ist jeder Lauf ein besonderes Erlebnis, der nicht im Tal bleibt. Prädikat: Unbedingt empfehlenswert!

Leider konnte ich nur den kurzen der beiden Läufe aufzeichnen. Wer sich also einen Eindruck vom Färmeltal machen will:

Färmeltallauf

 

Wunder des Südens – Côte d’Azur und Languedoc

Drei Wochen mit dem Zelt im Süden Frankreichs … Da lässt sich viel berichten. Wo also die Schwerpunkte setzen? Einen Versuch ist es wert. Und zumindest eine Auswahl von Fotos soll vermitteln, wie lohnenswert ein Besuch bei den Nachbarn ist. Zumal sich die Einstellung zu den Gästen aus Deutschland sich in den vergangenen 25 Jahren extrem zum Positiven geändert hat. Auch in Südfrankreich – und dort nicht nur an der traumhaft schönen, aber sehr teuren Côte d’Azur – wurde der Wert des Tourismus erkannt.

So wird dort inzwischen fast überall auch Englisch gesprochen. Ressentiments gegen Deutsche sind mir nicht begegnet. Auch die Infrastruktur wurde deutlich verbessert. Selbst kleine Straßen verfügen nun über einen guten Belag. Wanderwege sind ausgezeichnet und regelmäßig mit Hinweisschildern versehen, die auch Entfernungen angeben. Da verirren sich auch Läufer nicht mehr. Und auf den Märkten trifft man immer wieder Menschen aus dem Norden, die ihren Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren nach Südfrankreich verlegt haben. Alle schwärmen davon, sie würden nie wieder in die Kälte zurückkehren. Angesichts des Wetters, das in den vergangenen drei Wochen in deutschen Landen an der guten Laune zehrte, ist das zumindest nachvollziehbar.

Aber nun zu den konkreten Ereignissen und Naturwundern, die meine Familie und mich in drei Wochen so fasziniert haben.

Bei strömendem Regen, der erst kurz vor Marseille aufhörte, geht es von Trier nach Hyères, einem Städtchen am westlichen Ende der Côte d’Azur, das durch seine Palmenzucht bekannt ist. Der Stadt vorgelagert sind die Îles de Poquerolles, die gleichnamige Hauptinsel ist der Ort, an den der Postbeamte im Film „Willkommen bei den Sch’tis“ unbedingt versetzt werden wollte, allerdings wegen seines komischen Dilletantismus ganz im Norden der Republik landete.

Der wichtigste Fährhafen nach Poquerolles liegt auf der Presqu’ile de Giens. Und genau dort – 200 Meter vom Hafen entfernt – haben wir in der ersten Woche unser Zelt aufgeschlagen.Vor – oh Schreck – 27 Jahren war dieser Zeltplatz meine erste Begegnung mit Frankreich. Er liegt noch immer sehr schön, bietet allerdings natürlich viel mehr Komfort als damals.

Gleich nebenan ist eine Taucherbasis, denn die steinige Küste ist ein Paradies für Schnorchler und ihre mit Sauerstoffflasche versehenen Kollegen. Winzige Strände unterbrechen immer wieder die schroffen und scharfkantigen Felsklippen. Das Schiefergestein schimmert in der Abendsonne golden, weshalb die Poquerolles auch Îles d’Or genannt werden. Ein Traum!

Ein Muss ist bei einem Aufenthalt auf der „Fastinsel“ von Giens der „Sentier littoral“. Der Fußpfad am Rande der vom Meer umspülten Küste ist zwar sehr anstrengend zu gehen – ich bin ihn im vergangenen Jahr auch schon einmal gelaufen. Seine Einsamkeit und die Ausblicke machen ihn allerdings zu einem besonderen Erlebnis.

Läuferisch beschränke ich mich in diesem Jahr auf den deutich kürzeren östlichen Teil des Weges. Dafür nehme ich nun die beiden schmalen Landzungen unter die Laufschuhe, die Insel und Festland verbinden. Dazwischen befinden sich flache Becken, in denen Salz gewonnen wird.

Von näheren Details zu den heißen Rennen mit meinen Jungs auf der nahen Kartbahn sehe ich hier ab. Jedenfalls ist auch in Hyères reichlich für Bespaßung gesorgt: Klettergärten, Freizeitparks, Reitschulen, etc. Weniger Spaß macht allerdings der Autoverkehr im nahen Toulon. Der Markt dort ist einen Besuch wert. Wer allerdings eine Dachbox auf dem Auto hat und deshalb nicht in die Parkhäuser kommt, muss auf der Suche nach einem Parkplatz gute Nerven haben…

Nach einer Woche mit viel Sonne, einigen windigen Tagen, vielen Unternehmungen, Wanderungen, einem Lauf, Strandstunden und einer neuen freundschaftlichen Verbindung nach Berlin geht es ein Stück zurück in Richtung Norden und dann nach Westen ins Languedoc. Das malerische Städtchen Anduze trägt den Beinamen „Porte des Cevennes“ – treffend, denn an dieser Stelle verändert sich die Landschaft dramatisch. Die fruchtbare Ebene – Weinbau ist hier ein großes Thema – wird abgelöst von bewaldeten Hügeln, deren höchster mit 1565 Metern der Mont Aigoual ist.

Dieses Land atmet Geschichte. Es war während der Glaubenskriege das Rückzugsgebiet der Hugenotten, der französischen Protestanten, die sich hier im 16. und 17. Jahrhundert gegen die Verfolgung durch die katholischen Könige wehrten. Wie gut es sich hier verstecken lässt, wird schnell klar.

