Das war’s

Eine intensive und arbeitsreiche Woche. Da blieb keine Zeit fürs Bloggen. Ein wenig scheinen sich die Prioritäten verschoben zu haben. Denn wichtiger ist mir derzeit, zumindest etwas Puffer einzuplanen, um nicht den ganzen Tag auf vollen Touren zu drehen. Dazu gehört auch Autogenes Training, das ich seit sechs Wochen fast täglich übe.

dsc02418

Beim Rückblick auf die vergangenen Tage bleibt aber der Gedanke an wunderbare Herbstbilder. Einige davon will ich auch in meinem virtuellen Tagebuch festhalten und meine Leser teilhaben lassen.

dsc02419

Wer häufiger bei Anne zu Besuch ist, hat zumindest von unserem gemeinsamen Spaziergang auf dem Felsenpfad schon ähnliche Fotos gesehen.

dsc02421

Dieser Weg ist einer der schönsten in Trier. Aber wenn sich im Herbst der Wald bunt einkleidet, der Himmel blau ist und alles von einer tief stehenden Sonne beleuchtet wird, dann ist der Blick von dort einfach nur atemberaubend.

dsc02424

Es passte zur guten Laune, dass uns mein bester Laufkumpel Christoph dort einholte. In einigen Wochen werde ich hoffentlich wieder so fit und beschwerdefrei sein, um die regelmäßigen gemeinsamen Touren genießen zu können.

dsc02429

Aber noch müssen acht Kilometer genügen. Leiste und Adduktoren geben zwar Ruhe. Im seitlichen Bauchbereich  rumort es aber noch. Dort sind bei der Blinddarmoperation großflächig Verwachsungen des Dünndarms gelöst worden. Das erklärt die Empfindsamkeit, besonders wenn es bergab geht.

dsc02433

Das ist auch der Grund warum ich der Versuchung widerstehe, heute beim Wurzelweglauf in Konz zu starten.

dsc02449

Das Tiergartental ist mein derzeitiges Laufrevier. Ich schaffe schon die große Runde. Einmal sogar gemeinsam mit Anne. Da merke ich, wie gut ein Lauf in Begleitung tut.

dsc02460

Immer der einsame Wolf, das ist auch nicht gut.

dsc02469

Das war’s aber leider vorerst mit der Sonne. Nun ist erstmal Novembergrau angesagt. Aber auch gedämpfte Farben haben ihre Reize.

Neustart

Heute soll es also wieder losgehen. Mensch, hatte ich davor einen Bammel. Sogar noch heute früh ist mein Radar nach innen gerichtet, in Richtung Leiste und Blinddarmregion. Wie viel von dem, was ich dabei spüre, ist real, wie viel Einbildung? Als dann der Regen eine kurze Pause einlegt, werfe ich mich in die Laufklamotten, die mir so fremd vorkommen, vor allem die gelbe Jacke, die mich seit einigen Jahren durch die kühlere Jahreszeit begleitet hat.

dsc02132

Teletubbiland ist für den ersten Laufversuch nach sieben Monaten Pause das richtige Terrain. Hier auf dem Unilaufpfad habe ich vor zwölf Jahren meine ersten ernsthaften Laufanstrengungen unternommen. Damals waren es noch drei Runden, jede einen Kilometer lang, in Baumwollhosen und Fleecejacke …

dsc02137

Dann ist es soweit: die ersten Schritte … kein stechender Schmerz in der Körpermitte. So trotte ich auf der ersten Runde, als der Regen wieder einsetzt und den Pfad schnell mit kleinen Rinnsalen und bald großen Pfützen übersät. Macht nichts.  Es scheint zu funktionieren. Nur nicht zu sehr den Radar nach innen richten … Meine Adduktoren spüre ich, aber das ist wohl der ungewohnten Bewegung geschuldet. Nach zwei gelaufenen Runden eine Drittel Runde gehen. Außer Puste bin ich nicht, aber lieber nichts übertreiben. Es schüttet jetzt in Strömen. Dann nochmal knapp drei Runden im gemächlichen Laufschritt. Das soll genügen für den Anfang.

Euphorisch bin ich noch nicht. Am Ende glaubte ich doch wieder ein Ziepen zu spüren. Aber es war ein Anfang. Immerhin!

