Spaß auf dem Wurzelweg

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Zwei Wochen nach Frankfurt ist die Lust auf schnelle Läufe noch nicht zurück. Aber zum Glück führt der Wurzelweglauf in Konz über eine Strecke, die über alle Zutaten für einen Genusslauf verfügt.

Es ist die 40. Auflage des ältesten Volkslaufs der Region Trier, der seinen Namen von der ordentlichen Steigung durch den Wald vom Konzer Tal hinauf nach Roscheid hat. Und tatsächlich ist es dieser im Herbst immer rutschige Wurzelweg, der das Läuferfeld auch an diesem Samstag sortiert hat.

Ich war die ersten Kilometer zwar einigermaßen gemütlich unterwegs und hatte mir die Luft genommen, um ein wenig zu plaudern. Am Anstieg musste ich aber mein Tempo laufen. Und das ist zumindest in diesem Bereich des Läuferfelds etwas zu hoch für die Anderen. Die nächsten acht Kilometer war ich deshalb alleine unterwegs, fast alleine.

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Mit Dominik und Marcel war ich nach Konz gekommen. Gerade noch rechtzeitig, weil der Verkehr rund um Trier an diesem Samstag äußerst zähflüssig war. Das ist besonders fatal, wenn der Wurzelweg-Starter am späten Vormittag noch die Reste der Küchenrenovierung auf die Mülldeponie fährt und auf dem Rückweg von einer gesperrten Autobahnbrücke und langen Stasu auf eine heftige Geduldsprobe gestellt wird.

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Aber dank „Klappschmier“ und einem Kaffee aus dem Thermobecher stand ich zumindest nicht mit Hunger im Konzer Stadion. Zum ersten Mal war dort der Start- und Zielbereich.

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Eine deutliche Verbesserung zum Start auf dem Radweg, die nun beibehalten werden soll, wie mir Cheforganisator Reinhold Büdinger am späteren Nachmittag erzählt hat.

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Mein beiden Kumpels vom Lauftreff Olewig wollten schnell laufen. Das sind sie auch. Beide in ihren Altersklassen auf den Plätzen 1 und 2 bzw. 8 und 9 in der Gesamtwertung. Glückwunsch, das kann sich sehen lassen und bedeutete nach dem Lauf noch ein längeres Ausharren bei der umfänglichen Siegerehrung.

Ich bin trotz meiner Zurückhaltung vor allem auf dem ersten Teil der Strecke in meiner Altersklasse auf Platz 4 gelaufen. 50 Sekunden schneller, dann hätte ich auch auf dem Stockerl gestanden. Das hätte ich ziemlich locker drauf gehabt. Aber egal …

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Wichtiger war es mir, mal wieder auch einen Wettlauf intensiv und bewusst wahrzunehmen. Das hat dann wirklich Spaß gemacht. Es blieb auch Zeit für Fotos.

Und als nach dem langen Anstieg auf der Konzer Höhe eine flotte Läuferin aufgeschlossen hatte – Melanie ist ihr Name, wie der Blick in die Ergebnisliste zeigt -, bin ich mal wieder zum Pacemaker geworden. Denn sie blieb auch auf dem nächsten Anstieg knapp hinter mir mit dem Versprechen „ich bleibe dran!“.

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Als sie sich dann an dem stark abschüssigen Stück zwei Kilometer vor dem Ziel davon gemacht hat, habe ihr dafür das Versprechen gegeben,  sie auf der folgenden flachen Strecke nicht mehr zu überholen.

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Das habe ich auch nicht, aber ich habe sie 500 Meter vor dem Ziel eingeholt und ihr dann Beine gemacht, also ein wenig motiviert, noch einmal richtig Gas zu geben. Vom Zieleinlauf hat Holger Teusch ein nettes Bild gemacht. Aber bitte kommt jetzt nicht auf die Idee, ich würde Frauen quälen …

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Hier geht’s zum offiziellen Bericht über den Lauf mit Ergebnisliste und vielen sehr schönen Fotos von dem Lauf.