Eine der spektakulärsten Verstecke war sicher eine große Höhle in den Felsen oberhalb des Cirque de Navacelles. Der Anblick dieses riesigen, einem Stadion gleichenden, 400 Meter tiefen Talkessels macht sprachlos. Das Flüsschen Vis hat ihn in das Kalkgestein gefräst, bevor es sich einen anderen Weg suchte.Der im Örtchen Navacelles sprudelnde Wasserfall ist ein traumhafter Platz für ein ausgedehntes Picknick, auch wenn das Wasser mit gerade mal 13 Grad zu kalt für ein ausgiebiges Bad ist.

Anders ist das bei der Cascade de Sautadet, einen Steinwurf entfernt von dem Örtchen La Roque-sur-Cèze. Hier werden auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz an der alten Brücke zwar Flyer verteilt, auf denen ausdrücklich das Badeverbot und die Gefahren vermerkt sind, die  Wasserlöcher, -fälle, -rutschen und Felsen bergen. Die Prozession der mit Badesachen bepackten Ausflügler in Richtung Cascade lässt allerdings keinen Zweifel, dass diese Warnung ignoriert sein will.

Und tatsächich ist kein Felsen zu hoch, um nicht als Startplatz für spektakuläre Sprünge in das klare Wasser der Cèze zu dienen. An den Wasserfällen und Strudellöchern ist allerdings tatsächlich Vorsicht geboten. Wie stand es doch in dem Flyer? Fast 30 Tote habe es in den vergangenen 20 Jahren dort gegeben. Aua!

Kanufahrer müssen hier in jedem Fall ihre Boote einige Hundert Meter weit tragen. Wobei wir bei einem anderen Thema wären. Denn auch auf dem Wasser lässt sich die späktakuläre Landschaft der Cevennen genießen. Die bekanntesten Flüsse sind sicher Tarn und Gardon. Wir probieren es mit dem Hérault, der ebenfalls eine idyllische Schlucht in die Landschaft gefräßt hat. Da es in der Woche davor an zwei Tagen geregnet hat, so wird uns gesagt, ist der Wasserstand so gut, dass die komplette für Paddler freigegebene Strecke befahren werden kann. Unkaputtbare Kanus und Kajaks sorgen dafür, dass mancher Kontakt mit Kies und Felsen ohne Folgen bleibt.

Allerdings wird dieses Abenteuer etwas getrübt, als meine Kamera baden geht … Nach drei Trockentagen funktioniert sie wieder – leidlich, mit einigen Tücken. Aber zumindest sind alle Fotos noch da. Und da macht es dann auch schon fast nichts mehr aus, als das gute Stück auch noch bei anderer Gelegenheit aus freiem Fall die Härte der Felsen im Naturbad unseres Campingplatzes in Anduze testet …

Auch dieser Felsverhau mit Schwimmmöglichkeit ist immer wieder eine Reise wert. Wenn dann über die 300 Meter entfernte Brücke das Museumsbähnchen dampft und stampft, ist die Idylle perfekt.

Die Bahn hält auch an der Bambouseraie de Prafarance, einem 35 Hektar großen Park mit tropischem Bambuswald, Riesenbäumen und Chinesischem Garten der Extraklasse. Der bis zu 20 Meter Hohe Bambus, der in diesem klimatisch besonders begünstigten Gebiet wächst, ist  beeindruckend. Nahezu 200 verschiedene Arten soll es in dem Gelände geben. Unbedingt sehenswert!

Auf meinen vier Lauftouren rund um Anduze kann ich auch sehen, dass der Riesenbambus nicht nur in dem Park wächst. Die Luft am Tor der Cevennen ist geschwängert vom Duft des wilden Thymians, der sich mit den Gerüchen der anderen Pflanzen zu einer ganz besonderen Mischung vereint. Das Zirpen der Zikaden gehört zum Süden Frankreichs wie der Rotwein. Wobei auch Rosé und Weißweine aus dem Languedoc nicht zu verachten sind.

Unvermeidlich bei Lauftouren sind immer wieder sehr schwierige Geröllstrecken, die hohe Konzentration erfordern. Der eine Sturz endet zu Glück sehr glimpflich. Ebenso unvermeidlich sind Abschnitte, die auf reichlich befahrenen Landesstraßen gelaufen (oder gewandert) werden  müssen. Dennoch war jeder Lauf ein Erlebnis – und dank Trinkrucksack und topografischer Karte verdurste ich nicht und vermeide es, mich zu verlaufen.

Lang ist er nun geworden, dieser Bericht. Und noch so viel wäre zu schreiben. Von den Nachtmärkten in Anduze, vom großen Feuerwerk zum Nationalfeiertag, vom Abendspaziergang mit Piquenique über den Dächern der Stadt, von herrlichem Baguette, Käse, Oliven und den daraus gewonnenen aromatischen Tapinades, von Schlangen im Fluss, Koikarpfen, Riesenforellen, unvergleichlich leckeren Tomaten, die vom Aussehen dem Herzen eines Ochsen ähneln und deshalb auch so heißen. Und von leckeren Hähnchen vom Spieß „avec beaucoup de sauce“. Die Blütenpracht am Meer und in den Bergen wäre eh einen eigenen Bericht wert …

Aber ich will es zunächst dabei belassen und hoffe, nicht zu sehr gelangweilt zu haben. Aber die Wunder des Südens lassen mich einfach ins Schwärmen kommen. Dass es auf dem Rückweg ab Lyon in Richtung Norden wieder geregnet hat, nach drei Wochen Sonnenschein, soll nur am Rande erwähnt werden 😉