Spätsommer im Tiergarten

dsc01954

Herrlich ist dieser große Nachschlag des Sommers, das uns diese Großwetterlage gönnt. Da ich den September beruflich in dem zwar schönen aber 40 Autominuten entfernten Städtchen Wittlich verbringe, sind meine Morgenaktivitäten etwas eingeschränkt.

dsc01946

Aber so ungelegen kommt mir das ehrlich gesagt gar nicht, weil mir zu viel Bewegung auch in der fünften Woche nach der Operation noch nicht gut tut.

dsc01948

Dennoch überwiegt inzwischen das Gefühl, dass es gut wird. Oktober ist als Termin für die ersten Laufversuche gesetzt. Zu dem einen oder anderen Spaziergang und leichten gymnastischen Übungen auch für den Rücken reicht es schon.

dsc01949

So war dieser zügige Morgenspaziergang im Tiergarten ein wirklicher Genuss. Mein Laufrevier neu zu entdecken ist eine schöne Sache, auch wenn es noch nicht im Laufschritt funktioniert und die Distanzen folglich doch eher kurz sind.

dsc01950

Auch bergauf und hinunter geht es sich inzwischen schmerzfrei. Zumindest innerlich bringt mich das zum Jubeln.

dsc01951

Aber natürlich kann die Stimmung auch nicht schlecht sein bei den wunderbaren Bildern, die ein solcher frühherbstlicher Spaziergang bietet.

dsc01962

Der Bach führt wenig Wasser, das Gras ist gelb und der Weg, der sich im Winter wieder zu einer einzigen Marschwanne verwandeln wird, ist knochentrocken.

dsc01963

Die Brombeeren in diesem Jahr eher kümmerlich, der Ausblick prachtvoll. Und so zugewachsen wie mein Lieblingstrail am Petrisberg ist es hier auch nicht.

dsc01964

Noch ist es angenehm kühl. Aber auch an diesem Tag wird die Sonne den Nachmittag in Hochsommer verwandeln.

dsc01965

Dann habe ich die Bilder vom Morgen im Kopf und freue mich:

dsc01966 dsc01967 dsc01969 dsc01970

Und das Schild am kleinen Biest nehme ich einfach mal als Symbol dafür, dass die Erinnerung an eine lange Zeit mit Bewegungseinschränkungen bald verblassen werden.

dsc01971

 

Mal wieder Mosel

Die Wettervorhersage hat Regen und Wind angekündigt. Spätestens als mich in der Nacht das Trommeln auf das Dachfenster weckt ist klar, dass dieser Samstagslauf unter reichlich ungemütlichen Voraussetzungen stattfinden würde.

DSC00413

Aber da Dominik sein Kommen zugesagt hat, gibt es keine Ausrede. Zudem soll ja der  ganze Tag regnerisch werden. Nach den berufs- und gesundheitsbedingten Absagen der restlichen Truppe sind wir also mal wieder als Duo unterwegs, was dazu motivert, sich an die Zeit vor einem Jahr zu erinnern, als wir im Training für Düsseldorf regelmäßig an der Mosel zu zweit Tempo gemacht haben.

DSC00419

Die Mosel ist bei diesem Sauwetter also das Ziel. Dominik will einen langen Lauf machen. Er wird in Hamburg starten. Ich will auch lang, obwohl ich bis zum Luxemburg-Marathon Ende Mai noch reichlich Zeit habe.

DSC00424

So laufen wir also über die Konrad-Adenauer-Brücke und dann an der Mosel bis zu Eisenbahnbrücke Konz. Das war meine Tempodauerlaufstrecke im Herbst vor Frankfurt. So flott sind wir heute nicht, Aber knapp unter 5 min/km ist nicht langsam. Luft zur Unterhaltung bleibt noch. Wenn nur der Wind nicht so sehr um die Ohren rauschen würde, dass es kaum möglich ist, etwas zu verstehen.

DSC00429

Auf dem Rückweg auf der anderen Moselseite ist es dann besser. Rückenwind. Wir entscheiden uns, durch die Stadt zurück nach Olewig zu laufen. Da ist an diesem Morgen wirklich noch nicht viel los. Einfach zu ungemütlich für einen frühen Stadtbummel. Insgesamt ist das Wetter aber weniger nass als vor einer Woche in Irrel.

DSC00433

Am Ortseingang von Olewig verabschieden wir uns. Ich nehme die Variante durch das Tiergartental und das kleine Biest.

DSC00437

Die Beine sind nach 27 Kilometern ordentlich schwer. Ein wenig Sorgen macht mir aber das Ziehen in der Leiste. Das muss ich im Blick behalten. Heute werde ich aber  nicht in die Versuchung kommen, es zu übertreiben. Sonntagsdienst – mal wieder. Allen, die den Tag genießen können, wünsche ich viel Spaß dabei.