Düsseldorf

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Gut, aber nicht sehr gut. Persönliche Bestzeit zwar, aber nicht unter drei Stunden. Ich muss den  Verlauf des Düsseldorf-Marathons noch verarbeiten. Dass alles hätte stimmen müssen, um  meine sehr ambitionierte Zielzeit zu erreichen, war klar, leider stimmte nach gutem Beginn nicht alles, und so habe ich auf den letzten sechs Kilometern die Chance auf die Marathonzeit meines Lebens vergeben. Ein besonderes Erlebnis war dieses Wochenende dennoch.

Hier die ganze Geschichte:

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14 Wochen intensives Training. Den Lohn dafür wollen Dominik und ich in Düsseldorf erlaufen. Wir sind als Sextett in der interessanten Stadt am Rhein. Ebenfalls dabei sind Christoph mit Birgitt, Marc und Frank, der als einziger nicht im schönen Dress des Lauftreffs Olewig unterwegs sein wird und das großartige Erlebnis seines ersten Marathons erleben wird. Mein Schatz Karin ist auch mitgekommen. Die Damen werden sich Königsallee und Co. entspannt ansehen.

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Dominik ist schon mit dem Zug vorausgefahren, um den Tag mit seiner Schwester zu verbringen, die uns am Sonntag ebenfalls an der Strecke anfeuern wird. Es muss sich zeigen, wie er den Lauf mit seiner urplötzlich aufgetauchten Allergie überstehen wird.

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Im Hotel eingecheckt, geht es natürlich zunächst zur Startnummernausgabe im Sparkassen-Tower. Eine kleine Marathon-Messe ist auch dabei, alles sehr familiär und für den Marathon in einer Landeshauptstadt übersichtlich. 2650 Läuferinnen und Läufer werden am Ende als Finnisher gelistet sein. Hinzu kommen zahlreiche Staffelteilnehmer.

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Die logistische Leistung ist nicht nur am Rheinufer groß, zu dem wir am Abend nach unserer privaten Pizza- und Pastaparty einen Abstecher machen. Unglaublich, was da auch in der Altstadt abgeht. Gedränge wie in Trier beim Altstadtfest.

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Natürlich machen wir am frühen Abend vor dem Renntag auch die obligatorischen fünf Kilometer und stellen gut gelaunt fest, dass wir am liebsten weiterlaufen würden.

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Drei Steigerungsläufe in einer verkehrsberuhigten Nebenstraße  müssen natürlich auch sein. Gelegenheit für ein Spaßfoto … es ähnelt sehr einem Bild, dass ich beim ersten Trainingsintervall im Februar gemacht hatte …

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Einigermaßen gut geschlafen, leicht gefrühstückt. Dominik kommt mit seinen Sachen ins Hotel, das wir bis 16 Uhr gebucht haben. Es wird sich als Segen nach dem Lauf erweisen. Denn wir können später ohne Gedränge duschen und noch ein wenig entspannen, bevor es nach Hause geht.

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Aber davor will noch ein Marathon gelaufen sein. Ein möglichst schneller, denn dafür habe ich mich ebenso wie Dominik geschunden und überwunden und gezweifelt und motiviert. Der Pacemaker mit den Ballons soll es richten, auf denen 3:00:00 steht.

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So verabschieden wir uns also von den drei Helden, die die 3:30er Marke in Angriff nehmen und sortieren uns am Anfang des 3-Stunden-Starterfeldes ein.

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Kurz vor dem Startschuss, die bekannte Stimme von Wolf-Dieter Poschmann im Ohr, der traditionell auch den Trierer Silvesterlauf moderiert, kommt dann tatsächlich ein junger Läufer mit den richtigen Ballons. Es kann los gehen und geht auch ab wie die Post. Bei diesem Marathon verlieren wir zumindest nicht auf den ersten Kilometern Zeit, wie in der Regel bei den ganz großen Rennen. Zum Beispiel in Hamburg, wo zur selben Zeit TV-bewegt-Coach Michael Pfeil sich auf die erfolgreiche Jagd nach einer neuen Bestzeit macht.

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Hier in Düsseldorf laufen etwa 30 Männer und eine Frau im Schlepptau der lustig flatternden Heliumhüllen. Nach zwei Kilometern bewegen die sich ziemlich genau in der anvisierten Pace. Einen Tick schneller, aber das fühlt sich gut und locker an. Allerdings merke ich bei Kilometer 18, dass Dominik immer lauter atmet. Kein gutes Zeichen. Auch gefällt es mir nicht, dass meine Suunto mit jedem Kilometer einige Duzend Meter mehr notiert, als an den offiziellen Streckenmarkierungen angezeigt wird. So laufe ich nach meiner persönlichen Zeitmessung die erste Hälfte der Strecke in 1:28:26 mit klarer persönlicher Bestzeit. 300 Meter später folgt allerdings erst die offizielle Zeitnahme, die 1:29:22 notiert. Immer noch knapp persönliche HM-Bestzeit – und 38 Sekunden Puffer auf die 3-Stunden-Zielzeit …

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Dann zieht unser Pacemaker an … um für eine Pinkelpause anzuhalten. Na ja, der kleine Tross läuft weiter und zieht sich sofort auseinander. Vorne viel zu schnell, mit meinem Partner laufe ich 4:15er Schnitt, um auf den Jungen nach der Pipipause zu warten. Als der dann tatsächlich wieder aufschließt und vorbeifliegt, legt er ein Tempo vor, dass wir uns nicht antun wollen. Zudem signalisiert Dominik, dass er eine Zeit unter 4 min/km nur extrem schwer halten kann.

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Wie er nach dem Rennen berichten wird, geht bei ihm nach 21 Kilometern nicht mehr viel. Die Bronchien machen zunehmend dicht. Zwei Kilometer lang laufe ich voraus, nehme das Tempo etwas zurück. Er kommt dennoch nicht heran, winkt ab. Also mache ich mich alleine auf den Rest der Strecke. Der Tempoläufer ist inzwischen ziemlich weit voraus. Ich muss nun mein eigenes Rennen machen und darauf hoffen, ich wieder im Laufe der Zeit einzuholen.

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Bei Kilometer 30 liege ich noch gut im Schnitt. Nach meiner eigenen Messung sowieso. Aber auch die offizielle Zeitmessung bescheinigt mir nur einen minimalen Rückstand von 13 Sekunden auf meine Zielzeit. Es läuft sich gut, auch wenn ich keine Gruppe mehr habe, an der ich mich orientieren kann. Kilometer 32. Alles gut, die Beine sind natürlich nicht mehr ganz so leicht, aber jetzt ist es nur noch ein 14er Tempodauerlauf an der Mosel …, rede ich mir ein und verpasse es, mich am Gelstand zu versorgen. Mein eigenes Gel hat leider Dominik in der Tasche, in der er auch sein Asthmaspray mitschleppt.

Dieser Verpflegungsfehler wird sich bitter rächen, wie ich ab Kilometer 36 spüren werde. Da hilft es auch nicht, die Kilometer herunterzuzählen. Jeder Einzelne wird länger und schwerer.bKilometer 35 – 4:01 min/km; 36 – 4:27; 37 – 4:21; 38 – 4:30; 39 – 4:23 – der Hammermann hat sich an mein Beine geheftet. Mir ist inzwischen klar, dass meine Traumzeit in immer weitere Entfernung rückt und nicht mehr zu schaffen ist. Warum also weiter quälen? Eine persönliche Bestzeit wird es so oder so werden. Und wo sind die jubelnden Zuschauer, die gerade jetzt so bitter nötig wären? Kilometer 40 – 4:41; 41 – 4:31; 42 – 4:50; 43 – 4:43 …

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Ja, tatsächlich 43,02 Kilometer misst meine Laufuhr, wie ich im Ziel doch einigermaßen ernüchtert feststelle. So hätte ich die drei Stunden gepackt, wenn meine Strecke gelten würde. Die offizielle Zielzeit ist mit 3:04:05 gut, aber – gemessen an meinem Maßstab – nicht sehr gut.