Hoppla!

Was ist das denn für weißes Zeug? Ich glaube, es bleibt in diesem Jahr erst zum zweiten Mal überhaupt Schnee liegen. Der Blick in den Garten ist jedenfalls winterlich heute morgen.

DSC00410

Da ist es eigentlich schade, dass Rumpfstabi auf dem Programm steht. Ein Tag Laufpause muss vor dem Samstagslauf sein, der vermutlich trotz des angekündigten miserablen Wetters ordentlich lang wird. Und schließlich war ich ja gestern früh unterwegs, zwar nicht sehr lang, dafür aber mit einigen Tempopassagen.

DSC00409

Die Wochenbelastung will ich nicht zu schnell wieder steigern. Nur nichts übertreiben. Ich muss ja erst zum Luxemburg-Marathon am 28. Mai wieder richtig fit sein.

Allen ein schönes und aktive Wochenende!

 

Irre in Irrel

DSC00358

Dass Christoph, Dominik und Jürgen memmenhaft das trockene Wetter am Samstagvormittag zum langen Lauf nutzen, will ich nicht weiter thematisieren. Ok, Terminprobleme am Nachmittag lasse ich gelten. Aber die wahren Helden sind  jene, die sich um Nachmittag trotz der miserablen Wetterprognosen auf den Weg zum Eifellauf machen.

DSC00356

Frei nach dem Motto „Irre in Irrel“ versammeln sich dort 60 mehr oder weniger wetterfest verpackte Laufbegeisterte, um bei Regen und Wind 10, 15 oder 21 Kilometer über Stock und Stein, überwiegend aber über nasse Feldwege zu sporteln.

DSC00359

Der ursprüngliche Plan der Streckenwahl, vor allem wunderbare Waldpfade zu nutzen, haben die Organisatoren mit gutem Grund zugunsten der überwiegend befestigten Wege geändert.

DSC00361

Wer Trailschuhe an den Füßen hat, liegt  damit dennoch richtig, denn auch auf den Asphaltwegen gibt  es reichlich Pfützen und Erde sowie einige unbefestigte Abschnitte.

DSC00362

Die von Marc, Marcel und und mir gewählte Gruppe – Dennis läuft aus Zeitgrünen die von Bettina geführte 15er-Runde – ist mit elf Köpfen überschaubar. Da alle sehr fit sind, ist das Tempo ordentlich. Inklusive der längeren Pause vor dem Haus von Guide Erich notiert meine Suunto am Ende ein Durchschnittstempo knapp unter 6 Min/km.  Angesichts 475 Höhenmetern und einigen sehr rutschigen Passagen ist das schneller, als es scheint.

DSC00363

Die vielen Rampen und Anstiege sorgen allerdings auch dafür, dass es trotz Regen und teilweise kräftigem Wind niemandem kalt wird.

DSC00366

Dennoch bin ich froh, Handschuhe mitgenommen zu haben. Und mit Kontaktlinsen macht Regen in der Eifel sogar Spaß.

DSC00367

DSC00368

Richtig anstrengend wird es noch einmal auf den letzten zwei der insgesamt 21 Kilometer. Den unbefestigte Weg entlang der zu einem reißenden Flüsschen angeschwollenen Dieser Nims über Wiesen und durch den Wald muss jemand mit Schmierseife präpariert haben.

DSC00373

DSC00372

Zum Glück schäumt die nicht wie der Fluss. Aber für die wunderbar bemoosten Steinhaufen und Mauerreste entlang des Weges bleiben leider nur einige Blicke angesichts der erhöhten Sturzgefahr.

DSC00374

Auch die netten Gespräche zwischen den besonders Irren von Irrel verstummen da zeitweise.

DSC00375

Aber spätestens nach ausgiebiger Nutzung der Luxusduschen im Fitnessstudio Evital, das als Treffpunkt dient, kommt die Kommunikation wieder in Gang. Und wie bei allen Eifelläufen ist das Buffet herrlich reichhaltig und bietet von herzhaft bis süß eine wunderbare Auswahl.

DSC00377

Vielen Dank den Lauffreunden in der Eifel! Es war wieder ein Erlebnis. Vielleicht kommt Ihr ja zu einem Gegenbesuch beim Freundschaftslauf in Olewig am 4. Juni?

DSC00378 DSC00379