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Ein wenig besänftigt wird meine leichte Enttäuschung durch die Platzierungen: Zehnter in der Altersklasse M50 ist nicht schlecht. Und 117. von 2650 Finishern kann sich auch sehen lassen.

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Mein Schatz und Birgitt freuen sich an ihrem erhöhten Zuschauerplatz im Ziel. Ich bin einfach froh, dass es vorbei ist.

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Aber ein Foto mit dem hübschen Mädchen der Medaillenübergabe gönne ich mir doch noch. Und ein paar weitere Schnappschüsse, von denen mir das mit dem beflügelten Papa besonders gut gefällt.

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Und dann beginnt das Warten. Während ich dem Interviewteam eines lokalen Fernsehsenders über die Streckendiskrepanz berichten kann, kommt Dominik ins Ziel. 3:17:44 sind für ihn ebenfalls eine deutliche persönliche Bestzeit. Glücklich ist er dennoch nicht wirklich. Vor allem tut es ihm leid, dass er mich alleine ziehen lassen musste. Aber dafür kann er ja nichts, wie ich ihm mehrfach versichern muss.

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Der nächste, der ins Ziel kommt, ist Frank:   3:25:31! Das bei seinem ersten Marathon! Er trägt für den Rest des Tages das breiteste Grinsen im Gesicht.  Marc ist mit seiner PB von 3:27:59 ebenfalls glücklich. Christoph erreicht sein selbstgestecktes Ziel mit 3:29:06. Eine insgesamt starke Teamleistung, über die wir uns dann doch alle freuen.

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Die Wetterbedingungen sind übrigens ideal. Erst um 13 Uhr beginnt es zu regnen. Die Plastiküberzüge nach dem Zieleinlauf sind dennoch gut gegen das Auskühlen im Wind, wenn auch ein wenig schwierig überzuziehen …

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Und natürlich schmeckt das alkoholfreie Weizen nach so einem Lauf besonders gut.  Vielleicht werde ich ja mal als Werbefigur für Erdinger entdeckt …

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Nach ausgiebiger Verschnauf-Genuss-Umziehpause machen wir uns dann – ein Hoch auf die U-Bahn – auf den Rückweg ins Hotel. Christoph und Marc ignorieren sogar die Rolltreppen … meinen Ruf, dass sie dann ja durchaus noch etwas schneller hätten laufen können, findet allerdings auch kein Echo.

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Das war es also, das Projekt Düsseldorf-Marathon. Auch am Tag danach würde ich nicht sagen, dass ich nochmals so ein intensives Trainingsprogramm durchziehen werde – auch wenn ich die drei Stunden knacken könnte, wenn wirklich alles passt.

Heute früh die leicht schmerzenden Beine drei Kilometer beim Auslaufen bewegt.

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Nun freue ich mich auf entspannte Landschaftsläufe. Ich werde mich wieder einmal in der Woche dem Lauftreff anschließen. Und dann gibt es natürlich noch ein ganz besonderes Event, dass mich jetzt davon ablenkt, dass dieses persönliche Laufprojekt nicht ganz erfolgreich geendet hat: der Freundschaftslauf am kommenden Sonntag.  Vor allem freue ich mich auf den lieben Besuch, der sich dazu angekündigt hat.

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Fast …

… wäre es tatsächlich passiert. Nach der Ziellinie habe ich zumindest außergewöhnlich lange gebraucht, um wieder ruhig atmen zu können. Der Fährturmlauf in Schweich war schon etwas happig,

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Selten hatte ich vor einem Lauf so viel Nervenflattern. Aber bestimmt kam das Kribbeln im Darm auch von dem Magnesiumpräparat, das ich mir seit Montag verordnet habe, um die spontanen Krämpfe in der Fußsohle in den Griff zu bekommen. Das ist auch schon viel besser geworden. Aber ich werde noch ein wenig die Mineralienzugabe beibehalten.

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Mit Dominik also zum Fährturmlauf in Schweich. Ein flacher 10er – an der Mosel, seufz –  auf einer Pendelstrecke. Dirk Engel und sein Organteam vom LT Schweich haben Glück mit dem Wetter. Sogar die Sonne scheint auf die mehr als 1000 jungen und älteren Starter bei den diversen Läufen. Nur der Wind macht ein wenig Striche durch die Rechnung. Dennoch ziehe ich die zweite Short-Schicht nach dem Einlaufen aus, Schließlich soll es flott zu gehen. Das hat Coach Jens für heute verordnet.

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Bei der Startaufstellung finde ich mich dann neben Michael wieder, den beim Trierer Stadtlauf im vergangenen Sommer zu einer Bestzeit auf der Halbmarathonstrecke gezogen hatte. Er ist auch im Marathontraining und will heute die 40er Marke knacken, so wie ich.

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Und er legt tatsächlich los wie Bolle. Ich bleibe mal in einem Abstand an ihm dran und bin gespannt, wie lange er das Tempo durchhält. Nach zwei Kilometern bin ich hinter ihm und mit der Pace zufrieden. Auch wenn es schon jetzt ziemlich anstrengend ist. Wir laufen fortan zusammen. Ab und an gehe ich vorbei, wenn er zu langsam wird. Dieses Signal treibt ihn dann wieder zu einer etwas flotteren Pace an, so dass ich besonders auf dem Rückweg seinen Windschatten nutzen kann. Bei Kilometer fünf liegen wir unter 20 Minuten. Alles im Plan, wenn es nur nicht noch weitere fünf wären. Aber es geht weiter. Kilometer 6, Kilometer 7. Jetzt muss ich an diesen stürmischen Tempolauf an der Mosel denken. Der hat sich auf den letzten drei Kilometer ähnlich heftig angefühlt … Also weiter laufen, weiter kämpfen, auch wenn es weh tut.

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Kilometer 8 – na ja, die zwei verbleibenden werden auch noch zu überstehen sein. Kurz vor dem zweiten Wendepunkt Daumen hoch für Dominik, der natürlich schon ein ordentliches Stück weiter ist. Aber noch immer liegen Michael und ich im Schnitt. Jetzt noch die kleine aber lange Steigung hoch von der Mosel ins Stadion. Kilometer 9 … das wäre doch gelacht … wenn ich könnte. Danach wird mir bedeutet, dass ich ungewöhnlich angespannt dreingeblickt habe. Moderator Holger ist schon zu hören, dann geht es auf die wunderbare Tartanbahn. Noch 200 Meter. Sprint, keuch, oder was auch immer das sein könnte, auch wenn ihn keiner wahrnimmt. Zieleinlauf, Uhr abgedrückt. 39:48 steht da. Yes!  Ziel erfüllt. Abklatschen mit Michael, der kurz vor mir ankommt.

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Aber die Freude darüber muss – siehe oben – noch ein paar Minuten warten. Auch Dominik ist zufrieden. Marc läuft eine persönliche Bestzeit. Auch Katharina vom Lauftreff kommt bald ins Ziel. Die Gesichter entspannen sich, die Laune steigt und wird nur kurz beim Duschen getrübt, als ein äußerst unlustiger Läufer auf Gorilla macht. Aber diese Geschichte hebe ich mir für die nächste Laufkolumne auf.

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Fazit: Ein schöne Veranstaltung, ein anstrengender Lauf, erster Start in der Altersklasse M50, Platz 4 in der AK, Platz 48 insgesamt. Offizielle Zeit 39:48 Minuten. Mein zweiter 10er unter 40 Minuten. Jetzt geht es mir wieder besser 😉

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Stadtlauf Trier – einfach stark!

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Was soll ich viel schreiben nach diesem Stadtlauf? Es war einfach super! Zwar hat der Tag schon sehr früh begonnen, weil ich bereits um 7 Uhr im Basiscamp der TV-bewegt-Läufer sein musste. Dafür hat dann die Rundumversorgung für alle 60 Teilnehmer gut funktioniert. Und nach dem Lauf waren die strahlenden Gesichter und reichlich Dankesworte Lohn genug dafür.

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Meine Qualitäten als Pacemaker durfte ich auch wieder unter Beweis stellen. Als Leitwolf einer kleinen Gruppe, die den Halbmarathon unter 1:40 laufen wollte,  habe ich die Führungsarbeit übernommen. Zunächst gemeinsam mit meinen schnellen Kumpel vom Lauftreff Olewig.

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Die machten dann allerdings zu viel Dampf, so dass ich mit Rücksicht auf meine Schützlinge etwas zurückblieb. Leider schaffte es dennoch nur Michael, dabei zu bleiben. So habe ich mich nach sechs Kilometern ganz auf ihn konzentriert. Gemeinsam haben wir auch die zweite Runde – bei strömendem Regen – überstanden. Im Ziel bei 1:37:17, handgestoppt. Michael hat gejubelt und ich habe mich darüber gefreut.

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Leider war es im Ziel – so vollkommen durchnässt – dann so kalt, dass ich nach zehn Minuten ins Pressecenter zum Umziehen musste. Einziger kleiner Wermutstropfen: Frank hat leider seine angestrebte sub 1:30er Zeit nicht ganz geschafft. Aber das wäre für mich als Pacemaker heute definitiv nicht möglich gewesen.

Hier der Lauf in einigen Fotos dokumentiert:

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Es war toll!

Alle Infos, Ergebnisse und viele Fotos gibt es im Laufportal des Trierischen Volksfreunds

 

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Ich habe eine neue Leidenschaft entdeckt: Als Tempoläufer Freunden zu einer gewünschten Zeit führen, das macht Spaß und bringt doppelt Freude.

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Beim Radweglauf in Hermeskeil durfte ich das einmal mehr erleben. Auf der gemeinsamen Fahrt mit Marion, Franzi und Marcel in den Hochwald kam auf meine Frage, welche Zeiten meine Begleiter für die 15-Kilometer-Strecke beabsichtigt hätten, der Wunsch der Damen auf, einen 5er-Schnitt zu versuchen.

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Da habe ich natürlich sofort angeboten, mich als Lokomotive einspannen zu lassen. Das passt schließlich gut auf dem Radweg, der auf der Trasse der einstigen Hochwaldbahn verläuft.

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Tolle Stimmung im Auto, ausreichend Zeit für die Anmeldung und das ein oder andere Schwätzchen mit Bekannten, die dort auch laufen. Dann zum warm werden die 700 Meter hinunter zum Start. Hermeskeil ist mit seinen 100 Höhenmetern ein topografisch interessantes Städtchen. Wie viel das ist, habe ich am Samstag realisiert, als ich 15 Minuten vor dem Start beim Blick auf mein Fußgelenk etwas vermisste … den gelben Zeitnahmechip. Der lag am Klettband im Kofferraum meines Autos und hatte sich vor lauter Quatschen aus meinem Bewusstsein geschlichen. Also  zügig nochmal hoch zu Hochwaldhalle, dort einen Schluck aus der Wasserpulle, Chip angeschnallt und wieder im GA2-Tempo runter zum Start, der dann auch drei Minuten später erfolgte.

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Gut aufgewärmt geht es also an diesem sonnigen Tag auf die Strecke, die zunächst vier Kilometer leicht bergauf führt. Der leichte Wind bringt zum Glück etwas Kühlung. Schnell finden wir mit Toni, Moni und einigen TV-bewegt-Läufern eine Gruppe, die auch den Kilometer in fünf Minuten bewältigt, zumindest drei Kilometer lang. Dann fallen die Anderen mit Ausnahme von Toni zurück.

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Leider schafft es auch Franzi nicht ganz, dranzubleiben. Marcel begleitet sie fortan und wird sie zu einer guten Zeit von 1:16 Stunden motivieren. Mein Job ist es nun, Marion unter die 1:15 ins Ziel zu bringen. Wir laufen sehr konstant. Nach vier Kilometern folgen zwei leicht abschüssige. Da bremse ich meine schnelle Laufpartnerin etwas. Nur nicht überziehen. In Reinsfeld kommen uns schon die beiden Spitzenläufer aus Luxemburg entgegen. Unglaublich, ihr Tempo. Sie werden die 15 Kilometer in gut 49 Minuten hinter sich bringen und mit großem Abstand vor dem Rest des Feldes gewinnen.

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Nun kommen uns ständig Läufer entgegen, die den Wendepunkt bereits passiert haben. Ich komme aus dem Grüßen und anfeuern gar nicht mehr heraus. Ich glaube, ich kenne inzwischen jeden Dritten von Ihnen.

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Abklatschen mit einigen nicht ganz so flotten Freunden, dann sind wir auch schon auf diesen verdammten zwei Kilometern, die vorhin so leicht hinunter und nun so lang bergauf führen. Der Atem von Marion wird immer lauter. Ich nehme etwas Tempo heraus, versuche sie abzulenken. Seitenstechen? Keine Antwort. 200 Meter später nimmt sie das Tempo komplett heraus, will stehen bleiben. Kreislaufprobleme!

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„Nicht anhalten, ruhig weiterlaufen!“ Meine Worte kommen noch an. Wir joggen einige 100 Meter, dann wird ihr Atem wieder ruhiger. Sie nimmt von alleine wieder Tempo auf. „Gleich sind wir oben, dann geht es nur noch bergab“ – das ist jetzt unser Mantra. Toni, den wir zwischenzeitlich hinter uns gelassen hatten, läuft nun wieder zu uns auf. Seine gute Laune wirkt zusätzlich motivierend für Marion.

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Wir sind jetzt wieder im Tempo knapp unter 5 Minuten. „Ruhig bergab rollen lassen, dann schaffen wir die 1:15 locker.“ Für eine Antwort fehlt Marion die Luft. Aber ihre Gesicht ist zumindest nicht mehr so bleich wie bei Kilometer zehn. Noch zwei Kilometer, noch einer. Ich quatsche weiterhin dummes Zeug und Motivationssprüche, um meine Begleiterin abzulenken.

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Dann sehen wir das Ziel. Noch 400 Meter, 300, 200 … Geschafft! 1:14:23 Stunden – die letzten drei Kilometer waren wieder richtig gut.

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Abklatschen, Luft schöpfen und schöpfen lassen, dann kommen auch schon Franzi und Marcel um die Ecke, Pia und viele andere Bekannte. Marcel und ich tragen nun den Titel „world best pacemakers“ – verliehen von unseren Lauftreffmädels.

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Na dafür hat es sich doch gelohnt! Ganz nebenbei haben die Frauen auch noch jede Menge Stockerlplatzierungen in ihren Altersklassen abgeräumt. Marion wurde sogar Gesamtvierte. Und als Damenteam hat der SV Olewig auch noch den ersten Platz gemacht. All die Podestplätze der TV-bewegt-Läuferinnen hinzugerechnet, war das ein unglaublich erfolgreicher Lauf.

Es hat wieder einmal mächtig Spaß gemacht.

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Ein hübsches Geschenk vom Veranstalter für meine Unterstützung als laufender Reporter des Trierischen Volksfreunds.

 

Wie immer gibt es den offiziellen Bericht und viele schöne Bilder vom Profi Holger Teusch im TV-Laufportal: www.laufen.volksfreund.de